Luthers Betrachtung zur Bibel
25.01.2026 10:34
Luthers Betrachtung zur Bibel
25.01.2026 10:34
Luthers Betrachtung zur Bibel
Auch im Blick auf die traditionelle Auslegungsmethode ergab sich bei Luther ein sukzessiver Wandel: Hatte er anfangs nach dem vertrauten Schema des vierfachen Schriftsinns zunächst nach dem buchstäblichen (wörtlichen) Sinn gefragt, dann den tropologischen (moralischen) Sinn erhoben, der die Bedeutung eines Textes im Blick auf den Lebenswandel der Menschen erschließen sollte, schließlich den allegorischen, den auf die Kirche bezogenen Sinn herausgestellt und endlich den anagogischen Sinn betrachtet, der Aspekte hinsichtlich der endzeitlichen Bedeutung darlegen sollte (→ Bibelauslegung, Epochen der christlichen), so wurde seine Haltung zu diesem Zugang zu den biblischen Texten zunehmend kritisch. Zwar wurde ein Text auf diese Weise sehr intensiv ausgelegt, doch zugleich waren willkürlichen Interpretationen Tür und Tor geöffnet. Luther, der von Anfang an in seinen Auslegungen besonderen Wert auf den buchstäblichen und den moralischen Sinn legte und die beiden anderen zurücktreten ließ, erkannte auch infolge seiner Augustinstudien, dass der biblische Text exklusiv durch den buchstäblichen Sinn erschlossen werden kann. Ab der Römerbriefvorlesung 1515/6 traten daher die anderen Deutungen zurück; seine neue Vorgehensweise wird in der zweiten Psalmen-Vorlesung auf den Punkt gebracht: „Sed primo grammatica videamus, verum ea Theologica.“ („Zuerst wollen wir das Philologische betrachten, dieses ist das wahrlich Theologische“ – WA 5, 27.8).
https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/altes-testament/luther-martin-at
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