📃 Die Gerechtigkeit die im Gesetz ist
Gestern, 17:19
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📃 Die Gerechtigkeit die im Gesetz ist
Ein Freund schickte uns folgende Frage, die wir gerne beantworten möchten: "Was meint der Apostel damit, dass er untadelig war "im Hinblick auf die Gerechtigkeit im Gesetz" [PHIL. 3,6] [SLT] Ist nicht die Gerechtigkeit, die im Gesetz ist, die Gerechtigkeit Gottes?"
Eine weitere darin enthaltene Frage lautet: "War Paulus also nicht vollkommen, bevor er zu CHRISTUS kam?" Prüfen wir, ob der Apostel das sagen wollte. Dazu betrachten wir zunächst einige Grundsätze über das Gesetz.
[1] Das Gesetz Gottes bzw. all dessen "Gebote sind Gerechtigkeit." [PS. 119,172] [ELB] Gottes Gesetz ist der Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes. [So sagt Jesaja:] "Hört auf mich, ihr, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du Volk, das mein Gesetz im Herzen trägt!" [JES. 51,7] [SLT]Das Gesetz ist Ausdruck des Willens Gottes (Siehe dazu Römer 2,17-18.) Als Maßstab der Gerechtigkeit ist alles, was ihm nicht entspricht, Sünde. [So schreibt Johannes:] "Jeder, der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und die Sünde ist die Gesetzesübertretung." [1.JOH.3,4] [SLT1951] Und da es Abbild des Charakters Gottes ist – der vollkommenste Ausdruck der vollkommenen Gerechtigkeit Gottes – kann von einem Menschen nichts weiter verlangt werden als vollkommener Gehorsam diesbezüglich. (Siehe dazu Prediger 12,13-14.) [Mose sagte:] "Das wird unsere Gerechtigkeit sein, dass wir alle diese Gebote tun und halten vor dem HERRN, unserm Gott, wie er uns geboten hat." [5. MO. 6,25] [LUT2017] Das versteht sich von selbst, [denn] würden wir die Gerechtigkeit Gottes tun, wäre diese Gerechtigkeit die unsere. Und da von niemandem mehr verlangt werden kann als Gehorsam gegenüber dem Gesetz bzw. Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit Gottes, ist leicht einzusehen, dass "die, welche das Gesetz befolgen, gerechtfertigt werden." [RÖ. 2,13] [SLT]
[2] Aber "da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer." [RÖ. 3,10] [LUT2017] "Alle sind sie abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer." [RÖ.3,12] [LUT2017] "Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten." [RÖ. 3,23] [SLT] Folglich sind alle [Menschen] "vor Gott schuldig." [RÖ. 3,19] [SLT] Nun kann ein gerechtes Gesetz böse Menschen nicht gerecht sprechen. Gerechtsprechen bedeutet entweder, gerecht zu machen oder aufzuzeigen, dass jemand bereits gerecht ist. Ein gerechtes Gesetz kann das aber bei einem bösen Menschen nicht, denn wenn es behaupten würde, er habe nichts Böses getan, würde es falsch Zeugnis geben und damit selbst zeigen, dass es nicht gerecht ist und so kann es ihm seine Sünde nicht wegnehmen, um ihn gerecht zu machen. Da also "das Gesetz heilig, und das Gebot heilig, gerecht und gut" [RÖ. 7,12] [SLT] ist und alle Menschen das Gesetz übertreten haben, ist es, wie Paulus sagt, völlig klar, dass "durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird." [GAL. 3,11] [SLT] (Siehe dazu auch Römer 3,20.)
[3] Weiter: Seit dem Sündenfall gab es keinen Menschen, der das Gesetz nicht gebrochen hätte, aber es gab auch keinen gefallenen Menschen, der in seinem natürlichen Zustand – außerhalb Christi – das Gesetz überhaupt hätte halten können. Wer bedenkt, dass das Gesetz der vollständige Ausdruck der vollkommenen Gerechtigkeit Gottes – eine Aussage Seines Weges – ist, wird diese Behauptung sofort einsehen, denn welcher gefallene Mensch wäre so vermessen zu behaupten, er könne aus eigener Kraft eine Handlung vollbringen, die genauso gut wäre, als hätte sie GOTT Selbst getan? Doch wir brauchen nicht viele Worte: Es genügt, folgende klare Aussage der Schrift anzuführen: "Fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch sich dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag’s auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen." [RÖ.8,7-8] [LUT2017]
[4] Dennoch wird es Gerettete geben, die wie Henoch das Zeugnis erhalten, dass sie GOTT gefielen. Wie erreichen sie das? Wie können sie vor GOTT gerecht sein? Das zu klärende Frage ist: Das Gesetz Gottes ist Maßstab der Gerechtigkeit, es ist die Gerechtigkeit Gottes. Alles, was von diesem Maßstab abweicht, ist Sünde und missfällt GOTT. Nur jemand dessen Leben diesem Maßstab entspricht, kann als gerecht gelten. Aber es gibt keinen Menschen, dessen Leben damit vollkommen übereingestimmt hätte, und niemand Menschen, der es vollkommen halten könnte. Und doch wird es Gerechte geben, wie es schon Tausende gab. Wodurch?
