Was glaubst Du wieviele Menschen sich mäßigen wollen und sogar die Einsicht haben, was ihnen schadet.
Und doch gelingt es ihnen nicht. Ein Grund sind physische und psychische Abhängigkeiten, wie hier jeder weiß. Sie anzuklagen und zur Selbstbeherrschung und Mäßigung aufzufordern und ihnen Bibelverse vorlesen, - ist da nicht hilfreich. Ich gehe da nicht mit. Da braucht es sehr viel mehr als Theorien und Appelle.
📃 Wahre Mäßigkeit ist Selbstbeherrschung
Heute, 18:58
📃 Wahre Mäßigkeit ist Selbstbeherrschung
Heute, 18:58
📃 Wahre Mäßigkeit ist Selbstbeherrschung
Wahre Mäßigkeit ist Mäßigkeit in allen Dingen. In einer Sache maßvoll und in anderen unmäßig, ist überhaupt keine Mäßigkeit. Dies wird umso deutlicher, wenn man – wie es eigentlich immer der Fall sein sollte – versteht, dass Mäßigung Selbstbeherrschung ist. Was auch es auch immer sein mag, worin eine Person nicht die Kontrolle, die Herrschaft über sich selbst hat, in genau dem Umfang ist sie unmäßig. So wird auf einen Blick deutlich, dass ein Praktizierung von Mäßigkeit nicht vollendet ist, wenn eine Person lediglich den Gebrauch starker Getränke aufgegeben hat. Jemand mag vielleicht noch nie einen Tropfen Spirituosen oder Malzgetränke angerührt haben, und doch kann er in vielerlei Hinsicht maßlos sein. In vielen Dingen hat er möglicherweise keine Selbstbeherrschung.
Es gibt eine Menge von Menschen, die keine Kontrolle über ihr Temperament haben. Sie sind [oft] jähzornig wie ein Blitz. Auf diese Weise haben sie kaum irgendeine Kontrolle über sich selbst. Sie sind unmäßig. Andere gibt es zu Tausenden, die von ihren Leidenschaften beherrscht werden, wie beispielsweise der [der Statthalter] Felix, vor dem und mit dem Paulus redete über "Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht." [APG.24,25] [SLT] Solche sind unmäßig. Wieder andere werden von ihren Begierden beherrscht – von Dingen, die an sich völlig erlaubt sind, durch welche sich aber Tausende Menschen beherrschen lassen, anstatt selbst die Kontrolle zu übernehmen und eigenverantwortlich zu handeln. Diese sind unmäßig. Noch andere wiederum lassen das Verlangen nach Gewinn herrschen und sich zu vielen törichten und schädlichen Dingen hinreißen. Alle diese sind unmäßig.
So ist es in allen Dingen, in jeder Lebensphase. Anstatt sich selbst zu regieren, lassen sie sich von irgendeiner bösen, sündigen Sache beherrschen. Der eine wird von starkem Getränk kontrolliert, ein anderer von unreinen Gedanken und lüsternen Begierden, ein anderer von einer unersättlichen Appetit und so weiter durch die lange Liste menschlicher Schwächen. Alle sind unmäßig. Jedem fehlt etwas von jener Selbstbeherrschung, die er sich selbst schuldet, indem er seinen Platz als wahrhaft männlicher Mann oder weibliche Frau in der Welt einnimmt. Keiner von uns besitzt so viel, womit er sich gegenüber seinen Mitmenschen rühmen könnte.
