Sie haben sich selbst entlarvt.
Unsere Medien und Journalisten sind nicht frei.
Einschüchterung, Kontrolle und Zensur
durch "die einzige Demokratie des Nahen Ostens".
Skandalös: Rücknahme des Donnepp Media Awards
06.09.2025 07:18
Skandalös: Rücknahme des Donnepp Media Awards
06.09.2025 07:18
Skandalös: Rücknahme des Donnepp Media Awards
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https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/donnepp-media-award-aberkannt-scheytt-100.html

Zuerst bekam sie den Preis für ihren medienkritischen Instagram-Kanal, dann wurde er ihr wieder aberkannt. Im Interview spricht sie von unprofessionellem Verhalten des Vorstands.
Mittlerweile habe sie den Preis samt Urkunde wieder zurückgeschickt sagt Judith Scheytt. Ohne den Bilderrahmen, sagt sie uns am Telefon. Kein Paket sei groß genug gewesen. Auch auf der Internetseite des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises, scheint es so, als sei Scheytt nie im Besitz des Preises gewesen. Unter den Preisträgern des Jahres 2025 ist sie nicht mehr zu finden. Auch kein Hinweis auf die Aberkennung von Seiten des Vereins findet sich dort.
Dabei war die Abiturientin Judith Scheytt erst im Januar 2025 mit dem Preis für ihre medienkritische Berichterstattung ausgezeichnet worden. In ihren Posts auf Instagram oder TikTok beschäftigt sich Scheytt mit Kolonialismus, mit Klimagerechtigkeit aber auch mit dem Leid der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Genau für diese Videos wird Scheytt nun aber vom Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises kritisiert. Der Vorwurf: "systematische Verzerrung und selektive Kontextualisierung des israelisch-palästinensischen Konflikts".
Antisemitismus-Vorwürfe nach Preisverleihung
Zur Begründung, weshalb der 18-Jährigen der Preis wieder aberkannt wurde, schreibt der „Vorstand Donnepp Media Award“ heute auf SWR-Anfrage: "Der Donnepp Media Award zeichnet herausragende, kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien und höchste journalistische Qualität aus. Die Analyse der Videos zeigt jedoch eine systematische Verzerrung und selektive Kontextualisierung des israelisch-palästinensischen Konflikts".
Entscheidung bewusst aufgehoben
Eine sechsköpfige Jury hatte Anfang des Jahres entschieden, Scheytt die Auszeichnung zu verleihen. Drei dieser Jury Mitglieder sind auch Vorstände des Vereins. Während die Jury den Preis ursprünglich gemeinsam vergeben hatte, erfolgte die Aberkennung ausschließlich durch den Vorstand des Vereins.
Auf die Frage, weshalb die Videos nicht bereits vor der Verleihung im Januar geprüft worden seien, heißt es heute schriftlich: "Die Entscheidung wurde bewusst bis nach Scheytts Abitur aufgeschoben und erfolgte erst nach intensiver Einzelprüfung aller Videos aufgrund einer ernsthaften Beschwerde. Eine solche umfassende Faktenkontrolle kann vor einer Preisverleihung unmöglich geleistet werden".
Kein Grund für Rechtfertigung
Während vor der Preisverleihung noch Medienkritik im weitesten Sinne im Vordergrund gestanden habe, seien die Inhalte mittlerweile zu ungefilterten aktivistischen Beiträgen geworden, so der Vorstand. Judith Scheytt selbst sieht keinerlei Änderung in ihrem Verhalten und auch nicht in ihren geposteten Videos.
Scheytt sieht sich nicht in der Pflicht sich verteidigen zu müssen: "Ein Preis ist kein Vertrag, dass ich meine Tätigkeit künftig auch so ausführen muss, wie ich es jetzt tue. Wenn ich Aktivistin sein will, bin ich Aktivistin, wenn ich Journalistin werden will, dann werde ich Journalistin, und wenn ich zur Müllabfuhr gehe, dafür werde ich mich beim Grimme-Institut nicht rechtfertigen", so Scheytt im Interview mit dem SWR.
