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📃 Sich selbst dienen

📃 Sich selbst dienen
In seiner Aufzählung der Sünden, die während der Endzeit - sowohl in der Kirche als auch in der Welt - charakteristisch sind, beginnt Paulus mit: "Die Menschen werden sich selbst lieben." [2. TIM. 3,2] [SLT] Aus dieser "Wurzel" entspringen alle "Zweige", die der Apostel weiter [als Sünden] beim Namen nennt und wenn wir diese "Wurzel" ausrotten, werden die Zweige von selbst absterben. Unsere Augen und Bemühungen sollten stets darauf ausgerichtet sein, denn diese Wurzel [der Sünde] ist so heimtückisch, so trügerisch, dass viele Taten, sogar unsere eigenen, die wir für einen dem Herrn wohlgefälligen Dienst halten, in Wahrheit gar keinem solchen Dienst entsprechen, sondern lediglich Dienst an uns selbst [und damit] reiner Selbstsucht. [Deshalb werden wir wie folgt ermahnt:] "Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid." [2. KOR. 13,5] [SLT] Und um das wahre Motiv unserer Handlungen entdecken zu können, sollte dies auf Basis strengster Maßstäbe erfolgen. Es gibt keine mögliche Handlung, auch bei uns, die nicht aus Selbstsucht entspringen könnte, obwohl das Motiv jeder Tat Güte sein sollte und wir sollten für uns selbst - so genau wie möglich - wissen, ob wir wirklich dem HERRN dienen oder uns selbst.

Jemand mag von einem anderen am Sabbatmorgen gefragt werden: "Besuchst du heute in die Gemeinde?" Und er antwortet: "Nein, ich denke, ich gehe heute nicht, da es keine Predigt geben wird. Wenn es eine Predigt gäbe, würde ich hingehen." Wenn der Prediger dann [doch] kommt, geht er hin und denkt wahrscheinlich, er würde dem HERRN dienen. Aber [in Wahrheit] dient er sich selbst und handelt aus purem Egoismus. Ist es Dein Wunsch, GOTT zu verherrlichen? Hast Du den Wunsch, Deinen Teil dazu beizutragen, dass die Gemeinde ermutigt und gestärkt wird? [Nun] Du kannst dies am Sabbat ebenso gut tun, wenn in Deiner Gemeinde keine Predigt gehalten wird, als  wenn eine stattfindet. Es ist Deine Pflicht, am Sabbat den Versammlungsort aufzusuchen und wenn es [wirklich] Dein Wunsch ist, GOTT zu dienen, wirst Du Dich niemals fragen, ob eine Predigt gehalten wird oder nicht.

Ein anderes Beispiel: Sehr oft, wenn die Möglichkeit besteht, zum Gebet und zur Gemeinschaft zusammenzukommen, haben wir vielleicht gar keine Lust, hinzugehen. Wir wägen eine Weile ab und beschließen, fernzubleiben. Doch im Wissen darum, dass es unsere Pflicht ist zu gehen – im Wissen, dass unsere Anwesenheit erwartet wird – fühlen wir uns zu Hause unruhig und entscheiden uns schließlich doch dafür, hinzugehen, nicht, weil wir es wollen und nicht, weil wir uns darüber freuen, sondern einzig und allein, um von dieser Unruhe frei zu werden und genau das ist Selbstsucht. Wenn wir dann am Versammlungsort eintreffen, wiederholt sich derselbe Vorgang. Wir haben keine Lust zu sprechen oder zu beten, und so warten wir – und warten. Die Versammlung ist fast vorüber, die Zeit ist beinahe abgelaufen und wir haben weder gebetet noch gesprochen. Wir wissen, dass wir das eine oder das andere tun sollten - wir wissen, dass dies von uns erwartet wird, uns ist bewusst, dass wir uns nicht wohlfühlen - und uns auch weiter nicht wohlfühlen können – solange wir es nicht tun. Und so erheben wir uns schließlich und sagen  – nur um uns selbst zu entlasten –  in einer Haltung und einem Tonfall, denen jegliche Spur von Freude fehlt,  etwa: "Es freut mich, hier zu sein." All dies geschieht lediglich, um uns selbst Erleichterung zu verschaffen – und ist somit nichts anderes als Selbstsucht.

