sehr biblisch fundierte Lehre:
"Himmelstourismus" - Heavenly Tourism
02.11.2026 17:57
"Himmelstourismus" - Heavenly Tourism
02.11.2026 17:57
"Himmelstourismus" - Heavenly Tourism
Die sog. Nahtoderfahrungen sollten auf Basis des Wortes geprüft werden. Viele Bücher über Nahtoderfahrungen entpuppten sich als Fakes und wurden vom Markt genommen. Wir sollten alles kritisch anhand des Wortes überprüfen, darüber gibt es einiges zu sagen.......
Während das Genre des sogenannten „Himmelstourismus“ (Heavenly Tourism) in den USA und weltweit Millionenbestseller hervorbrachte, mussten mehrere Werke nach Enthüllungen oder Geständnissen vom Markt genommen werden.
Das prominenteste und am besten dokumentierte Beispiel hierfür ist:
• Alex Malarkey – „Der Junge, der aus dem Himmel zurückkehrte“ (The Boy Who Came Back from Heaven, 2010): In diesem Buch wurde die angebliche Nahtoderfahrung des damals sechsjährigen Alex nach einem schweren Autounfall beschrieben. Das Buch verkaufte sich millionenfach. Jahre später (2015) gab Alex Malarkey jedoch in einem offenen Brief öffentlich zu, dass er die gesamte Geschichte erfunden hatte, um Aufmerksamkeit zu erregen. Er war nie im Himmel. Der christliche Verlag Tyndale House zog das Buch daraufhin sofort aus dem Handel zurück.
Warum kommt es in diesem Bereich zu Fälschungen oder Übertreibungen?
1. Kommerzieller Erfolg: Bücher über den Himmel erzielen im evangelikalen und christlichen Markt in den USA regelmäßig enorme Umsätze, was einen starken finanziellen Anreiz für Autoren und Verlage darstellt.
2. Kulturelle Erwartungen: Viele Berichte bedienen exakt die theologischen und visuellen Vorstellungen, die in evangelikalen Gemeinden über den Himmel, Gott und Jesus gelehrt werden. Das macht die Zielgruppe empfänglich für solche Geschichten.
Kritik auch aus den eigenen Reihen
Interessanterweise kommt scharfe Kritik an diesen Büchern nicht nur von säkularen Skeptikern, sondern sehr stark aus der evangelikalen und theologischen Szene selbst:
• Biblische Widersprüche: Viele evangelikale Theologen und Apologeten warnen vor diesen Büchern, weil die darin beschriebenen Erlebnisse oft im Widerspruch zur Bibel stehen. Sie betonen, dass laut Schrift niemand außer Jesus den Himmel geschaut und danach darüber berichtet habe, und dass man den Glauben nicht auf subjektiven (und potenziell manipulierten) Erfahrungsberichten aufbauen sollte.
• „Testing the Spirits“: Christliche Autoren, die sich seriös mit dem Thema Nahtod befassen (wie Shaun Tabatt oder John Burke), warnen explizit vor der „Nahtod-Industrie“, in der auch vermehrt geskriptete, durch Künstliche Intelligenz generierte oder frei erfundene Berichte online und in Buchform kursieren, um Klicks und Geld zu generieren.
Zusammenfassend: Während die Wissenschaft Nahtoderfahrungen als reales neurologisches oder psychologisches Phänomen anerkennt, sind die stark kommerzialisierten Erlebnisberichte in Buchform mit großer Vorsicht zu genießen. Einige der erfolgreichsten Werke waren nachweislich Betrug.
Während das Genre des sogenannten „Himmelstourismus“ (Heavenly Tourism) in den USA und weltweit Millionenbestseller hervorbrachte, mussten mehrere Werke nach Enthüllungen oder Geständnissen vom Markt genommen werden.
Das prominenteste und am besten dokumentierte Beispiel hierfür ist:
• Alex Malarkey – „Der Junge, der aus dem Himmel zurückkehrte“ (The Boy Who Came Back from Heaven, 2010): In diesem Buch wurde die angebliche Nahtoderfahrung des damals sechsjährigen Alex nach einem schweren Autounfall beschrieben. Das Buch verkaufte sich millionenfach. Jahre später (2015) gab Alex Malarkey jedoch in einem offenen Brief öffentlich zu, dass er die gesamte Geschichte erfunden hatte, um Aufmerksamkeit zu erregen. Er war nie im Himmel. Der christliche Verlag Tyndale House zog das Buch daraufhin sofort aus dem Handel zurück.
Warum kommt es in diesem Bereich zu Fälschungen oder Übertreibungen?
1. Kommerzieller Erfolg: Bücher über den Himmel erzielen im evangelikalen und christlichen Markt in den USA regelmäßig enorme Umsätze, was einen starken finanziellen Anreiz für Autoren und Verlage darstellt.
2. Kulturelle Erwartungen: Viele Berichte bedienen exakt die theologischen und visuellen Vorstellungen, die in evangelikalen Gemeinden über den Himmel, Gott und Jesus gelehrt werden. Das macht die Zielgruppe empfänglich für solche Geschichten.
