„Sakramente“ - Symbole oder „Gnadenmittel“?
22.06.2026 09:05
„Sakramente“ - Symbole oder „Gnadenmittel“?
22.06.2026 09:05
„Sakramente“ - Symbole oder „Gnadenmittel“?
Die römisch-katholischen „Sakramente“
- Symbole oder „Gnadenmittel“?
1 Die Lehre der römisch-katholischen Kirche
1.1 Allgemeines
„Das Leben eines Katholiken ist übernatürliches Glaubensleben, genährt von der
Gnade Gottes. Diese erhalten wir normalerweise durch Gebet und Sakramente.
Sakramente sind von Gott eingesetzte, äußere Zeichen, die dem Empfänger,
entsprechend seiner seelischen Disposition, das übernatürliche Gnadenleben
begründen und vermehren.“1
Sakramente (lat. sacramentum = „heilige Sache“) sind nach römisch-katholischer
Auffassung „heilige Handlungen und Worte“, die göttliche Gnade vermitteln. Es handelt
sich dabei nach römisch-katholische Lehre nicht um Symbole oder Zeichen, sondern um
erlösungsbringende Gnadenmittel, die zum Heil notwendig sind.
„Wer sagt, die Sakramente des Neuen Bundes seien nicht alle von Christus Jesus,
unserem Herrn, eingesetzt, oder es seien mehr oder weniger als sieben, nämlich:
Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Letzte Ölung, Weihe und Ehe, oder eines von
diesen sieben sei nicht eigentlich und wirklich Sakrament, der sei ausgeschlossen.“
(Konzil zu Trient, 1547)2
„Wer sagt, die Sakramente des Neuen Bundes seien nicht zum Heil notwendig,
sondern überflüssig, und die Menschen könnten ohne sie oder ohne das Verlangen
nach ihnen durch den Glauben allein von Gott die Gnade der Rechtfertigung
erlangen - freilich sind nicht alle für jeden einzelnen notwendig - der sei
ausgeschlossen.“ (Konzil zu Trient, 1547)3
„Aus dieser Heilsbedeutung der Sakramente ergibt sich, daß die Sakramente für die
Gläubigen zum Heil notwendig sind. Sie sind weder überflüssig noch eine feierliche
Verzierung oder ein bloßes Bekenntnis zur brüderlichen Zusammengehörigkeit. Zu
einem bewußten und entschiedenen Christsein gehört der regelmäßige Empfang
der Buße und der Eucharistie, verbunden mit der Bemühung um einen personalen
Mitvollzug aus dem Glauben heraus. Die sakramentale Praxis ist zwar nicht das
einzige, aber doch ein wesentliches Kriterium für ein ernsthaftes christliches
Leben.“ (Kath. Erwachsenen-Katechismus, 1985)
Begründet wird das Spenden der Sakramente mit 1.Korinther 4,1 und 1.Korinther 11,34.
1 J.F. Sullivan, Die äußeren Formen der katholischen Kirche, S. 52
2 Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 506 (unfehlbar)
3 Neuner-Roos, a.a.O., Nr. 506 (unfehlbar)
Seite 2 von 6
„Die heilige Mutter Kirche weiß um diese ihre Vollmacht in der Verwaltung der
Sakramente.“ (Konzil zu Trient, 1562)4
Sieben Sakramente sind von der römisch-katholischen Kirche bestimmt worden:
1. Taufe - „Sakrament der Wiedergeburt“
2. Firmung - „Sakrament der Versiegelung, der Reife und Mannbarkeit“
3. Eucharistie - „Sakrament der Vereinigung mit Christus“
4. Buße - „Sakrament zur Vergebung der Sünden“
5. Ölung - „Sakrament zur Aufrichtung und Stärkung der Seele“
6. Priesterweihe - „Sakrament zur Weiterführung des Priester- und Mittleramtes
Christi“
7. Ehe - „Sakrament zur Mehrung des Gottesvolkes“
Die ersten fünf Sakramente sind zur eigenen geistlichen Vervollkommnung eines jeden
Menschen bestimmt, die letzten beiden zur Leitung und Mehrung der Kirche.
Drei Sakramente - die Taufe, Firmung und Weihe - prägen angeblich der Seele ein
„unzerstörbares Zeichen oder Merkmal ein, das sie von den übrigen unterscheidet“.