Verein drohte wohl mit Medienkampagne gegen das Grimme-Institut
Sie selbst sei zunächst gar nicht mit den Vorwürfen und der Aberkennung des Preises konfrontiert worden, sagt Judith Scheytt. Ihre Mutter sei Anfang April von einem Vorstand des Vereins angerufen worden. Daraufhin habe die Schülerin den Verein aufgefordert Sie selbst zu kontaktieren.
Auslöser für die Aberkennung sei Druck von Seiten der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit gewesen. Zunächst seien unterschiedliche und widersprüchliche Gründe genannt worden, so Scheytt. Unter anderem sei ihr Antisemitismus vorgeworfen worden. "Dann wurde mir transparent gesagt, dass von Seiten des pro-israelitischen Vereins, der sich über mich beschwert hat, mit einer Medienkampagne gegen den Verein und das Grimme-Institut gedroht wurde."
Vorwürfe sind keine Überraschung für Scheytt
Erstaunt sei sie über die Vorwürfe nicht gewesen, so die Aktivistin. "Für mich war der Antisemitismus-Vorwurf nicht überraschend. Das ist kein Einzelfall. Antisemitismus ist inzwischen ein Schlagwort geworden, um Kritik an Israel zu delegitimieren." Von dem, wie sie sagt unprofessionellen Vorgehen des Vereins, sei sie jedoch geschockt gewesen. Nach dem Telefonat sei ihr die Analyse ihrer kritisierten Inhalte per E-Mail geschickt worden. Die aufgezählten Vorwürfe hat Scheytt unterdessen veröffentlicht. "Sie hätten mich zu jeder Zeit anrufen können und mich fragen, wie ich die Vorwürfe einschätze. Das hat der Verein nicht getan. Das wäre professionell gewesen. Ich habe noch nie erlebt, dass solche Entscheidungen getroffen werden ohne die Person, um die es geht."
Vorstand Donnepp Media Award: Aberkennung unumgänglich
Nach der Aberkennung des Preises für Scheytt hat auch die diesjährige Preisträgerin Annika Schneider ihre Auszeichnung zurückgegeben. Aus Protest, wie sie sagt. Der Vorstand des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises, habe sich offensichtlich nicht mit der Arbeit Scheytts auseinandergesetzt, so Annika Schneider in einem Artikel beim Medium Übermedien.
Schneider wird auf der Seite des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises noch immer als Preisträgerin genannt. Der Verein bleibt unterdessen bei seiner getroffenen Entscheidung und bei seiner Einschätzung: "Im Interesse der Integrität des Awards und zur Wahrung der satzungsgemäßen Ansprüche war die Aberkennung unumgänglich. Herausragende medienkritische Publizistik erfordert Ausgewogenheit und faktische Fundierung – Einseitigkeit und Aktivismus erfüllen diese Anforderungen nicht."
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https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/donnepp-media-award-aberkannt-scheytt-100.html

Zuerst bekam sie den Preis für ihren medienkritischen Instagram-Kanal, dann wurde er ihr wieder aberkannt. Im Interview spricht sie von unprofessionellem Verhalten des Vorstands.
Mittlerweile habe sie den Preis samt Urkunde wieder zurückgeschickt sagt Judith Scheytt. Ohne den Bilderrahmen, sagt sie uns am Telefon. Kein Paket sei groß genug gewesen. Auch auf der Internetseite des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises, scheint es so, als sei Scheytt nie im Besitz des Preises gewesen. Unter den Preisträgern des Jahres 2025 ist sie nicht mehr zu finden. Auch kein Hinweis auf die Aberkennung von Seiten des Vereins findet sich dort.
Dabei war die Abiturientin Judith Scheytt erst im Januar 2025 mit dem Preis für ihre medienkritische Berichterstattung ausgezeichnet worden. In ihren Posts auf Instagram oder TikTok beschäftigt sich Scheytt mit Kolonialismus, mit Klimagerechtigkeit aber auch mit dem Leid der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Genau für diese Videos wird Scheytt nun aber vom Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises kritisiert. Der Vorwurf: "systematische Verzerrung und selektive Kontextualisierung des israelisch-palästinensischen Konflikts".
