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📃 Notwendige Voraussetzungen für Amtsträger der Gemeinde

📃 Notwendige Voraussetzungen für Amtsträger der Gemeinde
Die in der Heiligen Schrift genannten Amtsträger der Kirche sind, wie [im vorigen Artikel] aufgezeigt wurde, Bischöfe und Diakone. Das Bischofs- oder Ältestenamt einer Gemeinde ist ein äußerst wichtiges Amt. Dies ergibt sich aus drei Überlegungen: Erstens bezeugt die Heilige Schrift dies, zweitens ist es das höchste Gemeindeamt und drittens geht dies aus der Anzahl und Art der Voraussetzungen hervor, die laut der Heiligen Schrift jemand haben sollte, der für dieses Amt ausgewählt werden soll. Auf diese Voraussetzungen - wie dargelegt in den Anweisungen an Timotheus und Titus - soll [im Folgenden] - anhand von Texten aus 1. Tim. Kap. 3 und Titus Kap. 1 - vollständig und detailliert eingegangen werden.

[1] "Ein Bischof ... soll untadelig sein." [1. TIM. 3,2] [LUT2017] Dieses Wort sagt an sich schon alles, was es bedeutet. Deutlicher als hier kann es kaum ausgedrückt werden. Die Definition des griechischen Wortes lautet: "nicht angreifbar." Websters Definition lautet: "fehlerlos, unschuldig, schuldlos, keiner Kritik würdig." "Wir sprechen von einem makellosen Wesen, wenn es frei von Tadel oder der berechtigten Unterstellung von Schuld ist, wie beispielsweise ein makelloses Leben und Charakter." Ein Bischof sollte "untadelig" sein, bedeutet daher, dass sein Leben so vollständig den Regeln des Rechts entspricht, dass ihm niemand zu Recht Vorwürfe machen könnte oder an ihm etwas auszusetzen hätte.

[2] "... Mann einer einzigen Frau" [1. TIM. 3,2] [LUT2017] Die Aussage bedarf [eigentlich] keiner Erklärung. Angemerkt sei jedoch, dass - unserer Überzeugung nach - damit nicht gemeint ist, dass ein Ältester verheiratet sein sollte, sondern falls er dies wäre, er nicht mehr als eine Ehefrau haben dürfte.

[3] "... wachsam" [1. TIM. 3,2] [LUT2017] [KJV] Das bedeutet "aufmerksam, um Gefahren zu erkennen und zu vermeiden oder für Sicherheit zu sorgen" - wachsam, aufmerksam und umsichtig zu sein." Das Wort "wachsam" [oder umsichtig] leitet sich von zwei lateinischen Wörtern ab: circum (um) und specere (sehen). Es bedeutet, etwas von allen Seiten zu betrachten. "Ein umsichtiger Mensch prüft die Dinge gewöhnlich von allen Seiten, um abzuwägen und zu überdenken." Diese Idee steckt in dem griechischen Wort, das im Text mit "wachsam" wiedergegeben wird. Die Bedeutung dieser Eigenschaft wird angesichts vieler unterschiedlicher Charaktere, die in Beziehungen innerhalb der Gemeinde aufeinandertreffen und der Bereitschaft vieler, einander beschuldigen, sofort deutlich. Derjenige, der dazu auserwählt ist, sich mit all dem zu befassen – und zwar im Hinblick auf jene, für die CHRISTUS gestorben ist – sollte jemand sein, der nicht nur aufmerksam ist, um Gefahren zu vermeiden und für Sicherheit zu sorgen, sondern der die Dinge von allen Seiten prüft, bevor er in dieser Angelegenheit entscheidet oder handelt. 

[4] "... nüchtern." [1. TIM. 3,2] Dieses Wort bezeichnet jemanden, der bei klarem Verstand ist, einen ausgeglichenen Geist hat, gefasst, besonnen und selbstbeherrscht ist. "Nüchternheit setzt das Fehlen jeglicher Euphorie voraus und steht im Gegensatz zu Leichtsinnigkeit." [Sie kennzeichnet] jemand, der "weder wild, noch fantasievoll, noch von Leidenschaft ergriffen" ist, sondern in allen Dingen "kühle, leidenschaftslose Vernunft" walten lässt. 

[5] "... anständig." [1. TIM. 3,2] [SLT] Das griechische Wort lautet hier kosmion, abgeleitet von kosmeo, "schmücken, verzieren, verschönern" und vermittelt den folgenden Gedanken: "der Lehre Gottes, in jeder Hinsicht Ehre machen." [TIT. 2,10] [SLT] Die Bedeutung des Ausdrucks "anständig" ist somit, dass ein Ältester jemand sein sollte, der "nach Ordnung und Anstand strebt", der "bescheiden, ordentlich, anständig und angemessen" ist, jemand, der sich so verhält, dass er die Stellung, zu der er berufen wurde, "würdigt und ihr zur Ehre gereicht", jemand der nicht sich selbst sondern seine Berufung und sein Amt erhöht und verherrlicht.