[5] Die Antwort gibt der Apostel selbst: "Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben." [RÖ.3,21-22] [SLT] Der scheinbare Widerspruch, ist höchst einfach aufzulösen, wenn wir bedenken, dass in CHRISTUS "die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt" [KOL. 2,9] und dass daher das Gesetz, das der Gerechtigkeit Gottes entspricht, [auch] die Gerechtigkeit Christi ist. Das Gesetz ging vom Sohn genauso wie vom Vater aus, denn BEIDE "sind eins." [JOH. 10,30] Aber "die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." [JOH. 1,17] [SLT] DER uns durch "seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient." [2. PETR.1,3] [SLT] ER kann und will uns durch unseren Glauben an Sein Opfer Seine eigene Gerechtigkeit schenken. Denn Paulus fährt bezeugt: Wir werden "ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist." [RÖ. 3,24-26] [SLT]
Betrachten wir das - wie allgemein bekannt - kurz. Das Gesetz kam von CHRISTUS genauso wie vom Vater. Es ist Seine Gerechtigkeit. Nun hat das Gesetz für uns nur Verurteilung, weil wir es übertreten haben. CHRISTUS aber ist voller Gnade und ER wurde "nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde." [JOH. 3,17] [SLT] Hierin liegt die wunderbare, unerklärliche Liebe Christi: Während die Gerechtigkeit im Gesetz, auch in IHM ist und das Gesetz Sünde verurteilt, rechtfertigt ER, der Urheber der Gerechtigkeit, dennoch. Wenn uns also das Gesetz keine Gerechtigkeit geben kann, wenden wir uns an CHRISTUS und empfangen sie. Und diese Gerechtigkeit ist derart, dass das Gesetz ihre Echtheit bezeugt. Sie kann nur echt sein, denn wir erhalten sie aus derselben Quelle, aus der auch das Gesetz seine Gerechtigkeit bezieht. Es ist Gerechtigkeit, die uns zugerechnet und in uns gewirkt wird.
[6] Das ist die Gerechtigkeit, die Paulus meinte, wenn er sagt, dass er sie besitzen möchte, wenn CHRISTUS erscheint. Sein Verlangen und Mühen beschreibt der Apostel wie folgt: "Wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens." [PHIL. 3,8-9] [SLT] Nun haben wir alle Punkte, die zum Verständnis des sechsten Verses nötig sind. Beachte [bitte] besonders:
[7] Der Apostel schreibt, dass die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, seine eigene Gerechtigkeit ist. Und Jesaja erklärt: "Alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid." [JES. 64,6] [LUT2017] Was Paulus also "seine eigene Gerechtigkeit" nennt, muss dasselbe sein, denn der Apostel wollte bei Christi Wiederkunft nicht, mit dieser bekleidet gefunden werden.
