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"beten" vs "anbeten"

"beten" vs "anbeten"
Immer wieder wird behauptet, Katholiken würden Maria "anbeten". Das stimmt nicht. Hier wird der Unterschied zwischen beten und anbeten übersehen.

Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet "beten" oft, sich mit einer Bitte an jemanden zu wenden. Früher sagte man sogar: "Ich bitte Euch" oder "Ich bete Euch, hört mich an." Das hatte nichts mit Gottesverehrung zu tun.

Die katholische Kirche unterscheidet deshalb sehr klar:

Anbetung (lat. latria) gebührt allein Gott - dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Verehrung (lat. dulia) gilt den Heiligen.
Maria erhält eine besondere Verehrung (hyperdulia), weil sie die Mutter Jesu ist, aber auch sie wird nicht angebetet.

Wenn Katholiken zu Maria beten, dann bitten sie sie um Fürsprache - so wie man einen gläubigen Menschen bitten kann: "Bitte bete für mich." Niemand würde behaupten, dass man diesen Menschen deshalb anbetet.

Der Unterschied ist also nicht klein, sondern grundlegend: Anbetung richtet sich ausschließlich an Gott. Bitten um Fürsprache richten sich an Geschöpfe Gottes. Wer beides gleichsetzt, verwechselt zwei völlig verschiedene Dinge.

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Das sagt die KI dazu:

1. Im Deutschen
beten = sich mit Worten an Gott wenden oder jemanden bitten.
anbeten = göttliche Verehrung erweisen.

Hier ist die Unterscheidung heute sehr deutlich.

2. Im Lateinischen

Die Kirche verwendet bewusst verschiedene Begriffe:

orare / precari = beten, bitten.
adorare = anbeten.

Daher kommt auch das französische:

prier = beten, bitten.
adorer = anbeten.

Im Französischen würde niemand sagen, dass prier Marie adorer Marie bedeutet.

3. Im Hebräischen

Hier wird es interessant.

Es gibt das Verb הִשְׁתַּחֲוָה (hischtachawah). Es bedeutet wörtlich:

sich niederwerfen,
sich verbeugen,
sich mit dem Gesicht zur Erde werfen.

Diese Geste konnte verschiedene Bedeutungen haben:

Gott anbeten,
einem König Ehre erweisen,
einem Propheten Respekt zeigen,
sogar einem Gast oder einem mächtigen Menschen Ehrfurcht erweisen.

Das Niederwerfen allein bedeutete also noch nicht automatisch göttliche Anbetung.

Beispiele:

Abraham verneigt sich vor den Hethitern (Genesis 23,7).
Jakob verbeugt sich siebenmal vor Esau (Genesis 33,3).
Batseba verneigt sich vor König David (1. Könige 1,16).

Niemand würde daraus schließen, dass Abraham, Jakob oder Batseba diese Menschen als Gott verehrten.

4. Im Griechischen

Auch das Neue Testament kennt diese Unterscheidung.

Das Wort προσκυνέω (proskyneō) bedeutet ursprünglich:

sich niederwerfen,
Ehrfurcht erweisen,
sich zu den Füßen eines Höhergestellten beugen.

Erst der Zusammenhang entscheidet, ob damit

höfische Ehrerweisung,
Respekt
oder wirkliche Anbetung Gottes gemeint ist.

Für den Gottesdienst und die Verehrung Gottes verwendet das Neue Testament außerdem λατρεία (latreia) bzw. λατρεύω (latreuō). Diese Begriffe beziehen sich auf den Gottesdienst, der allein Gott zusteht.

Deshalb sagt die katholische Kirche

Nicht jede Verbeugung, jedes Knien oder jedes Gebet ist Anbetung. Die äußere Geste kann dieselbe sein, aber ihre Bedeutung richtet sich danach, wem sie gilt und welche Absicht dahintersteht.

Genau deshalb unterscheidet die Kirche zwischen:

latria = Anbetung Gottes allein,
dulia = Verehrung der Heiligen,
hyperdulia = besondere Verehrung Mariens.

