📃 Gerechtigkeit und Leben
03.02.2026 19:08
📃 Gerechtigkeit und Leben
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📃 Gerechtigkeit und Leben
Obwohl das Evangelium ein großes Geheimnis ist, ist es dennoch überaus einfach. Einige wenige, leicht erkennbare Prinzipien umfassen jeden möglichen Aspekt davon. Nur zwei Dinge müssen verstanden werden - die Not des Menschen und Gottes Fähigkeit und Bereitschaft, diese Not zu stillen.
Zuerst sollte erkannt werden, dass alle Menschen Sünder sind. "Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!" [RÖ. 3,10-12] [SLT] "Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes." [RÖ. 3,23] [ELB]
Die Sünde ist Teil des Wesens des Menschen selbst, ja, man kann sagen, dass sie dem [natürlichen] Menschen entspricht. CHRISTUS, DER wusste, was im Menschen ist, sagte: "Von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen." [MARK. 7,21-23] [ELB] Diese bösen Dinge kommen aus dem Herzen, nicht bei wenigen Menschen oder einer bestimmten Klasse von Menschen, sondern bei allen Menschen, der Menschheit. Da uns gesagt wird - "behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus" [SPR.. 4,23] [ELB] - wissen wir, dass diese bösen Dinge das eigentliche Leben der Menschen ausmachen. [Und] das bedeutet, dass das natürliche Leben des Menschen Sünde entspricht.
Sünde aber bedeutet Tod. "Denn fleischlich gesinnt sein ist der Tod." [RÖ. 8,6] [LUT2017] "Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben." [RÖ. 5,12] [ELB] So sehen wir, dass die Sünde den Tod in sich trägt. Der Tod entspringt der Sünde, denn "der Stachel des Todes ist die Sünde." [1. KOR. 15,56] "Sünde aber wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod." [JAK. 1,15] [Alle] diese Texte lehren, dass Sünde den Tod beinhaltet. [Aber] aufgrund der Barmherzigkeit Gottes bewirkt die Sünde nicht sofort den Tod des Einzelnen, weil der HERR langmütig ist und nicht möchte, "dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde." [2. PETR. 3,9] [LUT2017] Somit gibt GOTT den Menschen Gelegenheit zur Buße. Nutzen sie diese, wird die Sünde weggenommen, und sie werden vom Tod befreit. Weigern sie sich aber zu bereuen und zeigen, dass sie die Sünde lieben, bewirkt diese das, was in ihr ist, nämlich den Tod. Viele andere Stellen könnten angeführt werden, um zu zeigen, dass Sünde Tod bedeutet, aber diese sollen vorerst genügen. Der Leser möge, sofern er möchte, Johannes 3,36 und 5. Mose 30,15-20 in Verbindung mit 5. Mose 11,26-28 und Römer 5,20-21 sowie 7,24 prüfen.
Sünde und Tod sind damit untrennbar. Wo das eine gefunden wird, ist auch das andere. Von Sünde zu retten, bedeutet [also] Rettung vom Tod. [Aber] das Heil bedeutet nicht einfach Befreiung von den Folgen der Sünde, sondern Befreiung von der Sünde selbst. Der Heilsplan ist nicht – wie manche meinen – ein Plan, durch den Menschen, in der Zuversicht, dass ein Glaubensbekenntnis sie vor der gerechten Strafe ihrer Übeltaten bewahrt, wie es ihnen gefällt frei sündigen können. Im Gegenteil, es ist ein Plan zur völligen Befreiung des Menschen von der Sünde, sodass kein Grund für den Tod mehr besteht. Wie es keinen Tod ohne Sünde geben kann, so kann es [auch] kein Leben ohne Gerechtigkeit geben.
Woher aber soll der Mensch Gerechtigkeit nehmen? Aus sich selbst heraus ist es unmöglich, denn in ihm ist nichts als Sünde. [So bezeugt Paulus:] "Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht." [RÖ. 7,18] [SLT] "Weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen." [RÖ. 8,7-8] [SLT] Da - wie wir bereits gesehen haben - das ganze Leben Sünde ist, ist klar, dass der einzige Weg, Güte zu erlangen, darin besteht, ein anderes Leben zu bekommen. [Und] genau das bietet das Evangelium.
Während der Mensch böse ist, ist GOTT gut. ER ist nicht nur gut, sondern [auch] der Einzige, der gut ist. Betrachte [bitte] die Worte des Heilands zu dem jungen Mann, der zu IHM kam und IHN fragte: "Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu erben?" Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! [MARK. 10,17] [SLT] Diese Aussage ist absolut aber schließt CHRISTUS nicht aus, denn ER ist Gott [von Natur her]. (Siehe dazu Joh. 1,1.) "Gott war in Christus." [2. KOR. 5,19] [LUT2017] Das Leben des Vaters und des Sohnes ist ein und dasselbe.
