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Nach Beschuss von Kirche: Papst-Kritik an Israel wird schärfer

Nach Beschuss von Kirche: Papst-Kritik an Israel wird schärfer
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https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/nach-beschuss-von-kirche-papst-kritik-an-israel-wird-schaerfer,UrfLdnL



Die israelische Armee beschießt die einzige katholische Kirche in Gaza. Der Papst kritisiert Israel scharf wie nie, Kirchenvertreter besuchen Überlebende und der Vatikan zweifelt Israels Darstellung eines Versehens öffentlich an. 

--- Eine Chronologie ---

"Es ist an der Zeit, diesen Unsinn zu beenden", mit diesen deutlichen Worten fordert der oberste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Kardinal Pizzaballa, ein Ende des Gaza-Krieges. Nicht nur bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III. am Dienstag in Jerusalem wurde die Kritik am Vorgehen Israels deutlich. Schon in den vergangenen Tagen äußerte sich Papst Leo deutlich. Wie es dazu kam.

Donnerstag: Todesopfer durch Panzergeschoss auf Kirche in Gaza

Am Donnerstag, 17. Juli 2025, trifft ein israelisches Panzergeschoss um 10.20 Uhr die Kirche der Heiligen Familie, die einzige katholische Kirche in Gaza-Stadt. Die Kirche wird beschädigt, drei Menschen sterben, mehrere werden verletzt. Unter den Verletzten ist offenbar auch der Gemeindepriester Gabriel Romanelli. In der Pfarrei leben derzeit den Angaben zufolge rund 500 Binnenflüchtlinge.

Am Donnerstagabend reagiert Papst Leo XIV. zunächst mit einem Beileids-Telegramm. Darin hieß es, er sei tief betrübt über die Todesfälle und die Verletzungen "durch eine militärische Attacke". Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu reagierte mit einem Dank an Papst Leo für seine "Worte des Trostes". Wörtlich hieß es außerdem: "Israel bedauert sehr, dass verirrte Munition die Kirche der Heiligen Familie getroffen hat."

Freitag: Netanjahu und Papst Leo XIV. telefonieren

Israels Premier Netanjahu ruft am Freitagmorgen Papst Leo XIV. an, um über den Vorfall zu sprechen. In dem Telefonat erneuert der Papst seinen Appell für einen Waffenstillstand und für Verhandlungen zur Beendigung des Krieges.

Unterdessen reisen die beiden ranghöchsten christlichen Geistlichen im Heiligen Land zu der beschossenen Gemeinde: der katholische Kardinal Pierbattista Pizzaballa und Theophilos III., der griechisch-orthodoxe Patriarch. Inmitten anhaltender Bombardements habe Pizzaballa dort Gottesdienst gefeiert.

Samstag: Vatikan zweifelt an Versehen Israels

Die Nummer zwei im Vatikan, Kardinal Pietro Parolin, fordert in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender Rai, die israelische Regierung müsse nun "sagen, was wirklich passiert ist". Sie müsse aufklären, ob der Beschuss der Kirche "tatsächlich ein Irrtum war – und das darf man legitimerweise bezweifeln – oder ob man direkt eine christliche Kirche treffen wollte in dem Wissen darum, dass die Christen ein Element der Mäßigung im Nahem Osten sind".

Als einen möglichen Grund für den Beschuss nennt der Kardinal "den Wunsch, jegliches Element zu beseitigen, das wenigstens zu einem Waffenstillstand und dann zum Frieden beitragen könnte".

Sonntag: Papst kritisiert israelische Angriffe so scharf wie noch nie

Beim Mittagsgebet an seinem Urlaubsort Castel Gandolfo sagt der Papst: Der Beschuss folge "nach vielen, kontinuierlichen militärischen Angriffen gegen die Zivilbevölkerung und gegen religiöse Stätten in Gaza". Unter dem Beifall von Tausenden Menschen auf dem Platz vor der päpstlichen Sommerresidenz fordert Leo XIV. ein sofortiges Ende der "Barbarei des Krieges".

Montag: Papst setzt Telefon-Diplomatie fort

Am Montagmorgen telefoniert der Papst mit Palästinenser-Präsident Mahmut Abbas. Der Papst verurteilt in dem Gespräch den "wahllosen Gewalteinsatz" und jede "erzwungene Massenvertreibung" von Palästinensern.

Dienstag: Israels Vorgehen "nicht mehr zu rechtfertigen"

Als "nicht mehr zu rechtfertigen" bezeichnet Kardinal Pierbattista Pizzaballa das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen. "Wir haben die moralische Pflicht, mit absoluter Klarheit und Offenheit die Politik dieser Regierung im Gazastreifen zu kritisieren", sagte er im Interview mit Vatican News.

"Das stundenlange Ausharren von Menschen in der Hoffnung auf Nahrung ist eine schwer zu ertragende Demütigung, die moralisch inakzeptabel sei", so Pizzaballa gegenüber Pressevertretern nach seiner Reise zur Kirche in Gaza am Dienstag.


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Kommentare

 
Autumn 22.07.2025 21:12
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https://www.rnd.de/politik/nach-kirchen-angriff-in-gaza-eiszeit-zwischen-vatikan-und-israel-SGH6TMK5K5FLZPVXDNW6W5MVT4.html



Nach Angriff auf katholische Kirche

Eiszeit zwischen Vatikan und Israel

Bei einem israelischen Angriff auf eine katholische Pfarrei im Gazastreifen sterben drei Menschen. Der Papst hat nun seine eher zurückhaltende Haltung zu dem Konflikt geändert - und übt scharfe Kritik an Israels Vorgehen.

