Papst wirbt für eine Renaissance der Soziallehre
Heute, 11:24
Papst wirbt für eine Renaissance der Soziallehre
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Papst wirbt für eine Renaissance der Soziallehre
Leo XIV. bricht eine Lanze für eine stärkere Wertschätzung der katholischen Soziallehre. In den verschiedenen christlichen Gemeinschaften solle „die Ausbildung in der Soziallehre der Kirche wiederbelebt werden“.
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Wortlaut: Leo XIV. bei seiner Generalaudienz
04/11/2026
Das sagte er an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. Anhand des Konzilsdokuments „Gaudium et spes“ führte der Papst auch einige Lehrsätze der Soziallehre auf, etwa, dass „die politische Gemeinschaft und die Kirche sind auf je ihrem Gebiet voneinander unabhängig und autonom“ seien. „Beide aber dienen, wenn auch in verschiedener Begründung, der persönlichen und gesellschaftlichen Berufung der gleichen Menschen. Diesen Dienst können beide zum Wohl aller um so wirksamer leisten, je mehr und besser sie rechtes Zusammenwirken miteinander pflegen.“ Das war ein Zitat aus Abschnitt 76 des Konzilstextes.
Krieg ist eine Kapitulation
„Meine Lieben, sich in Wirtschaft und Politik nach diesen Kriterien zu engagieren, ist ein Weg, Frieden zu stiften. Wie Papst Franziskus in Erinnerung rief: ‚Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit, eine beschämende Kapitulation, eine Niederlage gegenüber den Mächten des Bösen‘. Im Gegensatz dazu bietet eine Politik, die sich um die Wunden der Völker und um all jene kümmert, die Ungerechtigkeit erleiden, Anlass zur Hoffnung für die Zukunft der Menschheit. Deshalb ermutige ich die jungen Menschen, dem Beispiel jener Männer und Frauen zu folgen, die in diesen Bereichen ein gutes Zeugnis abgelegt haben.“
Leo XIV. hat schon kurz nach seiner Wahl zum Papst im Mai letzten Jahres klargemacht, dass die Wahl seines Papstnamens eine Würdigung von Leo XIII. bedeute, des Autors der Enzyklika „Rerum novarum“. Dieser Text ist eine Art Magna Charta der katholischen Soziallehre aus der Sicht des päpstlichen Lehramts. Bei seiner Generalaudienz beleuchtete Leo XIV. nun die Soziallehre mit dem Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65).
Den Kurs korrigieren
„Die soziale Dimension ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Natur, sondern auch unseres Glaubens an Jesus Christus – als kostbares Erbe, das wir durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes empfangen haben… Die Konzilsväter heben vor allem die Gefahr für den Weltfrieden hervor, die sich aus den Ungleichgewichten ergibt, die mit einer ungerechten und die Schöpfung missachtenden wirtschaftlichen Entwicklung verbunden sind (vgl. GS, 63). Eine weitsichtige Sichtweise, die leider am Ende des letzten Jahrhunderts Bestätigung fand und die wir heute noch stärker feststellen. Um den Kurs zu korrigieren – so warnt das Dokument –, reicht die technische Entwicklung nicht aus: ‚Daher werden vielfältige institutionelle Reformen in der Wirtschaft wie auch eine allgemeine Umstellung der Gesinnung und Verhaltensweise gefordert‘.“
Das „Herzstück der Wirtschaft“ sei die menschliche Arbeit, fuhr Papst Leo fort. „Durch sie entfaltet sich der Mensch als Person, sorgt für die Bedürfnisse seiner Familie, bringt seine Begabungen zum Ausdruck, nimmt am gesellschaftlichen Leben teil und baut eine bessere Welt auf, indem er am Schöpfungswerk Gottes mitwirkt. Die Arbeit darf niemals zum Nachteil der Menschen, des Gemeinwohls oder der Schöpfung verzerrt werden. Die wahre Herausforderung besteht darin, allen die Möglichkeit zu bieten, ihre Fähigkeiten zur Geltung zu bringen… Die Arbeitnehmer haben das Recht und die Pflicht, an den Entscheidungen mitzuwirken, die ihre Tätigkeit betreffen…“
„Die Arbeit darf niemals zum Nachteil der Menschen, des Gemeinwohls oder der Schöpfung verzerrt werden“
Der Papst bekräftigte eines der Grundprinzipien der Soziallehre, nämlich die universelle Bestimmung der Güter der Erde, was er ebenfalls mit einem langen Zitat aus „Gaudium et spes“ unterstrich. Außerdem wies er darauf hin, dass alle Politik stets auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein müsse.
