Andacht vom 11. September 2026
13.09.2026 12:32
Andacht vom 11. September 2026
13.09.2026 12:32
Andacht vom 11. September 2026
Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest.
Prediger 7,16
Ein sehr sensibler Text, den mancher gern aus der Bibel gelöscht haben würde.
Es geht doch schließlich darum, dass wir immer gerechter, perfekter, vollkommener werden, oder?
Was ist daran falsch, stets weiser zu werden und immer mehr Durchblick und Unterscheidungsvermögen zu gewinnen?
Was hat Salomo wohl veranlasst, diesen Satz im Predigerbuch niederzuschreiben?
Er war doch der Weise schlechthin, den Gott extra dafür belohnt hat, dass er sich zu Beginn seiner Herrschaft als dritter König Israels nicht Ehre und Reichtum, sondern Weisheit von Gott gewünscht hatte.
Schließlich hatte Gott ihm zugesagt: "Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, sodass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und nach dir nicht aufkommen wird" (1. Kön 3,12).
Offenbar hatte Salomo in eben dieser Weisheit erkannt, dass man alles übertreiben und dabei das Wichtigste aus dem Blick verlieren kann.
Die Schriftgelehrten zur Zeit von Jesus zählten zwar die Kümmelkörner, um ihren Zehnten möglichst genau zu entrichten, ignorierten aber die hilfsbedürftigen alleinerziehenden Mütter und mittellosen Alten.
Frömmigkeit kann sich, wenn sie angestrengt nach Perfektion trachtet, verkrampfen.
Sie wird rechthaberisch und hart.
Manchmal dient sie nur dazu, eine sehr große Lücke im eigenen Leben zu überdecken.
Zu schnell rückt der Schatten der frommen Leistung vor die wärmende Sonne der Nächstenliebe.
Das penible Befolgen der genauen Regeln schiebt einen Riegel vor die warmherzige Barmherzigkeit.
Ein besseres Beispiel als Jesus gibt es nicht.
Er lebte eine fröhliche Frömmigkeit, die ihm bei manchen Leuten einen zweifelhaften Ruf einbrachte.
"Der Menschensohn trinkt und feiert, und von ihm sagt ihr: ‚Er ist ein Schlemmer und Säufer, und die schlimmsten Leute sind seine Freunde!‘
Doch die Weisheit erweist sich als richtig, und zwar durch das, was sie bewirkt" (Mt 11,19 NLB).
Nicht umsonst bringt Jesus seinen Lebensstil mit Weisheit in Verbindung.
Und die braucht es wirklich, um weder gedankenlos noch "allzu gerecht" noch "allzu weise" zu leben und damit sich und anderen das Leben schwer zu machen.
Fragen wir im Gebet also heute: Lieber Gott, wo soll ich mich innerlich entspannen, um dir und anderen Platz im Leben lassen?
(Matthias Müller)
Prediger 7,16
Ein sehr sensibler Text, den mancher gern aus der Bibel gelöscht haben würde.
Es geht doch schließlich darum, dass wir immer gerechter, perfekter, vollkommener werden, oder?
Was ist daran falsch, stets weiser zu werden und immer mehr Durchblick und Unterscheidungsvermögen zu gewinnen?
Was hat Salomo wohl veranlasst, diesen Satz im Predigerbuch niederzuschreiben?
Er war doch der Weise schlechthin, den Gott extra dafür belohnt hat, dass er sich zu Beginn seiner Herrschaft als dritter König Israels nicht Ehre und Reichtum, sondern Weisheit von Gott gewünscht hatte.
Schließlich hatte Gott ihm zugesagt: "Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, sodass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und nach dir nicht aufkommen wird" (1. Kön 3,12).
Offenbar hatte Salomo in eben dieser Weisheit erkannt, dass man alles übertreiben und dabei das Wichtigste aus dem Blick verlieren kann.
Die Schriftgelehrten zur Zeit von Jesus zählten zwar die Kümmelkörner, um ihren Zehnten möglichst genau zu entrichten, ignorierten aber die hilfsbedürftigen alleinerziehenden Mütter und mittellosen Alten.
Frömmigkeit kann sich, wenn sie angestrengt nach Perfektion trachtet, verkrampfen.
Sie wird rechthaberisch und hart.
Manchmal dient sie nur dazu, eine sehr große Lücke im eigenen Leben zu überdecken.
Zu schnell rückt der Schatten der frommen Leistung vor die wärmende Sonne der Nächstenliebe.
Das penible Befolgen der genauen Regeln schiebt einen Riegel vor die warmherzige Barmherzigkeit.
Ein besseres Beispiel als Jesus gibt es nicht.
Er lebte eine fröhliche Frömmigkeit, die ihm bei manchen Leuten einen zweifelhaften Ruf einbrachte.
"Der Menschensohn trinkt und feiert, und von ihm sagt ihr: ‚Er ist ein Schlemmer und Säufer, und die schlimmsten Leute sind seine Freunde!‘
Doch die Weisheit erweist sich als richtig, und zwar durch das, was sie bewirkt" (Mt 11,19 NLB).
Nicht umsonst bringt Jesus seinen Lebensstil mit Weisheit in Verbindung.
Und die braucht es wirklich, um weder gedankenlos noch "allzu gerecht" noch "allzu weise" zu leben und damit sich und anderen das Leben schwer zu machen.
Fragen wir im Gebet also heute: Lieber Gott, wo soll ich mich innerlich entspannen, um dir und anderen Platz im Leben lassen?
(Matthias Müller)

Jetzt
Die betroffenen Menschen leiden noch heute nach vielen Jahren an dem Trauma.
Es gilt nicht immer: Die Zeit heilt alle Wunden.
Deswegen die Bitte an Gott: Bitte hilf!
"Schaffet Recht den Armen und den Waisen und helft den Elenden und Bedürftigen zu Recht."
Psalm 82:3