Preisträger Phillipe Sands: "Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung"
11.10.2026 20:44
Preisträger Phillipe Sands: "Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung"
11.10.2026 20:44
Preisträger Phillipe Sands: "Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung"
--------
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Da Arinas Blog geschlossen ist, hier ein weiterer zum Thema

Der britisch-französische Völkerrechtler Philippe Sands ist am Sonntag in Frankfurt für seinen Einsatz für Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Verteidigung des Völkerrechts mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. In seiner Dankesrede kritisierte der Nachfahre von Holocaustüberlebenden Deutschlands Schweigen zu den israelischen Verbrechen in Gaza und im Westjordanland scharf.:
„Die Tatsache der Verbrechen zum Schweigen zu bringen ist unanständig. Diejenigen zum Schweigen zu bringen, die versuchen, die Verbrechen anzuprangern, ist unanständig. Deutschland hat viele Gräuel angeprangert und ist aktiv geworden, von den Jesid*innen bis zu den Uigur*innen, von Syrien bis Iran, von Myanmar bis Sudan und der Ukraine. Doch zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland ist das deutsche Schweigen bis heute laut. Zugleich sind die Debattenbeschränkungen beunruhigend.“
„Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung. Warum dann das Schweigen?“
„Mir ist auch bekannt, dass einige deutsche Führungspersönlichkeiten in ihrer Kritik an den Handlungen Israels allmählich schärfere Töne anschlagen. Das ist richtig, auch wenn es noch sehr zögerlich und verhalten geschieht. Es ist nicht antisemitisch. Es ist nicht ›Anti-Israel‹. Es ist die Wahrheit.“
„Und eine echte, nicht rassifizierte ›Staatsräson‹ für Deutschland, achtzig Jahre nach Nürnberg, muss doch wohl das Schweigen über Völkerstraftaten brechen, wo auch immer sie geschehen und durch wen auch immer sie begangen werden, auch wenn es Freunde, vor allem, wenn es Freunde sind. Das schließt Verbrechen ein, die vielleicht von einem Staat begangen werden, der gegründet wurde, um Individuen zu schützen, die Handlungen im Namen des deutschen Staates erlitten. Jahrzehnte später sind auch diese ›unbegreiflich‹.“
„Was ich weiß, ist dies: Schweigen ist nicht der Weg. Nicht für eine Familie. Nicht für eine Gemeinschaft. Nicht für ein Land.“
-----------------------------------
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Da Arinas Blog geschlossen ist, hier ein weiterer zum Thema

Der britisch-französische Völkerrechtler Philippe Sands ist am Sonntag in Frankfurt für seinen Einsatz für Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Verteidigung des Völkerrechts mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. In seiner Dankesrede kritisierte der Nachfahre von Holocaustüberlebenden Deutschlands Schweigen zu den israelischen Verbrechen in Gaza und im Westjordanland scharf.:
„Die Tatsache der Verbrechen zum Schweigen zu bringen ist unanständig. Diejenigen zum Schweigen zu bringen, die versuchen, die Verbrechen anzuprangern, ist unanständig. Deutschland hat viele Gräuel angeprangert und ist aktiv geworden, von den Jesid*innen bis zu den Uigur*innen, von Syrien bis Iran, von Myanmar bis Sudan und der Ukraine. Doch zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland ist das deutsche Schweigen bis heute laut. Zugleich sind die Debattenbeschränkungen beunruhigend.“
„Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung. Warum dann das Schweigen?“
„Mir ist auch bekannt, dass einige deutsche Führungspersönlichkeiten in ihrer Kritik an den Handlungen Israels allmählich schärfere Töne anschlagen. Das ist richtig, auch wenn es noch sehr zögerlich und verhalten geschieht. Es ist nicht antisemitisch. Es ist nicht ›Anti-Israel‹. Es ist die Wahrheit.“
„Und eine echte, nicht rassifizierte ›Staatsräson‹ für Deutschland, achtzig Jahre nach Nürnberg, muss doch wohl das Schweigen über Völkerstraftaten brechen, wo auch immer sie geschehen und durch wen auch immer sie begangen werden, auch wenn es Freunde, vor allem, wenn es Freunde sind. Das schließt Verbrechen ein, die vielleicht von einem Staat begangen werden, der gegründet wurde, um Individuen zu schützen, die Handlungen im Namen des deutschen Staates erlitten. Jahrzehnte später sind auch diese ›unbegreiflich‹.“
„Was ich weiß, ist dies: Schweigen ist nicht der Weg. Nicht für eine Familie. Nicht für eine Gemeinschaft. Nicht für ein Land.“
-----------------------------------
Kommentare
Schreib auch du einen Kommentar
Arina 11.10.2026 22:56
Klare Worte!
Autumn 12.10.2026 08:44
Ja, klare, wichtige Worte und Ansage.
Habe ich in deinem Blog vermisst, Arina, daher dieser zweite.
Habe ich in deinem Blog vermisst, Arina, daher dieser zweite.
Autumn 12.10.2026 11:19
Arina, .. er sieht das anders.
Hast du seine Aussage verstanden?
Gerade weil Deutschland sich mit ethnischer Säuberung auskennt, solle es nicht schweigen
und schon gar nicht unter "Freunden".
DAS ist sein Appell.
Hast du seine Aussage verstanden?
Gerade weil Deutschland sich mit ethnischer Säuberung auskennt, solle es nicht schweigen
und schon gar nicht unter "Freunden".
DAS ist sein Appell.
Autumn 12.10.2026 17:53
Ein Kommentar aus dem Netz:
"Die Bundesregierung schweigt nicht nur, sie geht einen diabolischen Schritt weiter und schickt aktiv Waffen an die Täter."
"Die Bundesregierung schweigt nicht nur, sie geht einen diabolischen Schritt weiter und schickt aktiv Waffen an die Täter."

Jetzt