Das Zeitalter des Messias

Das Zeitalter des Messias
Vorab: Nur der Vater allein kennt den Zeitpunkt. Niemand sonst kennt den genauen Zeitpunkt, wann der Herr Jesus wiederkommt, was im folgenden Artikel auch nicht vermittelt wird. Leider nur mit Paywall zu lesen. 

"Das Zeitalter des Messias
Das Zeitalter des Messias beginnt in diesem Jahr – wenn wir uns nicht verrechnet haben.

Immer, wenn das jüdische Volk besonders schwer leidet, tritt die Erwartungshaltung mit Blick auf den kommenden Messias in gleichem Maße hervor. Wir haben schon lange nicht mehr so gelitten wie in den letzten zwei Jahren. Unsere Hoffnung auf ein Zeitalter des Friedens hat dementsprechend zugenommen.

Hinzu kommt, dass wir uns dem jüdischen Jahr 6000 nähern, bei welchem das Ende der Geschichte erreicht werden soll. Da wir uns im Jahr 5786 befinden, sind nur noch 214 Jahre übrig, bis sich alles ändern wird. Das messianische Zeitalter kann jedoch auch schon früher beginnen, sofern die Menschheit bereits vorher ausreichend heil ist, oder wenn das akkumulierte Leid des Volkes Israel Gott zu einem „genug ist genug“ bewegt.

Zwei der vielen momentan im Land vertretenen messianischen Rechnungen möchten wir hier kurz vorstellen.


DIE GEISELN
Dass der Angriff des 7. Oktober am Feiertag Simchat Thora, dem letzten Tag des Sukkot-Festes, stattfand, hat große Symbolkraft. Die 20 letzten überlebenden Geiseln kamen nach 738 Tagen am gleichen Feiertag frei. 738 als numerischer Wert (Die 1 steht für den Buchstaben Aleph, die 2 für das Bet und so weiter) passt auf verschiedene hebräische Wörter, die mit dem Ereignis in Verbindung gebracht werden können. Das ist keine genaue Wissenschaft, kann aber Anhaltspunkte liefern.

Eine schöne Verbindung zu 738 ist das Wort Tischlach – תשלח, von der Wurzel Schalach, das so viel bedeutet wie senden oder schicken, aber auch als Aufforderung, wie zum Beispiel „Tischlach li E-Mail“ (Schicke mir eine E-Mail).

Tischlach ist ein wichtiges Wort in 5. Mose 22,6-7: „Wenn du unterwegs auf einem Baum oder auf der Erde ein Vogelnest findest mit Jungen oder Eiern, und die Mutter sitzt auf den Jungen oder auf den Eiern, so sollst du die Mutter nicht zusammen mit den Jungen nehmen. Du sollst die Mutter fliegen (שַׁלֵּחַ תְּשַׁלַּח– doppelte Erwähnung von verschicken) lassen, und nur die Jungen darfst du dir nehmen, damit es dir gut geht und du lange lebst.“

Der Zohar (Zohar Chadash, Ki Teitzei 23b) erklärt, dass das Wegschicken der Mutter nicht bloß ein Akt des Mitgefühls gegenüber einem Tier ist, sondern ein kosmischer Vorgang, der im Himmel Erbarmen erweckt:

„Wenn die Mutter fortgeschickt wird und durch die Welt fliegt, werden die Barmherzigkeiten des Himmels über die Welt erweckt … und in jenem Augenblick wird der König Messias erweckt.“

Denn die „Mutter“ (האם) steht im Zohar für die Schechina – die göttliche Gegenwart in unserer Welt, die mit Israel verbunden ist.

Das „Nest“ symbolisiert die Wohnung Israels in der Welt, und die Jungen oder Eier stehen für die Seelen Israels. Wenn der Mensch die Mutter „fortschickt“, weckt er die Schechina und ruft sie aus ihrem „Schweigen“ (Verhüllung) hervor, damit sie vor Gott um Erlösung bittet.