"Glückselig, wer sich selbst nicht verurteilt in dem, was er gutheißt!" [RÖ. 14,22] [SLT] Es ist völlig erlaubt zu essen und zu trinken. Wie könnte jemand ohne das leben? Doch das Menschengeschlecht hat von dem ersten Paar an, durch die Weltgeschichte hindurch sich selbst verurteilt in jener Sache, die an sich eine von Gottes guten Gaben an die Menschen ist. GOTT schuf Mann und Frau zusammen in der Welt. ER Selbst stiftete die Ehe und umgab sie mit Seinen Eigenen heiligen Verordnungen. ER schuf Mann und Frau mit sozialen Eigenschaften, fähig, die soziale Beziehung mit den von IHM eingesetzten Verordnungen zu genießen und gegenseitig davon zu profitieren. Doch dass Mann und Frau sich selbst hinsichtlich dieser - an sich völlig erlaubten - Beziehungen verurteilen, stellte nicht das geringste der Übel der menschlichen Existenz dar. Der HERR weist an, dass die Menschen in ihrer Arbeit fleißig sein sollen und Wohlstand ist das unvermeidliche Ergebnis eines solchen Wandels. Doch anstatt unter Gottes Führung einen geradlinigen Kurs einzuhalten, lassen sich Menschen vom Wohlstand dazu verleiten, ihn um seiner selbst willen zu lieben und verurteilen sich so hinsichtlich einer Sache, die an sich nicht nur durchaus zulässig, sondern sogar höchst lobenswert ist. Bezüglich all dieser Dingen sollten wir unbedingt die eigene Kontrolle behalten, sonst werden wir immer das sein, was wir schon immer waren, nämlich Sklaven, die verkauft wurden, um unter der willkürlichen und grausamen Herrschaft eines pervertierten Verlangens oder eines unheiligen Ehrgeizes zu dienen.
Aus diesem Grund werden wir in der Schrift so oft ermahnt, Selbstbeherrschung, bzw. Mäßigkeit, zu üben. Was sagt der große Apostel [Paulus] über den "Glauben an Christus"? [APG. 24,24] Er spricht von "Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht." Wie ruft er Menschen zum Wettlauf um einen "unvergänglichen Siegeskranz" [1. KOR. 9,25] auf? Indem er die wichtigste Wettkampfregel [wie folgt] darlegt: "Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem." [1. KOR. 9,25] [SLT] Welche Anweisungen gibt Paulus, bezüglich jemanden, dem Sorge für die Herde Gottes anvertraut werden soll? Zu den notwendigen Eigenschaften gehört, dass er "enthaltsam" [TIT. 1,8] [ELB] ist. Auf was verweist der Apostel hinsichtlich der "Frucht des Geistes" Gottes? Er bezeugt, dass diese Frucht "Selbstbeherrschung" [GAL. 5,23] [SLT] beinhaltet. Was sagt Petrus darüber, wie uns "der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus reichlich gewährt werden wird?" [2. PETR. 1,11] [SLT] Er sagt: "Wendet wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit." [2. PETR. 1,5-6] [LUT2017] Was bezeugt CHRISTUS Selbst, bezüglich derer, die Seine Nachfolger sein würden? ER sagt: "Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach." [LUK. 9,23]
Das entspricht wahrer Mäßigkeit. Ohne sie ist der Mensch nicht er selbst. Ohne sie ist er nicht der ganze Mensch, den GOTT sich für ihn wünscht und der er sein muss, um das volle, ausgewogene Maß all seiner Kräfte genießen zu können.
Daraus folgt, dass ein Mensch, wenn er in allen Dingen Herr über sich selbst sein will, die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über seinen eigenen Willen besitzen muss. Paulus sagte über die Erfahrung des [gefallenen] Menschengeschlechts das Folgende: "Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht." [RÖ. 7,18] [SLT] Jeder Mensch ist bereit, bestimmte Dinge zu tun und tut sie auch, aber dem hohen Maßstab seines [eigenen] Wollens zu entsprechen, schlägt fehl. Er nimmt sich vieles vor, vermag aber [dann] nicht seinem Vorsatz gerecht zu werden. Der Wille, es besser zu machen, ist bei [nahezu] jedem Menschen stets vorhanden, dennoch gelingt kein besseres Handeln. Wie umgesetzt werden kann, was das eigene bessere Urteilsvermögen und die ehrliche Überzeugung als das Richtige vorgeben, wird nicht erkannt.