Es gibt keine Güte getrennt von GOTT. Güte ist kein Gefühl, sondern eine reale Sache. Es kann keine Güte geben ohne [entsprechende] Handlungen. Güte schwebt nicht in der Luft wie der Duft von Blumen. Wie es keine Süße ohne etwas Süßes und keine Salzigkeit ohne Salz geben kann, so gibt es keine Güte ohne gute Taten. "Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen." [PS. 145,17] Seine Wege werden kurz, aber umfassend in Seinem Gesetz beschrieben. [So steht geschrieben:] "Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israels seine Taten." [PS. 103,7] [SLT] "Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!" [PS. 119,1]
Da das Gesetz Gottes die Wege Gottes beschreibt und alle Seine Wege recht sind, wird Sein Gesetz Seine Gerechtigkeit genannt. So lesen wir in Jesaja: "Hebt eure Augen auf gen Himmel und schaut unten auf die Erde! Denn der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen. Hört mir zu, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du Volk, in dessen Herzen mein Gesetz ist! Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute schmähen, und entsetzt euch nicht, wenn sie euch verhöhnen!" [JES. 51,6-7] [LUT2017] Gottes Gesetz entspricht Seiner Gerechtigkeit und Seine Gerechtigkeit besteht aus realen Taten. Deshalb entspricht das Gesetz Gottes dem Leben Gottes. Gottes Leben ist der Maßstab der Gerechtigkeit. Was Seinem Leben gleicht, ist gerecht, und alles, was davon abweicht, ist unrecht.
Wir werden nicht im Ungewissen darüber gelassen, was dem Leben Gottes entspricht, denn GOTT lebte es vor den Menschen in CHRISTUS [von welchem der Psalmist sagte:] "dein Gesetz ist in meinem Herzen" [PS. 40,8] Und da "vom Herzen das Leben ausgeht" entsprach Christi Leben dem Gesetz Gottes. Isaac Watts drückt dies so aus: "Mein gesegneter Erlöser und mein Herr, ich lese meine Pflicht in deinem Wort, aber in deinem Leben erscheint das Gesetz in lebendigen Zügen gezeichnet."
[CHRISTUS Selbst sagte:] "»Der Geist des Herrn ist auf mir" [LUK. 4,18] [SLT] und "wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit." [2. KOR. 3,17] [SLT] Deshalb ist das Leben Gottes in CHRISTUS "das vollkommene Gesetz der Freiheit" und wer diesbezüglich "ein wirklicher Täter ist, ... wird glückselig sein in seinem Tun." [JAK. 1,25] [SLT] Kein anderes [menschliches] Leben wurde je auf dieser Welt gesehen, das frei von Sünde war. Menschen haben sich verausgabt und ihr Leben aufgerieben im Versuch ein gerechte Leben zu führen und sind stets gescheitert. Jeder weiß von sich, dass er ein Sünder ist. Es gibt niemanden, der nicht einräumen würde, dass er in mancher Hinsicht hätte besser handeln können und es gibt niemanden, der nicht irgendwann in seinem Leben gesagt oder gedacht hätte, er würde es besser machen wollen. Damit zeigt der Mensch, dass ihm bewusst ist, ein Sünder zu sein. Das Gewissen eines jeden klagt ihn an, auch wenn er nicht im Gesetz Gottes unterwiesen wurde (Siehe dazu Rö. 2,14-15).
Da das [natürliche] Leben jedes Menschen an sich Sünde ist, er nur dieses eine Leben hat und Gerechtigkeit nicht aus Sünde heraus getan werden kann, ist klar, dass der einzige Weg, wie ein Mensch Gerechtigkeit erlangen kann, darin besteht, ein anderes Leben zu bekommen. Und da das einzige je bekannte gerechte Leben das Leben Gottes in CHRISTUS ist, ist offensichtlich, dass der Sünder das Leben Christi bekommen muss. Das ist nichts anderes als das christliche Leben zu leben. Christliches Leben entspricht dem Leben Christi.
