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Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt

Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt
Nach dem heißen Tag hier in Andalusien kehrt nun hoffentlich eine erfrischende Nachtruhe ein. 
Beim nächtlichen Spaziergang mit meinem Hund wirkt alles geheimnisvoll.
Dunkel ist es hier, heute ohne Mond und Sterne. 
Wir trafen eine dicke Kröte auf dem Weg.
Der Bach rauscht noch immer trotz Hitze. Welch ein beruhigender Klang. Kostbares Wasser im dürren Land. 
Die ersten köstlichen Feigen am Wegrand reifen.
Wie dankbar bin ich für Gottes Schöpfung und Seine Bewahrung und Versorgung!
Diese sichtbare Welt und unser Leben wird vergehen.
Gott der Herr aber bleibt unverändert und Sein Wort der Wahrheit wird eintreffen.

Passend zum Sabbat ging mir dieses Lied durch den Sinn. 
Paul Gerhard war auch ein Naturliebhaber, der den Schöpfer liebte und Ihm zu Ehren viele tiefsinnige Lieder gedichtet hat. 

1) Nun ruhen alle Wälder,
Vieh, Menschen, Städt und Felder,
es schläft die ganze Welt;
ihr aber, meine Sinnen,
auf, auf, ihr sollt beginnen,
was eurem Schöpfer wohlgefällt.

2) Wo bist du, Sonne, blieben?
Die Nacht hat dich vertrieben,
die Nacht, des Tages Feind.
Fahr hin; ein andre Sonne,
mein Jesus, meine Wonne,
gar hell in meinem Herzen scheint.

3) Der Tag ist nun vergangen,
die güldnen Sternlein prangen
am blauen Himmelssaal;
also werd ich auch stehen,
wenn mich wird heißen gehen
mein Gott aus diesem Jammertal.

4) Der Leib eilt nun zur Ruhe,
legt ab das Kleid und Schuhe,
das Bild der Sterblichkeit;
die zieh ich aus, dagegen
wird Christus mir anlegen
den Rock der Ehr und Herrlichkeit.

5) Das Haupt, die Füß und Hände
sind froh, dass nun zum Ende
die Arbeit kommen sei.
Herz, freu dich, du sollst werden
vom Elend dieser Erden
und von der Sünden Arbeit frei.

6) Nun geht, ihr matten Glieder,
geht hin und legt euch nieder,
der Betten ihr begehrt.
Es kommen Stund und Zeiten,
da man euch wird bereiten
zur Ruh ein Bettlein in der Erd.

7) Mein Augen stehn verdrossen,
im Nu sind sie geschlossen.
Wo bleibt dann Leib und Seel?
Nimm sie zu deinen Gnaden,
sei gut für allen Schaden,
du Aug und Wächter Israel'.

8) Breit aus die Flügel beide,
o Jesu, meine Freude,
und nimm dein Küchlein ein.
Will Satan mich verschlingen,
so lass die Englein singen:
"Dies Kind soll unverletzet sein."

9) Auch euch, ihr meine Lieben,
soll heute nicht betrüben
kein Unfall noch Gefahr.
Gott lass euch selig schlafen,
stell euch die güldnen Waffen
ums Bett und seiner Engel Schar.

Text: Paul Gerhardt (1647)

Kommentare

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Alysa 26.07.2025 07:07
Gerade dieser Tage ging mir dieses Lied durch den Kopf. Die letzten beiden Strophen sang meine Mutter jeden Abend an unseren Kinderbetten.

Den Text Habe ich natürlich noch immer im Kopf.

Dass meine Mutter nicht gut singen konnte, habe ich als kleines Kind gar nicht bemerkt. Erst als ich ein Instrument spielen lernte (lernen musste) und später gemeinsam mit meinem Vater und meinen Geschwistern Chorlieder übte und sang,  fiel mir das auf. 🙂
 
(Nutzer gelöscht) 26.07.2025 11:19
So ein schönes Lied. Wunderbar.
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