~~~~~~~
" R.I.P Judith Bernstein.
Bestimmt ist es vorallem als Palästina solidarische Jüdin schwer gewesen für sie - ein Zeitalter wo man als Jüdin mit Antisemitismus Vorwürfen konfrontiert wird, wenn man Israels Genozid an die Palästinenser denunziert.
Ich wünsche ihrer Familie das Beste! "
~~~~~~~~
Zum Tod von Judith Bernstein
18.11.2025 06:39
Zum Tod von Judith Bernstein
18.11.2025 06:39
Zum Tod von Judith Bernstein
--------
Judith Bernstein
1945 - 2025
Aufrechter Gang – so läßt sich das Leben Judith Bernsteins treffend beschreiben, lange Jahre mit Ihrem Mann Reiner Bernstein an ihrer Seite – aufrecht in ihrer Haltung für Menschenrechte und Menschenwürde, unerschrocken, wenn es dafür auch galt, israelische (Regierungs-)Politik zu kritisieren.
Unvergessen ihr Einsatz zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, für Dialog und Verständigung, gerade in ihren Stadt München (Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe – https://www.jpdg.de) , unvergessen auch ihr Einsatz für die Genfer Initiative (seit 2003), der an der Vision eines palästinensischen Staates neben Israel festhielt.
------------------
Judith Bernstein
1945 - 2025Aufrechter Gang – so läßt sich das Leben Judith Bernsteins treffend beschreiben, lange Jahre mit Ihrem Mann Reiner Bernstein an ihrer Seite – aufrecht in ihrer Haltung für Menschenrechte und Menschenwürde, unerschrocken, wenn es dafür auch galt, israelische (Regierungs-)Politik zu kritisieren.
Unvergessen ihr Einsatz zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, für Dialog und Verständigung, gerade in ihren Stadt München (Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe – https://www.jpdg.de) , unvergessen auch ihr Einsatz für die Genfer Initiative (seit 2003), der an der Vision eines palästinensischen Staates neben Israel festhielt.
------------------
Kommentare
Schreib auch du einen Kommentar
Autumn 18.11.2025 07:07

"Und ich wehr mich auch dagegen, dass das Schicksal, zum Beispiel meiner Großeltern, jetzt zum Kampf gegen die Palästinenser herhalten muss. – Also ich glaube, dass meine Großeltern, sie haben ja kein Grab, aber wenn sie ein Grab gehabt hätten, hätten sie sich in ihrem Grab umgedreht! Wenn sie gewusst hätten, dass ihr Schicksal als Vorwand für diesen schrecklichen Kampf gegen die Palästinenser benutzt wird."
Interview mit Heinz Michael Vilsmeier -- Mai 28, 2024
------------
Autumn 18.11.2025 07:12
Judith Bernsteins Eltern verließen wenige Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland. Da ihnen eine Emigration in die USA verwehrt wurde, flüchteten sie in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina und ließen sich, wie viele deutsche Juden in der Siedlung Rehavia vor den Toren Jerusalems nieder. In der „Gartenstadt“ Rehavia erblickte Judith Bernstein 1945 das Licht einer Welt, die von der Kultur der deutschstämmigen Bewohner und Bewohnerinnen, den Jeckes, geprägt war.
Judith Bernstein wurde in diese deutsch-jüdische Gesellschaft hineinsozialisiert – und obwohl ihre Großeltern zwei Jahre vor ihrer Geburt in Auschwitz ermordet worden waren, zog es sie mit Macht in die alte Heimat ihrer Eltern.
Als sie ein Stipendium der Stadt München erhielt, kam sie 1966 zum Studium nach Deutschland. Den Sechstagekrieg des Jahres 1967, der weitreichende Folgen für das Denken vieler Israelis und somit für die Politik Israels haben sollte, verfolgte sie von der bayerischen Hauptstadt aus. Judith Bernstein kehrte zwar nach Israel zurück, heiratete und brachte dort 1973 und 1976 ihre Töchter Sharon und Shelly zur Welt, doch irgendwann stellte sie fest, dass Israel aufgehört hatte, ihr zu gefallen.
Ende 1976 kehrte sie nach Deutschland zurück, dieses Mal für immer. – Judith Bernstein lebt nun seit Jahrzehnten in München, wo sie durch ihre Mitarbeit in der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe für einen Ausgleich und ein friedliches Zusammenleben von Juden und Palästinensern eintritt. Auch ihr vor wenigen Jahren verstorbener Ehemann Reiner Bernstein bestärkte sie in diesem Kampf. Über die Erfahrungen, die Judith und Reiner Bernstein wegen ihres Engagements machen mussten, berichtet Judith Bernstein in dem nachfolgenden Gespräch.
➡ Interview mit Heinz Michael Vilsmeier -- Mai 28, 2024
--------------------------------------
Judith Bernstein wurde in diese deutsch-jüdische Gesellschaft hineinsozialisiert – und obwohl ihre Großeltern zwei Jahre vor ihrer Geburt in Auschwitz ermordet worden waren, zog es sie mit Macht in die alte Heimat ihrer Eltern.
