Haseloff: Christentum nicht politisch vereinnahmen

Haseloff: Christentum nicht politisch vereinnahmen
Politik
Haseloff: Christentum nicht politisch vereinnahmen
Der frühere Ministerpräsident hielt eine Kanzelrede in der Wittenberger Stadtkirche. So äußert er sich zur anstehenden Wahl im September.
23. August 2026 · Lesezeit: 2 min
+
Exklusiv für Abonnenten

Teilen
Drucken

325x243Der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), am 23. August in der Stadtkirche Wittenberg. Foto: IDEA/David Wengenroth
Die Kirche muss dafür sorgen, dass die christliche Botschaft nicht politisch vereinnahmt wird. Diese Ansicht vertrat der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), am 23. August in der Stadtkirche Wittenberg. Er äußerte sich in einer Kanzelrede zu dem Bibelvers „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1. Korinther 3,11). Vor rund 150 Zuhörern sagte der bekennende Katholik: „Christus ist kein Besitz, kein Parteiabzeichen, kein Wappen, keine Fahne und keine Beute.“ Er sei vielmehr „die einzige wirkliche Alternative zu allen Herrschaftsgebilden, die auf dieser Welt bis heute errichtet wurden“. 
Außerdem sagte Haseloff, eine angemessene Haltung für Christen sei ein „Herzmut“, der Mut und Tapferkeit mit Klugheit und Mäßigung verbinde. „Die Kirche muss nicht fortwährend erklären, wie mutig sie sei, sie muss nicht jede politische Aufregung noch vergrößern und auch nicht jeder neuen Parole hinterher.“

„Was kann uns eigentlich passieren?“
In einem anschließenden „Nachgespräch“ äußerte sich der Politiker auch zum möglichen Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Laut Umfragen wird die AfD in dem Bundesland voraussichtlich stärkste politische Kraft werden und möglicherweise die nächste Landesregierung stellen. Er gebe „die Wahl noch nicht verloren“, sagte Haseloff. Unterstützung für die AfD gebe es aber auch in christlichen Gemeinden. „Nicht alle Christen wissen, wo unser Wertekanon politisch zu verantworten ist. Daran müssen wir arbeiten. Aber das kriegen wir sicherlich nicht mit dem Holzhammer hin.“ 
Die Mehrheit der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt wolle „kein anderes Land“. Auch bei einem Wahlsieg der AfD werde aber „diese Welt nicht untergehen“. Die Kirche dürfe nicht zulassen, dass die Gegnerschaft zwischen den politischen Lagern in Feindschaft umschlage, denn „dann gibt es irgendwann einen Bürgerkrieg“. 
Außerdem sagte Haseloff, Christen müssten sich immer an die grundlegende Wahrheit erinnern: „Wir sind erlöst. Wir haben das ewige Leben. Was kann uns eigentlich passieren?“












Kommentare