So fasst der Zohar noch einmal zusammen und sagt:

„Wenn sich der Schrei der Vogelmutter erhebt, wird der Heilige, gelobt sei Er, Mitleid haben mit Israel und den Messias hervorbringen.“

Wir hoffen also, dass die 738 Tage der Gefangenschaft, im Grunde des gesamten jüdischen Volkes, zur baldigen Erlösung führen werden.


JOSEPH IN GEFANGENSCHAFT
Die 738 ist jedoch nicht das einzige Stück im großen Puzzle des Messias. Ein weiteres Puzzlestück ist die Gefangenschaft Josephs in Ägypten. Joseph wurde fälschlicherweise beschuldigt, sich an der Ehefrau seines „Besitzers“ vergangen zu haben. Er wird ins Gefängnis geworfen, einigen jüdischen Kommentatoren zufolge für 12 Jahre. „Und es geschah nach zwei Jahren, da träumte der Pharao, und siehe, er stand am Nil.“ (1.Mose 41,1)

Wie die israelischen Geiseln nach zwei Jahren aus ihren Gefängnissen in Gaza befreit wurden, so auch Joseph: וַיִּשְׁלַח פַּרְעֹה וַיִּקְרָא אֶת–יוֹסֵף, וַיְרִיצֻהוּ מִן–הַבּוֹר; – Da sandte (wieder heißt es hier: Schalach) der Pharao hin und ließ Josef rufen; und man eilte ihn aus dem Bor (Grube/Gefängnis) heraus.

In einem Midrasch heißt es: „Alles, was Joseph widerfuhr, widerfährt auch Zion (dem jüdischen Volk).“ Wie Joseph das Gefängnis nach zwei Jahren verließ und zum Quasi-Herrscher Ägyptens wurde, so wird auch das Volk Israel nach seiner Befreiung aus den Gruben Gazas aufstehen und sich erheben. Die Befreiung der Geiseln löst die Erlösung Israels aus.

DIE STÄRKE DER ÜBERLEBENDEN
Zu sehen ist dies auch an den Geiseln selbst. Sie verließen ihre Gefangenschaft „wie Löwen“, nicht wie geschlagene Menschen. Nach allem, was sie durchgemacht haben, vermitteln sie Hoffnung, sprechen über ihren Glauben, ihre Stärke in der Gefangenschaft, und geben dem Volk Israel Kraft.

Aber es gibt noch mehr zu beobachten. Nach jüdischem Gesetz musste der aus Gefangenschaft Befreite im Tempel ein Dankopfer bringen. Da es gegenwärtig keinen Tempel gibt, haben die Weisen dieses Ritual mit Psalm 100 ersetzt, der während des täglichen Morgengebets rezitiert wird: Ein Psalm zum Dankopfer – Mismor letoda – מִזְמוֹר לְתוֹדָה. Der numerische Wert von Mismor letoda ist 738.

Nach 738 Tagen wurden die Geiseln nach Hause geschickt (tischlach) wie die Vogelmutter (Symbol für Gott), und das Volk Israel spricht für sie den Psalm des Dankes, den wir auch singen werden, wenn der Messias unser Leid endlich in Freude verwandeln wird:

EIN PSALM ZUM DANKOPFER (Ergänzung Ps. 100)

Jauchzt dem Herrn, alle Welt!
Dient dem Herrn mit Freuden, kommt
vor sein Angesicht mit Jubel!
Erkennt, dass der Herr Gott ist!
Er hat uns gemacht, und nicht
wir selbst, zu seinem Volk
und zu Schafen seiner Weide.
Geht ein zu seinen Toren mit Danken,
zu seinen Vorhöfen mit Loben;
dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gut; seine Gnade
währt ewiglich und seine Treue
von Geschlecht zu Geschlecht."

Allen wünsche ich ein gesegnetes neues Jahr mit schönen Erfahrungen mit Jesus Christus, unserem Herrn!

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