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📃 Die Sünde der Begehrlichkeit

📃 Die Sünde der Begehrlichkeit
Das zehnte Gebot [des Dekalogs] lautet: "Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!" [2. MO. 20,17] [SLT] Es wird in der Schrift allgemein in dem umfassenden Verbot zusammengefasst: "Du sollst nicht begehren."

Dieses Gebot zeigt mehr als jedes andere die geistliche Natur des Gesetzes Gottes. Alle anderen Gebote können wie im Herzen auch [nach außen] sichtbar übertreten werden, sodass Menschen die Sünde sehen können, aber die Verletzung dieses Gebots kann niemand erkennen außer GOTT. Wenn die Sünde des Diebstahls begangen wird, sind wir imstande zu wissen, dass Begehren vorausging, aber kein Mensch kann wissen, dass das zehnte Gebot missachtet wurde, bis das Begehren in der offenen Übertretung irgendeines anderen Gebotes offenkundig wird.

Daraus können wir die Torheit der Vorstellung erkennen, dass es jemals Menschen obliegen könnte, das Gesetz Gottes durchzusetzen. Das Gesetz Gottes wird nicht gehalten, solange das zehnte Gebot gebrochen wird, aber keine Macht auf Erden kann sagen, wann dieses gebrochen oder gehalten wird. "Das Gesetz ist geistlich" [RÖ. 7,14] und entzieht sich [somit] dem Zugriff irdischer Herrscher.

Aber das ist noch nicht alles. Was vom zehnten Gebot gilt, gilt bezüglich aller, denn das zehnte beinhaltet alle übrigen. Das erste Gebot verbietet Götzendienst. Nun betrachte [bitte die folgenden] zwei Verse: "Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist." [KOL. 3,5] [SLT] "Das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger (der ein Götzendiener ist), ein Erbteil hat im Reich des Christus und Gottes." [EPH. 5,5] [SLT] So sehen wir, dass das Gesetz Gottes einem vollkommenen Kreis entspricht, der genau dort endet, wo er beginnt. Die Übertretung des zehnten Gebots entspricht der Übertretung des ersten und das bedeutet die Verletzung aller anderen, denn GOTT abzulehnen bedeutet, Sein ganzes Gesetz abzulehnen.

Ein besonders eindringliches Zeugnis für die umfassende Natur des zehnten Gebots gibt der Apostel Paulus [wie folgt] im Römerbrief: "Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren!" [RÖ. 7,7] [SLT]

Hier wird das letzte Gebot an Stelle des ganzen Gesetzes gesetzt. Es war das zehnte Gebot, das den Apostel der Sünde überführte. Als Pharisäer hatte er von Kindheit an - soweit es äußere Handlungen betraf - das Gesetz streng befolgt. Er konnte allen Juden, die sein Leben von Jugend auf kannten, gegenübertreten, ohne zu fürchten, dass sie ihn irgendeiner Übertretung überführen könnten. Aber "[der HERR] sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an!" [1. SAM. 16,7] [SLT] - und so fand er, als CHRISTUS in ihm offenbart wurde, dass er nie ein einziges Gebot des Gesetzes gehalten hatte. Obwohl ihm unbewusst, war böse Begierde in seinem Herzen gewesen, so dass er schrieb: "Was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet." [PHIL. 3,8] [LUT2017]

Begierde oder gesetzwidriges Verlangen geht jeder offenen Sünde voran. [So steht geschrieben:] "Jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod." [JAK. 1,14-15] [SLT] Die Begierde des Fleisches ist, wenn sie verweigert wird, keine Sünde, aber sobald sie gehegt wird, wird sie zur Sünde, denn "Dummheiten ersinnen ist Sünde." [SPR. 24,9] [SLT]

Und so liegt die Übertretung des zehnten Gebots der Übertretung jedes anderen Gebots zugrunde. Das Gesetz verbietet in klaren Worten Begehren oder böses Verlangen, sodass in jedem Fall der klare Wortlaut des Gesetzes verletzt wird, bevor jemals etwas getan wird, das Menschen als Sünde sehen und erkennen können. Mit Recht konnte [deshalb] der Psalmist ausrufen und beten: "Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden!" [PS. 19,12] [LUT2017] Und möge jedes Herz diesen Worte zustimmen. Nur das Leben Christi kann von aller Ungerechtigkeit reinigen.

( Ellet J. Waggoner, Januar 1894 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 01.02.2026 17:32
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Dr. Ellet J. Waggoner bereits vor mehr als 130 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.

Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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