Der Baum der Erkenntnis

Blog von sarahconnect
Beim Lesen der Schöpfungsgeschichte will mir eines nicht in den Sinn :

Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse wächst mitten in Eden. 

Wenn ich nicht möchte, dass jemand einbricht, dann verschließe ich Fenster und Türen. 

Wenn ich nicht will, dass meine Kinder die ganze Tafel Schokolade wegfuttern, gebe ich ihnen nur ein Stück und verstaue den Rest außer Reichweite. 

Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass der andere nicht versucht wird. 

Warum also steht dieser Baum dann dort?
Gibt es dazu irgendwelche guten Ausführungen?
Die besonders bibelfesten unter euch haben sich bestimmt doch schonmal damit befasst?
Was sind eure eigenen Gedanken? 

Ich bin gespannt auf eure Antworten dazu. 

Kommentare

Schreib auch du einen Kommentar
 

Marion5000 14.08.2019 um 12:02

🙂Alle menschen sind Sünder. Alle machen Fehler. Alle müssen beichten und umkehren.

   Mittagspause
 

Freueteuch 14.08.2019 um 12:19

Im Paradies standen 2 wichtige Bäume:
Der Baum des Lebens  (als Sinnbild für Jesus = Yahusha). Wer davon ißt, der hat ewiges Leben. Jesus sagt: Wer mein Blut trinkt und mein Fleisch ißt. Er in uns und wir gesinnt wie Er. Er starb am Holz. Seine Frucht ist ewiges Leben für die, die an Ihn glauben.

Der Baum der Erkenntnis ist das Gegenteil. Er macht den Menschen widerspenstig gegen Gott. Der Satan sagt: Ihr werdet sein wie Gott. Betet mich an.
Wer die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis ißt, hat die Gesinnung Satans und er wählt den Tod statt Leben, den Fluch statt Segen.

Kain und Abel waren die ersten Menschen, die nach der Vertreibung aus dem Paradies geboren worden.
Diese Gegensätze sind bis heute erhalten.
Wir können uns entscheiden zwischen dem Gott dieser Welt, dem Teufel, und dem wahren Gott Yah.
Diese Wahl hatte der Mensch von Anfang an.
Nach dem Sündenfall war der Baum des Lebens nicht mehr erreichbar. Erst mußte der Sohn Gottes zur vorbestimmten Zeit sterben. Danach kann die Trennung durch die Sünde aufgehoben werden durch Glauben und Gehorsam. Wir dürfen uns der Sünde für gestorben halten.

Es gibt eine gute Predigt:
 

vertrauen2015 14.08.2019 um 12:20

Warum also steht dieser Baum dann dort?
hast du doch schon gut an Hand eines Beispiels beschrieben @sarah..

wer für eine bestimmte Sünde(n) eine offene Tür hat, soll der Sünde fliehen und die Tür verschließen, bedecken mit dem Blut von JESUS. Damit Satan nicht in dein Haus einbrechen kann.

Denn der Teufel (die listige Schlange) sucht wen er verschlingen kann um zu verführen, zu töten......*Sollte Gott wirklich gesagt haben ? *
 

Engeli 14.08.2019 um 12:20

Am Anfang stand alles und alle in der göttlichen Ordnung .
Gott musste keine Befürchtungen haben
 

Jesaia 14.08.2019 um 12:21

@sarahconnect
"Die folgende Erzählung hat in durch ihre Meisterschaft in der psychologischen Erzählung stets das Entzücken feinfühliger Leser erregt: in den wenigen Worten und Handlungen, die er seinen Personen zuschreibt, versteht es der Erzähler, sie im Innersten deutlich zu machen." H. Gunkel Genesis Kommentar 1917.
Dieser Text ist ein ganz besonderes (und von mir ganz besonders geliebtes) erzählerisches Glanzstück der gesamten Bibel, die auch Generationen von Künstlern und Philosophen inspirierte. Die eine richtige Deutung gibt es hier nicht, dieser Text schillert in vielen möglichen Deutungen, was Generationen gezeigt haben.
Meine höchstpersönliche Deutung:
Der Text verwendet Märchenelemente,um anzuzeigen, dass diese Geschichte eine Grunderfahrung des Menschen wiedergibt.
Circa im Alter von drei Jahren (Trotzphase/ Autonomiephase),entwickeln wir ein Ich, dass sich zwischen Verbot und Trieb entscheiden muss.Das Kind entwickelt auch Scham.
Zwischen Gott (moralische Norm) und Trieb (Schlange) muss man sich entscheiden und begreift, dass man einen Namen hat. Die Möglichkeit, sich (anders als die Tiere) zwischen Gut und Böse zu entscheiden, kann man als Erbsünde bezeichnen.
So viel als kurze Skizze.
Mir persönlich hat hier sehr weitergeholfen der Kommentar von Ph. Tribble "Gott und Sexualität im Alten Testament." (Hinweis: Der Buchtitel ist verkehrt übersetzt)
 