Das einzige Problem bei all diesem Versagen ist, dass die Menschen nicht uneingeschränkt über ihren eigenen Willen verfügen. Schlechte Gewohnheiten und maßlose Praktiken zerstören den Willen, sie machen die Kraft unwirksam, das zu tun, was der Verstand bereitwillig als richtig und angemessen anerkennt. Die Menschen davon zu überzeugen, was richtig ist, ist immer die einfachste Aufgabe eines Reformers, während die schwierigste Aufgabe immer darin besteht, sie dahin zu bringen, dass sie das tun, was sie als richtig erkennen. Für Gesundheitsreformer ist es ist es oft nicht schwer, die Menschen davon zu überzeugen, dass der Genuss alkoholischer Getränke schädlich ist und dass das einzig Richtige darin besteht, ganz darauf zu verzichten, die große Aufgabe besteht jedoch darin, sie dazu zu bringen, für immer ganz darauf zu verzichten. Es ist überhaupt nicht schwer, die Menschen davon zu überzeugen, dass Tabakkonsum nur nur schadet, ja dass er durchweg - ohne einen einzigen positiven Aspekt - schädlich ist. Aber es ist die schwerste aller Aufgaben, Menschen dazu zu bringen, damit aufzuhören, sogar wenn sie sich selbst eingestehen, dass sie damit aufhören sollten. So verhält es sich auch mit dem Mann oder der Frau, die Opium, Arsen oder Morphin konsumieren oder irgendeiner anderen falschen Gewohnheit verfallen sind.
Und doch sind [fast] alle bereit zu sagen: "Ach, ich könnte damit aufhören, wenn ich nur wollte!" Ja, das stimmt, aber sie tun es nicht. Wie dies ein älterer Herr - der ein eingefleischter Tabakkonsument gewesen war und schließlich wirklich aufgehört hatte - so ausdrückte: "Ich habe immer gesagt, ich könnte damit aufhören, wenn ich wollte, aber ich war nicht in der Lage zu wollen." Diese einfache Aussage verbirgt ganze Philosophiebände. Menschen können schlechte Gewohnheiten aufgeben, wenn sie es wollen, aber sie vermögen nicht es zu wollen. Menschen können das Richtige tun, wenn sie es nur wollen, aber sie sind unfähig zu wollen. Ihnen ist möglich zu sagen "ich will", aber sie vermögen nicht, das "ich will" zu tun. Diese Wahrheit wurde vor einigen Jahren in einem Artikel in der Gesundheitsrubrik des NEW YORK INDEPENDENT hervorragend veranschaulicht. Bei der Erörterung des Themas "Stimulanzien und Betäubungsmittel im Zusammenhang mit der Gesundheit" bezog sich der Autor auf Menschen, die durch den Konsum dieser Substanzen versklavt wurden und bemerkte dann: "Wenn wir jemals Traurigkeit in dieser Welt gesehen haben, dann im Fall derer, die sich dieses fesselnden Zaubers bewusst sind und sich dennoch unfähig fühlen, sich aus den Fallstricken des Gegners zu befreien. . . Wir glauben nicht, dass uns etwas widerfahren ist, das über die Erfahrungen der meisten Praktizierenden hinausgeht, doch erschaudern wir fast, wenn wir uns an einen Fall nach dem anderen erinnern, in denen das Leben durch diesen schrecklichen Betrug belastet und ganze Familien in diese heimliche Krankheit verwickelt wurden. Es gibt nur wenige Heilmittel, es sei denn, der Wille selbst wird zu einer festen Entschlossenheit aufgerüttelt und dann für eine Zeit lang gestärkt und mit einem anderen Willen verbunden, der stärker ist als er selbst."
Das ist wahr. Und ob es nun viele oder wenige Heilmittel gibt, dies ist das einzige, das sicher wirkt. Aber es ist auch wahr, dass ohne menschlichen Willen kein Wille in irgendeinem ausreichenden Maße gestärkt oder verbunden werden kann. Es mag einen stärkeren menschlichen Willen geben, und durch diesen kann der schwache Wille in gewissem Sinne durch persönliche Ermutigung und aufmerksame Hilfestellung gestärkt werden, aber eben nur, solange dieser stärkere Wille vorhanden ist. Doch selbst dann kann es keine Verbindung der Willen geben, durch die der schwächere Wille wirklich durch die Kraft des stärkeren belebt würde. Das ist eine unmögliche Verbindung zwischen menschlichen Willen. Unter solchen Umständen ist das Effelivste, was überhaupt getan werden kann, dass der schwächere Wille vom stärkeren ermutigt und behütet wird, bis er von selbst seine verlorene Kraft wiedererlangt. Doch das reicht bei weitem nicht aus und daher kann dieser Weg niemals sichere Ergebnisse garantieren.
