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📃 Das [einzig] sichere Fundament

📃 Das [einzig] sichere Fundament
"Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein." [MATTH. 16,15-19] [LUT2017]

Zwei Ausdrücke in dieser Stelle, nämlich "auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen" und "ich will Dir die Schlüssel des Himmelreichs geben", sind Gegenstand vieler Kontroversen gewesen, und sie beunruhigen oft ernsthaft jene, die den Argumenten für päpstliche Autorität, welche die Katholiken daraus abzuleiten versuchen, keinen Glauben schenken. Es ist das Ziel dieser kleinen Betrachtung, das Licht der Inspiration darauf zu richten, damit sie erklärt werden können, "nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind." [1. KOR. 2,13] [SLT]

Zunächst etwas zu dem Felsen, auf dem die Gemeinde Christi gebaut ist. Entspricht dieser Felsen dem Apostel Petrus? Oder ist es etwas anderes? Dass es nicht Petrus ist, kann sowohl durch den Text selbst als auch durch das übereinstimmende Zeugnis der Schrift bewiesen werden. Es ist zweifellos weithin bekannt, dass der Eigenname Petrus "ein Stein" bedeutet. Als CHRISTUS Simon zum ersten Mal sah, sprach er zu ihm: "Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das heißt übersetzt: »ein Stein«)." [JOH. 1,42] [SLT] Möglicherweise ist jedoch weniger bekannt, dass das griechische Wort für Petrus völlig verschieden ist von dem, das in Matthäus 16,18 mit "Felsen" übersetzt wird. Zu erstgenanntem Begriff, "petros", heißt es im Griechisch-Englischen Lexikon von Liddell und Scott: "Ein Stück Fels, ein Stein, und somit von "petra" zu unterscheiden." Letzteres Wort, "petra" meint keine losen Steine ("petros") sondern "losgerissene Felsmassen".

Wer könnte - in Anbetracht dieser Tatsachen - noch sagen, der Fels, auf dem die Gemeinde erbaut ist, sei Petrus? Er entspricht einem Stein, aber die Gemeinde ist nicht auf ein [so] instabiles Fundament gebaut. Petrus war ein Mann von Kraft und ein mächtiges Werkzeug in Gottes Hand, um beim Aufbau der Gemeinde zu helfen, doch wäre es niemals angebracht gewesen, die Gemeinde auf einem Fundament zu errichten, das auch nur im Geringsten wanken könnte. Und Petrus geriet einmal - wenn auch lange Zeit danach - so sehr ins Wanken, dass Paulus gezwungen war, ihn offen zu tadeln. (Siehe dazu Galater 2,11–14.) Petrus war [zwar] ein furchtloser Mann Gottes, aber auch ein fehlbarer Mensch. Die Gemeinde ist auf einem Felsen, einem Felsvorsprung, auf etwas [absolut] Festes gegründet. Allein der Unterschied in den Begriffen reicht aus, um zu zeigen, dass der Apostel Petrus nicht das Fundament der Gemeinde darstellt.

Betrachten wir nun, worauf die Gemeinde Christi gemäß dem inspirierten Wort tatsächlich erbaut ist. Der 1. Korintherbrief verweist uns darauf, dass die Israeliten in der Wüste "alle denselben geistlichen Trank tranken, denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ⟨sie⟩ begleitete. Der Fels ["petra"] aber war der Christus." [1. KOR. 10,4] [ELB] (Siehe dazu auch Psalm 18,3 und Psalm 92,16.)

Der Epheserbrief führt uns [im Verständnis] noch einen Schritt weiter. Dort wird den bekehrten Heiden gesagt, dass sie nun "Mitbürger der Heiligen" seien "auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist." [EPH. 2,19-20] [SLT] Dies zeigt, dass CHRISTUS der Fels ist, auf dem die Gemeinde gebaut ist, so wie 1. Korinther 10,4 zeigt, dass ER der Fels ist, von dem sie ihre Nahrung bezieht. Selbst wenn man aufgrund der Aussage von Epheser 2,20 annehmen sollte, dass die Apostel Teil des Fundaments wären, wird Petrus dennoch jene Stellung vorenthalten, die ihm die katholische Kirche als einzigem Fundament zuschreiben würde, da die "Apostel und Propheten" alle darin eingeschlossen sind. Wir werden jedoch sehen, dass der Apostel nicht meint, die Apostel und Propheten seien ein Teil des Fundaments, sondern dass die Gemeinde auf dem Fundament gebaut ist, auf dem [auch] die Apostel und Propheten bauten und das sie in gewissem Sinne legten. So lesen wir im 1. Korintherbrief: "Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden." [1. KOR. 3,10-13] [SLT]

CHRISTUS also - und nicht Petrus - ist das Fundament, auf dem die Gemeinde erbaut ist. Dies wird noch deutlicher werden, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die "Gemeinde in der Wüste" [APG. 7,38] Sinai bereits hunderte von Jahren vor den Tagen des Petrus existierte. Als Mose sich mit dieser Gemeinde identifizierte, wählte er "die Schmach Christi." [HEBR. 11,26] Der Fels, "aus dem die Israeliten tranken", war der Fels, auf dem sie gebaut waren.

