Angriff auf Venezuela - FB-Beitrag von Jens A. Geibel
08.01.2026 10:27
Angriff auf Venezuela - FB-Beitrag von Jens A. Geibel
08.01.2026 10:27
Angriff auf Venezuela - FB-Beitrag von Jens A. Geibel
Ich persönlich finde die Ausführungen und Gesamtsicht der Dinge von Jens A.Geibel sehr zutreffend.
"Jens A. Geibel
4 Tage ·
Ich habe den heutigen Tag bewusst abgewartet. Nach meinem ersten, durchaus polarisierenden Post wollte ich sehen, was noch passiert, welche Aussagen folgen und ob sich die anfänglichen Befürchtungen bestätigen oder relativieren. Inzwischen lässt sich sagen: Sie bestätigen sich. Und mehr noch, sie fügen sich zu einem Muster.
Was in Venezuela geschehen ist, entlarvt immer deutlicher, was hier tatsächlich vorbereitet wird. Längst geht es nicht mehr nur um die Festnahme eines ungeliebten Präsidenten oder um angebliche Rechtsdurchsetzung. Spätestens seit öffentlich davon gesprochen wird, dass die USA Venezuela „vorübergehend selbst verwalten“ wollen, ist klar: Das ist kein begrenzter Einsatz, das ist ein Machtprojekt.
Die internationalen Reaktionen sprechen eine deutliche Sprache. Russland, China, Iran, Kuba und zahlreiche Staaten Lateinamerikas verurteilen den Angriff scharf als Bruch des Völkerrechts und als bewaffnete Aggression gegen einen souveränen Staat. Selbst Länder, die der venezolanischen Führung kritisch gegenüberstehen, warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall. In Europa dominiert auffällige Zurückhaltung, begleitet von Appellen zur Deeskalation und zur Einhaltung der UN-Charta, diplomatische Codesprache für ein tiefes Unbehagen, das man politisch nicht offen aussprechen will. Wirklich unterstützt wird dieses Vorgehen nur von wenigen eng verbündeten Regierungen. Die Welt scheint sehr genau zu verstehen, dass es hier um mehr geht als um Demokratiehilfe.
Denn wenn ein Präsident offen davon spricht, ein fremdes Land „zu regieren“, ist die Grenze von Intervention zu faktischer Fremdherrschaft überschritten. Und wer glaubt, das sei eine spontane Eskalation, sollte genauer hinsehen. Bereits seit einiger Zeit wird offen darüber gesprochen, Grönland von Dänemark „übernehmen“ zu wollen – mit der Begründung strategischer Sicherheit, wirtschaftlicher Interessen und angeblicher globaler Verantwortung. Damals noch belächelt, heute wirkt diese Idee plötzlich wie ein Probelauf im Denken: Territorien werden nicht mehr als souverän betrachtet, sondern als strategische Objekte, über die man verfügen könne, wenn die Machtverhältnisse es erlauben.
Genau diese Logik ist es, die alarmieren muss. Sie unterscheidet sich in ihrer Grundstruktur nicht von dem, womit Wladimir Putin seinen Angriff auf die Ukraine begründet hat. Auch dort hieß es, man müsse schützen, stabilisieren, Bedrohungen beseitigen, Ordnung schaffen. Auch dort wurde mit moralischen Narrativen gearbeitet, um einen massiven Bruch der Souveränität zu rechtfertigen. Heute, Jahre später, sehen wir die Realität: ein zerstörtes Land, ein Krieg ohne Ende, Millionen Opfer, und eine Normalisierung von Gewalt als politischem Mittel.
Natürlich ist die venezolanische Führung kein demokratisches Vorbild. Korruption, Repression und wirtschaftlicher Kollaps sind real. Aber genau das macht diesen Moment so gefährlich. Denn wenn militärische Gewalt damit legitimiert wird, wie verwerflich man eine Regierung beschreibt, dann existiert kein stabiles Völkerrecht mehr. Dann entscheidet nicht Recht, sondern Narrativ. Und am Ende entscheidet militärische Stärke.
Die aktuellen Reaktionen aus aller Welt zeigen, dass viele Staaten sehr genau erkennen, worum es hier geht: um Öl, um geopolitische Kontrolle, um Einflusszonen, um die Zurückdrängung von Konkurrenten und um innenpolitische Machtdemonstration. Vor allem aber geht es um die Normalisierung einer Idee, die brandgefährlich ist – dass Großmächte fremde Länder nicht nur angreifen, sondern gleich selbst „verwalten“ oder „übernehmen“ dürfen, wenn es ihren Interessen dient.
Wer dieses Vorgehen heute beklatscht, sollte sich ehrlich fragen, wie er morgen argumentieren will, wenn andere Mächte exakt dieselbe Logik anwenden. Wenn dann ebenfalls mit Sicherheitsinteressen, moralischen Begründungen und angeblichem Bevölkerungsschutz operiert wird. Die Büchse der Pandora ist nicht halb geöffnet. Sie steht offen.
Und damit bleibt eine bittere, bewusst ironische Frage, die leider immer weniger ironisch wirkt: Sehen wir hier einzelne Ausnahmen – oder erleben wir gerade, wie sich das Denken durchsetzt, dass Staaten, Ressourcen und Territorien wieder zu Verhandlungsmasse werden? Und ist Venezuela am Ende nur ein „Übergangsprojekt“ auf dem Weg zu einer Welt, in der man ernsthaft darüber diskutiert, ob der nächste Stern auf der amerikanischen Flagge bereits entworfen wird?
Und es gibt tatsächlich Menschen, die das feiern!