Deshalb werden sie an denselben Personen nicht wiederholt. 5 Es wird gelehrt, daß alle
sieben Sakramente von Christus selbst eingesetzt worden seien.6
1.2 Die Wirkung der Sakramente
Die Kirche lehrt, die sieben Sakramente seien die hauptsächlichen Mittel, durch welche
Gott dem Gläubigen die heiligmachende und die helfende Gnade austeile. Darüber hinaus
vermittelt jedes einzelne Sakrament einen besonderen und einzigartigen Segen.
Den Sakramenten wird zugeschrieben, daß sie Gnade „enthalten“.7 Sie sind nicht bloß
symbolischer Ausdruck der Gnade, die Gott an den Gläubigen gibt. Jedes Sakrament ist
vielmehr ein Kanal der göttlichen Gnade, ihre „werkzeugliche Ursache“8. Im Katholizismus
glaubt man, daß Gott seine Gnade mittels der Sakramente und der sachgemäßen
Durchführung des sakramentalen Ritus auf den Katholiken überträgt, „kraft des
vollzogenen Ritus“ selbst, „aufgrund der vollzogenen Handlung“.9
Um durch ein Sakrament Gnade zu empfangen, muß ein Katholik entsprechend
vorbereitet sein. Außer bei Taufe und Beichte muß sich der Katholik im Stand der Gnade
befinden, d.h. er muß bereits über die heiligmachende Gnade in seiner Seele verfügen.
Die Vorbereitung umfaßt weiter ein glaubendes Herz, Besinnung, Gebet und
gegebenenfalls Bußübungen. Wenn jemand diese Anforderungen erfüllt, dann gilt er als
angemessen geneigt oder bereit für einen gültigen oder fruchtvollen Empfang der Gnade
durch das Sakrament. Die Menge der empfangenen Gnade hängt davon ab, wie gut die
Person vorbereitet ist sowie von der Großzügigkeit Gottes.
4 Neuner-Roos, a.a.O., Nr. 519
5 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1121
6 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1114
7 Neuner-Roos, a.a.O., Nr. 511 (unfehlbar)
8 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1084
9 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1127-1128, 1131
Seite 3 von 6
Wie bereits oben gesagt, lehrt die römisch-katholische Kirche, die Sakramente seien
heilsnotwendig.10 Die Taufe, oder zumindest der Wunsch nach ihr, ist für die anfängliche
Rechtfertigung unerläßlich11. Sollte ein Katholik durch eine ernstliche Sünde die Gnade
verlieren, ist zur Wiederherstellung des Gnadenlebens die Beichte notwendig. Firmung,
Krankensalbung und insbesondere die heilige Eucharistie verschaffen Gnade, die zum
Meiden von Bösem und zum Gutestun benötigt wird.
Damit ein Sakrament wirksam wird, müssen einige Bedingungen erfüllt sein:
• Die gültige Materie
• Die korrekte Formulierung
• Die Absicht des Spenders zumindest das tun zu wollen, was die Kirche durch den
Ritus erreichen will.
• Die rechte Bereitung oder Zurüstung des Empfängers.
Sind die ersten 3 Punkte nicht gewährleistet, ist das Sakrament ungültig. Der letzte Punkt
ist ein weitere gravierender Schwachpunkt in der ganzen Lehre der Sakramente. Da
keiner, der das Sakrament empfängt, sich 100%ig sicher sein kann, daß er recht für den
Empfang des Sakramentes bereitet ist, kann er sich nie ganz sicher sein, durch das
Sakrament die nötige Gnade empfangen zu haben. Hat er aber die Gnade Gottes nicht
empfangen, kann er sich seines Heils nicht sicher sein. Daher rührt für jeden treuen
Katholiken die Heilsungewißheit, die in der katholischen Kirche so gelehrt wird:
„Denn wie kein Christ an Gottes Barmherzigkeit ... zweifeln darf, so kann er doch im
Blick auf sich, seine Schwäche und mangelnde Bereitung um seine Begnadung
bangen und fürchten; kann doch keiner mit der Sicherheit des Glaubens, dem kein
Irrtum unterlaufen kann, wissen, daß er Gottes Gnade erlangt.“ (Konzil zu Trient,
1547)12
Die sieben Sakramente sind ein gutes Anschauungsmittel, die die religiösen
Überzeugungen des römisch-katholischen Glaubens durch die sakramentale Handlung
darstellen. Um eine Genauigkeit sicherzustellen, hat die Kirche die Liturgie (die Worte und
Handlungen der Sakramente) standardisiert und vorschriftswidriges Durchführen verboten.