Es ist weitaus mehr notwendig, wenn die verschwendeten Kräfte des Willens jemals wiederhergestellt werden sollen. Wie bereits dargelegt, wäre es erforderlich, dass der stärkere Wille stets gegenwärtig und gleichzeitig so mit dem geschwächten Willen verbunden ist, dass dieser durch die Kraft, die ihm der stärkere Willen vermittelt, tatsächlich belebt und erneuert wird. Es liegt auf der Hand, dass ein solches Heilmittel sich als wirksam und dauerhaft erweisen würde. Und es gibt ein solches, das jeder gefangenen Seele bereitwillig angeboten wird. Es findet sich allein im Willen des Herrn Jesus Christus. Es gibt einen Willen, mit dem jeder geschwächte und gefangene Wille auf Erden durch den Glauben gestärkt und verbunden werden kann und zwar in einem solchen Maße, dass er, der zuvor ein kämpfendes, verzweifeltes Opfer war, verwandelt und in die herrliche Freiheit eines Siegers versetzt wird, in einem solchen Maße, dass die gefangene Seele, die zuvor nur ausrufen konnte: "Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?" [RÖ. 7,24] [ELB] nun frei und freudig ausrufen kann: "Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!" [RÖ. 7,25] [ELB] Und so wirkt GOTT in CHRISTUS in uns "das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen." [PHIL. 2,13] CHRISTUS ist der große Arzt, der in jeder Schwäche Kraft, in jedem Leiden das Heilmittel, jedem Sklaven Freiheit und jedem Kämpfer den Sieg schenkt. Nur durch IHN kann jeder Mensch Herr über sich selbst werden, und nur so können wir in allen Dingen mäßig sein.
Aber außerhalb von CHRISTUS - DER das Maß aller Vollkommenheit erfüllte - kann dies niemand erreichen. Der HERR tat dies als Mensch, damit der Mensch es in IHM tun könne. Außerhalb von IHM ist der Mensch nicht er selbst, wie er es sein sollte, noch wie GOTT ihn haben möchte, er ist behindert durch die Last eigener falscher Neigungen, die ihm angeboren oder von ihm erworben wurden und aus eigener Kraft kann er sich nicht zur vollen Würde eines Menschen erheben. Doch in CHRISTUS werden seine verlorenen Kräfte wiederhergestellt, er gewinnt die Stärke zurück, die er braucht, um sich selbst vollständig zu beherrschen. In CHRISTUS und in IHM allein kann der Mensch gewiss die Herrschaft über sich selbst erlangen und so in der Ausübung wahrer Enthaltsamkeit – in der Selbstbeherrschung – Erfolg haben. Dann wird er für immer sein eigener freier Mensch und Christi Diener sein.
( Alonzo T. Jones, März 1888 )
Es gibt eine Menge von Menschen, die keine Kontrolle über ihr Temperament haben. Sie sind [oft] jähzornig wie ein Blitz. Auf diese Weise haben sie kaum irgendeine Kontrolle über sich selbst. Sie sind unmäßig. Andere gibt es zu Tausenden, die von ihren Leidenschaften beherrscht werden, wie beispielsweise der [der Statthalter] Felix, vor dem und mit dem Paulus redete über "Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht." [APG.24,25] [SLT] Solche sind unmäßig. Wieder andere werden von ihren Begierden beherrscht – von Dingen, die an sich völlig erlaubt sind, durch welche sich aber Tausende Menschen beherrschen lassen, anstatt selbst die Kontrolle zu übernehmen und eigenverantwortlich zu handeln. Diese sind unmäßig. Noch andere wiederum lassen das Verlangen nach Gewinn herrschen und sich zu vielen törichten und schädlichen Dingen hinreißen. Alle diese sind unmäßig.
