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📃 Belohnung entsprechend der Werke

📃 Belohnung entsprechend der Werke
"Denkst du etwa, o Mensch, der du die richtest, welche so etwas verüben, und doch das Gleiche tust, dass du dem Gericht Gottes entfliehen wirst? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? Aber aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes,
der jedem vergelten wird nach seinen Werken.
" [RÖ. 2,3-6] [SLT]


Die letzten beiden Verse enthalten das, worauf besonders hingewiesen werden soll, die übrigen wurden zitiert, damit der Leser den Zusammenhang erkennt. Die Wahrheit, die nachdrücklich vermittelt werden soll, ist sehr klar ausgedrückt, wird jedoch weithin ignoriert. Sie besagt, dass diejenigen, welche schließlich die Qualen des zweiten Todes erleiden, nichts anderes erhalten, als das, worauf sie hinarbeiteten und dass allein sie dafür verantwortlich sind.

GOTT hat keinen Gefallen am Tod von irgendjemandem. Doch "die Sünde ... wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod" [JAK. 1,15] [SLT] Sünde kann in der Gegenwart der Herrlichkeit Gottes nicht bestehen und die Zeit wird sicherlich kommen, wo "die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken." [HAB. 2,15] [SLT] Für einen kurzen Moment hat GOTT zugelassen, dass die Sünde sich zur Schau stellt und ihr volles Maß an abscheulicher Missgestalt entwickelt, aber ER wird bald ihre Existenz auslöschen. Und wenn die Sünde zerstört wird, müssen diejenigen, die Sünden zu einem Teil von sich gemacht haben – ja so von ihnen durchdrungen sind, dass sie nicht von ihnen getrennt werden können – notwendigerweise mit ihr zugrunde gehen.

Doch GOTT ruft alle Menschen überall zur Umkehr auf. An alle  ergeht der Ruf: "Lasset euch versöhnen mit Gott." [2. KOR. 5,20] An alle wird appelliert: "Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt." [JOS. 24,15] Niemand kann zugleich "Gott dienen und dem Mammon!" [MATTH. 6,24] Jeder muss sich für das eine oder das andere entscheiden. Und dem Menschen sind die Freiheit und die Kraft zur Entscheidung gegeben, sodass er Satan nicht dienen muss, wenn er es nicht möchte. Der Dienst für GOTT führt zum Leben, doch "der Lohn der Sünde ist der Tod." [RÖ. 6,23] [SLT]

Wenn einem Menschen nun die Wahl gestellt wird und er was GOTT anbetrifft "den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut" verachtet" [RÖ. 2,4] und sich bewusst für den Dienst Satans entscheidet – wer wollte dann behaupten, dass dieser Mensch, wenn er für seine Sünde stirbt, nicht genau das erhält, worauf er sich einließ? Er erhält schlicht seinen Lohn. Wer wollte GOTT, wenn ER die Gottlosen mit ewigem Verderben bestraft der Ungerechtigkeit bezichtigen? Wer gilt als ungerecht, derjenige, der versprochenen Lohn auszahlt, oder derjenige, der ihn vorenthält? Natürlich Letzterer. Nun wurde von Anfang an klar bezeugt, dass "der Lohn der Sünde der Tod ist." Paulus sagt, dass selbst verblendete Heiden welche Verbrechen begehen "das gerechte Urteil Gottes erkennen,  dass die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben." [RÖ. 1,32] [SLT] Wenn sich ein Mensch also bewusst für ein Werk entscheidet, dessen Lohn entsprechend [dem Wort Gottes] eindeutig als der Tod bestimmt wurde, muss jeder anerkennen, dass die Auszahlung des versprochenen Lohns das Einzige ist, was der Gerechtigkeit entspricht. GOTT könnte nicht gerecht sein und zugleich dem Übeltäter den versprochenen Lohn vorenthalten. Viele wollen dies heute nicht wahrhaben, aber "am letzten Tag" [JOH.6,44] [SLT] wird jede Seele, die ins Verderben geht, anerkennen, dass sie nur das erhält, was ihr rechtmäßig zusteht.

Soviel bezüglich der Ungerechten. Doch wie verhält es sich mit den Gerechten? Erhalten auch sie, was sie sich verdienen? Der Apostel erklärt, dass GOTT einem jeden nach seinen Taten vergelten wird und CHRISTUS Selbst verkündet: "Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden." [OFFB. 22,12] Doch bei all dem darf nicht vergessen werden, dass das ewige Leben ein Geschenk ist. Der Lohn der Gerechten steht in direktem Gegensatz zum Lohn der Gottlosen. Für [Letztere] "ist der Lohn der Sünde der Tod", erstere erhalten die [besondere] Gabe Gottes, "das ewige Leben in Christo Jesu, unserm HERRN." [RÖ. 6,23] [SLT] Daraus folgt, dass niemand das ewige Leben durch seine guten Taten verdienen kann.

Und doch ist das ewige Leben der Lohn der Gerechtigkeit. Nicht einer bestimmten Anzahl gerechter Taten, sondern der Gerechtigkeit an sich. Und wie erlangt man Gerechtigkeit? Nun, sie ist ein Geschenk, denn Paulus bezeugt: "Wenn infolge der Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft kam durch den einen, wie viel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!" [RÖ. 5,17] [SLT] Da nun Gerechtigkeit selbst ein Geschenk ist, kann das ewige Leben sowohl Lohn der Gerechtigkeit als auch ein Geschenk sein. Und so ist es auch.

Doch wie steht es mit der Belohnung "gemäß der Werke"? Scheint dies nicht darauf hinzuweisen, dass einzelne Werke bei der Zuerkennung des Lohns ins Gewicht fallen? – Nein, nicht in dem Sinne, dass einzelne Werke das Verdienst des Menschen bestimmen. Woher kommen gute Werke? – Aus einem entsprechenden Herzen. CHRISTUS sagte: "Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus dem bösen Schatz seines Herzens." [LUK. 6,45] Gute Werke sind einfach die Frucht des Geistes Gottes, durch den Gerechtigkeit im Menschen gewirkt wird. Dies zeigt lediglich, dass die Gerechtigkeit ihm innewohnt.

Noch ein Gedanke: [Jeremia schreibt:] "Gnadenbeweise des HERRN sind’s, dass wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende." [KL. 3,22] [SLT] Von Johannes dem Täufer wurde geweissagt: "Du wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden, denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, um seine Wege zu bereiten, um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben, [das ihnen zuteil wird] durch die Vergebung ihrer Sünden." [LUK. 1,76-77] [SLT] Daraus ergibt sich, dass es [allein] die Gnade Gottes ist, durch welche Menschen gerettet werden. Aber Gnade ist jene Eigenschaft, die einen Übertreter besser behandelt, als er es verdient. Aber niemand verdient das ewige Leben, niemand kann es sich verdienen. Selbst wenn wir alles getan haben, bleiben wir unnütze Knechte. Wir haben durch unsere Gerechtigkeit nichts zur Summe der Gerechtigkeit hinzugefügt, wofür uns GOTT belohnen müsste. Wir haben lediglich die Gerechtigkeit Gottes, die uns durch die Gnade Christi zuteil wurde, offenbar werden lassen. Während GOTT also Sündern den Lohn gibt, den sie verdient haben – und damit Seine strikte Achtung der Gerechtigkeit bekundet – schenkt ER den Gerechten das ewige Leben gemäß der Gerechtigkeit, die Seine Barmherzigkeit ihnen verlieh.

( Ellet J. Waggoner, Juni 1890 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 24.09.2026 17:51
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits mehr als 135 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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