Wiederum gibt es solche, die bis kurz vor Quartalsende keinerlei Missionsarbeit verrichten. Da nun nur noch wenig Zeit verbleibt, bis [entsprechende] Berichterstattung erfolgen sollte und sie nichts getan haben, worüber sie berichten könnten, nehmen sie einige Traktate oder Schriften, eilen umher und verteilen diese irgendwo. Dies geschieht jedoch ohne besondere Wertschätzung der kostbare Wahrheit, die sie in Händen halten und ohne eine Last für jene Seelen, für die CHRISTUS starb, vielmehr geschieht es vorrangig – wenn nicht gar ausschließlich – um etwas vorweisen zu können, um sich selbst zufrieden zu stellen und zu entlasten, was somit nichts anderem als Selbstsucht gleichkommt. So könnten wir – und tatsächlich sollten wir – jede Handlung unseres Lebens bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen und für uns selbst erkennen, ob wir [tatsächlich] GOTT dienen oder uns selbst. In dem wir so handeln, werden wir Güte, Wohltätigkeit und willigen Dienst im Dienst unseres Meisters entwickeln und pflegen.

Die Heilige Schrift stellt uns das eine einzige Motiv vor Augen, das allen unseren Dienst bestimmen sollte. Dieses Motiv ist die Liebe zu Christus. Jedes andere Motiv, jeder andere Beweggrund – welcher auch immer – ist zu mangelhaft. Wir sollten uns stets an der einen höchsten Motivation ausrichten. CHRISTUS Selbst hat diese uns Eigenen Worten vor Augen geführt. In Seiner zweimal wiederholten Frage an Petrus – "Liebst du mich?" [JOH. 21,15-17] [SLT] – gibt ER uns die oberste Richtschnur an die Hand, das uns leitende Motiv zu erkennen. Der wahre Sinn dieser Textpassage ist allzu oft verkannt worden, indem man sie lediglich als feinfühligen Hinweis verstand, der Petrus an seine dreifache Verleugnung des Herrn erinnern sollte. Es ist sicher so, dass Petrus diesen Eindruck empfing, jedoch ist ebenso unbestreitbar, dass diesem Text eine tiefere Bedeutung innewohnt, nämlich die, dass der HERR [nicht nur] Petrus sondern auch alle anderen [Jünger] eindringlich, mit zweimaliger Wiederholung fragt: "Liebst du mich?" Und wenn wir diese Frage genau so wie Petrus bejahen können, dann - ja erst dann - sind wir bereit, irgendetwas im Namen Dessen zu tun, "der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut." [OFFB. 1,5] [SLT]

Wenn dann wieder ein Sabbat kommt, wird die Frage nicht lauten: "Soll ich heute in die Gemeinde gehen?" Sie wird lauten: "Liebst du mich?" Und so wird alles wird auf einmal entschieden sein. Wenn die Möglichkeit für [gemeinsames] Gebet oder geselliges Beisammensein besteht, wird es keine Frage mehr geben, ob wir hingehen oder uns falls wir hingehen beteiligen, sondern "Liebst du mich?" wird zur rechten Entscheidung führen. Bei jeder Art von Missionsarbeit wird "Liebst du mich?" die Frage irgendeiner Berichterstattung lange vor Ende des Quartals geklärt haben. Diese alles entscheidende Frage - immer wieder gestellt und immer wieder [richtig] beantwortet - wird Herz und Verstand von aller Selbstsucht befreien und den schönsten Baum der Nächstenliebe pflanzen und wachsen lassen, der reichlich seine süßen Früchte trägt, [nämlich] Freude, Fröhlichkeit, Bereitschaft, Aufgeschlossenheit und Vergnügen in jedem Dienst für den Herrn und so wird GOTT in Seinen Heiligen verherrlicht werden. "Mehr Liebe zu Dir, o Christus! Mehr Liebe zu Dir." [Beginn des Liedes "MORE LOVE TO THEE"  von Elizabeth Prentiss (1856)]

( Alonzo T. Jones, Juni 1888 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon Heute, 18:49
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Alonzo T. Jones bereits vor mehr als 135 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.

Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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