Auf diese Weise bewahren und lehren die Sakramente den römisch-katholischen Glauben.
1.3 Zusammenfassung
Die römisch-katholische Kirche lehrt also, daß die Sakramente
- von Christus selbst eingesetzt wurden,
- von der Kirche verwaltet werden sollen,
- zum Heil notwendig sind,
- Träger der Gnade sind, die sie vermitteln,
- nicht alle von jedem Christen, sondern von geweihten Priestern bzw. Bischöfen
gespendet werden können.
10 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1129
11 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1257-1261, 1277
12 Neuner-Roos, Nr. 804
Seite 4 von 6
2 Die Haltung der Reformatoren
Die Reformatoren haben von den sieben Sakramenten nur zwei, und zwar Taufe und
Abendmahl (Luther hat zusätzlich noch an der „Buße“ als Sakrament festgehalten) gelten
lassen. Über die Bedeutung der Sakramente als Symbole oder Gnadenmittel gingen die
Ansichten der Reformatoren auseinander; wegen der Bedeutung des Abendmahles kam
es sogar zum bekannten Streit zwischen Luther und Zwingli. Bis heute gibt es unter den
Protestanten und Evangelikalen keine einheitliche Auffassung über die Bedeutung von
Taufe und Abendmahl.
2.1 Was lehrt die Bibel über „Sakramente“?
Der Herr Jesus hat seinen Jüngern befohlen, zwei sichtbare, symbolhafte Handlungen
durchzuführen: die Taufe und das Abendmahl. Wir finden keinen Befehl zur Firmung,
Priesterweihe und Letzten Ölung, ebensowenig wird von der Ehe und Buße (im römisch-
katholischen Sinn) als einem „Gnadenmittel“ geredet, so daß wir die Lehren über die
sieben Sakramente als unbiblische Lehren verurteilen müssen.
Bei den Ausführungen zu den einzelnen Sakramenten möchte ich versuchen, eine
biblische Beurteilung zu geben.
2.2 Werden im Neuen Testament „Gnadenmittel“ erwähnt?
Im Neuen Testament ist nur von einem „Mittler“ die Rede, und das ist unser Herr Jesus
Christus.
„Denn Gott ist einer, und einer Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch
Christus Jesus, der sich selbst gab zum Lösegeld für alle“ (1. Tim. 2,5; vgl. auch
Hebr. 4,16; Röm. 3,25; 6,23).
Wenn aus dem Abendmahl etwas anderes als ein Gedächtnis- oder Gemeinschaftsmahl
gemacht wird, in dem Brot und Wein an die Leiden und das Opfer unseres Herrn erinnern,
dann nähert man sich dem Aberglauben.
Wenn aus der Taufe etwas anderes gemacht wird als ein öffentliches Bekenntnis, welches
unser altes Leben verurteilt und unsere Haltung zur Welt und zu Christus deutlich macht,
dann weichen wir von der Bibel ab und stehen in Gefahr, mystische oder magische Lehren
und Praktiken zu verbreiten.
Vielleicht kann man das Wort Gottes ein „Gnadenmittel“ nennen, welches in Verbindung
mit dem Heiligen Geist Licht und Leben vermittelt:
„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes
zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist
...“ (Hebr. 4,12).
„Die ihr nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus
unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“ (1. Petr. 1,23).
Seite 5 von 6
„Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Joh. 6,63).
Allein der Glaube, an Christus wirkt Erlösung und Rechtfertigung; nirgends lesen wir, daß
es Stoffe und Materialien als Träger der Gnade gibt, oder daß Gnade und geistliche
Gaben durch Menschen, Riten oder Zeremonien vermittelt werden.
3 Ein Wort an Katholiken
Die unbiblische katholische Lehre über die Sakramente steht beispielhaft für eine ganze
Reihe von irrtümlichen Lehren, die sich im Laufe der Jahrhundert in die römische Kirche
eingeschlichen haben.