[8] Gerade hinsichtlich "der Gerechtigkeit die aus dem Gesetz kommt“ oder "seiner eigenen Gerechtigkeit" war er untadelig. Mit anderen Worten: Paulus war aus menschlicher Sicht untadelig. Soweit der natürliche Mensch es beurteilen konnte, war Paulus vollkommen. Das stimmt mit seinen eigenen Aussagen überein. Vor Agrippa sagte er: "Mein Lebenswandel von Jugend auf, den ich von Anfang an unter meinem Volk in Jerusalem führte, ist allen Juden bekannt; da sie mich von früher her kennen (wenn sie es bezeugen wollen), dass ich nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe, als ein Pharisäer." [APG. 26,4-5] [SLT] Und [vor dem Hohen Rat]: "Ich habe mein Leben mit allem guten Gewissen vor Gott geführt bis zu diesem Tag." [APG. 23,1] [SLT] Als er – ein Pharisäer – wie seine Brüder meinte, er könne seine eigene Gerechtigkeit durch Gesetzeswerke erlangen, nahm er es mit der Pflichterfüllung – soweit er sie verstand – sehr genau. Er handelte nicht seinem Gewissen zuwider. Soweit ein Mensch es feststellen konnte, hielt er das Gesetz vollkommen. So sagte Calvin: "Er galt also in den Augen der Menschen als heilig und frei von jeder gesetzlichen Schuld. Ein seltenes Lob und fast einzigartig; doch sehen wir, wie hoch er es einschätzte.“ Der Apostel achtete es "für Schaden." Warum? Weil GOTT nicht so ansieht wie der Mensch. "Der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an!" [1. SAM. 16,7]
[9] Beachte [bitte] weiter, dass diese Gerechtigkeit im Gesetz, hinsichtlich derer Paulus sagte, er sei untadelig gewesen, eines der Dinge ist, von denen er sagt: "Obwohl auch ich mein Vertrauen auf Fleisch setzen könnte. Wenn ein anderer meint, er könne auf Fleisch vertrauen, ich viel mehr:" [PHIL. 3,4] Ach so! Die Gerechtigkeit im Gesetz, hinsichtlich derer er untadelig war, war einfach jene Gerechtigkeit, zu welcher das Fleisch gelangen kann. Paulus selbst aber sagt: "Die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht." [RÖ. 8,8.7] [SLT] Bezüglich dessen geistlicher Tiefe hat Paulus also, bevor er CHRISTUS kannte, das Gesetz überhaupt nicht gehalten. Der Apostel war untadelig in den Augen natürlicher Menschen, die geistliche Dinge nicht erkennen, aber im Vergleich mit der wahren Gerechtigkeit Christi war seine Gerechtigkeit [nur] "Schaden" – eine Minusgröße.
Somit ist festzuhalten: Während das Gesetz der Ausdruck vollkommener Gerechtigkeit ist, vermag es einem Sünder überhaupt keine Gerechtigkeit zu vermitteln. Die einzige Gerechtigkeit, die es einem unerneuerten Menschen bietet, ist eine leere Hülle toter Werke. Wenn aber der Mensch sein Vertrauen in das Fleisch und eigene schwachen Versuche der Gerechtigkeiterslangung aufgibt und zu CHRISTUS – der Quelle der Gerechtigkeit als auch der Quelle des Gesetzes – kommt, dann wird genau dieses Gesetz bezeugen, dass die Gerechtigkeit durch Glauben an CHRISTUS die wahre Gerechtigkeit Gottes ist.
( Ellet J. Waggoner, Juni 1890 )
Eine weitere darin enthaltene Frage lautet: "War Paulus also nicht vollkommen, bevor er zu CHRISTUS kam?" Prüfen wir, ob der Apostel das sagen wollte. Dazu betrachten wir zunächst einige Grundsätze über das Gesetz.
[1] Das Gesetz Gottes bzw. all dessen "Gebote sind Gerechtigkeit." [PS. 119,172] [ELB] Gottes Gesetz ist der Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes. [So sagt Jesaja:] "Hört auf mich, ihr, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du Volk, das mein Gesetz im Herzen trägt!" [JES. 51,7] [SLT]Das Gesetz ist Ausdruck des Willens Gottes (Siehe dazu Römer 2,17-18.) Als Maßstab der Gerechtigkeit ist alles, was ihm nicht entspricht, Sünde. [So schreibt Johannes:] "Jeder, der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und die Sünde ist die Gesetzesübertretung." [1.JOH.3,4] [SLT1951] Und da es Abbild des Charakters Gottes ist – der vollkommenste Ausdruck der vollkommenen Gerechtigkeit Gottes – kann von einem Menschen nichts weiter verlangt werden als vollkommener Gehorsam diesbezüglich. (Siehe dazu Prediger 12,13-14.) [Mose sagte:] "Das wird unsere Gerechtigkeit sein, dass wir alle diese Gebote tun und halten vor dem HERRN, unserm Gott, wie er uns geboten hat." [5. MO. 6,25] [LUT2017] Das versteht sich von selbst, [denn] würden wir die Gerechtigkeit Gottes tun, wäre diese Gerechtigkeit die unsere. Und da von niemandem mehr verlangt werden kann als Gehorsam gegenüber dem Gesetz bzw. Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit Gottes, ist leicht einzusehen, dass "die, welche das Gesetz befolgen, gerechtfertigt werden." [RÖ. 2,13] [SLT]
[2] Aber "da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer." [RÖ. 3,10] [LUT2017] "Alle sind sie abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer." [RÖ.3,12] [LUT2017] "Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten." [RÖ. 3,23] [SLT] Folglich sind alle [Menschen] "vor Gott schuldig." [RÖ. 3,19] [SLT] Nun kann ein gerechtes Gesetz böse Menschen nicht gerecht sprechen. Gerechtsprechen bedeutet entweder, gerecht zu machen oder aufzuzeigen, dass jemand bereits gerecht ist. Ein gerechtes Gesetz kann das aber bei einem bösen Menschen nicht, denn wenn es behaupten würde, er habe nichts Böses getan, würde es falsch Zeugnis geben und damit selbst zeigen, dass es nicht gerecht ist und so kann es ihm seine Sünde nicht wegnehmen, um ihn gerecht zu machen. Da also "das Gesetz heilig, und das Gebot heilig, gerecht und gut" [RÖ. 7,12] [SLT] ist und alle Menschen das Gesetz übertreten haben, ist es, wie Paulus sagt, völlig klar, dass "durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird." [GAL. 3,11] [SLT] (Siehe dazu auch Römer 3,20.)
