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Zerstörung von Familien durch die Vertreibung 1946

Zerstörung von Familien durch die Vertreibung 1946
Guten Morgen,
mein Verwandter Hermann Zimmer wurde am 13. Januar 1913 in Seibersdorf/Bela im Sudetenland geboren. Er kam mit der Vertreibung in den Raum Koblenz. Danach verliert sich seine Spur.

Kommentare

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(Nutzer gelöscht) 27.12.2025 11:10
ja, schlimme Dinge
 
(Nutzer gelöscht) 27.12.2025 12:40
Du kannst die Spur verfolgen, lieber Buchtel.
Wir z.B. wussten "nur" das unsere Vorfahren im Krieg gefallen sind, einer galt als vermisst.
Mein Sohn hat recherchiert, nun wissen wir wo sie gefallen sind und wo sie  begraben wurden.
Auch bei den Vertriebenen kann man recherchieren.

Viel Glück!
 
(Nutzer gelöscht) 27.12.2025 12:49
Die Vertriebenen wurden oftmals in Ställe unter gebracht.
Eine Frau hat mir mal erzählt das sie im Schweinstall geschlafen haben.
Kinder, auch gebrächliche Erwachsene  sind während der Flucht gestorben, sie mussten zurück gelassen werden.
Nach dem Krieg blieben nicht wenige in der Schockstarre und es wurde geschwiegen, um den Schmerz nicht nochmal spüren zu müssen.
Als Kind ging ich immer zu unserer Nachbarin, eine Geflüchtet, ihr Mann ist im Krieg gefallen.
Sie zog sich ihren Sohn als ihren Ersatzmann ran, der sogar mit ihr im Ehebett geschlafen hat.
Eine Freundin, oder Frau gab es natürlich nicht, denn er hatte ja seine Mama.
Ich könnte so viel erzählen, habe den Zeitzeugen schon  immer gerne zu gehört.
Leider gibt es sie so gut wie nicht mehr.
 
(Nutzer gelöscht) 27.12.2025 12:54
"Er kam mit der Vertreibung in den Raum Koblenz. Danach verliert sich seine Spur."

Schau mal in die Kirchenbücher z.B.nach diesem Namen Deines Verwandten.
 
Buchtel 27.12.2025 17:21
Hallo Frau Sausewind,
lieben Dank für Deine Worte und Gedanken.
Meine verstorbene Frau und ich waren in der Sudetendeutschen Landsmannschaft ehrenamtlich tätig und ich führe ihre Aufgaben fort. Ich betreue verschiedene Heimatorte in Nordmähren. Bei den meisten sind die Betreuer der Erlebnisgeneration schon verstorben. Auf der Homepage des Heimatkreises Bärn e.V. kannst Du Dich informieren.
Die Großeltern von Hermann Zimmer stifteten 1910 ein Kreuz, welches vor ein paar Monaten entdeckt bzw. ausgraben wurde. Nun gilt es den Anlass der Stiftung zu ermitteln und die Nachkommen der Stifterfamilie. Hermann Zimmer stellte einen Antrag auf Lastenausgleich. Die Dokumente befinden im Lastenausgleichsarchiv Bayreuth. Für Hermann Zimmer war das LA-Amt Koblenz zuständig. Im entsprechenden Adressbuch ist er aber nicht eingetragen. Nun bräuchte ich eine „Erleuchtung“.
Viele Grüße
Oskar
 
(Nutzer gelöscht) 27.12.2025 20:05
Vertreibung war schlimm, keine Frage. Was ich mich allerdings Frage: 
Warum wird fast nie an die gedacht die auch ohne Vertreibung im Krieg Menschen, Angehörige.verloren.haben?

Warum wird nicht an die gedacht die in den Kriegsjahren selbst Kinder waren und sehr früh Verantwortung übernehmen mussten?
Mutter ersetzen und Geschwister versorgen oder als 14 jähriger mit den Pferden den Acker vorbereiten, weil der Vater im Krieg war?

Auch Menschen die nicht fliehen mussten haben verloren und materiell gelitten, seelisch genauso.
Das wollte ich nur zu Bedenken geben.
 