Es ist zwar dankbar anzuerkennen, daß die Kirche von Rom einige wichtige biblischen
Lehren hochhält und verkündigt. Es ist positiv festzustellen, daß sie an der Dreieinigkeit
und der vollen Gottheit von Jesus Christus festhält. Sie bekennt weiterhin die Geburt des
Sohnes Gottes durch eine Jungfrau, seine Fleischwerdung und Auferstehung und seinen
stellvertretenden Tod für uns Menschen am Kreuz.
Es ist jedoch unserer Überzeugung, daß die römische Kirche zu diesen biblischen Lehren
eine Fülle von unfehlbaren Dogmen hinzugefügt hat, die in keiner Weise biblisch
begründet sind. Diese Dogmen müssen von allen Katholiken geglaubt werden, da sie
sonst sie ihres Heiles verlustig werden. Diese unumstößliche Lehren stehen jedoch im
Widerspruch zum biblischen Evangelium und unterminieren letztendlich die volle
Aussagekraft der biblischen Botschaft des Heils durch Jesus Christus.
Als Beispiel für einige der biblische nicht haltbaren Dogmen seien genannt:
• Der Primat des Papstes und seine Unfehlbarkeit
• Die apostolische Sukzession und die Ämterhierarchie
• Das Meßopfer (die Eucharistiefeier)
• Das Fegefeuer
• Die Anerkennung der Apokryphen als Heilige Schrift
• Der Marienkult (Maria sei sündlos geboren, ewige Jungfrau und nach Abschluß ihres
irdischen Laufs in den Himmel aufgefahren; sie sei Himmelskönigin, u.v.a.)
Aufgrund der Aneignung vieler zusätzlicher unbiblischer Lehren, ist es unsere
Überzeugung, daß die katholische Kirche keine wahre Kirche von Jesus Christus ist.
Das heißt nicht, daß es in der katholischen Kirche keine Kinder Gottes geben kann. Es
wäre vermessen, dies zu behaupten, denn es gibt bestimmt tausende von Christen in der
katholischen Kirche, die ganz im reformatorischen Sinn allein auf Christus hoffen und
allein durch den Glauben an Jesus die Vergebung ihrer Sünden empfangen haben. Woran
aber Kritik geübt werden muß, und zwar deutlich, sind die Lehren der römischen Kirche.
Die Lehren können und müssen wir im Licht von Gottes Wort beurteilen.
Seite 6 von 6
Im Geist christlicher Liebe zu den Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche und mit
dankbarer Anerkennung der gesunden biblischen Elemente in ihrer Lehre, bitten wir
deshalb unsere Freunde, die unbiblischen Dogmen der römisch-katholischen Kirche zu
verwerfen und zum gesunden, biblischen Christentum zurückzukehren.
Die falschen Lehren, die einen Schatten auf den Glauben werfen, der einmal allen
Heiligen anvertraut worden ist, müssen von allen verworfen werden, die den Herrn
wahrhaftig lieben.
Literatur:
WOLFGANG BÜHNE, Ich bin auch katholisch - Die Heilige Schrift und die Dogmen der
Kirche, Bielefeld: CLV, 1992
HANS-WERNER DEPPE, Sind Sie auch katholisch?, Bielefeld: CLV, 1996
M. GREEN, „Errettung aus Gnade? Was lehrt die römisch-katholische Kirche?“, in
der Zeitschrift Gemeindegründung, Konferenz für Gemeindegründung, 1/2005
JAMES G. MCCARTHY, Das Evangelium nach Rom, Bielefeld: CLV, 1996
---, Im Gespräch mit Katholiken, Bielefeld: CLV, 2005
H.J. HEGGER, Referate über den Römischen Katholizismus, Schloß Mittersill, 1983
Katechismus der Katholischen Kirche, München: R. Oldenbourg Verlag, 2003
Katholischer Erwachsenen Katechismus, Herausgegeben von der Deutschen
Bischofskonferenz, Bonn: Verband der Diözesen Deutschlands, 1985, 3. Auflage
NEUNER-ROOS, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung,
neubearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, Regensburg: Verlag
Friedrich Pustet, 1971, 12. Auflage
JOHN F. SULLIVAN, Die äußeren Formen der katholischen Kirche, völlig neu
bearbeitet von John G. O´Leary, Aschaffenburg; Paul Pattloch Verlag, 1958
© 2004 CLV Alle Rechte vorbehalten.
Nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt
URL http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/rkk_sakramente_gnadenmittel.pdf
https://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/rkk_sakramente_gnadenmittel.pdf
- Symbole oder „Gnadenmittel“?
1 Die Lehre der römisch-katholischen Kirche
1.1 Allgemeines
„Das Leben eines Katholiken ist übernatürliches Glaubensleben, genährt von der
Gnade Gottes. Diese erhalten wir normalerweise durch Gebet und Sakramente.
Sakramente sind von Gott eingesetzte, äußere Zeichen, die dem Empfänger,
entsprechend seiner seelischen Disposition, das übernatürliche Gnadenleben
begründen und vermehren.“1
Sakramente (lat. sacramentum = „heilige Sache“) sind nach römisch-katholischer
Auffassung „heilige Handlungen und Worte“, die göttliche Gnade vermitteln. Es handelt
sich dabei nach römisch-katholische Lehre nicht um Symbole oder Zeichen, sondern um
erlösungsbringende Gnadenmittel, die zum Heil notwendig sind.
„Wer sagt, die Sakramente des Neuen Bundes seien nicht alle von Christus Jesus,
unserem Herrn, eingesetzt, oder es seien mehr oder weniger als sieben, nämlich:
Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Letzte Ölung, Weihe und Ehe, oder eines von
diesen sieben sei nicht eigentlich und wirklich Sakrament, der sei ausgeschlossen.“
(Konzil zu Trient, 1547)2
„Wer sagt, die Sakramente des Neuen Bundes seien nicht zum Heil notwendig,
sondern überflüssig, und die Menschen könnten ohne sie oder ohne das Verlangen
nach ihnen durch den Glauben allein von Gott die Gnade der Rechtfertigung
erlangen - freilich sind nicht alle für jeden einzelnen notwendig - der sei
ausgeschlossen.“ (Konzil zu Trient, 1547)3
„Aus dieser Heilsbedeutung der Sakramente ergibt sich, daß die Sakramente für die
Gläubigen zum Heil notwendig sind. Sie sind weder überflüssig noch eine feierliche
Verzierung oder ein bloßes Bekenntnis zur brüderlichen Zusammengehörigkeit. Zu
einem bewußten und entschiedenen Christsein gehört der regelmäßige Empfang
der Buße und der Eucharistie, verbunden mit der Bemühung um einen personalen
Mitvollzug aus dem Glauben heraus. Die sakramentale Praxis ist zwar nicht das
einzige, aber doch ein wesentliches Kriterium für ein ernsthaftes christliches
Leben.“ (Kath. Erwachsenen-Katechismus, 1985)
Begründet wird das Spenden der Sakramente mit 1.Korinther 4,1 und 1.Korinther 11,34.
1 J.F. Sullivan, Die äußeren Formen der katholischen Kirche, S. 52
2 Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 506 (unfehlbar)
3 Neuner-Roos, a.a.O., Nr. 506 (unfehlbar)
Seite 2 von 6
„Die heilige Mutter Kirche weiß um diese ihre Vollmacht in der Verwaltung der
Sakramente.“ (Konzil zu Trient, 1562)4
Sieben Sakramente sind von der römisch-katholischen Kirche bestimmt worden:
1. Taufe - „Sakrament der Wiedergeburt“
2. Firmung - „Sakrament der Versiegelung, der Reife und Mannbarkeit“
3. Eucharistie - „Sakrament der Vereinigung mit Christus“
4. Buße - „Sakrament zur Vergebung der Sünden“
5. Ölung - „Sakrament zur Aufrichtung und Stärkung der Seele“
6. Priesterweihe - „Sakrament zur Weiterführung des Priester- und Mittleramtes
Christi“
7. Ehe - „Sakrament zur Mehrung des Gottesvolkes“
Die ersten fünf Sakramente sind zur eigenen geistlichen Vervollkommnung eines jeden
Menschen bestimmt, die letzten beiden zur Leitung und Mehrung der Kirche.
Drei Sakramente - die Taufe, Firmung und Weihe - prägen angeblich der Seele ein
„unzerstörbares Zeichen oder Merkmal ein, das sie von den übrigen unterscheidet“.
