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Bibelwissenschaft zwischen Erkenntnis und Glaube – Wo liegen die Grenzen der historisch-kritischen M

Bibelwissenschaft zwischen Erkenntnis und Glaube – Wo liegen die Grenzen der historisch-kritischen M
Die historisch-kritische Methode gehört zu den wichtigsten Werkzeugen der Bibelwissenschaft. Sie soll helfen, die biblischen Texte besser zu verstehen...
Wo liegen die Grenzen und Fehlentwicklungen?

Hier zwei Gedanken von Theologen, die ich durchaus schätze:
"In Kirche/Theologie werden  aktuell gerne nur noch jene Texte herangezogen,  die den eigenen Vorlieben oder dem aktuellen Weltbild entsprechen... Texte, die diesem Weltbild widersprechen oder sich nicht simpel einordnen lassen, werden einfach als zeitbedingt abgewertet und bewusst ausgeblendet. Auf diese Weise wird die Schrift selektiv zur Bestätigung eigener Überzeugungen instrumentalisiert... "

und

 "Jesus Christus ist der Beurteilungsmaßstab...diesen Beurteilungsmaßstab holen wir uns nicht außerhalb der Bibel: nicht von einer Weltanschauung oder Philosophie, nicht von einer politischen Theorie oder Ideologie, nicht von der Vernunft oder der Wissenschaft."

Was denkt Ihr? Was ist Euer Standpunkt?

Und noch zwei sinnvolle Links:
https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/altes-testament/bibelauslegung-historisch-kritische-at

https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/altes-testament/bibelauslegung-christliche

Kommentare

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Arina 28.07.2026 18:57
@ Kritisch-Historisch, ist bereits in meinem Blog zitiert.
Bedeutet: Historisch,  der Text wird in seiner Zeit verstanden, in der er geschrieben ist.
Kritisch: Er wird  nicht einfach blind geglaubt und hingenommen sondern mit wissenschaftlichen Regeln und Fragen untersucht!
 
Arina 28.07.2026 19:45
Um11.42 in meinem Blog zitiert!
 
Sherezade 28.07.2026 20:59
Hatte schon vor einem halben Jahr einen Blog mit dem Thema... hab diesen Blog dann aufgrund eines  Unfalls nicht weiterführen können...dies ist die Fortsetzung...

Historisch-kritisch hat mittlerweile einen negativen Beigeschmack.. dies liegt aus meiner Sicht am Verständnis...und auch an Gedanken, dass es willkürlich ist...so ist es eben nicht...

Kritisch muss man im ursprünglichen Sinne des Wortes verstehen.. dies hat nichts mit Ablehnung zu tun und ist auch nicht gegen den Glauben gerichtet... um es simpel mit Gunkel zu sagen.. Sitz im Leben... denke, dies versteht jeden Mensch ohne große Erklärung...
 
Auch ist Bibelwissenschaft nicht willkürlich... ist nicht wie bei der Zahl 6 und der andere Mensch sieht eine 9... in den meisten Fällen ist es wie im Parkhaus.. man schaut sich um... wenn neben der 6 eine 5 oder eine 7 ist, ist es klar...

Der Blog geht um Fehlentwicklungen...also wenn die Aussagen eines Textes klar sind und man sie als zeitgeistig ablehnt...so nach dem Motto: Paulus hat es nicht geschnallt, der klebte noch in seinem ollen antiken Weltbild fest...es wird also relativiert.. genau dies ist aus meiner Sicht die Fehlentwicklung...

An dieser Stelle auch ein Zitat, was ich in meinem alten Blog hatte...
"die konsequente Relativierung biblischer Texte als nur zeitbedingt, kommt einen Todesurteil für die Eigenaussagen der Texte gleich..."

Man hat die Freiheit Bibeltexte anzunehmen oder abzulehnen...der Exeget sollte dann auch ehrlich sein und sagen, dass er den Text ablehnt und eben nicht "rumlabern"...
 
Sherezade 28.07.2026 21:00
und dazu gibt es so einige Bespiele...
 
