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📃 Gehorsam in Vergangenheit und Gegenwart

📃 Gehorsam in Vergangenheit und Gegenwart
Aus Alabama erhielten wir den Brief einer Frau, die sich sehr für die Arbeit von "SIGNS OF THE TIMES" und "American Sentinel" interessiert und gute Arbeit leistet, indem sie diese Publikationen unter ihren Freunden verbreitet. In ihrem sehr freundlichen und anerkennenden Brief stellt sie mehrere relevante Fragen, wobei sie – wie aus dem Ton des Briefes deutlich hervorgeht – für die Wahrheit eintritt und offen für Überzeugungsarbeit ist. Die Fragen, die sie stellt, werden gebührend berücksichtigt, doch bevor wir sie beantworten, möchten wir unsere Korrespondentin in anderen Punkten aufklären, die sie beiläufig in ihrem Brief erwähnt. Nachstehend [dazu] ein Absatz: "Ich glaube, dass CHRISTUS das Ende des Gesetzes des Mose war. ER war die Erfüllung des Gesetzes. Das Gesetz des Mose hatte lediglich symbolischen Charakter. Solange die Israeliten es hielten, wurde es ihnen als Gerechtigkeit angerechnet. Als CHRISTUS kam, gab ER dasselbe Gesetz, nur in geistlichem Sinne. Es sollte in unsere Herzen geschrieben werden. Die Juden hielten sich an die Form des Gesetzes, waren aber ein grausames, böses und rachsüchtiges Volk."

Es ist offensichtlich, dass unsere Korrespondentin an die Zehn Gebote denkt, wenn sie davon spricht, dass das Gesetz des Mose symbolisch sei. Gegen den Ausdruck "Gesetz des Mose" im Zusammenhang mit dem Moralgesetz ist nichts einzuwenden, da dieser in der Bibel manchmal vorkommt, auch wenn diese Bezeichnung nicht eindeutig ist. Was seinen symbolischen Charakter betrifft, so liefert die Verfasserin selbst den Beweis dafür, dass dies nicht der Fall war, indem sie sagt, dass CHRISTUS [im geistlichen Sinne] dasselbe Gesetz gegeben habe. [Nun] etwas kann nicht Symbol von sich selbst sein, aber es ist wahr, dass das Gesetz, das CHRISTUS in der Bergpredigt lehrte, dasselbe Gesetz ist, das den Juden gelehrt wurde und es ist gleichfalls wahr, dass CHRISTUS von Anfang an dessen Urheber war.

Die Auffassung unserer Korrespondentin ist – wie die Formulierung "Die Juden hielten die Form des Gesetzes" zeigt – offensichtlich die, dass die Juden lediglich eine äußerliche [Form von] Religion praktizierten, während CHRISTUS Leitung durch den Geist lehrte, dass die Juden zwar die Form des Gesetzes besaßen, der HERR jedoch dasselbe Gesetz in seiner eigentlichen Bedeutung lehrte. Doch der HEILAND verkündete in Seiner Bergpredigt nichts Neues hinsichtlich des Gesetzes, nicht einmal hinsichtlich des sechsten und siebten Gebots. ER lehrte – nachdem die Juden zuvor entsprechend belehrt worden waren, dass Töten falsch sei – keineswegs ein anderes oder umfassenderes Gebot. ER zeigte lediglich jenen Menschen, welche wahre Religion aus den Augen verloren hatten, dass das sechste Gebot nicht nur die Tötung eines Menschen, sondern auch böse Gedanken verbietet. [Und] dies war von Anfang an der Inhalt des Gebotes. Als es am Sinai verkündet wurde, umfasste es bereits ebenso viel wie heute. [Und] dasselbe gilt [natürlich] für das gesamte Gesetz. Paulus bezeugt im Römerbrief, "dass das Gesetz geistlich ist." [RÖ. 7,14] Dies trifft auf alles im Gesetz zu – und zwar von Anfang an. Das Gesetz gab sich niemals mit weniger als Leitung durch den Geist zufrieden.