So ist es in allen Dingen, in jeder Lebensphase. Anstatt sich selbst zu regieren, lassen sie sich von irgendeiner bösen, sündigen Sache beherrschen. Der eine wird von starkem Getränk kontrolliert, ein anderer von unreinen Gedanken und lüsternen Begierden, ein anderer von einer unersättlichen Appetit und so weiter durch die lange Liste menschlicher Schwächen. Alle sind unmäßig. Jedem fehlt etwas von jener Selbstbeherrschung, die er sich selbst schuldet, indem er seinen Platz als wahrhaft männlicher Mann oder weibliche Frau in der Welt einnimmt. Keiner von uns besitzt so viel, womit er sich gegenüber seinen Mitmenschen rühmen könnte.
"Glückselig, wer sich selbst nicht verurteilt in dem, was er gutheißt!" [RÖ. 14,22] [SLT] Es ist völlig erlaubt zu essen und zu trinken. Wie könnte jemand ohne das leben? Doch das Menschengeschlecht hat von dem ersten Paar an, durch die Weltgeschichte hindurch sich selbst verurteilt in jener Sache, die an sich eine von Gottes guten Gaben an die Menschen ist. GOTT schuf Mann und Frau zusammen in der Welt. ER Selbst stiftete die Ehe und umgab sie mit Seinen Eigenen heiligen Verordnungen. ER schuf Mann und Frau mit sozialen Eigenschaften, fähig, die soziale Beziehung mit den von IHM eingesetzten Verordnungen zu genießen und gegenseitig davon zu profitieren. Doch dass Mann und Frau sich selbst hinsichtlich dieser - an sich völlig erlaubten - Beziehungen verurteilen, stellte nicht das geringste der Übel der menschlichen Existenz dar. Der HERR weist an, dass die Menschen in ihrer Arbeit fleißig sein sollen und Wohlstand ist das unvermeidliche Ergebnis eines solchen Wandels. Doch anstatt unter Gottes Führung einen geradlinigen Kurs einzuhalten, lassen sich Menschen vom Wohlstand dazu verleiten, ihn um seiner selbst willen zu lieben und verurteilen sich so hinsichtlich einer Sache, die an sich nicht nur durchaus zulässig, sondern sogar höchst lobenswert ist. Bezüglich all dieser Dingen sollten wir unbedingt die eigene Kontrolle behalten, sonst werden wir immer das sein, was wir schon immer waren, nämlich Sklaven, die verkauft wurden, um unter der willkürlichen und grausamen Herrschaft eines pervertierten Verlangens oder eines unheiligen Ehrgeizes zu dienen.
Aus diesem Grund werden wir in der Schrift so oft ermahnt, Selbstbeherrschung, bzw. Mäßigkeit, zu üben. Was sagt der große Apostel [Paulus] über den "Glauben an Christus"? [APG. 24,24] Er spricht von "Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht." Wie ruft er Menschen zum Wettlauf um einen "unvergänglichen Siegeskranz" [1. KOR. 9,25] auf? Indem er die wichtigste Wettkampfregel [wie folgt] darlegt: "Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem." [1. KOR. 9,25] [SLT] Welche Anweisungen gibt Paulus, bezüglich jemanden, dem Sorge für die Herde Gottes anvertraut werden soll? Zu den notwendigen Eigenschaften gehört, dass er "enthaltsam" [TIT. 1,8] [ELB] ist. Auf was verweist der Apostel hinsichtlich der "Frucht des Geistes" Gottes? Er bezeugt, dass diese Frucht "Selbstbeherrschung" [GAL. 5,23] [SLT] beinhaltet. Was sagt Petrus darüber, wie uns "der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus reichlich gewährt werden wird?" [2. PETR. 1,11] [SLT] Er sagt: "Wendet wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit." [2. PETR. 1,5-6] [LUT2017] Was bezeugt CHRISTUS Selbst, bezüglich derer, die Seine Nachfolger sein würden? ER sagt: "Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach." [LUK. 9,23]
Das entspricht wahrer Mäßigkeit. Ohne sie ist der Mensch nicht er selbst. Ohne sie ist er nicht der ganze Mensch, den GOTT sich für ihn wünscht und der er sein muss, um das volle, ausgewogene Maß all seiner Kräfte genießen zu können.
