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📃 Dem Gesetz Gottes begegnen

📃 Dem Gesetz Gottes begegnen
Im Buch Samuel wird berichtet, dass Israel aufgrund des Abfalls, dessen Ursache die Bosheit der Söhne Elis war, in der Schlacht gegen die Philister geschlagen wurde und dass sie – in der Hoffnung, sich gegen eine weitere Niederlage zu wappnen – nach Silo sandten um von dort die Lade des Herrn in die Mitte ihres Lagers zu holen. Doch sie wurden erneut von ihren Feinden unter großen Verlusten besiegt und die Lade Gottes wurde von den Philistern erbeutet.

Die Philister waren sehr froh, in den Besitz der Bundeslade gelangt zu sein, denn sie wussten, dass eine übernatürliche Kraft mit ihr verbunden war und nahmen an, dass ihnen diese Kraft durch den Besitz der heiligen Lade ebenfalls zur Verfügung stünde. So nahmen sie die Lade und stellten sie im Tempel ihres [Gottes] Dagon auf, in der Erwartung, durch Verbindung der Kraft der Lade des Herrn mit der Kraft ihres Gottes Dagon unbesiegbar zu sein.

Doch dieses Experiment verlief [überhaupt] nicht zu ihrer Zufriedenheit. Dagon stürzte vor der Lade des Herrn zu Boden und "der Kopf Dagons und seine beiden Hände [lagen] abgehauen auf der Schwelle, nur [der Rumpf] Dagons war von ihm übrig geblieben." [1. SAM. 5,4] [SLT] Zudem trafen die Gerichte des Herrn die Einwohner von Aschdod, GOTT "brachte Verderben über sie und schlug Asdod und sein ganzes Gebiet mit Beulen." [1. SAM. 5,6] [SLT] Daher wollten die Asdoditer die Lade ebenso eifrig wieder loswerden wollten, wie sie zuvor bestrebt gewesen waren, sie in ihren Besitz zu bringen. So schickten sie sie nach Gat. Und es "entstand durch die Hand des HERRN in der Stadt ein sehr großer Schrecken, denn er schlug die Leute in der Stadt, Klein und Groß, sodass an ihnen Beulen ausbrachen." [1. SAM. 5,9] [LUT2017] Dann wurde die Lade nach Ekron gesandt, und "es kam ein tödlicher Schrecken über die ganze Stadt; die Hand Gottes lag schwer auf ihr. Und die Leute, die nicht starben, wurden geschlagen mit Beulen, und das Geschrei der Stadt stieg auf gen Himmel." [1. SAM. 5,11-12] [LUT2017]

Daraufhin trafen die Philister Maßnahmen, um die Bundeslade dorthin zurückzusenden, woher sie gekommen war. Sie luden sie auf einen Wagen, der von zwei milchgebenden Kühen gezogen wurde, und dieser gelangte nach Beth-Schemesch. Die Männer von Beth-Schemesch– die Israeliten waren– öffneten die heilige Lade und blickten hinein, um einen Blick auf deren geheimnisvolle Kraft zu werfen, die sie barg. Doch die Folge davon war schrecklich, denn der HERR "schlug von dem Volk 70 Mann [und] 50 000 Mann. Da trug das Volk Leid, weil der HERR das Volk mit einem so großen Schlag heimgesucht hatte." [1. SAM. 6,19] [SLT]

All diese Gerichte waren keine Willkürakte Gottes, mit denen die Philister für die Wegnahme der Lade des Herrn von den Hebräern oder die Männer von Bet-Schemesch für die Sünde, in sie hineinzuschauen, bestraft werden sollten. Sie haben eine tiefere Bedeutung. Sie lehren uns, was unweigerlich geschieht, wenn Sünder mit dem Gesetz Gottes in Berührung kommen.

Die Bundeslade des Herrn enthielt das Gesetz des Herrn, das mit dem Finger Gottes auf Steintafeln geschrieben worden war. Dies war die entscheidende Tatsache, die das Geheimnis der mit der Lade verbundenen Kraft barg. Es war die Kraft des Lebens und der Gerechtigkeit Gottes, denn das Gesetz Gottes ist nichts Geringeres als Sein Leben und Seine Gerechtigkeit. Es war wahrlich eine Kraft, deren Besitz höchst erstrebenswert war, doch war diese ebenso gefährlich wie begehrenswert. Würde ein Sünder danach greifen und versuchen, sie an sich zu nehmen, käme dies dem Berühren eines unter starker elektrischer Spannung stehenden Drahtes gleich, was schnell und unausweichlich zum Tode führen würde.

