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Kennt ihr die "Ohne mich-Bewegung"

Kennt ihr die "Ohne mich-Bewegung"
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Aus Wikipedia

 
Die Ohne mich-Bewegung (auch: „Ohne mich“-Bewegung oder „Ohne mich!“-Bewegung) war eine pazifistische Bewegung im Westdeutschland der Nachkriegszeit und der Beginn der bundesrepublikanischen Friedensbewegung.

Die von der Niederlage im „totalen“ Zweiten Weltkrieg geprägte pazifistische Grundströmung in der deutschen Bevölkerung ab 1945 drückte sich darin aus, dass die „aus dem Krieg zurückgekehrte, schrecklich dezimierte Frontgeneration […] nie wieder Soldat sein, nie wieder Uniform tragen, nie wieder töten müssen“ wollte.

Die Redewendung „Ohne mich!“ wandte sich als Ausdruck der persönlichen Verweigerung gegen eine Mitwirkung an der Remilitarisierung Westdeutschland. 

Häufig stand sie auch in Verbindung mit einer allgemeinen Verweigerung staatsbürgerlichen Engagements.

Als seit 1949 die Wiederbewaffnungsdiskussion in der Bundesrepublik Deutschland begann, im Bemühen der Adenauer-Regierung um einen westdeutschen Beitrag zum westlichen Verteidigungsbündnis gegen den Ostblock, verstärkte sich diese individuelle Haltung zu einer unkoordinierten und unspezifischen politischen Orientierung mit Massenbasis, wenn auch nur mit „vereinzelter Bereitschaft zu konkreten Aktionen wie Protesten und Demonstrationen.“

Mit gleicher Zielsetzung, aber unterschiedlichen Motiven beteiligten sich verschiedene Organisationen wie Gewerkschaften, Intellektuelle, christliche Gruppen und Frauengruppen (insbesondere der Westdeutschen Frauenfriedensbewegung), aber auch die 1956 verbotene westdeutsche KPD an Ohne-mich-Aktionen.

Die Ohne-mich-Einstellung ging zurück, als wirtschaftlicher Aufschwung und soziale Sicherheit zunahmen und die Idee der europäischen Einigung Anhänger gewand. 

Eine wichtige Rolle spielte auch der Antikommunismus, der die Angst vor einer Ausdehnung des sowjetischen Machtbereichs nach Westeuropa zur Verstärkung der Einbindung der jungen Bundesrepublik in Zusammenschlüsse der westlichen Staaten nutzte.

Nach dem Rücktritt Gustav Heinemanns als Bundesinnenminister im Oktober 1950 entwickelte sich auf Anregung Martin Niemöllers die Idee einer Volksbefragung über die Wiederbewaffnung, die jedoch bald in den Verdacht geriet, eine kommunistisch gesteuerte Aktion zu sein. 


Trotz des Verbots der Aktion durch den neuen Innenminister Robert Lehr im April 1951 konnten fast 6 Millionen Unterschriften gegen die Wiederbewaffnung gesammelt werden.[2] Gustav Heinemanns neugegründete Gesamtdeutsche Volkspartei, die sich am stärksten gegen die Wiederbewaffnung engagierte, erreichte bei der Bundestagswahl 1953 jedoch nur 1,2 Prozent der Stimmen und löste sich 1957 auf.


Konrad Adenauer bei Verhandlungen über NATO-Beitritt und Wiederbewaffnung der BRD in Paris, Oktober 1954
Nach der Volksbefragungsbewegung bemühte sich 1955 noch die Paulskirchenbewegung auf Grundlage ihres Deutschen Manifests um die Massenmobilisierung gegen die Wiederbewaffnung und den Beitritt der BRD zur NATO. Das endgültige Ende der Ohne mich-Bewegung symbolisierten der NATO-Beitritt der Bundesrepublik 1955 und die Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht im Juli 1956.

Die Ohne mich-Bewegung war die erste in einer Reihe von öffentlichen pazifistischen Protestbewegungen in der Nachkriegszeit. 

In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre gelangte in ihrer Folge die Kampf-dem-Atomtod-Bewegung zu einiger Bedeutung. Das Schlagwort „Ohnemichel“ entwickelte sich im Jahrzehnt nach dem Ende der Ohne mich-Bewegung zu einer abfälligen Bezeichnung für Kriegsdienstverweigerer und Wiederaufrüstungskritiker.

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calando 07.03.2025 20:05
Paulskirchenbewegung

Die Paulskirchenbewegung war eine im Zuge der 

sogenannten Ohne mich-Bewegung entstandene außerparlamentarische Bewegung, die sich in den 1950er Jahren kritisch

 zur Westintegration äußerte und sich gegen die 

Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland aussprach.

In der durch die Revolution von 1848/1849 symbolträchtigen Frankfurter Paulskirche versammelten sich am 29. Januar 1955 etwa tausend Vertreter der SPD mit dem Vorsitzenden Erich Ollenhauer, des DGB und der gesamtdeutschen Volkspartei von Gustav Heinemann. 

Hinzu kamen Vertreter politisch orientierter evangelischer Christen und Intellektuelle.

 Es sprachen unter anderem Alfred Weber, Helmut Gollwitzer, Gustav Heinemann und Erich Ollenhauer. Sie schlossen vor dem Hintergrund der Pariser Verträge ein Bündnis gegen die Remilitarisierung in der Bundesrepublik.

Im auf der Versammlung beschlossenen „Deutschen Manifest“ vom 29. Januar 1955 prangerte die Bewegung die Einbindung der beiden deutschen Staaten in gegnerische Bündnissysteme an und rief zum Widerstand gegen die Wiederbewaffnung und für die Aufnahme von Verhandlungen über eine deutsche Wiedervereinigung auf.

Auf regionaler Ebene kam es bis März 1955 zu einer Reihe von Aktionen mit der Beteiligung von hunderttausenden Menschen. 

In Form von Kundgebungen oder Schweigemärschen wurde gegen die Aufstellung von Streitkräften in der Bundesrepublik Deutschland aber auch der DDR protestiert.

 Allerdings war die Resonanz deutlich geringer als in früheren Kampagnen gegen die Militärpolitik Adenauers.

Den von der Mehrheit des Bundestages beschlossenen Beitritt zur NATO konnte die Bewegung allerdings ebenso wenig aufhalten, wie eine Veränderung der Deutschlandpolitik herbeiführen. 

Für die SPD brachte die Beteiligung bei den folgenden Landtagswahlen kaum Zuwächse. Auf längere Sicht profitierte sie allerdings dadurch, dass das Vertrauen von Intellektuellen und politischen Minderheiten zur SPD wuchs. 

Nicht zuletzt als Folge der Paulskirchenbewegung stießen die GVP-Mitglieder Gustav Heinemann, Johannes Rau und Erhard Eppler zur SPD.
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