Deshalb werden sie an denselben Personen nicht wiederholt. 5 Es wird gelehrt, daß alle
sieben Sakramente von Christus selbst eingesetzt worden seien.6
1.2 Die Wirkung der Sakramente
Die Kirche lehrt, die sieben Sakramente seien die hauptsächlichen Mittel, durch welche
Gott dem Gläubigen die heiligmachende und die helfende Gnade austeile. Darüber hinaus
vermittelt jedes einzelne Sakrament einen besonderen und einzigartigen Segen.
Den Sakramenten wird zugeschrieben, daß sie Gnade „enthalten“.7 Sie sind nicht bloß
symbolischer Ausdruck der Gnade, die Gott an den Gläubigen gibt. Jedes Sakrament ist
vielmehr ein Kanal der göttlichen Gnade, ihre „werkzeugliche Ursache“8. Im Katholizismus
glaubt man, daß Gott seine Gnade mittels der Sakramente und der sachgemäßen
Durchführung des sakramentalen Ritus auf den Katholiken überträgt, „kraft des
vollzogenen Ritus“ selbst, „aufgrund der vollzogenen Handlung“.9
Um durch ein Sakrament Gnade zu empfangen, muß ein Katholik entsprechend
vorbereitet sein. Außer bei Taufe und Beichte muß sich der Katholik im Stand der Gnade
befinden, d.h. er muß bereits über die heiligmachende Gnade in seiner Seele verfügen.
Die Vorbereitung umfaßt weiter ein glaubendes Herz, Besinnung, Gebet und
gegebenenfalls Bußübungen. Wenn jemand diese Anforderungen erfüllt, dann gilt er als
angemessen geneigt oder bereit für einen gültigen oder fruchtvollen Empfang der Gnade
durch das Sakrament. Die Menge der empfangenen Gnade hängt davon ab, wie gut die
Person vorbereitet ist sowie von der Großzügigkeit Gottes.
4 Neuner-Roos, a.a.O., Nr. 519
5 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1121
6 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1114
7 Neuner-Roos, a.a.O., Nr. 511 (unfehlbar)
8 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1084
9 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1127-1128, 1131
Seite 3 von 6
Wie bereits oben gesagt, lehrt die römisch-katholische Kirche, die Sakramente seien
heilsnotwendig.10 Die Taufe, oder zumindest der Wunsch nach ihr, ist für die anfängliche
Rechtfertigung unerläßlich11. Sollte ein Katholik durch eine ernstliche Sünde die Gnade
verlieren, ist zur Wiederherstellung des Gnadenlebens die Beichte notwendig. Firmung,
Krankensalbung und insbesondere die heilige Eucharistie verschaffen Gnade, die zum
Meiden von Bösem und zum Gutestun benötigt wird.
Damit ein Sakrament wirksam wird, müssen einige Bedingungen erfüllt sein:
• Die gültige Materie
• Die korrekte Formulierung
• Die Absicht des Spenders zumindest das tun zu wollen, was die Kirche durch den
Ritus erreichen will.
• Die rechte Bereitung oder Zurüstung des Empfängers.
Sind die ersten 3 Punkte nicht gewährleistet, ist das Sakrament ungültig. Der letzte Punkt
ist ein weitere gravierender Schwachpunkt in der ganzen Lehre der Sakramente. Da
keiner, der das Sakrament empfängt, sich 100%ig sicher sein kann, daß er recht für den
Empfang des Sakramentes bereitet ist, kann er sich nie ganz sicher sein, durch das
Sakrament die nötige Gnade empfangen zu haben. Hat er aber die Gnade Gottes nicht
empfangen, kann er sich seines Heils nicht sicher sein. Daher rührt für jeden treuen
Katholiken die Heilsungewißheit, die in der katholischen Kirche so gelehrt wird:
„Denn wie kein Christ an Gottes Barmherzigkeit ... zweifeln darf, so kann er doch im
Blick auf sich, seine Schwäche und mangelnde Bereitung um seine Begnadung
bangen und fürchten; kann doch keiner mit der Sicherheit des Glaubens, dem kein
Irrtum unterlaufen kann, wissen, daß er Gottes Gnade erlangt.“ (Konzil zu Trient,
1547)12
Die sieben Sakramente sind ein gutes Anschauungsmittel, die die religiösen
Überzeugungen des römisch-katholischen Glaubens durch die sakramentale Handlung
darstellen. Um eine Genauigkeit sicherzustellen, hat die Kirche die Liturgie (die Worte und
Handlungen der Sakramente) standardisiert und vorschriftswidriges Durchführen verboten.