Antisemitismus-Vorwürfe nach Preisverleihung
Zur Begründung, weshalb der 18-Jährigen der Preis wieder aberkannt wurde, schreibt der „Vorstand Donnepp Media Award“ heute auf SWR-Anfrage: "Der Donnepp Media Award zeichnet herausragende, kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien und höchste journalistische Qualität aus. Die Analyse der Videos zeigt jedoch eine systematische Verzerrung und selektive Kontextualisierung des israelisch-palästinensischen Konflikts".
Entscheidung bewusst aufgehoben
Eine sechsköpfige Jury hatte Anfang des Jahres entschieden, Scheytt die Auszeichnung zu verleihen. Drei dieser Jury Mitglieder sind auch Vorstände des Vereins. Während die Jury den Preis ursprünglich gemeinsam vergeben hatte, erfolgte die Aberkennung ausschließlich durch den Vorstand des Vereins.
Auf die Frage, weshalb die Videos nicht bereits vor der Verleihung im Januar geprüft worden seien, heißt es heute schriftlich: "Die Entscheidung wurde bewusst bis nach Scheytts Abitur aufgeschoben und erfolgte erst nach intensiver Einzelprüfung aller Videos aufgrund einer ernsthaften Beschwerde. Eine solche umfassende Faktenkontrolle kann vor einer Preisverleihung unmöglich geleistet werden".
Kein Grund für Rechtfertigung
Während vor der Preisverleihung noch Medienkritik im weitesten Sinne im Vordergrund gestanden habe, seien die Inhalte mittlerweile zu ungefilterten aktivistischen Beiträgen geworden, so der Vorstand. Judith Scheytt selbst sieht keinerlei Änderung in ihrem Verhalten und auch nicht in ihren geposteten Videos.
Scheytt sieht sich nicht in der Pflicht sich verteidigen zu müssen: "Ein Preis ist kein Vertrag, dass ich meine Tätigkeit künftig auch so ausführen muss, wie ich es jetzt tue. Wenn ich Aktivistin sein will, bin ich Aktivistin, wenn ich Journalistin werden will, dann werde ich Journalistin, und wenn ich zur Müllabfuhr gehe, dafür werde ich mich beim Grimme-Institut nicht rechtfertigen", so Scheytt im Interview mit dem SWR.
Verein drohte wohl mit Medienkampagne gegen das Grimme-Institut
Sie selbst sei zunächst gar nicht mit den Vorwürfen und der Aberkennung des Preises konfrontiert worden, sagt Judith Scheytt. Ihre Mutter sei Anfang April von einem Vorstand des Vereins angerufen worden. Daraufhin habe die Schülerin den Verein aufgefordert Sie selbst zu kontaktieren.
Auslöser für die Aberkennung sei Druck von Seiten der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit gewesen. Zunächst seien unterschiedliche und widersprüchliche Gründe genannt worden, so Scheytt. Unter anderem sei ihr Antisemitismus vorgeworfen worden. "Dann wurde mir transparent gesagt, dass von Seiten des pro-israelitischen Vereins, der sich über mich beschwert hat, mit einer Medienkampagne gegen den Verein und das Grimme-Institut gedroht wurde."
Vorwürfe sind keine Überraschung für Scheytt
Erstaunt sei sie über die Vorwürfe nicht gewesen, so die Aktivistin. "Für mich war der Antisemitismus-Vorwurf nicht überraschend. Das ist kein Einzelfall. Antisemitismus ist inzwischen ein Schlagwort geworden, um Kritik an Israel zu delegitimieren." Von dem, wie sie sagt unprofessionellen Vorgehen des Vereins, sei sie jedoch geschockt gewesen. Nach dem Telefonat sei ihr die Analyse ihrer kritisierten Inhalte per E-Mail geschickt worden. Die aufgezählten Vorwürfe hat Scheytt unterdessen veröffentlicht. "Sie hätten mich zu jeder Zeit anrufen können und mich fragen, wie ich die Vorwürfe einschätze. Das hat der Verein nicht getan. Das wäre professionell gewesen. Ich habe noch nie erlebt, dass solche Entscheidungen getroffen werden ohne die Person, um die es geht."