gojo 14.08.2019 um 13:27

@Freueteuch 12:19
Je schlechter Menschen (abstrakt) denken und erkennen können, desto mehr brauchen sie (konkrete) Bilder. Darum bekommen Kinder Bilderbücher und erwachsene Minderbegabte die  BILD. Der Baum der Erkenntnis ist ein Bild. 
Je einfacher Menschen denken, umso mehr denken sie dichotom. Das Denken in Gegensätzen hilft die komplexe Welt etwas zu verstehen, führt aber - tautologisch - zu Fehlern wie zu Schwarz-Weiß-Denken. Gott gab mir das Leben mit allen meinen Anlagen, darunter die wahr-zu-nehmen, zu denken und zu erkennen. Erkenntnis ist mithin göttlich und durchweg gut für Menschen, macht - weltlichen wie kirchlichen - Herrschenden aber Angst. Vielleicht steht der Baum dort, um Erkennen zu verteufeln.
 

wanted71 14.08.2019 um 13:31

Die schwierigste Erkenntnis zu diesem Thema ist, dass das Gute im Baum der Erkenntnis -die eigene Leistung des Menschen- nicht zur Gerechtigkeit (und auch nicht zur Heiligung) genügt, sondern allein das Kreuz des Herrn Jesu.
2.Kor.5:7 Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.
 

Freueteuch 14.08.2019 um 13:39

@gojo
Nein, Gottes Wort ist nicht nur für dumme Menschen.
Die Weisheit dieser Welt ist nichts vor Gott.
Eva glaubte der Schlange und war ungehorsam, obwohl sie genau wußte, daß die Frucht vom Baum der Erkenntnis verboten war.

Gott stellte den Menschen von Anfang an vor die Entscheidung:
Licht oder Finsternis
Gut oder Böse
Gott oder Teufel
Gesund oder krank
Sünde und Tod oder Gehorsam und Leben

Erwählet euch heute, wem ihr dienen wollt!

Wer die Sünde liebt und tut, der wird nicht vom Baum des Lebens essen können.
Er bleibt draußen vor, ausgeschlossen von der Gemeinschaft mit Gott.
Wer diese innige Gemeinschaft nicht kennt, weiß nicht, was er verpaßt.
 

Jesaia 14.08.2019 um 14:32

@freueteuch
ich stimme Dir zu, wenn Du auch Ps 8 beachtest: "Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob,deinen Gegnern zum Trotz;", und Mk.10, 13-16.
Auch alle geistig behinderten Menschen möchte ich hier nicht zu den "Dummen" rechnen.
 

Rosenlied 14.08.2019 um 14:45

@sarahconnect, das ist eine intressante 
Frage, an die ich noch nie gedacht habe. 
Warum stand der Baum der Erkenntnis 
gerade dort, an der Stelle?

Ich glaube, dass GOTT die Menschen prüfen
wollte, ob sie IHM gehorchen. 
Deshalb hat ER gerade diesen Baum gewählt,
der ihnen immer vor Augen war. 
Eva konnte ja dann als Erste nicht widerstehn
und hat Adam in Versuchung geführt…..
 

sarahconnect 14.08.2019 um 16:01

Danke für eure Beiträge. Sehr interessant. Muss doch noch eine Weile für mich drüber sinnieren. 
 

