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📃 Fels des Ärgernisses und kostbarer Eckstein

📃 Fels des Ärgernisses und kostbarer Eckstein
"Wenn ihr nur diese Vorstellung aufgeben würdet, den Samstag zu halten, könntet ihr so viel mehr Gutes bewirken. Ihr predigt CHRISTUS und stellt IHN den Menschen auf ansprechende Weise vor Augen, und wenn ihr euch damit begnügen würdet, könntet ihr Tausende erreichen, wo es jetzt nur Dutzende sind aber eure Verkündigung, dass der siebte Tag statt des Sonntags gehalten werden solle, ist ein Stolperstein – ein Hindernis, das Menschen von CHRISTUS fernhält."

Vorstehendes sprach ein Freund vor einigen Tagen zum Verfasser. Der Sprecher meinte es ernst und war nicht der Erste, der einen solchen Gedanken hegte. Andere  haben gesagt, und noch viel mehr haben gedacht, dass die Verkündigung des Sabbats gemäß dem vierten Gebot ein Hindernis sei, das die Menschen davon abhalte, zu CHRISTUS zu kommen. "Wäre das nicht so", sagen sie, "würden sich vielleicht ganze Menschenmengen  eurer Gemeinschaft anschließen." Lasst uns diese Idee kurz untersuchen.

Das vierte Gebot, das vorschreibt, den siebten Tage der Woche – den "Sabbat des Herrn" [2. MO. 20,10 ] – einzuhalten, ist eines der zehn Gebote. Die ersten zwei Gebote verbieten die Anbetung falscher Götter sowie das Anfertigen und Anbeten von Götzenbildern. Würden unsere Freunde behaupten, dass diese Gebote Stolpersteine auf dem Weg der Menschen zur Annahme des Evangeliums sind? Möglicherweise nicht, doch für viele Menschen sind sie es ebenso sehr, wie es der Sabbat jemals sein kann.

[Stellen wir uns vor:] Ein Missionar reist nach Afrika. Er findet die Einheimischen völlig dem Götzendienst verfallen vor. Sie besitzen Tausende von Amuletten und Fetischen. Er beginnt, das Evangelium zu predigen und den armen Menschen CHRISTUS bekannt zu machen, was diese sehr anspricht. Doch siehe da, als er beginnt, über die Verehrung von Bildnissen, den Gebrauch von Amuletten usw. zu sprechen, dämpft das ihre Begeisterung. Einer der Klügsten kommt zu ihm und sagt: "Warum predigst du nicht so, wie es die römisch-katholischen Missionare tun? Sie verkünden einfach das Evangelium und belästigen die Menschen nicht mit dem Gesetz. Unsere Leute haben sich ziemlich an die Verehrung dieser Dinge gewöhnt. Sie aufzugeben, würde viel Unannehmlichkeiten und Spott nach sich ziehen. Die katholischen Missionare erlauben uns, sie als Hilfsmittel für die Andacht zu nutzen und wenn du dasselbe tun würdest, könntest du Tausende von Bekehrten gewinnen. So wie es aber ist, stellst du einfach ein Hindernis dar, das die Menschen von CHRISTUS fernhält. Deine Verkündigung des Gesetzes macht das Gute zunichte, das deine Verkündigung des Evangeliums bewirken könnte."

Könnte es jemanden geben, der nicht wüsste, welche Stellung er diesbezüglich einnehmen sollte? Könnte nicht jeder Bibelleser darauf hinweisen, dass die Anbetung des einen wahren Gottes – und Seiner allein – das eigentliche Ziel des Evangeliums ist und dass es eine Katastrophe wäre, bekennende Christen zu gewinnen, die Bilder verehren?

Betrachten wir das achte Gebot: "Du sollst nicht stehlen." [2. MO. 20,15] Nun gibt es in fast jeder Großstadt Viertel, in denen die Menschen beinahe ausschließlich davon leben, andere zu bestehlen. Tatsächlich haben sie die Meinung, zum Stehlen gezwungen zu sein, um überleben zu können. Niemand will sie aufgrund ihres schlechten Rufs einstellen. Manche von ihnen würden sich gerne bessern, jedoch sind sie polizeilich vorbestraft. Zudem ist es eine traurige Tatsache, dass selbst viele bekennende Christen eine starke Abneigung gegen jemanden hegen, der einer schweren Sünde überführt wurde. Folglich scheint diesen Unglücklichen der Weg der Ehrlichkeit verschlossen zu sein.

[Nehmen wir weiter an:] Ein wahrer Missionar begibt sich in solche Elendsviertel und verkündigt CHRISTUS. Und jemand sagt zu ihm: "Sie berauben sich Ihrer eigenen Wirksamkeit in dieser Gegend, indem Sie den Menschen sagen, dass Stehlen eine Sünde ist. Sehen Sie denn nicht, dass schon ihre Vorfahren über Generationen hinweg Diebe waren und sie von Kindesbeinen an zum Stehlen erzogen wurden, so dass sie gar nicht überleben könnten, wenn sie das Stehlen aufgäben? Verlieren Sie kein Wort über  Stehlen und Sie könnten hier eine riesige Gemeinde aufbauen und viel Gutes bewirken. Indem Sie jedoch das achte Gebot so viel Bedeutung beimessen, halten Sie die Menschen von CHRISTUS fern."

