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📃 Wahre Religion

📃 Wahre Religion
Wahre Religion besteht darin, GOTT zu kennen, nicht darin, Theologie zu erlernen, sondern darin, mit IHM vertraut zu werden, der unser Schöpfer und Erlöser ist. Ein Unterschied zwischen Theologie und wahrer Religion besteht darin, dass die erstere eine bestimmte Strecke absolviert und dann zum Stillstand kommt, während die letztere ewig weitergeht. Ein Mensch kann alles lernen, was es über Theologie zu wissen gibt– obwohl es, da es besser ist, weniger über Theologie zu wissen, für jeden höchst bedauerlich ist, es zu tun – aber niemand kann – weder jetzt noch in Zukunft – alles wissen, was es über GOTT zu lernen gibt.

Eine der falschen Vorstellungen, die in der heutigen religiösen Welt vorherrscht, ist, dass das Christentum nur dazu dient, einen Menschen vom Weg der Zerstörung weg auf den Weg des Lebens zu bringen, damit er dem Verhängnis entkommen kann, das die Bösen ereilen wird. Im Allgemeinen sehen Menschen im Christentum nicht viel mehr als das Erreichen eines Zustands der Bekehrung, in dem der Einzelne sich nur davor hüten muss, "aus der Gnade zu fallen." [GAL. 5,4] Der Einzelne soll eine bestimmte Menge lernen um an einem bestimmten Punkt ankommen und dort anhalten.  

Theologen haben ihre Lehrsysteme bis zu einem gewissen Punkt formuliert und umgesetzt und bilden sich irgendwann ein, das einzig Wesentliche sei nun, die von ihnen "etablierten" Lehren gegen Widersacher zu verteidigen, wobei man ihnen ein solches Innehalten nicht zum Vorwurf machen kann, denn niemand vermag ein System religiöser Überzeugungen zu entwerfen, das nicht schon in einem frühen Stadium seiner Entwicklung dringend der Verteidigung bedürfte. Doch bei dem Studium Gottes – [hinsichtlich dessen] wie ER Sich dem Menschen in Seinem Wort offenbart hat – stehenzubleiben bzw. zu meinen, das [momentane] Wissen, das der Mensch über GOTT erlangt hat, erschöpfe alles, was es zu lernen gibt, wäre ein schwerer Irrtum.

Der Bereich, den das Wort Gottes den Menschen in der Offenbarung der Natur und der Eigenschaften des Schöpfers eröffnet, ist unendlich und bis jetzt hat der Geist des Menschen seine Schwelle kaum überschritten. Bis in alle Ewigkeit werden die Geretteten diesen Bereich erforschen und immer wieder neue Wunder finden, die ihr Lob und ihre Bewunderung hervorrufen.

Keines der Geschöpfe Gottes – nicht einmal irgendein Engel des Himmels – hat jemals einen Punkt erreicht, an dem es nichts mehr über GOTT zu lernen gab. Kein Geschöpf ist je an jene Grenze gelangt, die das Ende der Erkenntnis Gottes markiert – eine Grenze, jenseits derer es nichts mehr [zu erkennen] gäbe, von welcher aus ihr Leben nur noch einen eintönigen Rückblick auf bereits Bekanntes beinhalten würde. Eine solche Grenze existiert nicht. Seit der Erschaffung des Menschen hat GOTT im Laufe der Zeitalter Seine Weisheit und Barmherzigkeit nicht nur den Menschen, sondern allen geschaffenen, vernunftbegabten Wesen offenbart.

Der Reichtum der Weisheit und Liebe Gottes ist unerforschlich. Der Apostel Paulus schreibt: "Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen, und alle darüber zu erleuchten, welches die Gemeinschaft ist, die als Geheimnis von den Ewigkeiten her in Gott verborgen war, der alles erschaffen hat durch Jesus Christus, damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen [Regionen] durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde, nach dem Vorsatz der Ewigkeiten, den er gefasst hat in Christus Jesus unserem Herrn." [EPH. 3,11] [SLT] Am Handeln Gottes mit dem gefallenen Menschen haben alle sündlosen, himmlischen Wesen – sowohl als Beobachter als auch als Mitwirkende an Seinem Werk – tiefen Anteil daran genommen und dabei ihr Wissen über IHN beständig erweitert.

Der Lernprozess wird auch nicht dort zum Stillstand kommen, wo der Mensch in den Zustand zurückgeführt worden ist, aus dem er fiel und längst wieder in das verlorene Paradies versetzt wurde. Denn Paulus bezeugt: GOTT hat uns mit CHRISTUS "mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus, damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus." [EPH. 2,6-7] [SLT] Die Erlösung – das "Geheimnis der Gottseligkeit" [1. TIM. 3,16] [SLT] – wird das unerschöpfliche Thema unseres Forschens in aller Ewigkeit sein, denn sie ist die Offenbarung von Macht, Liebe und Weisheit, die unendlich sind.

Wenn wir also erkennen, dass uns hinsichtlich der Erkenntnis Gottes durch Sein Wort ein grenzenloses Feld offensteht, das wir frei betreten dürfen, wollen wir [sicher] nicht stehen bleiben, sondern dem [Folgenden] entsprechen "So lasst uns [ihn] erkennen, ja, eifrig trachten nach der Erkenntnis des HERRN! Sein Hervorgehen ist so sicher wie das Licht des Morgens, und er wird zu uns kommen wie ein Regenguss, wie ein Spätregen, der das Land benetzt!«" [HOS. 6,3] [SLT] Dann wird unser Weg einem ständigen Aufgehen "des Lichts der Weisheit, der Liebe und der Majestät unseres Gottes" entsprechen.

( Ellet J. Waggoner, Januar 1894 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 08.07.2026 17:58
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits mehr als 130 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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