Lillima 14.08.2019 um 16:16

Der Baum der Erkenntnis steht für Freiheit,.... für Liebe ohne Zwang, der Mensch ist freiwillig in der Gemeinschaft mit Gott, .... nicht weil er muss, sondern weil er will.
Den Willen Gottes anzuerkennen und sich nach den Geboten Gottes zu orientieren, drückt seine Liebe zu IHM aus.
Jesus sagt: Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Joh15.10
 

Freueteuch 14.08.2019 um 17:09

1. Mose 2
9 Und Gott der Herr ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
16 Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen;
17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du gewißlich sterben!

Wer die verbotene Frucht ißt, kann keine Gemeinschaft mit Gott haben.
Er wird in seinen Sünden sterben, wenn er nicht umkehrt zum Baum des Lebens = Jesus.
Vor dem Sündenfall gab es den Tod nicht.
 

Jesaia 14.08.2019 um 17:19

eine Antwort aus der rk- Tradition: Das "Exsultet" der Osternacht
 

gojo 14.08.2019 um 17:26

@Freueteuch 13:39

Ich schrieb nicht von Gottes Wort. Gottes Wort hat noch kein Mensch direkt wahrgenommen. Auch ich habe (wie andere) "nur" sein Licht gesehen. Du selbst schriebst um 12:19 vom Baum des Lebens als Sinnbild für Jesus! Ich schrieb von eines Menschen Bild. Gottes Äußerungen sind auch nach meiner Auffassung für alle, nach der Bibel auch für Sünder wie Zöllner oder einen abtrünnigen Sohn. Mach mich bitte nicht durch falsches Zeugnis oder sonstwie noch schlechter als ich sowieso schon bin.😉
 

gojo 14.08.2019 um 17:50

@Lillima  

Liebe ist das Kind der Freiheit [Erich Fromm "Die Kunst des Liebens", Frankfurt/M 1992 S.39]
 

Lillima 14.08.2019 um 18:09

@gojo 13:27
Das Denken läßt sich einfach erklären, denn alles Denken bleibt im Kreis, was  den Menschen in seiner Eitelkeit gefangen hält.
Also wenn er seinen Horizont erweitern will, und die Enge verlasen will muss er Ausserhalb suchen gehen.... den Kreis durchbrechen, ,,und glauben".....den Sprung ins kalte Wasser, oder besser gesagt, das Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten, überwinden, ....um einem unbekannten Gott, zu glauben,....Ihn für wahr und real zu halten,....um Ihm zu begegnen. Daran scheitert es zu oft, denn bei näherem hinsehen fürchtet sich der Mensch davor, Gott wirklich zu begegnen, 
Die Anlagen, wie du schreibst ....die wahr-zu-nehmen, zu denken und zu erkennen, bleiben im Kreis, ....Glaube kommt ,,vor" Erkennen, sonst bleibe ich in meiner Welt, wie ich sie mir für mich und auch für andere geschaffen habe. Sie zu verlassen, und den Sprung ins Unbekannte zu wagen, das kostet Mut!
 

Kreuzfahrer 14.08.2019 um 18:10

Wenn ich nicht will, dass meine Kinder die ganze Tafel Schokolade wegfuttern, gebe ich ihnen nur ein Stück und verstaue den Rest außer Reichweite.

Mit deutschem Justizdenken schwer zu begreifen... da haben es die Amerikaner viel einfacher.
https://www.bild.de/news/ausland/todesopfer/deutscher-austauschschueler-in-montana-erschossen-hausbesitzer-legte-koeder-35745474.bild.html

http://www.pi-news.net/2014/05/deutsche-justiz-ermittelt-im-fall-diren-dede-in-usa/

https://www.bild.de/news/ausland/todesopfer/soll-in-garagen-eingebrochen-sein-35867390.bild.html
 

Lillima 14.08.2019 um 18:14

@gojo
Liebe ist das Kind der Freiheit"
---Nur wer die Freiheit hat zu wählen, kann lieben.---
Liebe ist kein Gefühl, (nicht nur), sie ist eine Entscheidung!
 

JesusComesBackSoon 14.08.2019 um 18:14

@Jesaia: "Der Text verwendet Märchenelemente,um anzuzeigen, dass diese Geschichte eine Grunderfahrung des Menschen wiedergibt."