Buchtel 27.12.2025 20:50
Hallo Janinal,

da hast Du völlig recht und man könnte noch über viele andere Kriegssituationen nachdenken.

Meine Eltern und Schwiegereltern haben Ihre Heimat verloren. Die Eltern meines Vaters sind bereits im Sudetenland verstorben. Die Eltern und Geschwister meiner Mutter kamen in die DDR. Wir Kinder hatten nur eine Tante in der Nähe. Die Geschwister meines Vaters (Jg. 1902) waren unerreichbar. Wir hatten nicht die Mittel dazu, um hinzufahren. Dann kamen noch die ZJ ins Spiel. Sie brachten unsere Familie auseinander.
Mein Vater war Krankenpfleger in Lazaretten und sah tagtäglich das Elend vor sich.
Meine Schwiegermutter kam durch die Vertreibung nach Schwäbisch Gmünd. In einer Bäckersfamilie war Sie Mädchen für alles. Der Bäcker und Vater von drei Kindern ist im Krieg geblieben. Schwiegermama sorgte sich hauptsächlich um die Kinder, zwei Buben und ein Mädel. Zu dem "Mädel" habe ich heute noch Kontakt.
 
(Nutzer gelöscht) 28.12.2025 00:06
Buchtel, die Sudetendeutschen mag ich sehr gerne!
Das waren selten liebe Menschen!
Das weiss ich, weil ich jedes Jahr dort zur Weihnachtsfeier eingeladen war, als sie sich alle trafen.
Das ist aber schon bestimmt 25 Jahre her.
Jedenfalls habe so eine Offenherzigkeit und nur selten gesehen.

Janinaj
Es dreht sich nicht immer und überall alles um uns, sondern man darf sich auch mal in andere Konstelationen des Krieges hinein versetzen.
Jeder hatte seine Geschichte.
Und keiner eine Schöne.
Wobei es die Bauern noch am "Besten" hatten, denn sie hatten zu essen und  die Frauen hatten es warm.
Da war die harte Arbeit wirklich noch das kleinere Übel, bei all diesem Leid.
Meine Vorfahren waren u.a. Bauern,
 
(Nutzer gelöscht) 28.12.2025 00:08
Wenn ein  Sohn gefallen ist, oder bei nicht wenigen sogar mehrere, war das sehr schlimm.
Allerdings waren die Leute tief gläubig und gingen mit diesen Verlusten anders um als wir heut zu Tage.
 
(Nutzer gelöscht) 28.12.2025 00:14
Was aber die Bauern meist immer schon richtig gut konnten: Jammern.
Das weiss ich auch von Kriegszeugen.
Und ab gegeben haben sie nichts., besonders im Schwabenland.
Man sehe sich den Film an "Die Schwabenkinder".
Dann weiss man was los ist/war.
 
(Nutzer gelöscht) 28.12.2025 13:51
Es geht hier nicht darum, ob oder warum Landwirte jammern. Und dass nichts abgegeben wurde kann man so auch nicht sagen, zumindest nicht allgemein.
Und es gab den Lastenausgleich und der wurde staatlich verordnet, das hat jeden getroffen der Grundbesitz hatte, nicht nur Landwirte. Das mal nur so ganz generell. 

Und ich habe bewusst hier geschrieben, weil die Kriegsgeneration, selbst wenn sie hier im Westen waren haben gelitten. Die Frauen mussten die Höfe selbst bewirtschaften und ackern wie der sprichwörtliche Gaul, die die Kinder ebenfalls, das war ganz selbstverständlich. Sie sind oft über den Hausaufgaben vor Müdigkeit eingeschlafen. 
Das sind Fakten und das hat nichts mit mir zu tun und ist auch kein jammern. 

Ich habe ganz neutral auf diesen Umstand hingewiesen, mehr nicht. Und nein, es geht auch nicht um mich.
Jedes Land das Krieg erlebt braucht ca. 2 Generationen bis es sich wieder erholt hat. Das steht schon in der Bibel, in Jes 58,12

Hoffen wir, dass es uns erspart bleibt. Mehr möchte ich nicht mehr dazu sagen.
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