Auf diese Weise bewahren und lehren die Sakramente den römisch-katholischen Glauben.
1.3 Zusammenfassung
Die römisch-katholische Kirche lehrt also, daß die Sakramente
- von Christus selbst eingesetzt wurden,
- von der Kirche verwaltet werden sollen,
- zum Heil notwendig sind,
- Träger der Gnade sind, die sie vermitteln,
- nicht alle von jedem Christen, sondern von geweihten Priestern bzw. Bischöfen
gespendet werden können.
10 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1129
11 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1257-1261, 1277
12 Neuner-Roos, Nr. 804
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2 Die Haltung der Reformatoren
Die Reformatoren haben von den sieben Sakramenten nur zwei, und zwar Taufe und
Abendmahl (Luther hat zusätzlich noch an der „Buße“ als Sakrament festgehalten) gelten
lassen. Über die Bedeutung der Sakramente als Symbole oder Gnadenmittel gingen die
Ansichten der Reformatoren auseinander; wegen der Bedeutung des Abendmahles kam
es sogar zum bekannten Streit zwischen Luther und Zwingli. Bis heute gibt es unter den
Protestanten und Evangelikalen keine einheitliche Auffassung über die Bedeutung von
Taufe und Abendmahl.
2.1 Was lehrt die Bibel über „Sakramente“?
Der Herr Jesus hat seinen Jüngern befohlen, zwei sichtbare, symbolhafte Handlungen
durchzuführen: die Taufe und das Abendmahl. Wir finden keinen Befehl zur Firmung,
Priesterweihe und Letzten Ölung, ebensowenig wird von der Ehe und Buße (im römisch-
katholischen Sinn) als einem „Gnadenmittel“ geredet, so daß wir die Lehren über die
sieben Sakramente als unbiblische Lehren verurteilen müssen.
Bei den Ausführungen zu den einzelnen Sakramenten möchte ich versuchen, eine
biblische Beurteilung zu geben.
2.2 Werden im Neuen Testament „Gnadenmittel“ erwähnt?
Im Neuen Testament ist nur von einem „Mittler“ die Rede, und das ist unser Herr Jesus
Christus.
„Denn Gott ist einer, und einer Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch
Christus Jesus, der sich selbst gab zum Lösegeld für alle“ (1. Tim. 2,5; vgl. auch
Hebr. 4,16; Röm. 3,25; 6,23).
Wenn aus dem Abendmahl etwas anderes als ein Gedächtnis- oder Gemeinschaftsmahl
gemacht wird, in dem Brot und Wein an die Leiden und das Opfer unseres Herrn erinnern,
dann nähert man sich dem Aberglauben.
Wenn aus der Taufe etwas anderes gemacht wird als ein öffentliches Bekenntnis, welches
unser altes Leben verurteilt und unsere Haltung zur Welt und zu Christus deutlich macht,
dann weichen wir von der Bibel ab und stehen in Gefahr, mystische oder magische Lehren
und Praktiken zu verbreiten.
Vielleicht kann man das Wort Gottes ein „Gnadenmittel“ nennen, welches in Verbindung
mit dem Heiligen Geist Licht und Leben vermittelt:
„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes
zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist
...“ (Hebr. 4,12).
„Die ihr nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus
unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“ (1. Petr. 1,23).
Seite 5 von 6
„Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Joh. 6,63).
Allein der Glaube, an Christus wirkt Erlösung und Rechtfertigung; nirgends lesen wir, daß
es Stoffe und Materialien als Träger der Gnade gibt, oder daß Gnade und geistliche
Gaben durch Menschen, Riten oder Zeremonien vermittelt werden.
3 Ein Wort an Katholiken
Die unbiblische katholische Lehre über die Sakramente steht beispielhaft für eine ganze
Reihe von irrtümlichen Lehren, die sich im Laufe der Jahrhundert in die römische Kirche
eingeschlichen haben.