Daraus folgt, dass ein Mensch, wenn er in allen Dingen Herr über sich selbst sein will, die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über seinen eigenen Willen besitzen muss. Paulus sagte über die Erfahrung des [gefallenen] Menschengeschlechts das Folgende: "Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht." [RÖ. 7,18] [SLT] Jeder Mensch ist bereit, bestimmte Dinge zu tun und tut sie auch, aber dem hohen Maßstab seines [eigenen] Wollens zu entsprechen, schlägt fehl. Er nimmt sich vieles vor, vermag aber [dann] nicht seinem Vorsatz gerecht zu werden. Der Wille, es besser zu machen, ist bei [nahezu] jedem Menschen stets vorhanden, dennoch gelingt kein besseres Handeln. Wie umgesetzt werden kann, was das eigene bessere Urteilsvermögen und die ehrliche Überzeugung als das Richtige vorgeben, wird nicht erkannt.
Das einzige Problem bei all diesem Versagen ist, dass die Menschen nicht uneingeschränkt über ihren eigenen Willen verfügen. Schlechte Gewohnheiten und maßlose Praktiken zerstören den Willen, sie machen die Kraft unwirksam, das zu tun, was der Verstand bereitwillig als richtig und angemessen anerkennt. Die Menschen davon zu überzeugen, was richtig ist, ist immer die einfachste Aufgabe eines Reformers, während die schwierigste Aufgabe immer darin besteht, sie dahin zu bringen, dass sie das tun, was sie als richtig erkennen. Für Gesundheitsreformer ist es ist es oft nicht schwer, die Menschen davon zu überzeugen, dass der Genuss alkoholischer Getränke schädlich ist und dass das einzig Richtige darin besteht, ganz darauf zu verzichten, die große Aufgabe besteht jedoch darin, sie dazu zu bringen, für immer ganz darauf zu verzichten. Es ist überhaupt nicht schwer, die Menschen davon zu überzeugen, dass Tabakkonsum nur nur schadet, ja dass er durchweg - ohne einen einzigen positiven Aspekt - schädlich ist. Aber es ist die schwerste aller Aufgaben, Menschen dazu zu bringen, damit aufzuhören, sogar wenn sie sich selbst eingestehen, dass sie damit aufhören sollten. So verhält es sich auch mit dem Mann oder der Frau, die Opium, Arsen oder Morphin konsumieren oder irgendeiner anderen falschen Gewohnheit verfallen sind.
Und doch sind [fast] alle bereit zu sagen: "Ach, ich könnte damit aufhören, wenn ich nur wollte!" Ja, das stimmt, aber sie tun es nicht. Wie dies ein älterer Herr - der ein eingefleischter Tabakkonsument gewesen war und schließlich wirklich aufgehört hatte - so ausdrückte: "Ich habe immer gesagt, ich könnte damit aufhören, wenn ich wollte, aber ich war nicht in der Lage zu wollen." Diese einfache Aussage verbirgt ganze Philosophiebände. Menschen können schlechte Gewohnheiten aufgeben, wenn sie es wollen, aber sie vermögen nicht es zu wollen. Menschen können das Richtige tun, wenn sie es nur wollen, aber sie sind unfähig zu wollen. Ihnen ist möglich zu sagen "ich will", aber sie vermögen nicht, das "ich will" zu tun. Diese Wahrheit wurde vor einigen Jahren in einem Artikel in der Gesundheitsrubrik des NEW YORK INDEPENDENT hervorragend veranschaulicht. Bei der Erörterung des Themas "Stimulanzien und Betäubungsmittel im Zusammenhang mit der Gesundheit" bezog sich der Autor auf Menschen, die durch den Konsum dieser Substanzen versklavt wurden und bemerkte dann: "Wenn wir jemals Traurigkeit in dieser Welt gesehen haben, dann im Fall derer, die sich dieses fesselnden Zaubers bewusst sind und sich dennoch unfähig fühlen, sich aus den Fallstricken des Gegners zu befreien. . . Wir glauben nicht, dass uns etwas widerfahren ist, das über die Erfahrungen der meisten Praktizierenden hinausgeht, doch erschaudern wir fast, wenn wir uns an einen Fall nach dem anderen erinnern, in denen das Leben durch diesen schrecklichen Betrug belastet und ganze Familien in diese heimliche Krankheit verwickelt wurden. Es gibt nur wenige Heilmittel, es sei denn, der Wille selbst wird zu einer festen Entschlossenheit aufgerüttelt und dann für eine Zeit lang gestärkt und mit einem anderen Willen verbunden, der stärker ist als er selbst."