Diese Unterscheidung ist nicht erst im Mittelalter erfunden worden, sondern entspricht bereits den sprachlichen Unterschieden und dem Gebrauch in der Bibel. Die Bibel selbst zeigt, dass man sich vor Menschen niederwerfen konnte, ohne sie deshalb als Gott anzubeten.
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Ich habe tatsächlich erst in Deutschland zum ersten Mal gehört, dass Katholiken Maria oder die Heiligen anbeten sollen.

Im Französischen ist eine solche Verwechslung nicht möglich, weil es dafür zwei völlig unterschiedliche Verben gibt: prier bedeutet beten oder bitten, adorer bedeutet anbeten.

Kommentare

 
Shira 10.07.2026 14:09
Die katholische Kirche verbietet ausdrücklich die Anbetung von Menschen. Anbetung (latria) gebührt allein dem dreifaltigen Gott. Maria und die Heiligen werden verehrt, aber niemals angebetet.
 
schaloemchen 10.07.2026 14:39
Shira

keine Ahnung was hier die Tage bez. Maria gelaufen ist ...
weiß nicht warum Du wieder das Thema aufgreifst?

Ich habe Eure Lieder zu Maria hier mitbekommen
schwarz auf weiß
Gebete und Bitten zu ihr
sie wird erhoben

man betet nur zu Gott 

alles andere ist "Kontakt aufnehmen in die geistliche Welt"
egal zu wem
das ist nicht biblisch
Maria war ein Mensch
kein Apostel hat jemals zu Mose oder Abraham "gebetet" und sie um Hilfe, Rat und Beistand gebeten.
Das tat nur König Saul. Seine Geschichte und sein Ende kennen wir.

Warum wieder alles wiederholen?
Du kennst doch andere Meinung.

Wieder im Kreis drehen?
 
Shira 10.07.2026 15:31
Schalömchen,

Du sagst selbst, dass du nicht weißt, was war. Warum schreibst du dann?

Zum Thema Heiligenverehrung habe ich einen Blog geschrieben. Wenn du möchtest, kannst du ihn gerne lesen. Oder auch nicht.

Aber du hast verstanden, dass wir Maria nicht anbeten, nicht anbeten dürfen oder? Das wäre schon einmal ein wichtiger Schritt.
 
Shira 10.07.2026 15:48
Hier in diesem Blog geht es darum, dass Katholiken Maria NICHT anbeten und sie auch NICHT anbeten dürfen.
 
Hillery 10.07.2026 15:49
Warum soll ich denn Maria oder jemand anderes um Hilfe bitten?
Ich darf mich Tag und Nacht an Jesus Christus wenden und das ohne Umwege. Da kann ich sicher sein, dass er mir zuhört.
Also warum nicht den direkten Weg wählen.
Ganz deutlich sagt Gott: rufe MICH an in der not, so will ich DICH erretten.
 
Shira 10.07.2026 16:04
Wenn der direkte Weg zu Jesus genügt, müsste man dann konsequenterweise auch die Bitte um das Gebet anderer Gläubiger abschaffen. Warum noch jemanden bitten: "Bete für mich", wenn ich doch direkt zu Jesus gehen kann?

Die katholische Lehre sieht die Fürsprache der Heiligen nicht als Umweg zu Christus, sondern als Gemeinschaft der Gläubigen in Christus.
 
Hillery 10.07.2026 16:12
Ja sicher kann ich jemanden bitten , dass er/sie mit mir zu Jesus Christus bittet, das tun wir ja auch im Gottesdienst.  Aber niemals jemand, der gestorben ist. Das ist der Unterschied, liebe Shira.
 
Shira 10.07.2026 16:13
Ja, das ist der Unterschied.
 
Shira 10.07.2026 16:14
Ich denke, der wichtigste Punkt ist deutlich geworden: Beten ist nicht gleich Anbeten. Viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass diese beiden Begriffe miteinander verwechselt werden.

Damit möchte ich diesen Gedanken abschließen. Es ging mir nicht darum, jemanden zu überzeugen, sondern darum, zu erklären, was die katholische Kirche tatsächlich glaubt und lehrt.