Auch bei uns!
Anscheinend können diese nur begrenzt weit denken.
Und erkennen die Zeichen der Zeit nicht.
Größenwahn löst meistens Brände aus!"......
"Jens A. Geibel
4 Tage ·
Ich habe den heutigen Tag bewusst abgewartet. Nach meinem ersten, durchaus polarisierenden Post wollte ich sehen, was noch passiert, welche Aussagen folgen und ob sich die anfänglichen Befürchtungen bestätigen oder relativieren. Inzwischen lässt sich sagen: Sie bestätigen sich. Und mehr noch, sie fügen sich zu einem Muster.
Was in Venezuela geschehen ist, entlarvt immer deutlicher, was hier tatsächlich vorbereitet wird. Längst geht es nicht mehr nur um die Festnahme eines ungeliebten Präsidenten oder um angebliche Rechtsdurchsetzung. Spätestens seit öffentlich davon gesprochen wird, dass die USA Venezuela „vorübergehend selbst verwalten“ wollen, ist klar: Das ist kein begrenzter Einsatz, das ist ein Machtprojekt.
Die internationalen Reaktionen sprechen eine deutliche Sprache. Russland, China, Iran, Kuba und zahlreiche Staaten Lateinamerikas verurteilen den Angriff scharf als Bruch des Völkerrechts und als bewaffnete Aggression gegen einen souveränen Staat. Selbst Länder, die der venezolanischen Führung kritisch gegenüberstehen, warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall. In Europa dominiert auffällige Zurückhaltung, begleitet von Appellen zur Deeskalation und zur Einhaltung der UN-Charta, diplomatische Codesprache für ein tiefes Unbehagen, das man politisch nicht offen aussprechen will. Wirklich unterstützt wird dieses Vorgehen nur von wenigen eng verbündeten Regierungen. Die Welt scheint sehr genau zu verstehen, dass es hier um mehr geht als um Demokratiehilfe.
Denn wenn ein Präsident offen davon spricht, ein fremdes Land „zu regieren“, ist die Grenze von Intervention zu faktischer Fremdherrschaft überschritten. Und wer glaubt, das sei eine spontane Eskalation, sollte genauer hinsehen. Bereits seit einiger Zeit wird offen darüber gesprochen, Grönland von Dänemark „übernehmen“ zu wollen – mit der Begründung strategischer Sicherheit, wirtschaftlicher Interessen und angeblicher globaler Verantwortung. Damals noch belächelt, heute wirkt diese Idee plötzlich wie ein Probelauf im Denken: Territorien werden nicht mehr als souverän betrachtet, sondern als strategische Objekte, über die man verfügen könne, wenn die Machtverhältnisse es erlauben.
Genau diese Logik ist es, die alarmieren muss. Sie unterscheidet sich in ihrer Grundstruktur nicht von dem, womit Wladimir Putin seinen Angriff auf die Ukraine begründet hat. Auch dort hieß es, man müsse schützen, stabilisieren, Bedrohungen beseitigen, Ordnung schaffen. Auch dort wurde mit moralischen Narrativen gearbeitet, um einen massiven Bruch der Souveränität zu rechtfertigen. Heute, Jahre später, sehen wir die Realität: ein zerstörtes Land, ein Krieg ohne Ende, Millionen Opfer, und eine Normalisierung von Gewalt als politischem Mittel.
Natürlich ist die venezolanische Führung kein demokratisches Vorbild. Korruption, Repression und wirtschaftlicher Kollaps sind real. Aber genau das macht diesen Moment so gefährlich. Denn wenn militärische Gewalt damit legitimiert wird, wie verwerflich man eine Regierung beschreibt, dann existiert kein stabiles Völkerrecht mehr. Dann entscheidet nicht Recht, sondern Narrativ. Und am Ende entscheidet militärische Stärke.
Die aktuellen Reaktionen aus aller Welt zeigen, dass viele Staaten sehr genau erkennen, worum es hier geht: um Öl, um geopolitische Kontrolle, um Einflusszonen, um die Zurückdrängung von Konkurrenten und um innenpolitische Machtdemonstration. Vor allem aber geht es um die Normalisierung einer Idee, die brandgefährlich ist – dass Großmächte fremde Länder nicht nur angreifen, sondern gleich selbst „verwalten“ oder „übernehmen“ dürfen, wenn es ihren Interessen dient.
Wer dieses Vorgehen heute beklatscht, sollte sich ehrlich fragen, wie er morgen argumentieren will, wenn andere Mächte exakt dieselbe Logik anwenden. Wenn dann ebenfalls mit Sicherheitsinteressen, moralischen Begründungen und angeblichem Bevölkerungsschutz operiert wird. Die Büchse der Pandora ist nicht halb geöffnet. Sie steht offen.
Und damit bleibt eine bittere, bewusst ironische Frage, die leider immer weniger ironisch wirkt: Sehen wir hier einzelne Ausnahmen – oder erleben wir gerade, wie sich das Denken durchsetzt, dass Staaten, Ressourcen und Territorien wieder zu Verhandlungsmasse werden? Und ist Venezuela am Ende nur ein „Übergangsprojekt“ auf dem Weg zu einer Welt, in der man ernsthaft darüber diskutiert, ob der nächste Stern auf der amerikanischen Flagge bereits entworfen wird?
Und es gibt tatsächlich Menschen, die das feiern!
Auch bei uns!
Anscheinend können diese nur begrenzt weit denken.
Und erkennen die Zeichen der Zeit nicht.
Größenwahn löst meistens Brände aus!"......
Kommentare
israelgreece2019 08.01.2026 10:28
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