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📃 Die Natur des Gesetzes [Gottes]

📃 Die Natur des Gesetzes [Gottes]
Nachdem wir erkannt haben, dass das Gesetz [Gottes] überall dort in Kraft sein muss, wo das Evangelium gepredigt wird, ist es überaus sinnvoll, etwas über seine Natur zu erfahren. Was wir bereits gelernt haben, lehrt uns, dass es das genaue Gegenteil von Sünde ist, denn "Sünde ist die Gesetzesübertretung." [1. JOH. 3,4] [SLT 1951] Doch lasst uns [etwas näher] betrachten, was die Bibel weiter bezüglich des Gesetzes lehrt.

Betrachten wir zuerst die [folgenden] Worte des Psalmisten: "Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise. Die Befehle des HERRN sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des HERRN ist lauter, es erleuchtet die Augen." [PS. 19,8-9] [SLT] "Die Rechtsbe-stimmungen des HERRN sind Wahrheit, sie sind gerecht allesamt;  sie, die begehrens-werter sind als Gold, ja viel gediegenes Gold, und süßer als Honig und Wabenhonig. Auch lässt sich dein Knecht durch sie warnen; in ihrer Befolgung ⟨liegt⟩ großer Lohn." [PS. 19,10-12] [ELB]

Das umfasst alles, was über das Gesetz gesagt werden kann, denn nichts kann vollkommener sein als vollkommen. Dem Vollkommenen kann nichts hinzugefügt und nichts kann davon weggenommen werden, ohne es unvollkommen zu machen. Das Zeugnis Davids lehrt uns also, dass GOTT Sein Gesetz genau in der Form gab, wie ER es wollte, und dass ER nie beabsichtigte, irgendeine Änderung daran vorzunehmen.

In vollkommener Übereinstimmung mit diesem Zeugnis sagt der Apostel Paulus: "So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut." [RÖ. 7,12] [SLT] Wenn das so ist, folgt daraus ganz natürlich die Erwartung, dass das Halten der Gebote den Halter vollkommen und heilig macht. [Und] das ist auch der Fall. So sagte Mose zu den Israeliten: "Es wird uns zur Gerechtigkeit dienen, wenn wir darauf achten, alle diese Gebote vor dem HERRN, unserem Gott, zu tun, wie er es uns geboten hat." [5. MO. 6,25] [SLT]

Beachte [bitte], wie vollkommen das mit dem übereinstimmt, was wir [auch] im Neuen Testament finden. Mose bezeugte, dass das Halten des Gesetzes Gerechtigkeit bewirkt. Das Gegenteil von Gerechtigkeit ist natürlich Ungerechtigkeit, und Johannes sagt uns: "Jede Ungerechtigkeit ist Sünde." [1. JOH. 5,17] [SLT] Daraus müssen wir schließen, dass Sünde das genaue Gegenteil von Gehorsam gegenüber dem Gesetz ist und das führt uns [zurück] zur ursprünglichen [bereits zitierten] Definition "Sünde ist die Gesetzes-übertretung." Ungerechtigkeit bedeutet jegliche Abweichung von dem, was gerecht ist und da alle Ungerechtigkeit Sünde ist, wird klar, dass die geringste Abweichung vom Rechten eine Übertretung des Gesetzes ist. Dass diese Überlegung eine solide schriftgemäße Grundlage hat, zeigt der folgende Text aus Psalm 119: "Von allen Vollkommenen habe ich ein Ende gesehen. Doch dein Gebot reicht sehr weit." [PS. 119,96] [ELB] Und um aufzuzeigen, wie weitreichend und umfassend das Gesetz Gottes ist, brauchen wir nur das Folgende zu betrachten: "Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens." [HEBR. 4,12] [LUT2017]

Dieser Text lehrt, dass das Gesetz so weitreichend ist, dass es nicht nur sichtbares Tun, sondern sogar die Gedanken des Herzens beurteilt. Zur Veranschaulichung dienen uns die Worte unseres Heilands in der Bergpredigt: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen." [MATTH. 5,27-28] [SLT] Siehe diesbezüglich auch die Verse 21-22.

Weitere Beispiele könnten genannt werden, aber das [Folgende] soll genügen, um die Tragweite der Gebote Gottes zu zeigen. Das sechste Gebot kann durch einen einzigen zornigen Gedanken - der nie ausgesprochen wird - gebrochen und das siebente durch eine einzige falsche Begierde genauso wirksam übertreten werden wie durch offene Tat.

