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📃 Die Werke des Fleisches

📃 Die Werke des Fleisches
"Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden." [GAL. 5,19-21] [SLT]

Das Fleisch vermag nichts Gutes zu tun. Seine Werke sind Sünde, und nichts als Sünde. Selbst wenn es versuchen würde, etwas Gutes zu tun, wie es oft geschieht, ist das Ergebnis dasselbe. Das Fleisch ist mit der Sünde verbunden und es gibt keinen Weg der Trennung. Wenn das eine offenbar wird, wird auch das andere offenbar. Im Leben oder im Tod werden die beiden vereint sein.

Das Fleisch wirkt immer, wenn der Glaube fehlt. [Paulus schreibt:] "Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde." [RÖ. 14,23] [SLT] Wo der Glaube vorhanden ist, wirkt GOTT, wo der Glaube fehlt, wirkt das Fleisch. Das Fleisch kann die Werke Gottes nicht tun. Das erklärte der Heiland, als die Juden ihn fragten, was sie tun sollten, um die Werke Gottes zu wirken [wie folgt:] "Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat." [JOH. 6,29] [SLT] Durch den Glauben empfangen wir CHRISTUS und dann werden die Werke, die getan werden, von IHM getan. Folglich sind sie die Werke Gottes.

Der große Irrtum, dem Menschen unterliegen, besteht darin, zu meinen, das Fleisch könne die Werke Gottes tun. Der natürliche Verstand ist so unwissend darüber, was diese Werke sind – die Wege und Gedanken des Menschen sind so weit unter den Wegen und Gedanken Gottes – dass wir von Natur aus keine Vorstellung davon haben, was Gerechtigkeit ist. Folglich gehen wir, wie die Juden von einst, daran, unsere eigene Gerechtigkeit aufzurichten und verfehlen dabei die Gerechtigkeit Gottes. Wir mögen etwas erlangen, das uns wie Gerechtigkeit erscheint, aber am Tag des Gerichts werden wir, wenn wir darauf vertrauen, feststellen, dass wir uns schrecklich geirrt haben.


DAS FLEISCH IN DER KNECHTSCHAFT

Wenn das Fleisch versucht, die Werke Gottes zu tun, wird nur Knechtschaft offenbar. Das Fleisch befindet sich gegenüber dem Gesetz Gottes in Knechtschaft, "weil das Fleisch sich dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag’s auch nicht." [RÖ. 8,6] [LUT2017]  Zwischen beiden kann es keine Harmonie geben. "Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt." [GAL. 5,17] [SLT] Genau das beschreibt die Knechtschaft des Fleisches - die Unfähigkeit, das zu tun, was es versucht, nämlich das, was GOTT geboten hat, die Begierde des Fleisches die dem widerstrebt, die völlige Unfähigkeit des Fleisches, mit dem in Einklang zu kommen. Wenn das Fleisch aufhört, die Werke des Gesetzes zu tun, entsteht ein Gefühl der Freiheit – nicht weil die Knechtschaft weg ist, sondern weil sie nicht [mehr] gefühlt wird. Der Gefangene, der sich abmüht, frei zu gehen, spürt die Ketten, die ihn binden, extrem, aber wenn er seine Bemühungen aufgibt und passiv dasitzt, spürt er die Macht der Ketten nicht. Und wäre ein Mensch für buchstäbliche Dinge ebenso blind, könnte er leicht meinen, er sei nicht mehr in Knechtschaft.

Das Fleisch ist an die Sünde gekettet und wann immer es versucht, in eine Richtung entgegen der Sünde zu gehen, halten die Ketten es zurück, so dass der Mensch die Knechtschaft wahrnimmt. Hört er jedoch auf, gegen die Sünde vorzugehen, verspürt er nicht mehr das Ziehen der Ketten. Der Mensch kann dann in seiner Blindheit meinen, er sei frei und - weil er denkt, aus der Knechtschaft in die Freiheit gelangt zu sein - sich freuen. Aber [in Wirklichkeit] besitzt er keine Freiheit, nur die "Freiheit", die Satan gibt. Denn Satan hält die Ketten und führt sein Opfer gefangen nach seinem Willen. Solange er sich dorthin bewegt, wohin Satan ihn haben will, spürt er nicht die einschränkende Kraft der Fesseln des Bösen. Der Teufel wird seinem Gefangenen genug Seil geben, sodass er sich nicht unangenehm seiner Gefangenschaft bewusst wird. Aber in dem Augenblick, da er versucht, den Pfad der Sünde zu verlassen und auf den Wegen Gottes zu wandeln, findet er sich in Knechtschaft, und so sehr er sich auch bemüht, er vermag sich nicht selbst zu befreien. Er findet sich an die Sünde gebunden, so dass er nur dorthin zu gehen vermag, wohin die Sünde führt.

"Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde." [RÖ. 3,20] "Ohne das Gesetz ist die Sünde tot." [RÖ. 7,8] Der Mensch wird sich nun seiner Unfähigkeit bewusst, die Werke Gottes zu wirken. Wird er sich der Gebote [Gottes] bewusst, wird "die Sünde lebendig" [RÖ. 7,9] [LUT2017] bzw. die Knechtschaft der Sünde spürbar. "Das Gesetz bewirkt Zorn" [RÖ. 4,15] [ELB] bezüglich des Fleisches. Es wird beschrieben als etwas "das zur Knechtschaft gebiert." [GAL. 4,24] [SLT] Es bringt Knechtschaft hervor, die vom Menschen gefühlt und erkannt wird. "Die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an den Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann gestorben ist, so ist sie losgemacht von dem Gesetz des Mannes. So wird sie nun, während der Mann lebt, eine Ehebrecherin genannt, wenn sie eines anderen Mannes wird; wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei vom Gesetz, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie eines anderen Mannes wird." [RÖ. 7,2-3] [ELB] Der Mensch, der im Fleisch den Namen Christi annimmt, macht sich dadurch des Ehebruchs schuldig, der als erstes unter den Werken des Fleisches genannt wird. Denn das Fleisch ist der "alte Mensch", der erste Mann der "Frau" [der vorstehend zitierten Veranschaulichung] und dieser Mann muss tot sein, bevor sie rechtmäßig einem anderen angehören kann. So wird der Versuch des Fleisches, die Werke Gottes zu tun, nur zu einem Bemühen, Ehebruch zu begehen. Was immer das Fleisch tut oder zu tun versucht, ist natürlich nur ein Werk des Fleisches und von denen, die solche Werke tun, wird uns gesagt "dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden." [GAL. 5,21] [SLT]


EINIGE VERANSCHAULICHUNGEN

Einmal versuchte Abraham die Werke Gottes durch das Fleisch zu wirken. GOTT hatte ihm verheißen, dass er der Vater vieler Völker werden sollte, und Abraham war natürlich sehr darauf bedacht, dass die Verheißung erfüllt würde. Aber da seine Frau Sara unfruchtbar war, hatte er keinen Sohn. So machten Abraham und Sara sich daran, die Erfüllung der Verheißung selbst zu bewirken. Das Ergebnis war Ismael, das Kind, das "nach dem Fleisch geboren war" [GAL. 4,29] [LUT2017], der "Sohn der Magd." [GAL. 4,30] [LUT2017]   Damit zeigten Abraham und Sara einen Mangel an Glauben, denn der Glaube hätte geglaubt, dass GOTT tun kann, was ER verheißen hat, selbst unter Bedingungen, die es unmöglich erscheinen lassen. Und da der Glaube fehlte, war das, was sie taten, ein Werk des Fleisches und das Ergebnis war ein Sohn, "der nach dem Fleisch geboren war." Das Fleisch, das versucht, das Werk Gottes zu vollbringen, zeugt einfach zur Knechtschaft.

Jakob und Rebekka versuchten, Gottes Verheißung bezüglich Jakob zu erfüllen, als sie Isaak täuschten und ihn dazu brachten, den für den Erstgeborenen bestimmten Segen auf Jakob zu legen und das Ergebnis war eine lebenslange Trennung mit viel Leid und tiefer Buße seitens Jakobs, bevor er zur Ruhe seiner frühen Jahre zurückkehrte. Mose gedachte, die Verheißung der Befreiung der gefangenen Israeliten mit eigener Kraft zu erfüllen, so "erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand." [2. MO. 2,12] [SLT] Aber das war nicht Gottes Weg und er musste in die Wüste fliehen, während die Erfüllung der Verheißung vierzig Jahre verzögert wurde. Und so ist es mit jedem Versuch des Fleisches, die Absichten Gottes zu erfüllen, das Ergebnis  bleibt so weit hinter dem zurück, was GOTT beabsichtigt und fordert, wie der Verstand des Menschen hinter dem Verstand Gottes zurückbleibt. Eine Verheißung wird nie erfüllt, das Werk nie vollendet, bis es durch den Glauben geschieht.