In diesem Zusammenhang ist es interessant und lehrreich, die Worte Christi am Schluss der Bergpredigt zu beachten. Nachdem der HERR Seine Unterweisung gegeben hatte, sagte ER: "Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen fiel und ein Gewässer kam und wehten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felsen gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel und kam ein Gewässer und wehten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und tat einen großen Fall." [MATTH. 7,24-27]

Diese Worte lehren, wie wir auf CHRISTUS - den Felsen - bauen können, nämlich durch das Befolgen Seiner Worte. ER [Selbst] sagte: "Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben." [JOH. 6,63] [SLT] Seine Worte sind göttlicher Natur, wie ER Selbst, ob sie nun durch Seine eigene Stimme oder durch den Mund eines Propheten geäußert werden. Tatsächlich wohnt CHRISTUS Seinem Wort inne, denn es steht geschrieben, dass "Christus durch den Glauben im Herzen wohnt" [EPH. 3,17] und dass "der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort kommt." [RÖ. 10,17] [SLT] Indem wir also die Worte Christi annehmen, nehmen wir IHN Selbst an und indem wir auf diese Worte bauen, bauen wir auf CHRISTUS. Die Mitglieder der wahren Gemeinde Christi sind daher jene, welche befolgen: "Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen." [KOL. 3,16] [SLT]

Auf die Worte Christi zu bauen bedeutet, sie so umfänglich zu glauben, dass sie zu einem Teil des Lebens ja zum Motiv jeder Handlung werden. Wenn geschrieben steht: "Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." [1. MO. 15,6] [LUT2017], so ist die volle Bedeutung, die im Hebräischen vermittelt wird, dass Abraham auf GOTT baute [bzw. vertraute]. Derselbe Gedanke findet sich in den Worten Josuas: "Vertraut auf den HERRN, euren Gott, so könnt ihr getrost sein, und glaubt seinen Propheten, so werdet ihr Gelingen haben!" [2. CHR. 20,20] [SLT] In Wirklichkeit ermahnte Josua die Israeliten - wenn sie sicher sein wollten - auf den HERRN zu bauen. Im Gegensatz dazu stehen die Worte Jesajas an [König] Ahas: "Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr gewiss keinen Bestand haben!" [JES. 7,9] [SLT] Vergleiche [bitte] diese beiden Texte mit Matthäus 7,24–27. Abraham baute auf GOTT, indem er genau das tat, was GOTT ihm gebot, denn Jakobus bezeugt uns, dass Abrahams Gehorsam gegenüber der Anweistung [Gottes] - Isaak zu opfern - die Erfüllung der Schrift war, "die da spricht: »Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«" [JAK. 2,23] [SLT]

Wendet man all dies auf den betrachteten Text an, so erkennt man die Kraft der Worte Christi. Petrus, der für die Zwölf sprach, sagte: "Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn." Und indem der HERR sagte: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen" stellte ER Sich Selbst als den Felsen der Ewigkeit in direkten Gegensatz zu Petrus. Wie ER sagte, dass jeder, der Seine Worte tun, auf den Felsen bauen würde, so ist die Gemeinde auf das Bekenntnis zu Christus als Sohn des lebendigen Gottes gebaut. Aber dieses Bekenntnis ist kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern ein Bekenntnis des Gehorsams.

Die verbleibende Textaussage wird nächste Woche unter der Überschrift "Die Schlüssel des Himmelreichs" betrachtet werden.

( Ellet J. Waggoner, August 1890 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon Heute, 17:14
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits vor mehr als 135 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
 
Steve2112 Heute, 19:24
So kristallklar dargelegte Wahrheit, die eigentlich jedem, der nicht geistig durch Studium oder falsche Lehre verklüngelt ist, sofort ins Herz springt und befreit. 
Vielen Dank dafür JCBS.🙏
 
(Nutzer gelöscht) Heute, 20:13
Entschuldigung wenn ich etwas richtigstelle:

Bei Matthäus 7,24 - 27 und Matthäus 16,18 verwendete Jesus beides mal das aramäische Wort kephas !

Jesus sprach aramäisch und da gibt es nur das Wort Kephas ,was übersetzt  solides Fundament und großer Felsen bedeutet !!

Im Matthäusevangelium steht als 2 mal Kephas , einmal im Gleichnis und nich einmal bei Petrus als Kephas !

Jesus setzt Petrus als Kephas mit sich als Kephas im Gleichnis  gleich 😉😃
😃


Cherub
 
JesusComesBackSoon Heute, 21:38
Das aramäische Kepha (כֵּיפָא / kēp̄āʾ, manchmal als Kephas transkribiert) kann je nach Kontext ein großer Felsen oder ein Stein sein. Somit ist es kein Beweis für Deine abschließende Behauptung.
 
(Nutzer gelöscht) Heute, 21:53
Das aramäische Wort Kephas (aramäisch kefa oder kepha, כיפא) wird in der Regel als „Fels“ oder „großer Stein“ verwendet. Es bezeichnet etwas Solides und Standhaftes, nicht einen kleinen Kieselstein.


Hier sind die Details zur Bedeutung:
Bedeutung: Kephas bedeutet „Fels“ oder „Stein“, nicht „kleiner Stein“. Es handelt sich um ein aramäisches Wort, das im Kontext von Simon Petrus oft synonym zu „Fels“ oder einem massiven Stein verwendet wurde

Kephas vs. „Kleiner Stein“: Das aramäische Wort für einen kleinen Kieselstein wäre eher 👉evna, nicht kefa.

Cherub
 
(Nutzer gelöscht) Heute, 21:56
Johannesevangelium bestätigt kephas :

Der Bibeltext (Joh 1,42): „Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen."

Cherub
 
JesusComesBackSoon Heute, 22:35
Nirgends wurde in diesem Block außer von Dir auf einen "kleinen Stein" oder "kleinen Kieselstein" verwiesen.
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