[3] Weiter: Seit dem Sündenfall gab es keinen Menschen, der das Gesetz nicht gebrochen hätte, aber es gab auch keinen gefallenen Menschen, der in seinem natürlichen Zustand – außerhalb Christi – das Gesetz überhaupt hätte halten können. Wer bedenkt, dass das Gesetz der vollständige Ausdruck der vollkommenen Gerechtigkeit Gottes – eine Aussage Seines Weges – ist, wird diese Behauptung sofort einsehen, denn welcher gefallene Mensch wäre so vermessen zu behaupten, er könne aus eigener Kraft eine Handlung vollbringen, die genauso gut wäre, als hätte sie GOTT Selbst getan? Doch wir brauchen nicht viele Worte: Es genügt, folgende klare Aussage der Schrift anzuführen: "Fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch sich dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag’s auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen." [RÖ.8,7-8] [LUT2017]
[4] Dennoch wird es Gerettete geben, die wie Henoch das Zeugnis erhalten, dass sie GOTT gefielen. Wie erreichen sie das? Wie können sie vor GOTT gerecht sein? Das zu klärende Frage ist: Das Gesetz Gottes ist Maßstab der Gerechtigkeit, es ist die Gerechtigkeit Gottes. Alles, was von diesem Maßstab abweicht, ist Sünde und missfällt GOTT. Nur jemand dessen Leben diesem Maßstab entspricht, kann als gerecht gelten. Aber es gibt keinen Menschen, dessen Leben damit vollkommen übereingestimmt hätte, und niemand Menschen, der es vollkommen halten könnte. Und doch wird es Gerechte geben, wie es schon Tausende gab. Wodurch?
[5] Die Antwort gibt der Apostel selbst: "Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben." [RÖ.3,21-22] [SLT] Der scheinbare Widerspruch, ist höchst einfach aufzulösen, wenn wir bedenken, dass in CHRISTUS "die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt" [KOL. 2,9] und dass daher das Gesetz, das der Gerechtigkeit Gottes entspricht, [auch] die Gerechtigkeit Christi ist. Das Gesetz ging vom Sohn genauso wie vom Vater aus, denn BEIDE "sind eins." [JOH. 10,30] Aber "die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." [JOH. 1,17] [SLT] DER uns durch "seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient." [2. PETR.1,3] [SLT] ER kann und will uns durch unseren Glauben an Sein Opfer Seine eigene Gerechtigkeit schenken. Denn Paulus fährt bezeugt: Wir werden "ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist." [RÖ. 3,24-26] [SLT]
Betrachten wir das - wie allgemein bekannt - kurz. Das Gesetz kam von CHRISTUS genauso wie vom Vater. Es ist Seine Gerechtigkeit. Nun hat das Gesetz für uns nur Verurteilung, weil wir es übertreten haben. CHRISTUS aber ist voller Gnade und ER wurde "nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde." [JOH. 3,17] [SLT] Hierin liegt die wunderbare, unerklärliche Liebe Christi: Während die Gerechtigkeit im Gesetz, auch in IHM ist und das Gesetz Sünde verurteilt, rechtfertigt ER, der Urheber der Gerechtigkeit, dennoch. Wenn uns also das Gesetz keine Gerechtigkeit geben kann, wenden wir uns an CHRISTUS und empfangen sie. Und diese Gerechtigkeit ist derart, dass das Gesetz ihre Echtheit bezeugt. Sie kann nur echt sein, denn wir erhalten sie aus derselben Quelle, aus der auch das Gesetz seine Gerechtigkeit bezieht. Es ist Gerechtigkeit, die uns zugerechnet und in uns gewirkt wird.