Vorstand Donnepp Media Award: Aberkennung unumgänglich
Nach der Aberkennung des Preises für Scheytt hat auch die diesjährige Preisträgerin Annika Schneider ihre Auszeichnung zurückgegeben. Aus Protest, wie sie sagt. Der Vorstand des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises, habe sich offensichtlich nicht mit der Arbeit Scheytts auseinandergesetzt, so Annika Schneider in einem Artikel beim Medium Übermedien.
Schneider wird auf der Seite des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises noch immer als Preisträgerin genannt. Der Verein bleibt unterdessen bei seiner getroffenen Entscheidung und bei seiner Einschätzung: "Im Interesse der Integrität des Awards und zur Wahrung der satzungsgemäßen Ansprüche war die Aberkennung unumgänglich. Herausragende medienkritische Publizistik erfordert Ausgewogenheit und faktische Fundierung – Einseitigkeit und Aktivismus erfüllen diese Anforderungen nicht."
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Kommentare
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Annres 06.09.2025 08:12
Zitat: "Nach der Aberkennung des Preises für Scheytt hat auch die diesjährige Preisträgerin Annika Schneider ihre Auszeichnung zurückgegeben."
Das nenn ich mal Zivilcourage. 👍
Kann gut sein, dass dieser Schuß für das Grimme-Institut nach hinten losgeht, das passiert schließlich bei vielen Themen, die Israel betreffen, gerade.
Viele Institute und Einzel-Personen haben ihre Glaubwürdigkeit komplett verloren, wenn sie wie hier medienkritische Berichterstattung zwar loben, aber gleichzeitig sanktionieren oder wenn sie vom Frieden predigen, aber die Kriegsverbrechen Israels tolerieren.
Das nenn ich mal Zivilcourage. 👍
Kann gut sein, dass dieser Schuß für das Grimme-Institut nach hinten losgeht, das passiert schließlich bei vielen Themen, die Israel betreffen, gerade.
Viele Institute und Einzel-Personen haben ihre Glaubwürdigkeit komplett verloren, wenn sie wie hier medienkritische Berichterstattung zwar loben, aber gleichzeitig sanktionieren oder wenn sie vom Frieden predigen, aber die Kriegsverbrechen Israels tolerieren.
Autumn 06.09.2025 08:28
"Das nenn ich mal Zivilcourage. 👍 "
Hab ich mir auch gedacht.
Bestimmt war sie ursprünglich sehr stolz auf die Auszeichnung gewesen,
ein Plus in der Biographie und Bewerbungsmappe.
Sie hat aber erkanntt, dass sie im Grunde bedeutungslos beworden ist,
wenn man aufrichtig und glaubwürdig sein will.
Diesen beiden mutigen Frauen kann man nur danken und Respekt zollen.
Es wird für sie vermutlich nicht leichter werden im Business.
Hab ich mir auch gedacht.
Bestimmt war sie ursprünglich sehr stolz auf die Auszeichnung gewesen,
ein Plus in der Biographie und Bewerbungsmappe.
Sie hat aber erkanntt, dass sie im Grunde bedeutungslos beworden ist,
wenn man aufrichtig und glaubwürdig sein will.
Diesen beiden mutigen Frauen kann man nur danken und Respekt zollen.
Es wird für sie vermutlich nicht leichter werden im Business.

Jetzt
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Ein Irrwitz:
Für ihre medienkritische Berichterstattung hat sie den Preis erhalten und genau diese wurde ihr zum Verhängnis.
Fazit:
Medienkritisch ja, ... aber nicht, wenn es um Israel geht.