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Der 3. Tempel, Yeshua und die 10. Rote Kuh

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Miri21 06.07.2025 18:41
Der rote Faden

Sowohl der Talmud als auch der Sohar erstatten Bericht darüber, wie der Hohepriester in den Tagen des Tempels einmal jährlich – an Jom Kippur, dem „Tag der Versöhnung“ – das Allerheiligste betritt und Opfer zur Vergebung der Sünden aller Israeliten darbringt. Beide Schriften erwähnen „das Wunder des roten Fadens“: Ein roter Faden wird auf wundersame Weise weiß als Zeichen dafür, dass Gott die Opfer angenommen hat. Aus dem Bericht des Sohar (Vajikrra, 3, zusammengefasst):

An diesem Tag werden alle Sünden vergeben … die Unreinheiten der Seelen und Körper … sie alle, an diesem Tag … Gott vergibt Israel un befreit es von allen Sünden. An diesem Tag bittet der Priester für sich, sein Haus, die Priester, für alle und das Heiligtum um Vergebung … Durch einen besonderen roten Faden wissen sie, ob der Priester Erfolg hatte. Man wusste es, wenn sich der Faden von Rot zu Weiß färbte, dann gab es Jubel unten wie oben. Verfärbte sich der Faden nicht, waren alle niedergeschlagen, denn sie wussten, ihre Gebete wurden nicht erhört.

Der weißgewordene rote Faden sollte Zeichen dafür sein, dass Gott die Opfer angenommen und dem jüdischen Volk seine Sünden verziehen hatte („Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie wollen weiß werden wie Wolle“: Jes 1,18) Der Talmud selbst belegt jedoch, dass dieses große Wunder, die göttliche Bestätigung für die Annahme des hohepriesterlichen Opfers und die Vergebung der Sünden, vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels aufhörte einzutreten. Die Stelle des Talmuds lautet (Rosh Hashanah 31b):

Ursprünglich befestigten sie den roten Faden am Tor des äußeren (Tempel)Hofes. Wurde er weiß, freute sich das Volk, und wenn er nicht weiß wurde, war es bekümmert… Vierzig Jahre lang vor der Zerstörung des Tempels wurde der rote Faden nicht mehr weiß, sondern er blieb rot.

Der Tempel wurde etwa im Jahr 70 zerstört, demzufolge trat das Wunder um das Jahr 30 nicht mehr auf, zu genau der Zeit, als die Kreuzigung stattfand – die Kreuzigung, welche die Opfer des Alten Bundes durch Jesu Opfertod am Kreuz ersetzte. Dem Neuen Testament nach riss genau dann, als Jesus starb, der Vorgang des Tempels entzwei, der das Allerheiligste verbarg, und symbolisierte so das Ende des Alten Bundes und der Wirksamkeit seiner Opfergaben (Mt 27, 51; Mk 15.38; Lk 23,45). Der Talmud selbst bestätigt das unabsichtlich mit seinem Bericht, dass von da an vierzig Jahre vor der Zerstörung des Temels im Jahr 70 – der rote Faden nie wieder weiß wurde.

Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.

Johannes muss mit diesen Worten eine Sehnsucht angesprochen haben, die die Menschen in sich getragen haben. Die Menschen haben sich danach gesehnt, dass einer kommt, der sie erlöst, der sie befreit von ihren Sünden. Da kein Mensch dies vermag, musste Gott selbst Mensch werden. Johannes erkennt den, der dies vermag, den Sohn Gottes und er zeigt auf ihn. Seht her, sagt er zu den Leuten, er ist es, den ihr ersehnt, er allein kann euch Rettung und Heil schenken. Wecken diese Worte auch in uns diese Sehnsucht nach Rettung und Heil?

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird.
Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. (Joh 1, 29–34)
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