Papst prangert humanitäre Not im Jemen an und verurteilt Attacke in Jordanien
27.10.2026 08:50
Papst prangert humanitäre Not im Jemen an und verurteilt Attacke in Jordanien
27.10.2026 08:50
Papst prangert humanitäre Not im Jemen an und verurteilt Attacke in Jordanien
Papst Leo XIV. hat auf die „ernste humanitäre Lage im Jemen, insbesondere in der Stadt Taiz, wo die Bevölkerung unter dem Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung leidet", aufmerksam gemacht. Er rief nach seinem Mittagsgebet am Sonntag eindringlich auf „die Feindseligkeiten zu beenden und dem jemenitischen Volk sowie allen Völkern der Region ein Leben in Frieden zu gewährleisten." Der Papst verurteilte auch den Anschlag auf eine christliche Gemeinde in Jordanien.
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Jordanien: Acht Tote nach Anschlag auf christliche Gemeinde
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
Bei einem Anschlag mit Schusswaffen auf eine Beerdigungsfeier der orthodoxen St.-Georgs-Kirche im südjordanischen Dorf Hammoud waren am Freitag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen und mindestens 40 verletzt worden. Der Papst sprach bei seinem Mittagsgebet, an dem laut Vatikan rund 20.000 Menschen teilnahmen, mit Blick auf den Angriff von einem „Terroranschlag“.
Das katholische Kirchenoberhaupt versicherte allen Opfern der Attacke, der Gemeinde und dem ganzen Land seine Nähe und seine Gebete. Leo XIV. betonte, dass sich Jordanien durch „friedliches Zusammenleben und gegenseitigen Respekt zwischen den verschiedenen Religionen" auszeichne und rief zu Frieden auf: „Lasst uns gemeinsam weiter für den Frieden beten."
In Jordanien wurden diesen Sonntag die Getöteten des Schusswaffenattentats vom Freitag in ihrem Dorf beigesetzt. Ministerpräsident Jaafar Hassan nahm im Namen von König Abdullah II. an der Trauerfeier teil und legte einen Kranz nieder. Auch zahlreiche muslimische Geistliche wohnten der Beerdigung bei.
Jordaniens König hatte am Samstag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats zu dem Angriff geleitet. Der König wies die Behörden an, mit „eiserner Faust" gegen islamistische Extremisten vorzugehen und sprach von einem „schändlichen Terrorakt", der mit den Werten Jordaniens unvereinbar sei.
„Lasst uns gemeinsam weiter für den Frieden beten“
Die Opfer der christlichen Gemeinde bezeichneten er und andere Mitglieder des Königshauses als „Märtyrer". Regierungssprecher Mohammad Momani betonte in einer Pressekonferenz am Freitag, Christen seien in Geschichte und Identität Jordaniens „tief verwurzelt". In dem Königreich bekennen sich 95 Prozent der Bevölkerung zum Islam, etwa vier Prozent sind Christen unterschiedlicher Konfessionen.
Päpstlicher Botschafter in Jordanien besucht Verletzte
Unterdessen besuchte laut jordanischen Medien der päpstliche Botschafter in Jordanien, Nuntius Giovanni Pietro Dal Toso, Verletzte des Anschlags im Krankenhaus. Für die deutschen Bischöfe bekundete der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Verbundenheit mit den Opfern. „Terror ist mit nichts zu rechtfertigen", sagte er als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Bischofskonferenz: „Mehr denn je stehen wir solidarisch an der Seite der Christen in Jordanien. Vom Staat erwarten wir eine lückenlose Aufklärung und einen verbesserten Schutz kirchlicher Einrichtungen."
Zuvor hatten auch das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem und das Lateinische Patriarchat den Angriff verurteilt. Die Tat habe „die Heiligkeit einer Kultstätte verletzt und das grundlegende Menschenrecht auf Leben, Sicherheit und die Freiheit, in Würde seinen Glauben zu praktizieren, missachtet", hieß es in einer Stellungnahme.
Islamische Staaten äußern Anteilnahme
Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), ein Verband von 57 Staaten mit Sitz im saudischen Dschiddah, nannte den Anschlag eine „offenkundige Verletzung aller menschlichen Werte und internationaler Normen". Generalsekretär Ismail Ould Cheikh Ahmed sprach den betroffenen Familien sein Mitgefühl aus. Auch Vertreter zahlreicher islamischer Organisationen und Verbände in Jordanien äußerten sich bestürzt und anteilnehmend.
Papst verurteilt Kriege
Papst Leo XIV. erinnerte nach seinem Mittagsgebet im Vatikan auch an das internationale Friedenstreffen, das diesen Sonntag in Assisi begann und daran, dass Papst Johannes Paul II. im Jahr 1986 erstmals führende Vertreter verschiedener Weltreligionen nach Assisi zu einem Friedensgebet eingeladen hatte:
„Nie zuvor war so offensichtlich wie heute, dass Kriege nicht nur Tod und Zerstörung säen, sondern die Welt auch verarmen lassen und ihr Schaden zufügen. Möge der Herr Entscheidungen für den Dialog und den Frieden inspirieren!“
„Schließen wir uns im Geiste den Kirchenoberhäuptern und religiösen Führern an, die sich in Assisi zum 40. Jahrestag des von Johannes Paul II. einberufenen Treffens versammeln werden. Nie zuvor war so offensichtlich wie heute, dass Kriege nicht nur Tod und Zerstörung säen, sondern die Welt auch verarmen lassen und ihr Schaden zufügen. Möge der Herr Entscheidungen für den Dialog und den Frieden inspirieren!", so Papst Leo XIV. zum Ende des Angelus-Gebets.
(vatican news / Hintergrundinfos zu Jordanien: KAP/KNA - sst)
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„Schließen wir uns im Geiste den Kirchenoberhäuptern und religiösen Führern an, die sich in Assisi zum 40. Jahrestag des von Johannes Paul II. einberufenen Treffens versammeln werden. Nie zuvor war so offensichtlich wie heute, dass Kriege nicht nur Tod und Zerstörung säen, sondern die Welt auch verarmen lassen und ihr Schaden zufügen. Möge der Herr Entscheidungen für den Dialog und den Frieden inspirieren!", so Papst Leo XIV. zum Ende des Angelus-Gebets.
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