Als sie ein Stipendium der Stadt München erhielt, kam sie 1966 zum Studium nach Deutschland. Den Sechstagekrieg des Jahres 1967, der weitreichende Folgen für das Denken vieler Israelis und somit für die Politik Israels haben sollte, verfolgte sie von der bayerischen Hauptstadt aus. Judith Bernstein kehrte zwar nach Israel zurück, heiratete und brachte dort 1973 und 1976 ihre Töchter Sharon und Shelly zur Welt, doch irgendwann stellte sie fest, dass Israel aufgehört hatte, ihr zu gefallen.
Ende 1976 kehrte sie nach Deutschland zurück, dieses Mal für immer. – Judith Bernstein lebt nun seit Jahrzehnten in München, wo sie durch ihre Mitarbeit in der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe für einen Ausgleich und ein friedliches Zusammenleben von Juden und Palästinensern eintritt. Auch ihr vor wenigen Jahren verstorbener Ehemann Reiner Bernstein bestärkte sie in diesem Kampf. Über die Erfahrungen, die Judith und Reiner Bernstein wegen ihres Engagements machen mussten, berichtet Judith Bernstein in dem nachfolgenden Gespräch.
➡ Interview mit Heinz Michael Vilsmeier -- Mai 28, 2024
--------------------------------------
(Nutzer gelöscht) 18.11.2025 08:23
Danke Autumn, eine großartige Frau! Mehr denn je braucht es Menschen, die nicht spalten, trennen, Feindbilder aufbauen, sondern dafür einstehen, dass jeder, wirklich jeder Mensch ein Lebensrecht hat. Ich bewundere zutiefst solche Menschen, wie eine Jüdin, die in der Lage ist mit offenen Armen auf die Palästinenser zuzugehen. Und die gibt es auch andersherum. Es gibt großartige Projekte, auch hier in Deutschland. Es ist der einzige Weg, und das sollten wir als Christen wissen. Der Weg der Vergebung. Ansonsten dreht sich die Traumaspirale endlos weiter. Hier z.B. ein Verein, der schon lange unermüdlich für die Verständigung zwischen den drei großen Religionen einsteht. Auch mit sehr interessanten Fachbeiträgen.:
https://www.freunde-abrahams.de/
Möge Judith Bernstein in Frieden ruhen. Und Ihr Einsatz in vielen Menschen weiterleben.
https://www.freunde-abrahams.de/
Möge Judith Bernstein in Frieden ruhen. Und Ihr Einsatz in vielen Menschen weiterleben.
(Nutzer gelöscht) 18.11.2025 08:27
Autumn 18.11.2025 12:28
"Es ist der einzige Weg, und das sollten wir als Christen wissen.
Der Weg der Vergebung."
----------------------------------
So ist es.
Danke Yonah für deinen wertschätzenden und wertvollen Beitrag!
----------------------------------
Der Weg der Vergebung."
----------------------------------
So ist es.
Danke Yonah für deinen wertschätzenden und wertvollen Beitrag!
----------------------------------

Jetzt
Judith Bernstein ist verstorben. Ein Verlust für unsere Gesellschaft. Judith Bernstein war jahrzehntelang im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, unter anderem in der Jüdisch-Palästinensischen Dialog-Gruppe München sowie in der Jüdischen Stimme für Gerechten Frieden in Nahost.
Ich habe Judith Bernstein sehr geschätzt. Sie gehörte zu der seltenen Art von Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste für ihre Überzeugungen einstehen. Sie gab als deutsche Jüdin der deutschen historischen Verantwortung eine klare, kluge und empathische Perpsektive. Gerade jetzt, während des Genozids in Gaza, nahm sie kein Blatt vor den Mund.
„Auschwitz kann kein Freibrief für Menschenrechtsverletzungen sein“, sagte sie bezüglich Israels Verbrechen gegen Palästinenser. Deutschlands Polltik und Medien werden dieser wichtigen Stimme nicht den gebührenden Respekt geben. Also sollten wir es tun.
„Über Jahrzehnte hinweg war sie eine unserer prägendsten Stimmen, eine unermüdliche Brückenbauerin und eine moralische Orientierung; ihr Wort hatte Gewicht, sie sprach klar, furchtlos und gewaltfrei – eine öffentliche Stimme für Menschenrechte, für internationale Verantwortung und für eine Politik der Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern“, schreibt die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München.
„Für Jahrzehnte hat sie die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München geprägt, sich nie unterkriegen lassen und uns Mut zugesprochen, den politischen Kampf nie aufzugeben; wir behalten sie als eine mutige, kämpferische und integre Person in Erinnerung, die trotz heftiger Anfeindungen ihren besonnenen, liebevollen Umgang mit ihren Mitmenschen nie aufgegeben hat – wir werden sie nie vergessen“, so ihr Mitstreiter Jochim Varchmin und die Jüdische Stimme.
Judith Bernstein schickte mir die Worte einer Rede des ehem. palästinensischen Präsidenten Arafat, in denen es heißt: „Das ist ein Verbrechen. Und darüber zu schweigen, ist ein Verbrechen. Die Presse ist komplizenhaft in diesem Verbrechen. Geht und verbreitet die Nachricht über dieses Verbrechen.“
Versprochen. Wir werden nicht ruhen.
Ich spreche der Familie Bernstein, sowie allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern mein Mitgefühl aus.
-------------