Kritik auch aus den eigenen Reihen
Interessanterweise kommt scharfe Kritik an diesen Büchern nicht nur von säkularen Skeptikern, sondern sehr stark aus der evangelikalen und theologischen Szene selbst:
• Biblische Widersprüche: Viele evangelikale Theologen und Apologeten warnen vor diesen Büchern, weil die darin beschriebenen Erlebnisse oft im Widerspruch zur Bibel stehen. Sie betonen, dass laut Schrift niemand außer Jesus den Himmel geschaut und danach darüber berichtet habe, und dass man den Glauben nicht auf subjektiven (und potenziell manipulierten) Erfahrungsberichten aufbauen sollte.
• „Testing the Spirits“: Christliche Autoren, die sich seriös mit dem Thema Nahtod befassen (wie Shaun Tabatt oder John Burke), warnen explizit vor der „Nahtod-Industrie“, in der auch vermehrt geskriptete, durch Künstliche Intelligenz generierte oder frei erfundene Berichte online und in Buchform kursieren, um Klicks und Geld zu generieren.
Zusammenfassend: Während die Wissenschaft Nahtoderfahrungen als reales neurologisches oder psychologisches Phänomen anerkennt, sind die stark kommerzialisierten Erlebnisberichte in Buchform mit großer Vorsicht zu genießen. Einige der erfolgreichsten Werke waren nachweislich Betrug.
Kommentare
israelgreece2019 02.11.2026 18:14
Dieser Blog soll zum Nachdenken auf Grundlage des Wortes anregen. Es soll keine pro und contra Diskussion über Menschen, die angeblich im Himmel gewesen sein wollen, ausgelöst werden.Von daher bleibt die Kommentarfunktion geschlossen.
"Nahtod ist nicht Ganztod" - eine von vor Monaten gemachte,treffende Aussage einer Userin zu diesem Thema in einem ihrer Kommentare.
"Nahtod ist nicht Ganztod" - eine von vor Monaten gemachte,treffende Aussage einer Userin zu diesem Thema in einem ihrer Kommentare.
KindGottes 02.11.2026 18:22
Es gab eine Zeit, da wuchsen diese Berichte wie Pilze aus dem Boden, aber ob das, was Menschen erlebten nun stimmt oder nicht, weiß auch der Mensch nicht 100 %.
Ich habe das Buch "90 Minuten im Himmel" gelesen und fand es sehr beeindruckend.
Das Buch "Den Himmel gibt´s echt" habe ich ebenfalls gelesen.
Sicherlich sind einige Berichte evtl. gelogen, aber bestimmt nicht alle.
Wie bei allem gehen auch hier die Meinungen auseinander.
Vielleicht lässt Gott solche Erlebnisse auch zu, um Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es nach dem Tod weitergeht? 🤔
Ich habe das Buch "90 Minuten im Himmel" gelesen und fand es sehr beeindruckend.
Das Buch "Den Himmel gibt´s echt" habe ich ebenfalls gelesen.
Sicherlich sind einige Berichte evtl. gelogen, aber bestimmt nicht alle.
Wie bei allem gehen auch hier die Meinungen auseinander.
Vielleicht lässt Gott solche Erlebnisse auch zu, um Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es nach dem Tod weitergeht? 🤔

Jetzt
Neben dem erfundenen Bericht von Alex Malarkey gibt es weitere extrem erfolgreiche Bücher aus dem evangelikalen Milieu, die heftig umstritten sind oder bei denen erhebliche Zweifel an der Authentizität bestehen:
• Don Piper – „90 Minuten im Himmel“ (90 Minutes in Heaven, 2004)
• Die Story: Piper geriet in einen schweren Autounfall und wurde von den Rettungskräften bereits für tot erklärt, bevor er nach Gebeten eines anderen Pastors wieder ins Leben zurückkehrte. Er beschreibt detailliert die Musik, die Tore und die Wiederbegegnung mit verstorbenen Verwandten.
• Die Kontroverse: Kritiker bemängeln, dass Pipers Schilderungen erstaunlich irdisch und materiell wirken (Kirchenlieder, Großeltern, die exakt so aussehen wie zu Lebzeiten). Vor allem aber kollidiert seine Schilderung des Himmels mit klassischen biblischen Texten, in denen die Begegnung mit der Herrlichkeit Gottes oft Ehrfurcht, Erschrecken und das Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit auslöst, statt einer reinen Wohlfühlatmosphäre.
• Todd Burpo – „Den Himmel gibt’s echt“ (Heaven Is for Real, 2010)
• Die Story: Das Buch erzählt die Geschichte des vierjährigen Colton Burpo, der während einer Notoperation angeblich den Himmel besuchte. Er berichtete, er habe Jesus auf einem Pferd reiten sehen, den Heiligen Geist getroffen und seine ungeborene Schwester (die durch eine Fehlgeburt starb) im Himmel umarmt. Das Buch wurde ein gigantischer globaler Hit und verfilmt.