Aber niemand denke, er könne dieses Leben selbst leben. Es ist klar, dass wir ein anderes Leben nicht mit unserem alten Leben - das wir immer geführt haben - leben können. Um ein anderes Leben zu leben, müssen wir ein anderes Leben besitzen. Und niemand kann das Leben eines anderen leben. Ein Mensch kann nicht einmal das Leben seines engsten Freundes leben, denn erstens kann er die Dinge, die er an diesem Freund kennt, nicht erfolgreich nachahmen und zweitens kann er das innere Leben des anderen nicht kennen. Wie viel weniger kann dann jemand das unendliche Leben Christi leben! Menschen versuchen manchmal, sich als jemand anderes auszugeben, aber werden dann als Betrüger entlarvt. So muss es auch dem ergehen, der versucht, das Leben Christi zu leben. Tausende Menschen versuchen, das christliche Leben zu leben, scheitern aber aus dem Grund, dass sie versuchen, das Leben Christi durch ihr eigenes Leben zu leben.
Was kann dann getan werden? Gibt es keine Möglichkeit, [echtes] christliches Leben zu leben? Doch, es gibt sie, aber CHRISTUS muss es leben dürfen. Die Menschen müssen bereit sein, ihr sündiges, wertloses Leben aufzugeben und sich selbst für tot - für wirklich nichts - zu halten. Wenn sie dann wirklich mit Christus gestorben sind, werden sie auch mit IHM leben. Dann wird es bei ihnen so sein wie bei Paulus [welcher bezeugte]: "Ich bin aber durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe; ich bin mit Christo gekreuzigt. Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben." [GAL. 2,19-20] Wenn CHRISTUS Sein eigenes Leben in einem Menschen leben darf, dann – und nur dann – wird das Leben dieses Menschen in Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes sein. Dann wird er Gerechtigkeit besitzen, weil er das einzige Leben besitzt, in dem Gerechtigkeit zu finden ist.
Falls jemand rätselt, wie das Leben Christi erlangt werden kann, lese er die Berichte von Seinen Wundern, wie ER Kranke heilte und Tote auferweckte. Lies [bitte], wie ER der armen Frau, deren Leben täglich dahinschwand, neues Leben gab. (Siehe dazu Luk. 8,43-48.) Lies, wie er Lazarus und die Tochter des Vorstehers zum Leben erweckte. Erkenne, dass Christi Wort ein lebendiges Wort ist, mit der Kraft, allen Leben zu geben, die es im Glauben aufnehmen. Erkenne, dass das Leben Christi in Seinem Wort ist, sodass, wenn das Wort gehört und geglaubt wird, "Christus" selbst "durch den Glauben" im "Herzen wohnt." [EPH. 3,17] Lass diese Dinge lebendige Wirklichkeit werden und Du wirst gewiss Leben haben durch Christi Namen.
( Ellet J. Waggoner, Oktober 1892 )
Zuerst sollte erkannt werden, dass alle Menschen Sünder sind. "Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!" [RÖ. 3,10-12] [SLT] "Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes." [RÖ. 3,23] [ELB]
Die Sünde ist Teil des Wesens des Menschen selbst, ja, man kann sagen, dass sie dem [natürlichen] Menschen entspricht. CHRISTUS, DER wusste, was im Menschen ist, sagte: "Von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen." [MARK. 7,21-23] [ELB] Diese bösen Dinge kommen aus dem Herzen, nicht bei wenigen Menschen oder einer bestimmten Klasse von Menschen, sondern bei allen Menschen, der Menschheit. Da uns gesagt wird - "behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus" [SPR.. 4,23] [ELB] - wissen wir, dass diese bösen Dinge das eigentliche Leben der Menschen ausmachen. [Und] das bedeutet, dass das natürliche Leben des Menschen Sünde entspricht.
Sünde aber bedeutet Tod. "Denn fleischlich gesinnt sein ist der Tod." [RÖ. 8,6] [LUT2017] "Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben." [RÖ. 5,12] [ELB] So sehen wir, dass die Sünde den Tod in sich trägt. Der Tod entspringt der Sünde, denn "der Stachel des Todes ist die Sünde." [1. KOR. 15,56] "Sünde aber wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod." [JAK. 1,15] [Alle] diese Texte lehren, dass Sünde den Tod beinhaltet. [Aber] aufgrund der Barmherzigkeit Gottes bewirkt die Sünde nicht sofort den Tod des Einzelnen, weil der HERR langmütig ist und nicht möchte, "dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde." [2. PETR. 3,9] [LUT2017] Somit gibt GOTT den Menschen Gelegenheit zur Buße. Nutzen sie diese, wird die Sünde weggenommen, und sie werden vom Tod befreit. Weigern sie sich aber zu bereuen und zeigen, dass sie die Sünde lieben, bewirkt diese das, was in ihr ist, nämlich den Tod. Viele andere Stellen könnten angeführt werden, um zu zeigen, dass Sünde Tod bedeutet, aber diese sollen vorerst genügen. Der Leser möge, sofern er möchte, Johannes 3,36 und 5. Mose 30,15-20 in Verbindung mit 5. Mose 11,26-28 und Römer 5,20-21 sowie 7,24 prüfen.