[6] "... gastfreundlich." [1. TIM. 3,2] [SLT] Dieses Wort bedeutet wörtlich "Fremde liebend" bzw. "Freundlichkeit gegenüber Fremden." Ein Bischof sollte also jemand sein, "der Fremde mit Freundlichkeit und ohne Gegenleistung aufnimmt und mit freundlicher und großzügiger Freigebigkeit bewirtet."

[7] "... fähig zu lehren."  [1. TIM. 3,2] [SLT] Ein Ältester sollte also im Wort der Erkenntnis so gut bewandert sein, damit er durch das Vorbringen geeigneter Argumente andere unterweisen  kann.

[8] " ... nicht dem Wein ergeben."  [1. TIM. 3,3] [KJV] Das Wort, das hier mit "Wein" übersetzt wird, wird von Liddell und Scott als "der vergorene Saft der Traube" definiert. Daher sollte ein Bischoff, jemand sein, der keinen vergorenen Traubensaft trinkt.  

[9] "... nicht streitsüchtig" [1. TIM. 3,3] [SLT] Ein Ältester sollte also niemand, sein, der auf Streit bedacht ist oder auch zu Vorwürfen neigt. 

[10] "... nicht geldliebend." [1. TIM. 3,3] [ELB] "Geld nicht zu lieben", ist nicht alles was diese Aussage beinhaltet. Eingeschlossen ist, dass ein Bischoff weder nach Reichtum noch Überfluss jeglicher Art trachten, sondern - wie im weiteren Verlauf des Verses heißt - "nicht habgierig" [KJV] - "geizig oder knauserig" - sondern "großzügig und freigiebig" sein sollte.

[11] "... Kein Zänker." [1. TIM. 3,3] [ELB] Ein Ältester sollte daher nicht zu hitzigen Debatten neigen und nicht zänkisch oder streitsüchtig sein. Er sollte kein Nörgler und ebenso niemand sein, der andere beschimpft.

[12] "sondern geduldig." [1. TIM. 3,3] [KJV]
[Er sollte] vernünftig, fair, freundlich und sanft sein.

[13] " ... einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und die Kinder in Unterordnung hält mit aller Ehrbarkeit." [1. TIM. 3,4] [SLT] oder, wie an Titus geschrieben "wenn einer ... treue Kinder hat, über die keine Klage wegen Ausschweifung oder Aufsässigkeit vorliegt." [TIT. 1,6] [SLT] Der Grund für diese Voraussetzung wird [wie folgt] klar dargelegt: "Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?" [1. TIM. 3,5] [LUT2017] Wer zulässt, dass seine Kinder ungehorsam, widerspenstig oder eigensinnig sind und ihnen gestattet, in der Familie zu herrschen, der lässt zu, dass dieselben Elemente auch in der Gemeinde herrschen und unter einem solchen Leiter wird die Gemeinde alles andere sein als das, was sie sein sollte. Diesbezüglich hat GOTT den Vätern folgende Lehre für alle Zeiten gegeben. Eli stammte in direkter Linie einem Hauses ab, das GOTT zum Priestertum eingesetzt hatte, doch seine beiden Söhne waren ein Paar Taugenichtse. [So schreibt Samuel]: "die Sünde der jungen Männer war sehr groß vor dem HERRN; denn die Männer verachteten die Opfergabe des HERRN." [1. SAM. 2,17] [ELB] Dies kennzeichnet ein weiteres großes Übel, das entstehen könnte, wenn jemand als Ältester amtiert, der seine eigenen Kinder nicht unter Kontrolle hat. Ihr zügelloses Verhalten würde Schande über sein Amt bringen und andere Männer, die es sehen würden, könnten dazu verleitet werden, den Gottesdienst und den Dienst der Gemeinde zu verachten. Wegen der Bosheit der Söhne Elis - mit der Folge der "Verachtung der Opfergabe des Herrn" sprach der HERR zu Samuel: "Siehe, ich will eine Sache in Israel tun, dass jedem, der es hören wird, beide Ohren gellen werden. An jenem Tag will ich an Eli alles in Erfüllung gehen lassen, was ich gegen sein Haus geredet habe; ich will es anfangen und vollenden! Denn ich habe ihm gesagt, dass ich sein Haus auf ewig richten werde wegen der Sünde, von der er wusste; weil seine Söhne sich den Fluch zugezogen haben, und er hat ihnen nicht gewehrt." [1. SAM. 3,11-13] [SLT] (Siehe auch Sam. 2,12–36.)