Und genau das taten die Philister in ihrer sündigen Unwissenheit. Sie nahmen die Lade an sich, in der Erwartung, die mit ihr verbundene Macht zu erlangen, holten aber damit lediglich das heilige und furchtbare Gesetz des Herrn in ihre Mitte. Das konnte nur zu einem Ergebnis führen, zu Gericht und Tod für den Sünder.

Die Männer von Beth-Schemesch, neugierig darauf, mehr über die mit der Bundeslade verbundene Macht zu erfahren, wagten es, sie zu öffnen und in sie hineinzublicken. Und siehe da, sie standen dem furchtbaren Gesetz Gottes gegenüber – so heilig und gerecht wie GOTT Selbst! Und das Gesetz sprach– wie es anders nicht sein konnte– den Tod über sie aus. Und mehr als fünfzigtausend Menschen kamen um! Wenn das Gesetz Gottes dem Sünder von Angesicht zu Angesicht begegnet, bleibt diesem nichts anderes als der Tod.

GOTT sei dank, dass ER es nicht den Sündern überlassen hat, dass Sein heiliges Gesetz auf diese Weise erfüllt würde. Der Erlösungsplan ist nichts anderes als von IHM bereitgestellte Mittel, damit Sünder das Gesetz erfüllen und leben können. Dieser Plan findet in CHRISTUS Erfüllung. ER steht zwischen dem Gesetz und dem Sünder, und in IHM kann der Sünder dem Gesetz begegnen, ohne zu sterben. In CHRISTUS tauscht der Sünder seine Sünden gegen die Gerechtigkeit Gottes– eben jene Gerechtigkeit, die das Gesetz verlangt. In CHRISTUS wurde auch die Strafe für die Sünde bezahlt. CHRISTUS entspricht dem von seinen Schrecken befreiten Gesetz und dem von seiner Sünde befreiten menschlichen Fleisch. Wir begegnen dem HEILAND als Sünder, verlieren unsere Sünde und begegnen dem Gesetz, ohne dessen Strafe zu erleiden.

Diesen Gedanken legt Paulus in seinem Brief an die Hebräer [wie folgt] dar: "Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch ... so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewissheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser." [HEBR. 10,19-20.22] [SLT] Wenn wir in das "Allerheiligste" [des Himmlischen Heiligtums] eintreten, gelangen wir in die Gegenwart des Gesetzes Gottes und könnten als Sünder wohl davor zurückschrecken, dort hineinzugehen und jenem Gesetz, das wir übertraten, von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten. Doch der Apostel bezeugt, dass wir auf dem "neuen und lebendigen Weg" – durch "Christi Fleisch"– mit "Freimütigkeit eintreten dürfen." CHRISTUS ist nun unser "Hohenpriester" [HEBR. 8,1] und tritt für uns in jenem Tempel ein, bezüglich dessen Johannes schrieb: "Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel." [OFFB. 11,19] [SLT] Mit anderen Worten: Unser Erlöser ist nun "Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch." [HEBR. 8,2] [SLT] Und am großen Tag des Gerichts werden alle, die dem Gesetz in IHM begegnen, für schuldlos erklärt werden und das Leben in alle Ewigkeit besitzen.

Sünder sollten also weit davon entfernt sein, sich des Besitzes des Gesetzes Gottes zu rühmen, wenn dieses ihnen nicht in CHRISTUS begegnet. Genau das taten die Israeliten, als sie die Bundeslade von Silo in ihr sündiges Lager holen ließen. Als die heilige Lade – das Symbol für die Macht und den Schutz Jehovas – erschien, erhoben sie ein Freudengeschrei, als hätten sie den Sieg bereits errungen, doch als die Schlacht entbrannte, erlitten sie eine verheerende Niederlage. Mit dem Gesetz Gottes in ihrer Mitte erging es ihnen weit schlechter als zuvor. Wenn man dem Gesetz jedoch in CHRISTUS begegnet, gereicht dies zum Segen – so wie es für Obed-Edom der Fall war, von dem wir lesen: "Die Lade des HERRN verblieb drei Monate lang im Haus Obed-Edoms, des Gatiters, und der HERR segnete Obed-Edom und sein ganzes Haus." [2. SAM. 6,11] [SLT]

( Ellet J. Waggoner, Februar 1894 )

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JesusComesBackSoon Heute, 13:56
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits mehr als 130 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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