Sünde und Tod sind damit untrennbar. Wo das eine gefunden wird, ist auch das andere. Von Sünde zu retten, bedeutet [also] Rettung vom Tod. [Aber] das Heil bedeutet nicht einfach Befreiung von den Folgen der Sünde, sondern Befreiung von der Sünde selbst. Der Heilsplan ist nicht – wie manche meinen – ein Plan, durch den Menschen, in der Zuversicht, dass ein Glaubensbekenntnis sie vor der gerechten Strafe ihrer Übeltaten bewahrt, wie es ihnen gefällt frei sündigen können. Im Gegenteil, es ist ein Plan zur völligen Befreiung des Menschen von der Sünde, sodass kein Grund für den Tod mehr besteht. Wie es keinen Tod ohne Sünde geben kann, so kann es [auch] kein Leben ohne Gerechtigkeit geben.
Woher aber soll der Mensch Gerechtigkeit nehmen? Aus sich selbst heraus ist es unmöglich, denn in ihm ist nichts als Sünde. [So bezeugt Paulus:] "Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht." [RÖ. 7,18] [SLT] "Weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen." [RÖ. 8,7-8] [SLT] Da - wie wir bereits gesehen haben - das ganze Leben Sünde ist, ist klar, dass der einzige Weg, Güte zu erlangen, darin besteht, ein anderes Leben zu bekommen. [Und] genau das bietet das Evangelium.
Während der Mensch böse ist, ist GOTT gut. ER ist nicht nur gut, sondern [auch] der Einzige, der gut ist. Betrachte [bitte] die Worte des Heilands zu dem jungen Mann, der zu IHM kam und IHN fragte: "Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu erben?" Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! [MARK. 10,17] [SLT] Diese Aussage ist absolut aber schließt CHRISTUS nicht aus, denn ER ist Gott [von Natur her]. (Siehe dazu Joh. 1,1.) "Gott war in Christus." [2. KOR. 5,19] [LUT2017] Das Leben des Vaters und des Sohnes ist ein und dasselbe.
Es gibt keine Güte getrennt von GOTT. Güte ist kein Gefühl, sondern eine reale Sache. Es kann keine Güte geben ohne [entsprechende] Handlungen. Güte schwebt nicht in der Luft wie der Duft von Blumen. Wie es keine Süße ohne etwas Süßes und keine Salzigkeit ohne Salz geben kann, so gibt es keine Güte ohne gute Taten. "Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen." [PS. 145,17] Seine Wege werden kurz, aber umfassend in Seinem Gesetz beschrieben. [So steht geschrieben:] "Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israels seine Taten." [PS. 103,7] [SLT] "Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!" [PS. 119,1]
Da das Gesetz Gottes die Wege Gottes beschreibt und alle Seine Wege recht sind, wird Sein Gesetz Seine Gerechtigkeit genannt. So lesen wir in Jesaja: "Hebt eure Augen auf gen Himmel und schaut unten auf die Erde! Denn der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen. Hört mir zu, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du Volk, in dessen Herzen mein Gesetz ist! Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute schmähen, und entsetzt euch nicht, wenn sie euch verhöhnen!" [JES. 51,6-7] [LUT2017] Gottes Gesetz entspricht Seiner Gerechtigkeit und Seine Gerechtigkeit besteht aus realen Taten. Deshalb entspricht das Gesetz Gottes dem Leben Gottes. Gottes Leben ist der Maßstab der Gerechtigkeit. Was Seinem Leben gleicht, ist gerecht, und alles, was davon abweicht, ist unrecht.
Wir werden nicht im Ungewissen darüber gelassen, was dem Leben Gottes entspricht, denn GOTT lebte es vor den Menschen in CHRISTUS [von welchem der Psalmist sagte:] "dein Gesetz ist in meinem Herzen" [PS. 40,8] Und da "vom Herzen das Leben ausgeht" entsprach Christi Leben dem Gesetz Gottes. Isaac Watts drückt dies so aus: "Mein gesegneter Erlöser und mein Herr, ich lese meine Pflicht in deinem Wort, aber in deinem Leben erscheint das Gesetz in lebendigen Zügen gezeichnet."