[14] "... kein Neubekehrter." [1. TIM. 3,6] [SLT] Ein Bischof sollte kein frisch Bekehrter - jemand, der erst kürzlich zum Glauben kam - sein und dafür wird [folgender] Grund genannt: "Damit er nicht aufgeblasen wird und in das Gericht des Teufels fällt." [1. TIM. 3,6] [SLT] Ein Neubekehrter sollte im Glauben reifen und wachsen, aber niemals etwas tun, was dazu führen könnte, dass er sich überhebt. [Paulus warnt nicht umsonst:] "Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut." [1. KOR. 8,1] [SLT]

[15] "Er muss aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen außerhalb [der Gemeinde], damit er nicht in üble Nachrede und in die Fallstricke des Teufels gerät." [1. TIM. 3,7] [SLT] Die Gemeinde sollte auf die Meinung derer achten, die außerhalb der Gemeinde stehen. [So ermahnt Paulus wie folgt:] "Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb [der Gemeinde] sind." [KOL. 4,5] [SLT] "So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise." [EPH. 5,15] [LUT2017] Es sind höchst angemessene – ja, notwendige – Fragen, die man bei der Wahl eines Ältesten stellen muss: Wie verhält er sich gegenüber Menschen, außerhalb der Gemeinde? Welches Ansehen genießt er bei seinen Nachbarn? Auch wenn sie seinen Glauben verachten, wie betrachten sie ihn als Menschen oder Nachbarn? Verhält er sich nachbarschaftlich? Ist er freundlich, sanftmütig und zuvorkommend? Ist er in all seinem Handeln aufrichtig und ehrlich? Begleicht er seine Rechnungen pünktlich, oder geht er leichtfertig Schulden ein? Er sollte "ein gutes Zeugnis haben von denen außerhalb [der Gemeinde]."

[16] "... nicht eigensinnig." [TIT. 1,7] [LUT2017] Ein Bischoff sollte also nicht vom eigenen Willen beherrscht, "dem Willen oder den Wünschen anderer nachgebend, entgegenkommend oder fügsam" oder stur, hartnäckig und anmaßend sein.

[17] "... gastfreundlich, das Gute liebend, besonnen, gerecht, heilig, beherrscht; einer, der sich an das zuverlässige Wort hält, wie es der Lehre entspricht, damit er imstande ist, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen." [TIT. 1,8-9] [SLT] Das [alles] gehört zu den Voraussetzungen, die das Wort Gottes von jemand fordert, der ein Ältester der Gemeinde Gottes sein soll.

Die Voraussetzungen für das Amt des Diakons sind weitestgehend dieselben, denn das Wort Gottes bezeugt: "Desgleichen sollen die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen; sie sollen das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren. Und man soll sie zuvor prüfen, und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen. Desgleichen sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. Die Diakone sollen ein jeder der Mann einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem eigenen Haus gut vorstehen. Welche aber ihren Dienst gut versehen, die erwerben sich selbst ein gutes Ansehen und viel Freimut im Glauben an Christus Jesus." [1. TIM.3,8-13] [LUT2017]

Sehr wahrscheinlich werden sich viele beim Lesen des Vorstehenden insgeheim fragen: "Wo findet man einen solchen Menschen?" Nun, so jemand sollte in jeder Gemeinde des Landes zu finden sein. Er sollte in genau der Gemeinde zu finden sein, zu welcher Du gehörst. Er sollte, genau genommen, in Dir selbst zu finden sein. Bedenke [bitte] Vorstehendes entspricht den Eigenschaften, die das Wort Gottes von Amtsträgern der Gemeinde verlangt. Die Amtsträger der Gemeinde sollen [jedoch] aus den Reihen der Gemeindeglieder ausgewählt werden. Daher sind dies die Eigenschaften - die Tugenden - die das Wort Gottes von jedem Mitglied der Gemeinde verlangt. Wenn diese Eigenschaften nicht zu finden sind, wessen Schuld ist das dann? Es ist Deine eigene. Und wenn solche Personen, wie sie hier gefordert werden, in der Gemeinde nicht zu finden sind, wessen Schuld ist das dann? Es ist immer noch die Schuld der einzelnen Mitglieder. Denn von jedem Mitglied der Gemeinde Gottes wird durch das Wort Gottes verlangt, genau so ein solcher Mensch zu sein, wie es in den behandelten Schriftstellen beschrieben wird.

( Alonzo T. Jones, August 1888 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 01.07.2026 21:40
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Alonzo T. Jones bereits vor mehr als 135 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.

Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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