Auschwitz-Drama "The Zone of Interest" zeigt Banalität des Bösen
"The Zone of Interest" unterläuft gezielt gängige Zuschauererwartungen. Der mit zwei Oscars ausgezeichnete Film liefert eine grauenhaft nüchterne Alltagsschilderung des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß und seiner Familie.
Bei seiner Weltpremiere in Cannes sorgte "The Zone of Interest" letztes Jahr auf Anhieb für Furore. Inzwischen ist das Holocaust-Drama, das auf dem Roman von Martin Amis basiert, mit zwei Oscars ausgezeichnet worden: als bester internationaler Film und für den besten Sound. In den Kinocharts ist er direkt nach Anlauf im Kino auf Platz zwei der Charts gelandet: Mehr als 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer haben ihn seit Start gesehen. In den Hauptrollen: die deutschen Schauspieler Sandra Hüller und Christian Friedel.
Jüdischer Regisseur Jonathan Glazer kritisiert israelische Besatzung
Der britische Regisseur Jonathan Glazer, der jüdischer Abstammung ist, kritisierte in seiner Dankesrede die Situation in Gaza. Sein Drama "The Zone of Interest" über die Familie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß wurde in der Nacht zu Montag mit dem Oscar als bester internationaler Spielfilm ausgezeichnet.
"Alle unsere (filmischen) Entscheidungen haben wir getroffen, um uns in der Gegenwart zum Nachdenken anzuregen", sagte der 58-jährige Glazer. "Nicht um zu sagen: 'Schaut, was sie damals getan haben', sondern: 'Schaut, was wir heute tun.' Unser Film zeigt, wohin die Entmenschlichung in ihrer schlimmsten Form führt, sie hat unsere gesamte Vergangenheit und Gegenwart geprägt."
Nun stünden sie hier und wehrten sich dagegen, dass "ihr Jüdischsein und der Holocaust" ausgenutzt würden für eine Besatzung, die für so viele unschuldige Menschen zu Konflikt geführt habe. "Ob es die Opfer des 7. Oktober in Israel oder der andauernden Attacke auf Gaza sind, alle sind Opfer dieser Entmenschlichung."
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The Zone of Interest ist ein Film unter der Regie von Jonathan Glazer, der sagte: „Es geht nicht um die Vergangenheit, es geht um die Gegenwart“.
Die Geschichte des Films spiegelt die aktuelle Geschichte in Gaza wider, auch wenn der Film in der Nähe der Gaskammern von Auschwitz im Zweiten Weltkrieg spielt.
Stars fordern bei Oscars Waffenstillstand im Gazastreifen
Eine rote Anstecknadel als Ausdruck des Protests: Bei der Oscarverleihung fordern zahlreiche Stars aus der Filmindustrie einen Waffenstillstand in Nahost. Auch der britische Regisseur Jonathan Glazer kritisiert in seiner Rede die Situation in Gaza.
Filmszene
Filmszene
Filmszene, Rudolf Höß gespielt von Christian Friedel
Wikipedia