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📃 Die Schlüssel des Himmelreichs

📃 Die Schlüssel des Himmelreichs
Im vorherigen Artikel  haben wir auf Basis des ersten Teils von Matthäus 16,18 herausgefunden, was der Fels ist, auf dem die Gemeinde gebaut ist, und wie wir auf diesem bauen können, nämlich indem wir von Herzen den Worten Christi gehorchen, dem wahren Fundament. Wir möchten nun, gemäß unserer Zusage, Vers 19 betrachten, doch zunächst wollen wir auf die folgende Aussage eingehen: "... und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Der Begriff "Hölle" - [im Griechischen] "hades" - steht für das Grab, wie es [auch] die revidierte Fassung [der King James] korrekt wiedergibt. Wieso, vermögen "die Pforten der Hölle, die Gemeinde nicht überwältigen"? Es geht dabei nicht um Kriegführung, denn Pforten kämpfen nicht und siegen nicht, aber sie können Menschen einschließen - so fest, dass niemand, der sich darin befindet, entkommen kann - und so über sie die Oberhand gewinnen. Die Aussage des Textes ist die, dass die Pforten des Grabes die Gemeinde Christi nicht überwältigen sollen.  

Warum nicht? – Weil die Gemeinde auf CHRISTUS gebaut ist. Sie ist so fest mit IHM verbunden, dass Fundament und Aufbau eins sind. Daher muss alles, was das Fundament betrifft, ebenso das Bauwerk betreffen. Das Fundament nimmt in diesem Fall dieselbe Beziehung zum Bauwerk ein wie das Haupt zum Leib, und was das Haupt teilt, teilt der Leib mit ihm. Wohin das Haupt geht, geht der Leib. Die Mitglieder der Gemeinde sind Miterben Christi. Nun bezeugt CHRISTUS von Sich Selbst: "Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades." [OFFB. 1,18] [ELB] Bezüglich Tod und Grab war es "unmöglich" das CHRISTUS von ihnen "festgehalten wurde." [APG. 2,24] Daher können sie auch jene nicht festhalten, die auf IHM erbaut und mit IHM vereinigt sind. Weil ER lebt, werden auch sie leben. Dies stimmt mit der Vorstellung überein, dass CHRISTUS "die Auferstehung und das Leben ist." [JOH. 11,25] Das Grab ist nur ein Zwischenstadium im Leben der Seinen, es besitzt keine Macht über sie. Diese selbstbewusste Ausdrucksweise wäre jedoch nicht möglich, wenn Petrus das Fundament der Kirche wäre. Er konnte [ja] nicht einmal sich selbst retten, sondern ist - wie alle anderen Sterblichen auch - in Bezug auf das Leben von CHRISTUS abhängig.

[Doch nun zur eigentlichen Betrachtung von Vers 19:] "Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein." [MATTH. 16,19] [LUT2017]

[Bezüglich seiner Aussage] sollte zunächst überlegt werden, worin die Schlüssel des Himmelreichs bestehen. Ein Schlüssel ist etwas, womit man auf- oder zuschliessen kann. Ein Schlüssel befähigt uns, Zugang zu einem Ort erlangen oder einen Sachverhalt zu verstehen. [Nun] was öffnet den Himmel für die Menschheit und befähigt uns, GOTT zu verstehen? – Offensichtlich das Evangelium und nichts anderes. Paulus schreibt, dass CHRISTUS "den Tod zunichtegemacht, aber Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium." [2. TIM. 1,10] [ELB] Ewiges Leben steht für alle himmlischen Segnungen, da sie alle umfasst. Es ist die Gabe Gottes durch CHRISTUS, unseren HERRN.  

CHRISTUS erklärt Sich Selbst als DEN, "der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, und der zuschließt, und niemand tut auf." [OFFB. 3,7] [LUT2017] In Jesaja lesen wir: "Neigt euer Ohr und kommt zu mir! Hört, und eure Seele wird leben! Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen, ⟨getreu⟩ den unverbrüchlichen Gnadenerweisen an David. – Siehe, ich habe ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt, zum Fürsten und Gebieter von Völkerschaften." [JES. 55,3-4] [ELB] Die unverbrüchlichen Gnadenerweise an David entsprechen den Segnungen, die uns durch CHRISTUS - den Sohn Davids - zugesichert werden.

Während das Evangelium den Himmel für Menschen öffnet, schließt es jedoch jene aus, die es verwerfen. Der Apostel Paulus schreibt [diesbezüglich]:  "Gott sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christo und offenbart den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten!Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden: diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben." [2. KOR. 2,14-16] So öffnet und schließt das Evangelium.