Mit seiner Katechesenreihe zu den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils hat Leo XIV. im Januar 2026 begonnen. Das begründete er mit dem Wunsch, „seine Prophetie nicht erlöschen zu lassen und weiterhin Wege und Weisen zu suchen, um seine Eingebungen umzusetzen“. Dazu sei es wichtig, „es erneut aus der Nähe kennenzulernen, und zwar nicht vom Hörensagen oder von den Auslegungen her, die von ihm gemacht wurden, sondern indem wir seine Dokumente erneut lesen und über ihren Inhalt nachdenken“.
(vatican news – sk)
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https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-11/generalaudienz-papst-leo-xiv-konzil-kirche-politik-arbeit.html
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Krieg ist eine Kapitulation
„Meine Lieben, sich in Wirtschaft und Politik nach diesen Kriterien zu engagieren, ist ein Weg, Frieden zu stiften. Wie Papst Franziskus in Erinnerung rief: ‚Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit, eine beschämende Kapitulation, eine Niederlage gegenüber den Mächten des Bösen‘. Im Gegensatz dazu bietet eine Politik, die sich um die Wunden der Völker und um all jene kümmert, die Ungerechtigkeit erleiden, Anlass zur Hoffnung für die Zukunft der Menschheit. Deshalb ermutige ich die jungen Menschen, dem Beispiel jener Männer und Frauen zu folgen, die in diesen Bereichen ein gutes Zeugnis abgelegt haben.“
Leo XIV. hat schon kurz nach seiner Wahl zum Papst im Mai letzten Jahres klargemacht, dass die Wahl seines Papstnamens eine Würdigung von Leo XIII. bedeute, des Autors der Enzyklika „Rerum novarum“. Dieser Text ist eine Art Magna Charta der katholischen Soziallehre aus der Sicht des päpstlichen Lehramts. Bei seiner Generalaudienz beleuchtete Leo XIV. nun die Soziallehre mit dem Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65).
Den Kurs korrigieren
„Die soziale Dimension ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Natur, sondern auch unseres Glaubens an Jesus Christus – als kostbares Erbe, das wir durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes empfangen haben… Die Konzilsväter heben vor allem die Gefahr für den Weltfrieden hervor, die sich aus den Ungleichgewichten ergibt, die mit einer ungerechten und die Schöpfung missachtenden wirtschaftlichen Entwicklung verbunden sind (vgl. GS, 63). Eine weitsichtige Sichtweise, die leider am Ende des letzten Jahrhunderts Bestätigung fand und die wir heute noch stärker feststellen. Um den Kurs zu korrigieren – so warnt das Dokument –, reicht die technische Entwicklung nicht aus: ‚Daher werden vielfältige institutionelle Reformen in der Wirtschaft wie auch eine allgemeine Umstellung der Gesinnung und Verhaltensweise gefordert‘.“
Das „Herzstück der Wirtschaft“ sei die menschliche Arbeit, fuhr Papst Leo fort. „Durch sie entfaltet sich der Mensch als Person, sorgt für die Bedürfnisse seiner Familie, bringt seine Begabungen zum Ausdruck, nimmt am gesellschaftlichen Leben teil und baut eine bessere Welt auf, indem er am Schöpfungswerk Gottes mitwirkt. Die Arbeit darf niemals zum Nachteil der Menschen, des Gemeinwohls oder der Schöpfung verzerrt werden. Die wahre Herausforderung besteht darin, allen die Möglichkeit zu bieten, ihre Fähigkeiten zur Geltung zu bringen… Die Arbeitnehmer haben das Recht und die Pflicht, an den Entscheidungen mitzuwirken, die ihre Tätigkeit betreffen…“
„Die Arbeit darf niemals zum Nachteil der Menschen, des Gemeinwohls oder der Schöpfung verzerrt werden“
Der Papst bekräftigte eines der Grundprinzipien der Soziallehre, nämlich die universelle Bestimmung der Güter der Erde, was er ebenfalls mit einem langen Zitat aus „Gaudium et spes“ unterstrich. Außerdem wies er darauf hin, dass alle Politik stets auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein müsse.
Mit seiner Katechesenreihe zu den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils hat Leo XIV. im Januar 2026 begonnen. Das begründete er mit dem Wunsch, „seine Prophetie nicht erlöschen zu lassen und weiterhin Wege und Weisen zu suchen, um seine Eingebungen umzusetzen“. Dazu sei es wichtig, „es erneut aus der Nähe kennenzulernen, und zwar nicht vom Hörensagen oder von den Auslegungen her, die von ihm gemacht wurden, sondern indem wir seine Dokumente erneut lesen und über ihren Inhalt nachdenken“.
(vatican news – sk)
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