BEFREIUNG DURCH TOD

Durch GOTT sind uns die "kostbaren und allergrößten Verheißungen geschenkt" [2. PETR. 1,4] [LUT2017], aber wir können ihre Erfüllung nie durch die Werke des Fleisches erfahren. "Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden" [GAL. 3,16] [SLT] und nur die "aus Glauben sind, diese sind Abrahams Kinder." [GAL. 3,7] [SLT] Im Fleisch sind wir an den "alten Mensch" - die fleischliche Natur - gebunden, die sich "dem Gesetz Gottes nicht unterwirft und dies auch nicht sein kann" und deshalb können wir im Fleisch nicht Christus angehören. Aber wir können das, indem wir mit IHM gekreuzigt werden. Wir können IHM am Kreuz begegnen und mit ihm vereint werden. (Siehe dazu Galater 2,20.) Am Kreuz wird der "alte Mensch" - der erste Mann [Siehe Römer 7,2-3] - gekreuzigt und getötet und so können wir einem anderen angehören, "nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen." [RÖ. 7,4] [SLT] Das Fleisch kann nicht von der Sünde getrennt werden, deshalb muss es sterben, damit die Sünde aufhört. Wir werden dann vom "Gesetz der Sünde und des Todes" [RÖ. 8,2] [SLT] befreit, dem Gesetz, das uns an die Sünde band, solange wir im Fleisch waren. "Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, sodass wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens." [RÖ. 7,5-6] [SLT]

Das ist die wunderbare Veränderung, die "am Kreuz" in uns gewirkt wird. Das Gesetz stirbt nicht, sondern das Fleisch stirbt, das "Gesetz der Sünde und des Todes" ist aufgehoben, die Feindschaft zwischen uns und dem Gesetz stirbt, die Knechtschaft hört auf, wir werden im Glauben mit CHRISTUS verbunden und das Gesetz wird für uns das "Gesetz des Geistes des Lebens in Christus." [RÖ. 8,2] [SLT] Dann hören die Werke des Fleisches auf - wir wirken die Werke des Glaubens, welche die Früchte des Geistes hervorbringen und sind mit Abraham Erben der Verheißungen, die ihm und seinem Samen zugesagt wurden. 

( Ellet J. Waggoner, Februar 1894 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 21.01.2026 16:17
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Dr. Ellet J. Waggoner bereits vor mehr als 130 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.

Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
 
JesusComesBackSoon 24.01.2026 16:15
Traurigerweise wurde trotz der Möglichkeit in diesem Blog Stellung zu nehmen ein Gegenblock eröffnet und bezüglich des eingangs veröffentlichten Artikels das Folgende behauptet:

Zitat: Wieviel Ver(w)irrung in diesen Zeilen steckt !!!

Am Kreuz wurde nicht die Feindschaft zwischen dem Gesetz und dem Menschen beseitigt! Was für ein falsches Evangelium!

Dazu gerne ein paar Gedanken auf Basis des Zeugnisses des Wortes Gottes. Paulus bzw. Johannes schreiben: 

... weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht. [RÖ. 8,7]

ein jeder, der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und die Sünde ist die Gesetzesübertretung. [1. JOH. 3,4]

Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. [RÖ. 6,6]

Was folgt daraus?
Wenn Sünde als Gesetzesübertretung definiert wird und der alte Mensch mit CHRISTUS gekreuzigt wurde, damit er der Sünde nicht mehr dient, sollte eigentlich völlig klar sein, dass der neue Mensch in Christus nicht mehr in Sünde und daher in Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes lebt. Damit ist auch die Feindschaft (gegenüber Gott) beseitigt, die im Ungehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes bestand. 

Der Artikel entspricht also keinem falschen Evangelium, das Gegenteil ist der Fall. Er bezeugt gerade die Wahrheit die auch das Wort Gottes lehrt.
 
JesusComesBackSoon 24.01.2026 16:20
Weiter wird im Gegenblog auf das Folgende verwiesen:

Zitat: Wer im Geist wandelt, wird auch "im Fleisch" Gutes vollbringen.

Sofern unter "im Fleisch" keine fleischliche Gesinnung verstanden wird, wird dieser Aussage im vorstehenden Artikel nicht widersprochen - CHRISTUS Selbst gab ja das entsprechende Beispiel dafür.
Natürlich ist der neue (wiedergeborene) Mensch in dessen Herzen Christus lebt - ein Mensch der die Gesinnung Christi besitzt - dazu in der Lage Gutes tun oder mit anderen Worten in der Lage Gerechtigkeit zu üben bzw. den Geboten Gottes zu entsprechen, aber auf der Basis, dass GOTT dazu das Wollen und Vollbringen schenkt.
 
JesusComesBackSoon 24.01.2026 16:32
Gerne auch noch kurz etwas zu dem im Gegenblock zitierten Bibeltext:

Er war das „Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt“ (Römer 10,4).

Der Text spricht keineswegs von einem Ende des Gesetzes wie manche meinen, sondern er besagt nur, dass keine Gerechtigkeit durch das Gesetz oder das Halten der Gebote Gottes erlangt werden kann. Gerechtigkeit wird durch Glauben erlangt. Aber das bedeutet nicht, dass das, was Gerechtigkeit definiert oder worin Gerechtigkeit besteht aus der Welt geschafft oder beseitigt wurde.
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