Sherezade 28.07.2026 22:15
Und damit es klar ist...meinen ursprüngliche Blog habe ich gemacht, da ich es daneben finde, wenn liebe Glaubensgeschwister als " Biblizisten" oder Ignoranten bezeichnet werden.. es gab auch fiesere Worte...
Und damit es noch deutlicher wird...
Hatte bewusst nicht den Autor des Eingangszitats und des Zitats von 20:59 h genannt, da es  um den Inhalt geht... unabhängig davon, von wem die Aussage stammt...
Die Zitate stammen übrigens nicht von irgendeinem "Noname" oder gar einem Gegner der Bibelwissenschaft... sie sind von Udo Schnelle.. einer der renommiertesten deutschsprachigen Neutestamentler (ja, historisch-kritisch unterwegs ) und mit internationaler Anerkennung...genau  deshalb lohnt es sich, seine Gedanken zur Fehentwicklung ernst zu nehmen...sie richten sich nicht gegen Bibelwissenschaft an sich, sondern gegen eine selektive Auslegung der Schrift...und er steht da auch nicht alleine mit seiner Position...
Um es mit den zeitlosen Worten von Karl Barth zu sagen:
"Die Kirche soll Gott fürchten und die Welt nicht fürchten.".
 
Wahrheitssuche 28.07.2026 22:40
Danke für den Blog & deine Frage @Sherezade. 

Mein Standpunkt ist Sola Scriptura. 

Gottes Wort sagt GANZ KLAR aus .. 

"Die Summe deines Wortes ist Wahrheit" 

Und "man kann keinen 2 Herren dienen"

--

Folge ich der Textkritik , ist die Wissenschaft das "Sieb" für Gottes Wort. 
Manche haben das so weit getrieben das fast alles relativiert wurde & bis zum Schluss von der Bibel fast nichts mehr übrig geblieben ist als der Einband/ der Front & des Buchrückens. 

Folge ich umgekehrt der Bibel als Maßstab , lässt sie von der Menschenerkenntnis NICHTS übrig. 
Denn wenn "die Summe des Wortes DIE Wahrheit IST" & uns gesagt ist "halt dich nicht selbst für klug" - wieso sollte es dann irrende Menschen bedürfen, um Gottes Wort ins 'richtige' Licht zu rücken?

--
Für mich steht sich das diametral & unvereinbar gegenüber🤷‍♂️

--
Ich verweise an der Stelle mal auf Eta Linnemann & ihr Werk "was ist glaubwürdig - die Bibel , oder die Bibelkritik?"

Eta Linnemann ist ja nicht "Irgendwer"

--

MfG
 
Sherezade 28.07.2026 23:30
@Wahrheitssuche,
dein Beitrag ist richtig gut...kenne Linnemann...die hat ja auch eine Wandlung erlebt...durch Gottesbegegnung...und sie sah die Fehlentwicklungen..da ich früh raus muss, muss es noch warten...
Was witzig ist..schrieb ja etwas über Irrtümer...auch als ich den ersten Blog hatte, wollte ich was dazu schreiben und dachte  an Bultmann...dann kommst du jetzt  mit Linnemann🙂.
Nur vorab..Bibelwissenschaft ja viel mehr...denk nur mal  an biblische Archäologie...allein schon Übersetzungen und die Probleme...

Nochmals merci...genau solche Beiträge sind für einen Austausch zielführend und regen zum Denken an...

Vor allem mit der aufgeschlagenen Bibel in der Hand und der Bitte um den Heiligen Geist...
 
Wahrheitssuche 29.07.2026 07:11
Guten Morgen.

Bin gespannt auf deine weiteren Ausführungen &64;Sherezade , betreffs des Themas
 
Sherezade 29.07.2026 21:41
Mein Tag war lang und als ich daheim war,  hing ich über Linnemann und folglich auch bei Bultman und Barth..hab mir meine Gedanken gemacht...und gerade Linnemann hat mich dann nach Urzeiten wieder beschäftigt..hatte man gelesen...also die Sachen vor ihrer Kehrtwende.. .als ich es so las..hab den mentalen Rotstift gezückt...hab angefangen einen Text zu verfassen...passend zum Blog und der Fragestellung stand ich ein Video von Armin Baum.. wer an dem Thema Interesse hat, sollte sich die Zeit nehmen..und es macht ein paar Dinge verständlicher..da es in meinem Blog um Grenzen und Fehlentwicklungen geht..will nämlich über Wunder und die Auferweckungstag schreiben...und was da so in der Theologie kursiert...Baum ist auch kein "Noname"...
https://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Daniel_Baum

Hier erst mal das Video...ich weiß..soooo lang und dann auch noch Namen, die man vielleicht nicht kennt und schon gar nicht gelesen hat...
 