Nun ist es zwar wahr, dass viele der Juden– vielleicht sogar ihre Mehrheit– das Gesetz nur dem Anschein nach befolgten. Das verneint jedoch nicht, dass es damals unter dem Volk einige gab, die den Umfang und die Tiefe des Gesetzes kannten und wussten, dass es geistlichen Gehorsam erforderte – genauso wenig wie es heute durch die Tatsache verneint wird, dass die große Mehrheit der Menschen nur eine äußerliche Moral besitzt, die keiner echten Frömmigkeit entspricht. GOTT stellt keine größeren Anforderungen an uns als an Sein Volk in alter Zeit. Es ist heute nicht wahrer als zu den Tagen Moses, dass "die Liebe die Erfüllung des Gesetzes ist." [RÖ. 13,10] Ebenso wenig ist es heute wahrer als damals, dass GOTT beabsichtigte, das Gesetz– damit es die Quelle jeder Handlung und jedes Gedankens sei–  im Herzen zu verankern. Dies wird durch die Worte, mit denen sich Mose im Namen Gottes an das Volk Israel wandte, [wie folgt] belegt: "Du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen.6Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen." [5. MO. 6,5-6] "Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, daß du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf daß du leben mögest." [5. MO. 30,6] Der Psalmist David zeigt in all seinen Schriften ein klares Verständnis für den geistlichen Inhalt des Gesetzes und den Umfang seiner Anforderungen. So bezeugt er bezüglich eines Gerechten: "Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht." [PS. 37,31] Weiter sagt er: "Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf daß ich nicht wieder dich sündige." [PS. 119,11]

Es ließen sich noch viele weitere Texte anführen, um zu zeigen, dass die Religion des Herzens – also eine Religion, die nicht auf Äußerlichkeiten, sondern auf der Wirklichkeit beruht, eine Religion, die das Leben selbst, den Charakter und jeden Gedanken erfasst – auch aufrichtigen Juden als das bekannt war, was GOTT verlangte und dass es Menschen gab, die Erfahrung mit genau dieser Art von Religion hatten.

Unsere Korrespondentin meint: "Solange sie das Gesetz hielten, wurde es ihnen als Gerechtigkeit angerechnet." Damit irrt sie sich ein wenig. Mose schreibt: "Das wird unsere Gerechtigkeit sein, dass wir alle diese Gebote tun und halten vor dem HERRN, unserm Gott, wie er uns geboten hat." [5.MO. 6,25] [LUT2017] Wenn sie das Gesetz hielten, entsprach das ihrer Gerechtigkeit. Aber zugerechnete Gerechtigkeit ist etwas anderes. So steht geschrieben: "»Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.«" [1. MO. 15,6; RÖ. 4,3] [ELB] Das heißt, die Gerechtigkeit Gottes wurde Abraham als seine eigene angerechnet, weil er an GOTT glaubte. Auf diese Weise wurden die Gerechten der Vorzeit als gerecht angesehen. Paulus schreibt im Hebräerbrief, dass Abel durch seinen Glauben "das Zeugnis erhielt, gerecht zu sein" [HEBR. 11,4] [ELB], Noah Erbe wurde der "Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt." [HEBR. 11,7] und schließlich, alle [mit ihm aufgezählten] Gerechten, "durch Glauben Gerechtigkeit wirkten." [HEBR. 11,33] [SLT] Ihnen wurde [also] – genauso wie uns – durch den Glauben an Christus Gerechtigkeit zugerechnet.

Genau das ist die [wahre] Bedeutung der von unserer Korrespondentin zitierten, folgenden Worte Pauli: "Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt." [RÖ.10,4] [ELB] Das Gesetz ist so rein, sein Maßstab so hoch, seine Anforderungen so groß, dass kein Mensch die Kraft hat, es zu erfüllen. Aber CHRISTUS wohnt das Gesetz inne, da ER dessen Urheber ist. Es geht von IHM aus, ER ist die Gerechtigkeit, ER ist "der Weg und die Wahrheit" [JOH. 14,6] und für diejenigen, die bedingungslos an IHN glauben, wird ER zur Gerechtigkeit und zur Wahrheit. Mit anderen Worten: Die Menschen können in CHRISTUS durch den Glauben genau jene Gerechtigkeit erlangen, die das Gesetz verlangt, die sie aber aufgrund der Schwäche ihres Fleisches nicht aus dem Gesetz selbst erhalten können. Der Urheber des Gesetzes, in DEM sowohl Gnade als auch Wahrheit wohnt, kann ihnen die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, vermitteln und so wird das Ziel des Gesetzes– "das zum Leben gegeben war" [RÖ. 7,10]– erreicht, nämlich die Bildung eines vollkommenen Charakters und schließlich das Erbe ewigen Lebens. Der Grund, warum so viele Juden die Gerechtigkeit nicht erlangten, lag darin, dass sie diese "nicht aus Glauben suchten." [RÖ. 9,32] [LUT2017] [Aber] der "Gehorsam des Glaubens" [RÖ. 1,5] ist der einzige Gehorsam, den GOTT seit dem Sündenfall Adams annehmen konnte.

( Ellet J. Waggoner, Februar 1890 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 27.08.2026 21:14
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits mehr als 135 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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