Das ist wahr. Und ob es nun viele oder wenige Heilmittel gibt, dies ist das einzige, das sicher wirkt. Aber es ist auch wahr, dass ohne menschlichen Willen kein Wille in irgendeinem ausreichenden Maße gestärkt oder verbunden werden kann. Es mag einen stärkeren menschlichen Willen geben, und durch diesen kann der schwache Wille in gewissem Sinne durch persönliche Ermutigung und aufmerksame Hilfestellung gestärkt werden, aber eben nur, solange dieser stärkere Wille vorhanden ist. Doch selbst dann kann es keine Verbindung der Willen geben, durch die der schwächere Wille wirklich durch die Kraft des stärkeren belebt würde. Das ist eine unmögliche Verbindung zwischen menschlichen Willen. Unter solchen Umständen ist das Effelivste, was überhaupt getan werden kann, dass der schwächere Wille vom stärkeren ermutigt und behütet wird, bis er von selbst seine verlorene Kraft wiedererlangt. Doch das reicht bei weitem nicht aus und daher kann dieser Weg niemals sichere Ergebnisse garantieren.
Es ist weitaus mehr notwendig, wenn die verschwendeten Kräfte des Willens jemals wiederhergestellt werden sollen. Wie bereits dargelegt, wäre es erforderlich, dass der stärkere Wille stets gegenwärtig und gleichzeitig so mit dem geschwächten Willen verbunden ist, dass dieser durch die Kraft, die ihm der stärkere Willen vermittelt, tatsächlich belebt und erneuert wird. Es liegt auf der Hand, dass ein solches Heilmittel sich als wirksam und dauerhaft erweisen würde. Und es gibt ein solches, das jeder gefangenen Seele bereitwillig angeboten wird. Es findet sich allein im Willen des Herrn Jesus Christus. Es gibt einen Willen, mit dem jeder geschwächte und gefangene Wille auf Erden durch den Glauben gestärkt und verbunden werden kann und zwar in einem solchen Maße, dass er, der zuvor ein kämpfendes, verzweifeltes Opfer war, verwandelt und in die herrliche Freiheit eines Siegers versetzt wird, in einem solchen Maße, dass die gefangene Seele, die zuvor nur ausrufen konnte: "Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?" [RÖ. 7,24] [ELB] nun frei und freudig ausrufen kann: "Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!" [RÖ. 7,25] [ELB] Und so wirkt GOTT in CHRISTUS in uns "das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen." [PHIL. 2,13] CHRISTUS ist der große Arzt, der in jeder Schwäche Kraft, in jedem Leiden das Heilmittel, jedem Sklaven Freiheit und jedem Kämpfer den Sieg schenkt. Nur durch IHN kann jeder Mensch Herr über sich selbst werden, und nur so können wir in allen Dingen mäßig sein.
Aber außerhalb von CHRISTUS - DER das Maß aller Vollkommenheit erfüllte - kann dies niemand erreichen. Der HERR tat dies als Mensch, damit der Mensch es in IHM tun könne. Außerhalb von IHM ist der Mensch nicht er selbst, wie er es sein sollte, noch wie GOTT ihn haben möchte, er ist behindert durch die Last eigener falscher Neigungen, die ihm angeboren oder von ihm erworben wurden und aus eigener Kraft kann er sich nicht zur vollen Würde eines Menschen erheben. Doch in CHRISTUS werden seine verlorenen Kräfte wiederhergestellt, er gewinnt die Stärke zurück, die er braucht, um sich selbst vollständig zu beherrschen. In CHRISTUS und in IHM allein kann der Mensch gewiss die Herrschaft über sich selbst erlangen und so in der Ausübung wahrer Enthaltsamkeit – in der Selbstbeherrschung – Erfolg haben. Dann wird er für immer sein eigener freier Mensch und Christi Diener sein.
( Alonzo T. Jones, März 1888 )

Jetzt
Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:
https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/
Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.
Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.