weiße TaubeChrist sucht Christ Logo ohne Taube

📃 Bitten und Empfangen

📃 Bitten und Empfangen
[Johannes schreibt:] "Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verurteilt, dann haben wir Freimütigkeit zu Gott; und was immer wir bitten, das empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und einander lieben, nach dem Gebot, das er uns gegeben hat." [1. JOH. 3,21-23] [SLT] Der erste Vers, der sich mit der Verurteilung durch das eigene Herz und der Zuversicht zu GOTT befasst, wurde bereits in einer früheren Ausgabe der Zeitschrift behandelt. Dort stellten wir fest, dass der einzige gerechte Grund dafür, dass unser Herz uns nicht verurteilt, darin besteht, dass GOTT Selber, uns nicht verurteilt. Wenn GOTT uns rechtfertigt, hat unser Herz kein Recht, uns zu verurteilen und so ist der Grund unserer Zuversicht zu GOTT nicht unsere Gerechtigkeit, sondern Gottes Barmherzigkeit.

Nun etwas zum folgender Vers: "was immer wir bitten, das empfangen wir von ihm, weil wir Seine Gebote halten und tun, was vor ihm wohlgefällig ist." Viele Seelen wurden durch falsches Verständnis dieses Verses - dadurch, dass er aus seinem Zusammenhang gerissen wurde - entmutigt. Sie nahmen an, dass wir, bevor wir erwarten können, vom HERRN das zu empfangen, was wir erbitten, nachweisen müssen, dass wir alle Gebote gehalten haben und dass, wenn wir nach sorgfältiger Prüfung der Gebote und unseres eigenen Herzens, diesen Nachweis nicht erbringen können, es sinnlos sei [etwas] zu erbitten. Zwar bitten Menschen mit dieser Vorstellung der Form halber, aber erwarten in Wirklichkeit nie, etwas [von GOTT] zu empfangen.  

[Aber] wenn es so wäre, dass unsere Zuversicht, das zu empfangen, was wir vom HERRN erbitten, aus unserem Wissen herrührt, dass wir ein vollkommenes Leben geführt haben, dann würden wir nicht um Gnade vom HERRN bitten, sondern [nur] unser verdientes Recht einfordern. [So schreibt Paulus:] "Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit. Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet." [RÖ. 4,4-5] [ELB] Derselbe Apostel erklärt, GOTT rettete uns "nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit ⟨vollbracht⟩, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes." [TIT. 3,5] [ELB]  

[Betrachten wir die folgende Zusage:] "Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet." [Sie bedeutet,] dass es der Glaube ist, der die Segnungen Gottes bringt, denn Glaube ist "eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." [HEBR. 11,1] [LUT2017] Genau das lehrt - wie man erkennen kann - der Text zu Beginn dieses Artikels, wenn er nicht aus seinem Zusammenhang gerissen wird. So heißt es: "Was immer wir bitten, das empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und einander lieben, nach dem Gebot, das er uns gegeben hat."

Ist der Glaube an Christus dann ein Ersatz für das Halten der Gebote? Keineswegs, er entspricht dem Halten derselben. Die Juden fragten CHRISTUS: "Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken?" [Und] der HERR antwortete: "Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat." [JOH. 6,28-29] [SLT] [Und Paulus schreibt:] "Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden." [RÖ. 10,10] [SLT]

Das Gesetz Gottes ist unergründlich. Der menschliche Verstand wird nie in der Lage sein, seine tiefsten Tiefen zu erforschen. Die Ewigkeit wird uns immer etwas Neues darin offenbaren, weil das Gesetz dem Leben Gottes selbst entspricht und kein Mensch in der Lage ist durch Nachforschen GOTT zu ergründen. Daher kann [auch] kein Mensch jemals behaupten, dass er alle Gebote Gottes gehalten hätte. [So fragt der Psalmist:] "Wer darf sagen: Ich habe mein Herz rein gehalten, ich bin rein von meiner Sünde?" [SPR. 20,9] [ELB] Nur GOTT kann eine Seele für gerecht erklären und das nur [dann], wenn diese Seele Seine Gerechtigkeit durch CHRISTUS im Glauben annimmt.

Der Glaube bringt nicht nur Freiheit von den Folgen vergangener Übertretungen [der Gebote Gottes], sondern bewirkt auch das Halten der Gebote in der Gegenwart. [So steht geschrieben:] "Der Gerechte aber wird aus Glauben leben." [HEBR. 10,38] [SLT] Der Glaube ist "durch die Liebe wirksam." [GAL. 5,6] [SLT] Die einzige Gerechtigkeit, die jemanden befähigt, am Tag der Wiederkunft des Herrn zu bestehen, ist diejenige "die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott kommt durch den Glauben." [PHIL. 3,9] [LUT2017] Und dies ist wahre Gerechtigkeit, weil es die tätige Gerechtigkeit Gottes ist. Sie wird sich im Leben manifestieren, obwohl ihr Besitzer sich dessen zu wenig bewusst ist, um sich [ihrer] zu rühmen. Prahlerei ist durch den Glauben ausgeschlossen, obwohl der Glaubende in seinem Leben die [charakterlichen] Vorzüge des HERRN zeigt. Gerade weil es die Gerechtigkeit Dessen ist, DER ihm innewohnt, besitzt ein Kind Gottes nichts, wessen es sich rühmen könnte. Und so können wir weiterhin singen, und möge es von Herzen geschehen: "Gerade so, wie ich bin, wirst Du [mich] annehmen, willkommen heißen, vergeben, reinigen, erlösen, weil ich Deinen Zusagen glaube; o Lamm Gottes, ich komm, ich komm [zu Dir]."   

( Ellet J. Waggoner, Dezember 1893 )

Kommentare

Schreib auch du einen Kommentar
 
JesusComesBackSoon 02.04.2026 18:14
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Ellet J. Waggoner bereits vor mehr als 130 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
 
antonius34 03.04.2026 03:03
 
antonius34 03.04.2026 08:22
weiße TaubeJetzt kostenlos registrieren