Auf die Haltlosigkeit einer solchen Argumentation muss man nicht eigens hinweisen. Doch warum sollten das erste, das zweite und das achte Gebot besser sein als das vierte? Wie könnten sie wesentlicher Bestandteil der Verkündigung des Evangeliums sein, wenn das vierte Gebot [angeblich] dazu ungeeignet ist.

In einer sehr verbreiteten religiösen Zeitschrift wurde ein Briefwechsel unter der Überschrift "Die Bibel – ein Hindernis" abgedruckt. Einer der Verfasser schreibt: "Mein Beruf hat mich in London und anderswo mit sehr vielen Männern meines Alters zusammengebracht und fast alle von ihnen sind als Agnostiker einzustufen – und zwar schlicht aufgrund der Engstirnigkeit ihrer Lehrer, die versucht haben, sie dazu zu bewegen, die gesamte Bibel als vollkommen wahr und durchweg gleichermaßen inspiriert zu betrachten."

Hier stoßen wir also auf ein weiteres Hindernis. Wie viele Tausende von Menschen werden allein durch die Bibel von der Kirche ferngehalten! Es besteht nicht der geringste Zweifel daran, dass sich die ganze Welt fast geschlossen "bekehren" würde, wenn der praktische Glaube an die Bibel nicht zu einem wesentlichen Bestandteil der Bekehrung gemacht würde. Doch welchen Nutzen hätte eine Verkündigung, welche die Bibel außer Acht ließe?

Doch das ist noch nicht alles. Der Apostel Paulus stellte fest, dass CHRISTUS Selbst ein Anstoß war und so schrieb er: "Wir ... predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit." [1. KOR. 1,23] [LUT2017] [Übereinstimmend damit steht im ersten Petrusbrief:] Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden«. Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die aber, die sich weigern zu glauben, gilt: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, gerade der ist zum Eckstein geworden«, ein »Stein des Anstoßes« und ein »Fels des Ärgernisses«. Weil sie sich weigern, dem Wort zu glauben, nehmen sie Anstoß." [1. PETR. 2,6-8] [SLT]

Auch heute noch verhält es sich so. Das "Ärgernis des Gekreuzigten" ist noch nicht beseitigt und CHRISTUS für viele nach wie vor ein "Stein des Anstoßes." Vielen wird der Zutritt zum Himmel verwehrt bleiben, weil sie ohne Glauben an CHRISTUS nicht dorthin gelangen können. Wie viele Menschen würden glauben, wenn man den HERRN außen vorließe? Und was würden sie glauben? Nun, dass sie in ihrem jetzigen Zustand eigentlich ganz in Ordnung sind und dass sie unbesorgt tun könnten, was immer ihnen auch gefällt.

Beachte [bitte]: Obwohl Christus ein Stein des Anstoßes ist, ist Er zugleich "ein kostbarer Eckstein, der fest gegründet ist." [JES. 28,16] [LUT2017] Was für die einen ein Hindernis darstellt, ist für andere eine Unterstützung und Freude. Ebenso verhält es sich mit der Bibel und mit allen Geboten. Denn CHRISTUS befindet Sich im Wort und das Gesetz ist in CHRISTUS zu finden. Das Gesetz Gottes befand sich in Christi Herzen und ER hielt alle Gebote (Siehe dazu Ps. 40,9 und Joh. 15,10). In dem Maß, in dem Menschen eines der Zehn Gebote als "Stein des Anstoßes" empfinden, empfinden sie auch CHRISTUS als "Stein des Anstoßes", denn Sein Leben ist nichts anderes als die in die im Leben umgesetzte Vollkommenheit des Gesetzes.

Es ist die Härte des menschlichen Herzens die bewirkt, dass Menschen gegenüber dem "Gesetz zu Fall kommen" [MAL. 2,8] [SLT], sodass der eigentliche Stein des Anstoßes das [eigene] eigensinnige Herz ist. Genau dies führte zum Fall der Juden in alter Zeit. (Siehe dazu:  Römer 9,31–33 und Hebräer 3,12–19; 4,11.) Wer im vierten Gebot einen "Stein des Anstoßes" sieht, würde auch in allem anderen – das seinen Neigungen und seiner Bequemlichkeit zuwiderläuft – einen solchen finden. Wer jedoch "Buße zu Gott und den Glauben an unsern HERRN Jesus Christus." [APG. 20,21] übt und somit "die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahrt" [OFFB. 14,12] [KJV] wird erleben, dass alle Steine des Anstoßes beseitigt werden und zu jenen gehören, die "wieder aufbauen was lange wüst gelegen hat und wieder aufrichten, was vorzeiten gegründet ward" [JES. 58,12]

( Ellet J. Waggoner, Mai 1894 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 14.07.2026 20:39
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits mehr als 130 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
 
Palmeros 15.07.2026 14:25
ich vermute mal,  dass dieser Text von Waggoner bereits für die meisten hier 
ein Stein des Anstoßes ist und erst gar nicht gelesen wird,   weil er auf das 4. Gebot bezogen Ihren Lebensgewohnheiten und den Mehrheitsinteressen zuwider läuft.  

Mk 7,8 Ihr verlasst Gottes Gebot und haltet an der Überlieferung der Menschen fest.

1Joh 3,24 Und wer seine Gebote hält, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat.
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