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Gegen das Vergessen: Hind Rajabs bestialische Ermordung

Gegen das Vergessen: Hind Rajabs bestialische Ermordung
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👉 https://de.wikipedia.org/wiki/Hind_Rajab

Ausschnitte:

Hind Rajab, geboren * 03.05.2018, +29. 01.2024 in Gaza-Stadt
war ein palästinensisches Mädchen, das bei einer Militäraktion der israelischen Armee im Gazastreifen im Alter von fünf Jahren getötet wurde.
Die Umstände ihres Todes sorgten für internationales Aufsehen und wurden mehrfach recherchiert und dokumentiert, so etwa von der Washington Post und von Forensic Architecture. 


ermordet am 29.01.2024 durch einen Kugelhagel der IDF

Flucht und Tod

Während der Kriegshandlungen in Israel und Gaza forderten die israelischen Streitkräfte (IDF) am 29. Januar 2024 die Menschen in Gaza-Stadt auf, die westlichen Gebiete zu verlassen und entlang der Küstenstraße nach Süden zu ziehen. Die Mutter von Hind Rajab, Wissam, berichtete später, dass ihre Familie ab dem frühen Morgen vor heftigem Beschuss aus dem Viertel Tel al-Hawa in Gaza-Stadt von Ort zu Ort geflohen sei, da der Weg nach Süden durch Trümmer blockiert gewesen sei. Schließlich beschloss die Familie, zum al-Ahli-al-Arabi-Krankenhaus im Osten der Stadt zu fliehen, in der Hoffnung, dort Zuflucht zu finden.

Während sich die Mutter Wissam mit einem älteren Kind zu Fuß aufmachte, erhielt ihre Tochter Hind einen Platz im Kleinwagen von Verwandten. Gemeinsam mit sechs weiteren Insassen saß sie in diesem Wagen, als darauf geschossen wurde. Dabei wurden Hind Rajabs Tante, Onkel und drei ihrer Kinder getötet. Hind und ihre 15-jährige Cousine Layan Hamadeh überlebten diesen Angriff zunächst. Gegen 14:30 Uhr telefonierte Layan mit der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft (PRCS) im über 100 Kilometer entfernten Ramallah; der Kontakt wurde über einen Verwandten hergestellt, der in Deutschland lebt. Sie berichtete von einem Panzer neben dem Auto, von dem aus auf den Wagen geschossen werde, und bat eindringlich um Hilfe. Während des Telefonats wurde sie getötet, und PRCS-Mitarbeiter führten das Gespräch nun mit Hind fort, die erklärte, dass alle anderen im Auto tot seien. Sie wurde angewiesen, sich weiterhin im Fahrzeug zu verstecken, bis sie von einem Krankenwagen gerettet werde.

Hind Rajab blieb danach dreieinhalb Stunden lang in Verbindung mit den PRCS-Disponenten, die versuchten, das verängstigte Kind zu beruhigen. Das gesamte Telefongespräch wurde später von der PRCS veröffentlicht. Nach dem Vorfall erklärte die PRCS gegenüber der BBC, dass es mehrere Stunden gedauert habe, den Zugang zum Fahrzeug mit der israelischen Armee zu koordinieren, um Sanitäter zu Hind zu schicken. Diese seien jedoch bei ihrer Ankunft vor Ort beschossen worden. Hinds Familie und die beiden Sanitäter Yusuf Zeino und Ahmed Al-Madhoun galten zunächst als verschollen.


Der Kleinwagen

Der Palästinensische Rote Halbmond nutzte seine Social-Media-Accounts, um mehrere Tage lang Fotos von den beiden Sanitätern und von Hind zu posten und gleichzeitig um Informationen über ihren Aufenthaltsort zu bitten. Zwei Wochen später, nach dem Rückzug der israelischen Armee, wurden die sterblichen Überreste der Sanitäter geborgen, zusammen mit den Leichen von Hind und ihrer Familie in dem 50 Meter entfernt stehenden Kleinwagen. Beide Fahrzeuge waren stark beschädigt. Ein Sprecher der PRCS berichtete, dass alle Leichen Anzeichen von Beschuss und Granateneinschlägen aufgewiesen hätten. Er vertrat die Ansicht, der Krankenwagen sei vorsätzlich beschossen worden, nachdem das israelische Militär eigentlich eine Freigabe zur Durchfahrt erteilt hätte.


Der beschossene und ausgebrannte Krankenwagen

Mehrere Nachrichtenagenturen baten das israelische Militär um eine Stellungnahme. Am 2. Februar teilte die Armee Reportern von CNN mit, sie sei „mit dem Vorfall nicht vertraut“. Als es drei Tage später erneut kontaktiert wurde, teilte das Militär mit, dass es „den Vorfall noch nicht untersucht“ habe.

Hind Rajab ist nach den Angaben von UNICEF eines von bis zu 14.000 Kindern, die in den ersten zwölf Monaten des Konflikts in Gaza ums Leben gekommen sind.