Es ist zwar dankbar anzuerkennen, daß die Kirche von Rom einige wichtige biblischen
Lehren hochhält und verkündigt. Es ist positiv festzustellen, daß sie an der Dreieinigkeit
und der vollen Gottheit von Jesus Christus festhält. Sie bekennt weiterhin die Geburt des
Sohnes Gottes durch eine Jungfrau, seine Fleischwerdung und Auferstehung und seinen
stellvertretenden Tod für uns Menschen am Kreuz.
Es ist jedoch unserer Überzeugung, daß die römische Kirche zu diesen biblischen Lehren
eine Fülle von unfehlbaren Dogmen hinzugefügt hat, die in keiner Weise biblisch
begründet sind. Diese Dogmen müssen von allen Katholiken geglaubt werden, da sie
sonst sie ihres Heiles verlustig werden. Diese unumstößliche Lehren stehen jedoch im
Widerspruch zum biblischen Evangelium und unterminieren letztendlich die volle
Aussagekraft der biblischen Botschaft des Heils durch Jesus Christus.
Als Beispiel für einige der biblische nicht haltbaren Dogmen seien genannt:
• Der Primat des Papstes und seine Unfehlbarkeit
• Die apostolische Sukzession und die Ämterhierarchie
• Das Meßopfer (die Eucharistiefeier)
• Das Fegefeuer
• Die Anerkennung der Apokryphen als Heilige Schrift
• Der Marienkult (Maria sei sündlos geboren, ewige Jungfrau und nach Abschluß ihres
irdischen Laufs in den Himmel aufgefahren; sie sei Himmelskönigin, u.v.a.)
Aufgrund der Aneignung vieler zusätzlicher unbiblischer Lehren, ist es unsere
Überzeugung, daß die katholische Kirche keine wahre Kirche von Jesus Christus ist.
Das heißt nicht, daß es in der katholischen Kirche keine Kinder Gottes geben kann. Es
wäre vermessen, dies zu behaupten, denn es gibt bestimmt tausende von Christen in der
katholischen Kirche, die ganz im reformatorischen Sinn allein auf Christus hoffen und
allein durch den Glauben an Jesus die Vergebung ihrer Sünden empfangen haben. Woran
aber Kritik geübt werden muß, und zwar deutlich, sind die Lehren der römischen Kirche.
Die Lehren können und müssen wir im Licht von Gottes Wort beurteilen.
Seite 6 von 6
Im Geist christlicher Liebe zu den Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche und mit
dankbarer Anerkennung der gesunden biblischen Elemente in ihrer Lehre, bitten wir
deshalb unsere Freunde, die unbiblischen Dogmen der römisch-katholischen Kirche zu
verwerfen und zum gesunden, biblischen Christentum zurückzukehren.
Die falschen Lehren, die einen Schatten auf den Glauben werfen, der einmal allen
Heiligen anvertraut worden ist, müssen von allen verworfen werden, die den Herrn
wahrhaftig lieben.
Literatur:
WOLFGANG BÜHNE, Ich bin auch katholisch - Die Heilige Schrift und die Dogmen der
Kirche, Bielefeld: CLV, 1992
HANS-WERNER DEPPE, Sind Sie auch katholisch?, Bielefeld: CLV, 1996
M. GREEN, „Errettung aus Gnade? Was lehrt die römisch-katholische Kirche?“, in
der Zeitschrift Gemeindegründung, Konferenz für Gemeindegründung, 1/2005
JAMES G. MCCARTHY, Das Evangelium nach Rom, Bielefeld: CLV, 1996
---, Im Gespräch mit Katholiken, Bielefeld: CLV, 2005
H.J. HEGGER, Referate über den Römischen Katholizismus, Schloß Mittersill, 1983
Katechismus der Katholischen Kirche, München: R. Oldenbourg Verlag, 2003
Katholischer Erwachsenen Katechismus, Herausgegeben von der Deutschen
Bischofskonferenz, Bonn: Verband der Diözesen Deutschlands, 1985, 3. Auflage
NEUNER-ROOS, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung,
neubearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, Regensburg: Verlag
Friedrich Pustet, 1971, 12. Auflage
JOHN F. SULLIVAN, Die äußeren Formen der katholischen Kirche, völlig neu
bearbeitet von John G. O´Leary, Aschaffenburg; Paul Pattloch Verlag, 1958
© 2004 CLV Alle Rechte vorbehalten.
Nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt
URL http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/rkk_sakramente_gnadenmittel.pdf
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