Dominik Straub  ---  21.07.2025

Bei einem Angriff gegen den Komplex der katholischen Kirche der Heiligen Familie im Gazastreifen hatte es am Donnerstag drei Tote und zahlreiche Verletzte gegeben. Schwer verletzt wurden auch der katholische Pfarrer der Kirche, Gabriel Romanelli, sowie ein Mitarbeiter von „Avvenire“, der in Italien weit verbreiteten und einflussreichen Zeitung der italienischen Bischofskonferenz. Während des Angriffs befanden sich auf dem Gelände der einzigen katholischen Pfarrei im Gazastreifen neben dem Personal und Gläubigen auch mehrere Hundert Flüchtlinge, die angesichts der unablässigen Offensive der israelischen Armee, die schon fast 60.000 Tote gefordert hat, dort Schutz gesucht haben.

Der tödliche Beschuss der Pfarrei hat im Vatikan und bei unzähligen katholischen Gläubigen auf der ganzen Welt Entsetzen ausgelöst. Die israelische Militärführung hat zwar umgehend von einem „Versehen“ gesprochen, „aber das glaubt hier niemand“, betonte der lateinische Patriarch von Jerusalem, der italienische Kardinal Pierbattista Pizzaballa.

Pizzaballa war zusammen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., und mit 500 Tonnen Hilfsgütern umgehend nach Gaza geeilt, um der christlichen Gemeinde im Gazastreifen und der ganzen Bevölkerung des Gazastreifens seine Solidarität auszudrücken. „Heute haben sie uns Christen getroffen, aber hier sterben jeden Tag Dutzende Menschen. Es ist Zeit, diesen absurden Krieg sofort zu beenden“, forderte Pizzaballa.

Papst ruft Netanjahu an

Der 60-jährige Kardinal gehörte beim letzten Konklave zu den Kandidaten, denen die größten Chancen eingeräumt wurden. Seit dem israelischen Angriff hat er sich nicht mehr aus der Pfarrei wegbewegt: Er ist nun eine Art menschlicher Schutzschild der Gemeinschaft. In Gaza hat ihn auch ein Anruf von Papst Leo XIV. erreicht. „Papst Leo XIV. hat mehrfach betont, dass das, was geschehen ist, nicht zu rechtfertigen sei und dass alles getan werden müsse, damit es keine weiteren Opfer mehr gibt“, sagte Pizzaballa gegenüber den vatikanischen Medien. Das Kirchenoberhaupt hatte nach dem Angriff telefonisch beim israelischen Premier Benjamin Netanyahu interveniert und sofortige Friedensverhandlungen gefordert. In einem weiteren Telegramm an Pizzaballa zeigte sich Leo XIV. „zutiefst traurig“ über „das Massaker an Unschuldigen“.

Am Sonntag hat der Papst zudem erstmals öffentlich das Vorgehen der israelischen Streitkräfte im Gazastreifen grundsätzlich in aller Schärfe verurteilt. Unter dem Beifall von Tausenden Menschen auf dem Platz vor der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo forderte Leo XIV. ein sofortiges Ende der „Barbarei des Krieges“. Die internationale Gemeinschaft rief der Papst auf, das humanitäre Völkerrecht zu beachten, sich für den Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen und dafür zu sorgen, dass das völkerrechtliche Verbot von Kollektivbestrafungen eingehalten werde. Auch müsse dem unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt und der gewaltsamen Vertreibung der Bevölkerung Einhalt geboten werden.

Absichtlicher Angriff auf die katholische Kirche?

Tatsächlich haben sich angesichts der vielen palästinensischen Zivilisten und Kinder, die seit dem israelischen Angriff auf die Pfarrei bereits wieder getötet wurden, die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Israel weiter verschlechtert. Die Nummer 2 im Vatikan, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, erklärte sogar, dass es „berechtigte Zweifel“ daran gebe, ob es sich bei dem Angriff um ein Versehen gehandelt habe. Es könnte auch sein, dass es „eine Absicht gab, gezielt eine christliche Kirche zu treffen“, weil die Christen im Nahen Osten zwischen Juden und Palästinensern „ein Element der Mäßigung“ seien. Jedenfalls seien von Israel „bereits viele Grenzen überschritten worden“, betonte Parolin. „Wie kann man eine Bevölkerung wie die in Gaza zerstören und aushungern?“

Der Angriff gegen die Pfarrei der Heiligen Familie wiegt für den Vatikan umso schwerer, als auch in dem von Israel besetzten Westjordanland die Übergriffe gegen die christliche Minderheit in den letzten Wochen zugenommen haben. Bei der Ortschaft Taybeh haben rechtsextreme jüdische Siedler wiederholt Bewohner angegriffen, Autos in Brand gesteckt und auch eine christliche Kirche angezündet – offensichtlich in der Absicht, die palästinensische und christliche Bevölkerung zu vertreiben.

❕ Die Übergriffe der Siedler waren selbst dem ultrakonservativen US-Botschafter in Israel, Mike Huckbee, zu schwerwiegend: Er bezeichnete sie als Terrorakte, die „harsche Konsequenzen“ haben müssten.
„Kirchen, Moscheen und Synagogen anzuzünden, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen Gott“, betonte Huckbee gegenüber der Zeitung „Times of Israel“.

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Autumn 23.07.2025 14:07
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"NACHTS TERRORISIERT UND TAGSÜBER BELAGERT"

"Systematische Auslöschung": Kirchenführer besuchen attackiertes Dorf

veröffentlicht am 14.07.2025

https://katholisch.de/artikel/63027-systematische-ausloeschung-kirchenfuehrer-besuchen-attackiertes-dorf

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Autumn 23.07.2025 14:19
Wo ist eigentlich die CDU diesbezüglich?

Das sollte sie doch auch etwas angehen und interessieren!?

Schande!

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