Recherchen

Die IDF lehnten die Verantwortung für den Beschuss auf die Familie von Hind Rajab und auf den Krankenwagen ab und erklärten, ihre Truppen hätten sich nicht einmal in der Nähe der beiden Fahrzeuge befunden.
Im April 2024 veröffentlichte Recherchen der Washington Post, basierend auf Aufzeichnungen von Disponenten, Fotos und Videos vom Vorfallsort, Satellitenbildern, Interviews und Gesprächen mit Militär-, Satelliten-, Munitions- und Audioexperten, widersprachen dieser Darstellung; es seien in Wirklichkeit über ein Dutzend gepanzerte israelische Fahrzeuge im Umkreis von einer Viertelmeile um das Auto der Familie anwesend gewesen, und die Schussgeräusche aus dem Telefonat sowie die Fotos der Einschusslöcher im Auto stimmten mit von der israelischen Armee eingesetzten Panzern und Waffen überein. Die USA forderten daraufhin weitere Antworten von Israel.

Fast fünf Monate nach dem tödlichen Vorfall veröffentlichte Forensic Architecture, eine multidisziplinäre Forschungsgruppe, im Auftrag von Al Jazeera eine detaillierte Untersuchung. Man habe 335 Einschusslöcher in der rechten Außenseite des Kleinwagens der Familie festgestellt. Die Analyse des Telefonanrufs von Layan ergab 64 Schüsse in nur sechs Sekunden, die nur mit israelischen Waffen hätten abgefeuert werden können, wobei der Panzer sich schätzungsweise zwischen 13 und 23 Meter vom Auto entfernt befunden hätte.
Bei einer solchen Entfernung erscheine es als nicht plausibel, dass der Schütze nicht habe sehen können, dass das Auto mit Zivilisten, einschließlich Kindern, besetzt war. Bei dem Panzer habe es sich mutmaßlich um einen israelischen Merkava gehandelt.

Im Oktober 2024 berichtete Sky News unter Berufung auf einen Experten von Jane’s Information Group, dass der Schaden am Krankenwagen auf einen Treffer mit einer „großkalibrigen Waffe“ zurückzuführen sei. 

Am 3. Mai 2025, dem Tag, an dem Hind ihren siebten Geburtstag gefeiert hätte, gab die Hind-Rajab-Stiftung bekannt, dass sie den Kommandeur des Bataillons, das für Hinds Tod verantwortlich sei, als Oberstleutnant Beni Aharon von der 401. Panzerbrigade identifiziert habe, und reichte eine Strafanzeige wegen Kriegsverbrechen gegen ihn beim Internationalen Strafgerichtshof ein.

Owen Jones, Kolumnist des Guardian, äußerte im August 2024 aufgrund der Telefonaufzeichnungen und der Untersuchungen von Forensic Architecture die Überzeugung, dass die Tötungen der Familie von Hind Rajab vorsätzlich erfolgt seien. Der israelische Staat habe seine übliche Strategie nach dieser Gewalttat angewandt: leugnen, ablenken, täuschen und warten, bis sich die öffentliche Aufmerksamkeit einer anderen Angelegenheit zuwendet.

Im März des Jahres erläuterte die ehemalige BBC-Journalistin Karishma Patel, dass sie im Oktober 2024 nach rund fünf Jahren als Nachrichtensprecherin des Senders „wegen eines schockierendes Maßes an redaktioneller Inkonsistenz“ in seiner Berichterstattung über Gaza zurückgetreten sei. So habe sie der Redaktion zwei Mal vorgeschlagen, über die damals noch im Auto festsitzende Hind Rajab zu berichten, die das abgelehnt habe. Als nach dem Tod von Hind schließlich berichtet wurde, sei von „tot aufgefunden“ und nicht von „ermordet“ die Rede gewesen. In ihrer Kolumne für The Independent schrieb Patel, dass dies nicht das erste Mal sei, dass die BBC „palästinensische Kinder im Stich“ lasse.

Hind Rajab sei zu einer „Ikone des Kriegs in Gaza“ geworden, über die international berichtet worden sei, wie etwa von CNN, vom Guardian sowie von der New York Times. In Deutschland hingegen sei die Geschichte von Hind Rajab kaum bekannt, da sie nur von wenigen Medien aufgegriffen worden sei.

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Kommentare

 
Autumn 01.06.2025 12:13

Das waren die letzten Worte der 5-jährigen Hind, die im israelischen Kugelhagel getötet wurde.
Der "Vorfall" ereignete sich im Januar 2024 im Norden Gazas.
Eine Animation auf Grundlage investigativer Recherchen rekonstruiert ihre Ermordung.

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Autumn 01.06.2025 12:24
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Am 03. Mai 25 wäre Hinds 7. Geburtstag gewesen.
Nach einem Jahr Recherche haben wir den Kommandeur, die Brigade und das Bataillon identifiziert, die sie, ihre Familie und die beiden Sanitäter, die versuchten, sie zu retten, umgebracht haben.

https://www.reddit.com/r/Palestine/comments/1keaw3y/the_hind_rajab_foundation_files_complaint_with/?tl=de

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