• Die Kontroverse: Obwohl die Familie bis heute an der Echtheit festhält, verweisen Kritiker (darunter christliche Psychologen) auf das Phänomen der kindlichen Suggestion. Ein vierjähriges Kind eines evangelikalen Pastors wächst in einer Umgebung voller biblischer Bilder auf. Es ist hochgradig wahrscheinlich, dass Colton unbewusst Erwartungen seiner Eltern reproduzierte oder Bilder aus Predigten und Kinderbibeln verarbeitete. Auch theologische Widersprüche (wie die Beschreibung des Heiligen Geistes als „bläuliche Substanz“) stießen auf Skepsis.
• Mary K. Baxter – „Eine göttliche Offenbarung der Hölle“ (A Divine Revelation of Hell, 1993)
• Die Story: Baxter behauptet, Jesus sei ihr über 30 Nächte hinweg erschienen und habe sie persönlich durch die Hölle geführt, um den Menschen auf der Erde zu berichten, wie es dort aussieht.
• Die Kontroverse: Dieses Werk gilt selbst in vielen konservativen Kreisen als reißerischer „Folter-Porno“ und Angstmacherei. Die Schilderungen von Dämonen, die Menschen in bestimmten Abteilen auf exakt choreografierte Weise quälen, erinnern stark an mittelalterliche Fantasien und Dantes Göttliche Komödie, haben jedoch kaum Rückhalt in einer fundierten biblischen Theologie.
2. Die theologische Kritik der Kirchen
Die evangelikalen Verlage verdienten Milliarden mit diesem Genre (oft als „Heavenly Tourism“ oder „Heaven Visitation Books“ verspottet). Doch die theologische Kritik aus den Kirchen – insbesondere von reformierten, baptistischen und lutherischen Theologen – ist vernichtend. Die Argumente lassen sich in vier Kernpunkte zusammenfassen:
A. Das „Sola Scriptura“-Prinzip (Allein die Schrift)
Für evangelikale und protestantische Christen gilt das Prinzip, dass die Bibel die alleinige und ausreichende Quelle für alle Fragen des Glaubens und des Jenseits ist.
• Die Kritik: Wenn Gott gewollt hätte, dass wir detailliert wissen, wie die Architektur des Himmels aussieht, stünde es in der Bibel. Indem diese Autoren neue „Informationen“ aus dem Jenseits mitbringen, erheben sie ihre subjektiven Erfahrungen implizit auf eine Stufe mit der Heiligen Schrift. Der bekannte reformierte Theologe und Pastor John MacArthur schrieb ein ganzes Buch (The Glory of Heaven), um diese Berichte biblisch zu widerlegen, und betonte, dass diese Bücher den Glauben an das geschriebene Wort Gottes untergraben.
B. Der Widerspruch zu biblischen Berichten
Die Bibel erwähnt durchaus Menschen, die Visionen des Himmels hatten (z. B. den Apostel Paulus oder den Propheten Jesaja). Doch deren Reaktionen waren völlig anders als die der modernen Bestsellerautoren:
• Paulus schreibt in 2. Korinther 12, dass er in den „dritten Himmel“ entrückt wurde, betont aber sofort, dass es ihm nicht erlaubt ist, Worte darüber auszusprechen, weil sie unaussprechlich sind. Er machte kein Buch und keine Lesereise daraus.
• Jesaja (Jesaja 6) bricht beim Anblick der Herrlichkeit Gottes in Panik aus („Wehe mir, ich vergehe!“), weil er seine eigene Unwürdigkeit spürt.
• Moderne Nahtod-Bücher beschreiben den Himmel dagegen oft als einen hellen, bunten Freizeitpark, in dem man Haustiere wiedersieht und Jesus einem freundlich auf die Schulter klopft. Theologen kritisieren dies als eine „Banalisierung des Heiligen“.
C. Gnostizismus und Erfahrungs-Glaube
Viele Kirchenleitungen warnen vor einer gefährlichen Verschiebung im Glaubensleben. Christlicher Glaube basiert theologisch auf Vertrauen in Gottes Verheißungen, nicht auf Beweisen.
• Die Kritik: Wer ein Buch lesen muss, um zu glauben, dass es den Himmel gibt, baut seinen Glauben auf Sand. Es entsteht eine Form des modernen Gnostizismus – die Idee, dass bestimmte „Auserwählte“ ein exklusives, geheimes Wissen aus der geistlichen Welt mitbringen, das normalen Gläubigen verwehrt bleibt.
D. Die offizielle Reaktion der Southern Baptist Convention (SBC)
Die Southern Baptist Convention, die größte protestantische Denomination in den USA (zu der auch viele der betroffenen Autoren gehören), ging so weit, im Jahr 2014 eine offizielle Resolution zu verabschieden. Darin wurden die Gemeinden ausdrücklich davor gewarnt, Bücher über Himmels- und Höllenbesuche als Wahrheit anzunehmen. Die Resolution betonte, dass diese Werke „subjektive Gefühle über die Wahrheit der Schrift stellen“ und für den christlichen Glauben unzuverlässig und schädlich sind.