Alysa 30.07.2026 09:39
Danke für dieses Video, liebe Sherezade. Ich hab es mir grad angesehen/angehört und kann jetzt so manches besser einordnen. 🙂
 
Sherezade 30.07.2026 10:52
Am Video sieht man, dass es eben doch nicht so einfach ist und ein Satz ausreicht...ich schätze Baum...ruhig,sachlich und mit Quellenangaben und kein HB - Männchen..
Später schreib ich mehr, da ich noch beschäftigt bin..
 
Sherezade 30.07.2026 19:17
Gerade nur ein paar Gedanken..im Beitrag von Baum merkt man, dass eben nicht so einfach ist...und in Fachbüchern findet man auch eher keine Glaubensbekenntnisse... man merkt es nur wie der  Autor argumentiert..

Wahrheitssuche hat ja Eta Linnemann eingebracht... sie war mal sehr bekannt für ihre Dissertation über die Gleichnisse Jesu...heute nicht mehr aktuell...aber einige ihrer Aussagen zeigen ( aus meiner Sicht) die Fehlentwicklungen in der Theologie...
Die Auseinandersetzung zwischen Bultmann und  Barth lasse ich mal weg... es würde beiden Theologen nicht gerecht werden.. und Bultmann war ein frommer Mann... es gehört zu den Missverständnissen, wenn man ihm mit da laissez faire, laissez aller unterstellt oder, dass es  keine Wahrheit gibt, Moral ist unwichtig ist und jeder darf glauben, was ihm so gefällt...
Sage ich obwohl ich seine Versuche der Entmythologisierung nicht teile  und dann wohl doch zu den Postbarthianern gehöre...


Also zu Linnemann...sie schrieb, dass man Jesus nicht aus dem geschichtlichen Ursprung lösen kann kann ...daraus folgerte sie, dass es keine ewige Wahrheit gibt...
Sie schrieb auch, dass die Evangelien keinen biographischen Anspruch stellen... sondern  mehr einen theologischen Anspruch einen …
Ich denke, dass man weiß wo da der Hase im Pfeffer liegt... Relativierung von Texten, die uns vielleicht nicht passen, Dinge die wird wissenschaftlich nicht nachweisen könne … versuche es mal mit der Auferstehung deutlich zu machen...


"Bewertungen des Realitätsgehaltes des Auferstehungsgeschehens bewegen sich bei Befürwortern und Bestreitern gleichermaßen auf der Ebene erkenntnistheoretischer Erwägungen. Der Wahrheitsgehalt des Geschehens lässt sich historische nicht demonstrieren, aber auch nicht negieren!"

Diese Aussage ist aus Sicht der Wissenschaft auch richtig... dann das ABER...
Sag nur : leeres Grab oder volles Grab...
In der aktuellen Theologie gibt es ja den Diskurs über die Auferweckung...
Viele neuzeitliche Theologen sind der Überzeugung, dass das Grab voll war und es sich bei der Auferweckung um eine kognitive, visionäre Erfahrung der Anhänger gehandelt hat...
Diese Ansicht hat man unabhängig von der Konfession...d.h. weil  es nicht in das  moderner Weltbild passt, ignoriert man die Schrift als Quelle... es ist klar, dass  der Auferweckte verändert war... auch, dass er erschien und wieder verschwand... jedoch wird komplett ausgeblendet, dass  er eben auch leiblich war... er hat gegessen und man konnte ihn anfassen...
Hab sogar ein Fachbuch...da wir der Gedanke der Leiblichkeit nicht mal erwähnt... auch wird die Frage in den Raum geworfen, ob Jesus sich überhaupt als Messias verstand...and so on... übrigens von einem kath. Neutestamentler..

Der Autor des Zitates geht anders vor...er nimmt die Aussagen in der Schrift ernst...
er argumentiert jedoch rein akademisch...
Das leere Grab allein beweist die Auferstehung nicht.
Erst das leere Grab mit den Begegnungen des auferstandenen Jesus führte zum Osterglauben der Jünger und zur  Ausbreitung der christlichen Botschaft...
Mit einem vollen Grab wäre dies wohl nicht passiert... und wenn man die Evangelien genau liest... der Tod Jesu hat die Jünger geschockt... die sind ab durch die Mitte... bei Matthäus wird ja sogar der mögliche Leichendiebstahl abgehandelt...
Welchen Grund sollte die Jünger gehabt haben ? Denen ging der A... auf Grundeis....
Seine Argumente sind rein akademisch und dennoch merkt man seinen Glauben... an den Auferweckten...nicht einfach nur als visionäres Erleben


Genau an diesem Beispiel sieht man eben die Grenzen...Wissenschaft ist nützlich, sie erklärt nur nicht alles...
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