Es scheint daher offensichtlich, dass CHRISTUS, als ER im Begriff war, Petrus und dessen Gefährten das Evangelium anzuvertrauen, dieses meinte als ER sagte: "Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben." Aber worauf bezieht sich das Binden und Lösen auf Erden und das Gebunden- oder Gelöstsein im Himmel? Ein Text in Jeremia sollte helfen, es zu verstehen. In dem Bericht über die Berufung des Propheten ist zu lesen: "Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an; und der HERR sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund! Siehe, ich setze dich am heutigen Tag über die Völker und über die Königreiche ein, um auszurotten und niederzureißen, und um zu zerstören und abzubrechen, um zu bauen und zu pflanzen." [JER. 1,9-10] [SLT]

Jeremia war nur ein Mensch, aber mit wunderbarer Kraft ausgestattet. Er empfing so mächtige Worte, wie sie auch zu Petrus gesprochen wurden. Nun, wie sollte er Königreiche "ausrotten, niederzureißen, zerstören und abzubrechen und bauen und pflanzen?" Einfach durch das Wort des Herrn, das er sprechen würde. Ein Prophet entspricht einfach dem Mund Gottes. Er äußert nichts aus sich selbst, sondern nur das, was GOTT durch ihn redet und bewahrt dennoch seine Individualität, sodass die Worte seine eigenen sind. Er ist [auf diese Weise] ganz Mensch und ganz Gott. Die Worte des Menschen sind auch die Worte Gottes, und was auch immer er auf Erden spricht, gleicht einer Verordnung des Himmels. Alles, was er auf Erden bindet oder löst, ist [somit auch] im Himmel gebunden oder gelöst.

Genau das, traf auch für die Apostel zu. Am Pfingsttag, als der Heilige Geist auf sie kam, fingen sie an "in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab." [APG. 2,4] [SLT] Wir haben im vorhergehenden Artikel bereits das Zeugnis des Paulus zitiert, dass er - indem er das Evangelium bekannt machte - [wie folgt] redete: "nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind." [1. KOR. 2,13] [SLT]   Dasselbe Wort Gottes, das Jeremia und Jesaja gegeben wurde, wurde den Aposteln anvertraut. Petrus zitierte nach Jesaja die Aussage: "Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie die Blume des Grases. Das Gras ist verdorrt und seine Blume abgefallen; aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.«" Dann fügt er hinzu: "Das ist aber das Wort, welches euch als Evangelium verkündigt worden ist." [1. PETR.1,24-25] [SLT]So wie Jeremia als Sprachrohr Gottes Völker "zerstören und bauen" konnte, konnten auch die Apostel - mit den Worten Christi im Munde, entsprechend dem Willen des Himmels - binden und lösen. Die Handlungen der Menschen waren in solchen Fällen nicht die Handlungen von Menschen, sondern die Taten Gottes. Menschen waren einfach die Mundstücke Seiner gerechten Beschlüsse. 

Aber wie verhält es sich damit, dass die Worte Christi direkt an Petrus gerichtet waren? Es besteht kein Zweifel, dass Petrus unter den Aposteln eine hervorragende Stellung einnahm. Er war ein natürlicher Führer und sprach oft für die anderen. Darüber hinaus war er ein Pionier des Evangeliumsdienstes. Während des Konzils zu Jerusalem sagte er: "Ihr Brüder, ihr wisst, dass Gott ⟨mich⟩ vor langer Zeit unter euch auserwählt hat, dass die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten." [APG. 15,7] [ELB] Doch obwohl er der Erste war, der zu den Heiden predigte, war sein besonderes Werk eines unter den Juden, wie wir von Paulus bezüglich desselben Konzils lesen: " ... als sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut war ebenso wie Petrus das für die Beschnittenen  – denn der, der in Petrus zum Apostelamt für die Beschnittenen wirksam war, war auch in mir für die Nationen wirksam –, und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben worden ist, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas den Handschlag der Gemeinschaft, damit wir unter die Nationen ⟨gingen⟩, sie aber unter die Beschnittenen." [GAL. 2,7-9] [ELB]

Das zeigt uns, dass Petrus - ebenso wie Paulus - eine besondere Aufgabe im Evangeliumsdienst anvertraut wurde. Doch dies machte Petrus nicht zum alleinigen Hüter der Tore des Himmels. Als einer, dem in besonderer Weise das Evangelium anvertraut war, besaß er gewiss die "Schlüssel des Himmelreichs", doch diesen besonderen Auftrag teilte er mit Paulus, wobei Paulus das größere Werk übertragen wurde. So wurden die Schlüssel des Himmelreichs Paulus ebenso wie Petrus anvertraut, und [ersterem] in größerem Maße, was er auch [wie folgt] bestätigt: "Ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle." [1.KOR. 15,10] [ELB] Aber nicht nur Petrus und Paulus empfingen als Pioniere im großen Werk des Evangeliums die "Schlüssel des Himmelreichs", sondern auch alle ihre Gefährten, die denselben göttlichen Missionsauftrag empfingen. (Siehe dazu Matthäus 28,19–20.) Und neben den Aposteln Aposteln, auch die Propheten, die das Wort des Herrn verkündeten. Und so ist die "Gemeinde des lebendigen Gottes, als Haus Gottes" [1. TIM. 3,15] [SLT], weder auf einen einzelnen Menschen, noch auf einer Gruppe von Menschen, gegründet, sondern "auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist" [EPH. 2,20] sowie das gesamte Fundament.

( Ellet J. Waggoner, August 1890 )

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JesusComesBackSoon Heute, 19:19
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits vor mehr als 135 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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