Unbestreitbar ist das Gesetz Gottes weitreichend und da es in allen seinen Verboten und Forderun-gen vollkommen ist, können wir die [nachstehend zitierten] Worten des "weisen Mannes" bereitwillig und völlig natürlich akzeptieren: "Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen." [PRED. 12,13] [LUT2017]

Diese Aussage ist - wir wiederholen dies - eine natürliche Folge dessen, was bereits betrachtet wurde, denn das Halten eines vollkommenen Gesetzes macht den Menschen vollkommen und mehr als Vollkommenheit kann nicht verlangt werden. Es gibt keine vorstellbare Sünde, die nicht durch die zehn Gebote verboten wäre, und keine gerechte Tat oder Gesinnung, die nicht durch sie gelobt und geboten würde. Natürlich wäre es unmöglich, die ganze Liste möglicher Gedanken und Taten durchzugehen, um das zu beweisen, aber es würde sich in jedem Fall als wahr herausstellen. Es mögen Dinge aufgezählt werden, wo viele auf den ersten Blick meinen würden, sie lägen außerhalb der Tragweite der Zehn Gebote, aber ein wenig sorgfältiges Nachdenken zeigt, dass nichts getan werden kann, was außerhalb oder jenseits der Gültigkeit des vollkommenen Gesetzes Gottes liegt. Es gibt keinen Grund auch nur für die geringste Befürchtung, durch diese Aussage in Verlegenheit zu geraten. Wir wiederholen: Von keinem Menschen kann mehr verlangt werden als die Pflichten, die in den Zehn Geboten vorgeschrieben sind.

In diesem Zusammenhang ist es gut, [die folgende Aussage Christi] zu beachten, die manchen vielleicht als Widerspruch zu der zuvor getroffenen Aussage erscheint, obwohl sie diese [in Wirklichkeit] stark unterstützt. "Ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen." [MATTH. 5,20] [ELB] Diese Stelle würde der vorhergehenden Aussage widersprechen, wenn gezeigt werden könnte, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer das Gesetz vollkommen hielten – sonst nicht. Dieser Vers würde tatsächlich nicht lehren, dass es die Pflicht eines Menschen sei, mehr zu tun als die zehn Gebote, ohne dem Vers zuvor zu widersprechen, welcher lautet: "Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel." [MATTH. 5,19 [SLT] Es muss also so sein, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer - obwohl sie vorgaben, die Gebote Gottes zu halten - [in Wirklichkeit] nicht alles taten, was das Gesetz fordert. Die folgende Aussage [des Herrn] bestätigt dies: "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde! Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr getünchten Gräbern gleicht, die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind! So erscheint auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit." [MATTH. 23,27-28] [SLT]

Die Schriftgelehrten und Pharisäer gaben vor, das Gesetz zu halten, und soweit es ihre äußeren Taten betraf, hielten sie es auch, aber CHRISTUS, WELCHER "wusste, was im Menschen war" [JOH. 2,25], sah, dass sie das Gesetz in ihrem Herzen verachteten und es schwerwiegend übertraten, jedoch auf solche Weise, dass die Menschen ihre Bosheit nicht erkennen konnten. Ein solcher Gehorsam - lehrte CHRISTUS - genügt nicht, um in den Himmel zu gelangen. [Deshalb mahnte ER:] "Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen."

Hier sehen wir den Unterschied zwischen Gehorsam nur dem Buchstaben nach und Gehorsam gegenüber dem "Geist" des Gesetzes. Das Gesetz ist geistlich, und deshalb sollte sein geistlicher Inhalt befolgt werden. Aber manche Menschen meinen, sich gerade damit vom Gehorsam gegen das Gesetz entschuldigen zu können. Sie sagen: "Der Herr tadelte die Schriftgelehrten und Pharisäer wegen ihres buchstabengetreuen Gehorsams, deshalb sollten wir uns nicht an den Buchstaben gebunden fühlen wenn wir den Geist halten, genügt das." Aber [bitte] beachte, der HEILAND sagte nicht, dass unsere Gerechtigkeit völlig anders sein müsse als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, sondern dass sie diese weit übertreffen müsse. Übertreffen heißt "darüber hinausgehen" und indem ER dieses Wort gebrauchte, zeigte CHRISTUS, dass wir das Gesetz genauso halten sollten wie die Schriftgelehrten und Pharisäer – nur noch viel besser. Das Gesetz sollte nicht nur äußerlich gehalten,  sondern von Herzen befolgt werden. Der HERR tadelte die Pharisäer nicht, weil sie offenen Ehebruch unterließen, sondern wegen der Begierde, mit der ihre Herzen erfüllt waren welche sie nur wegen ihrer Liebe bezüglich Anerkennung der Menschen nicht offen zeigten. ER tadelte sie nicht, weil sie keinen tatsächlichen Mord begingen, sondern weil sie Neid, Hass und Feindschaft hegten und damit das sechste Gebot ebenso wirksam brachen, als hätten sie tatsächlich Menschenleben ausgelöscht.

( Ellet J. Waggoner, August 1891)

Kommentare

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JesusComesBackSoon 12.01.2026 16:33
Auch wenn der Inhalt dieses Artikels von Dr. Ellet J. Waggoner bereits vor über 130 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend der folgende Link:

https://gerechtigkeit-durch-glauben.de/gesamtuebersicht-artikel-neu/

Mein Wunsch und Gebet ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird, er Dingen besser verstehen und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.

Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.
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