Jetzt muss ich aber wirklich weiter - ich habe heute noch einiges zu tun 👋
 
Shira 10.07.2026 20:05
Sozo, ich habe mir erlaubt, deinen Kommentar hierher zu kopieren, denn ich glaube, dass er nicht zum Thema von Silberlockes Blog gehört.

Sozo Heute, 18:15
@Shira

Es wird aber dennoch hartnäckig praktiziert.
Habe ich des öfteren in Bayern erlebt. Und wehe, man sagt was, dann fliegt man gleich aus dem Haus 🙈😅 ...

Die Ehre gebührt ebenfalls alleine dem HERRN.

Woher willst du wissen, dass Maria dort angebetet wurde? Hast du die Menschen gefragt, ob sie Maria für Gott halten oder ihr göttliche Anbetung erweisen?

Äußere Formen wie Knien, Kerzen anzünden oder der Rosenkranz sind für sich genommen kein Beweis für Anbetung. Nach der Lehre der katholischen Kirche gebührt Anbetung allein Gott. Wenn einzelne Katholiken etwas anderes täten, würden sie nicht die Lehre der Kirche praktizieren, sondern ihr widersprechen.

Ich kopiere hierher was ich oben geschrieben habe: 

3. Im Hebräischen

Hier wird es interessant.

Es gibt das Verb הִשְׁתַּחֲוָה (hischtachawah). Es bedeutet wörtlich:

sich niederwerfen,
sich verbeugen,
sich mit dem Gesicht zur Erde werfen.

Diese Geste konnte verschiedene Bedeutungen haben:

Gott anbeten,
einem König Ehre erweisen,
einem Propheten Respekt zeigen,
sogar einem Gast oder einem mächtigen Menschen Ehrfurcht erweisen.

Das Niederwerfen allein bedeutete also noch nicht automatisch göttliche Anbetung.

Beispiele:

Abraham verneigt sich vor den Hethitern (Genesis 23,7).
Jakob verbeugt sich siebenmal vor Esau (Genesis 33,3).
Batseba verneigt sich vor König David (1. Könige 1,16).

Niemand würde daraus schließen, dass Abraham, Jakob oder Batseba diese Menschen als Gott verehrten.

4. Im Griechischen

Auch das Neue Testament kennt diese Unterscheidung.

Das Wort προσκυνέω (proskyneō) bedeutet ursprünglich:

sich niederwerfen,
Ehrfurcht erweisen,
sich zu den Füßen eines Höhergestellten beugen.

Erst der Zusammenhang entscheidet, ob damit

höfische Ehrerweisung,
Respekt
oder wirkliche Anbetung Gottes gemeint ist.

Für den Gottesdienst und die Verehrung Gottes verwendet das Neue Testament außerdem λατρεία (latreia) bzw. λατρεύω (latreuō). Diese Begriffe beziehen sich auf den Gottesdienst, der allein Gott zusteht.

Deshalb sagt die katholische Kirche

Nicht jede Verbeugung, jedes Knien oder jedes Gebet ist Anbetung. Die äußere Geste kann dieselbe sein, aber ihre Bedeutung richtet sich danach, wem sie gilt und welche Absicht dahintersteht.

Genau deshalb unterscheidet die Kirche zwischen:

latria = Anbetung Gottes allein,
dulia = Verehrung der Heiligen,
hyperdulia = besondere Verehrung Mariens.
 
Shira 10.07.2026 20:09
Sozo,

Die Ehre gebührt ebenfalls alleine dem HERRN.

Da würde ich gerne nachfragen: Was verstehst du unter "Ehre"?

Denn die Bibel fordert uns auch auf, Menschen Ehre zu erweisen, denen sie gebührt (Röm 13,7), Eltern zu ehren (Ex 20,12) und Glaubensgeschwister in Ehren zu halten (Phil 2,29). Diese Ehre ist aber etwas anderes als die Anbetung, die allein Gott gebührt.
 
Shira 11.07.2026 10:52
Ich fahre heute für einige Wochen. 
Ich wünsche euch allen eine gesegnete Zeit, Gottes reichen Segen und seinen Schutz. 
Bleibt behütet - bis bald!
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