[CHRISTUS Selbst sagte:] "»Der Geist des Herrn ist auf mir" [LUK. 4,18] [SLT] und "wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit." [2. KOR. 3,17] [SLT] Deshalb ist das Leben Gottes in CHRISTUS "das vollkommene Gesetz der Freiheit" und wer diesbezüglich "ein wirklicher Täter ist, ... wird glückselig sein in seinem Tun." [JAK. 1,25] [SLT] Kein anderes [menschliches] Leben wurde je auf dieser Welt gesehen, das frei von Sünde war. Menschen haben sich verausgabt und ihr Leben aufgerieben im Versuch ein gerechte Leben zu führen und sind stets gescheitert. Jeder weiß von sich, dass er ein Sünder ist. Es gibt niemanden, der nicht einräumen würde, dass er in mancher Hinsicht hätte besser handeln können und es gibt niemanden, der nicht irgendwann in seinem Leben gesagt oder gedacht hätte, er würde es besser machen wollen. Damit zeigt der Mensch, dass ihm bewusst ist, ein Sünder zu sein. Das Gewissen eines jeden klagt ihn an, auch wenn er nicht im Gesetz Gottes unterwiesen wurde (Siehe dazu Rö. 2,14-15).
Da das [natürliche] Leben jedes Menschen an sich Sünde ist, er nur dieses eine Leben hat und Gerechtigkeit nicht aus Sünde heraus getan werden kann, ist klar, dass der einzige Weg, wie ein Mensch Gerechtigkeit erlangen kann, darin besteht, ein anderes Leben zu bekommen. Und da das einzige je bekannte gerechte Leben das Leben Gottes in CHRISTUS ist, ist offensichtlich, dass der Sünder das Leben Christi bekommen muss. Das ist nichts anderes als das christliche Leben zu leben. Christliches Leben entspricht dem Leben Christi.
Aber niemand denke, er könne dieses Leben selbst leben. Es ist klar, dass wir ein anderes Leben nicht mit unserem alten Leben - das wir immer geführt haben - leben können. Um ein anderes Leben zu leben, müssen wir ein anderes Leben besitzen. Und niemand kann das Leben eines anderen leben. Ein Mensch kann nicht einmal das Leben seines engsten Freundes leben, denn erstens kann er die Dinge, die er an diesem Freund kennt, nicht erfolgreich nachahmen und zweitens kann er das innere Leben des anderen nicht kennen. Wie viel weniger kann dann jemand das unendliche Leben Christi leben! Menschen versuchen manchmal, sich als jemand anderes auszugeben, aber werden dann als Betrüger entlarvt. So muss es auch dem ergehen, der versucht, das Leben Christi zu leben. Tausende Menschen versuchen, das christliche Leben zu leben, scheitern aber aus dem Grund, dass sie versuchen, das Leben Christi durch ihr eigenes Leben zu leben.
Was kann dann getan werden? Gibt es keine Möglichkeit, [echtes] christliches Leben zu leben? Doch, es gibt sie, aber CHRISTUS muss es leben dürfen. Die Menschen müssen bereit sein, ihr sündiges, wertloses Leben aufzugeben und sich selbst für tot - für wirklich nichts - zu halten. Wenn sie dann wirklich mit Christus gestorben sind, werden sie auch mit IHM leben. Dann wird es bei ihnen so sein wie bei Paulus [welcher bezeugte]: "Ich bin aber durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe; ich bin mit Christo gekreuzigt. Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben." [GAL. 2,19-20] Wenn CHRISTUS Sein eigenes Leben in einem Menschen leben darf, dann – und nur dann – wird das Leben dieses Menschen in Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes sein. Dann wird er Gerechtigkeit besitzen, weil er das einzige Leben besitzt, in dem Gerechtigkeit zu finden ist.
Falls jemand rätselt, wie das Leben Christi erlangt werden kann, lese er die Berichte von Seinen Wundern, wie ER Kranke heilte und Tote auferweckte. Lies [bitte], wie ER der armen Frau, deren Leben täglich dahinschwand, neues Leben gab. (Siehe dazu Luk. 8,43-48.) Lies, wie er Lazarus und die Tochter des Vorstehers zum Leben erweckte. Erkenne, dass Christi Wort ein lebendiges Wort ist, mit der Kraft, allen Leben zu geben, die es im Glauben aufnehmen. Erkenne, dass das Leben Christi in Seinem Wort ist, sodass, wenn das Wort gehört und geglaubt wird, "Christus" selbst "durch den Glauben" im "Herzen wohnt." [EPH. 3,17] Lass diese Dinge lebendige Wirklichkeit werden und Du wirst gewiss Leben haben durch Christi Namen.
( Ellet J. Waggoner, Oktober 1892 )

Jetzt
Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:
https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/
Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.
Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.
Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.