[6] Das ist die Gerechtigkeit, die Paulus meinte, wenn er sagt, dass er sie besitzen möchte, wenn CHRISTUS erscheint. Sein Verlangen und Mühen beschreibt der Apostel wie folgt: "Wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens." [PHIL. 3,8-9] [SLT] Nun haben wir alle Punkte, die zum Verständnis des sechsten Verses nötig sind. Beachte [bitte] besonders:
[7] Der Apostel schreibt, dass die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, seine eigene Gerechtigkeit ist. Und Jesaja erklärt: "Alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid." [JES. 64,6] [LUT2017] Was Paulus also "seine eigene Gerechtigkeit" nennt, muss dasselbe sein, denn der Apostel wollte bei Christi Wiederkunft nicht, mit dieser bekleidet gefunden werden.
[8] Gerade hinsichtlich "der Gerechtigkeit die aus dem Gesetz kommt“ oder "seiner eigenen Gerechtigkeit" war er untadelig. Mit anderen Worten: Paulus war aus menschlicher Sicht untadelig. Soweit der natürliche Mensch es beurteilen konnte, war Paulus vollkommen. Das stimmt mit seinen eigenen Aussagen überein. Vor Agrippa sagte er: "Mein Lebenswandel von Jugend auf, den ich von Anfang an unter meinem Volk in Jerusalem führte, ist allen Juden bekannt; da sie mich von früher her kennen (wenn sie es bezeugen wollen), dass ich nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe, als ein Pharisäer." [APG. 26,4-5] [SLT] Und [vor dem Hohen Rat]: "Ich habe mein Leben mit allem guten Gewissen vor Gott geführt bis zu diesem Tag." [APG. 23,1] [SLT] Als er – ein Pharisäer – wie seine Brüder meinte, er könne seine eigene Gerechtigkeit durch Gesetzeswerke erlangen, nahm er es mit der Pflichterfüllung – soweit er sie verstand – sehr genau. Er handelte nicht seinem Gewissen zuwider. Soweit ein Mensch es feststellen konnte, hielt er das Gesetz vollkommen. So sagte Calvin: "Er galt also in den Augen der Menschen als heilig und frei von jeder gesetzlichen Schuld. Ein seltenes Lob und fast einzigartig; doch sehen wir, wie hoch er es einschätzte.“ Der Apostel achtete es "für Schaden." Warum? Weil GOTT nicht so ansieht wie der Mensch. "Der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an!" [1. SAM. 16,7]
[9] Beachte [bitte] weiter, dass diese Gerechtigkeit im Gesetz, hinsichtlich derer Paulus sagte, er sei untadelig gewesen, eines der Dinge ist, von denen er sagt: "Obwohl auch ich mein Vertrauen auf Fleisch setzen könnte. Wenn ein anderer meint, er könne auf Fleisch vertrauen, ich viel mehr:" [PHIL. 3,4] Ach so! Die Gerechtigkeit im Gesetz, hinsichtlich derer er untadelig war, war einfach jene Gerechtigkeit, zu welcher das Fleisch gelangen kann. Paulus selbst aber sagt: "Die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht." [RÖ. 8,8.7] [SLT] Bezüglich dessen geistlicher Tiefe hat Paulus also, bevor er CHRISTUS kannte, das Gesetz überhaupt nicht gehalten. Der Apostel war untadelig in den Augen natürlicher Menschen, die geistliche Dinge nicht erkennen, aber im Vergleich mit der wahren Gerechtigkeit Christi war seine Gerechtigkeit [nur] "Schaden" – eine Minusgröße.
Somit ist festzuhalten: Während das Gesetz der Ausdruck vollkommener Gerechtigkeit ist, vermag es einem Sünder überhaupt keine Gerechtigkeit zu vermitteln. Die einzige Gerechtigkeit, die es einem unerneuerten Menschen bietet, ist eine leere Hülle toter Werke. Wenn aber der Mensch sein Vertrauen in das Fleisch und eigene schwachen Versuche der Gerechtigkeiterslangung aufgibt und zu CHRISTUS – der Quelle der Gerechtigkeit als auch der Quelle des Gesetzes – kommt, dann wird genau dieses Gesetz bezeugen, dass die Gerechtigkeit durch Glauben an CHRISTUS die wahre Gerechtigkeit Gottes ist.
( Ellet J. Waggoner, Juni 1890 )

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Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.
Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.