Auf diese Art und Weise wird die Heilige Schrift zum Märchenbuch. Aber das ist sie nicht, auch wenn so manche Märchenonkel und -tanten (der neuen Theologie) und deren Jünger das bezüglich diverser Teile so sehen und anderen einzureden versuchen.
 

JesusComesBackSoon 14.08.2019 um 18:16

@Rosenlied: "Ich glaube, dass GOTT die Menschen prüfen
wollte, ob sie IHM gehorchen.
Deshalb hat ER gerade diesen Baum gewählt,"


Nun, da Gott allwissend (auch bezüglich zukünftiger Dinge) ist, war für IHN SELBST diese Prüfung nicht notwendig.
 

Jesaia 14.08.2019 um 18:19

"@Jesaia: "Der Text verwendet Märchenelemente,um anzuzeigen, dass diese Geschichte eine Grunderfahrung des Menschen wiedergibt."

Auf diese Art und Weise wird die Heilige Schrift zum Märchenbuch. Aber das ist sie nicht, auch wenn so manche Märchenonkel und -tanten (der neuen Theologie) und deren Jünger das bezüglich diverser Teile so sehen und anderen einzureden versuchen. "

Diese Schlussfolgerung verstehe ich nicht und bitte um Erläuterung.
 

Rosenlied 14.08.2019 um 19:00

@JCBS Ja das stimmt: 
GOTT weiß alles auch schon vorher. 
Dann hat er vielleicht diesen Baum 
gewählt, dass Adam und Eva merkten, 
wie schwer es manchmal ist, SEINE 
Gebote zu halten... 
 

Bluehorse 14.08.2019 um 19:40

Um die Genesis besser zu verstehen, halte ich es für hilfreich die hebräische Denkstruktur zu verstehen.  Die Hebräer hatten eine andere Denkstruktur, als wie es im Griechischen oder in unserem zeitgenössischen Denken gegeben ist.

Kurzes und vereinfachtes Beispiel: Wenn wir einen Menschen beschreiben "wie er ist "dann sagen wir: Er ist 1,80 m groß, hat schwarzes Haar und wiegt 85 kg. Mit Worten erstellen wir ein aktuelles Foto. Wenn damalige Hebräer einen Menschen beschreiben "wie er ist" drehen sie ein Video von Geburt bis zum Tode. 


Im Griechischen gibt es eine Zweiteilung des Denkens. Die Grundlage zu eruieren, wie das jeweilige Wesen einer Sache beschaffen ist, stellt die Beobachtung von konstanten Eigenschaften und Merkmalen des Seienden dar. Das Auftreten von unveränderlichen, sich nicht wandelnden Eigenschaften der Dinge erklärt sich innerhalb dieses Denkens aus der die Zeit überdauernden Eigenart des Wesens.

Im Unterschied hierzu kennt das Hebräische eine solche Zweiteilung der Wirklichkeit nicht. Seine Haupteigentümlichkeit ist ein stark dynamischer Charakter. Bsp.: Bei der Aufgabe den salomonischen Tempel zu beschreiben, erstellt der biblische Berichterstatter keine Beschreibung, sondern teilt uns in 1. Könige 6 mit, wie Salomo den Tempel errichtet hat. Er teilt uns einen Herstellungsbericht mit. Ähnlich versteht ich es, wenn in Genesis anstatt eine Beschreibung der Schöpfung zu geben, berichtet wird, wie Gott die Welt erschaffen hat. So ist auch die Beschreibung der Herstellungsbericht des Menschen in Genesis 2, 7 beschaffen. Dieser Herstellungsbericht beschreibt, wie der Mensch an sich ist: Der Mensch ist Staub. Er ist also nicht nur einmal daraus gemacht worden, sondern das ist seine bleibende Natur. Der aktuelle Ist-Zustand ist also im hebräischen Denken lediglich das Resultat einer zur
Ruhe gekommenen Bewegung.

Erkenntnis ist etwas, was die Zeit "wie ein Baum überdauert. Die Schöpfung ist voller Erkenntnismöglichkeiten, die in der Genesis durch den Baum der Erkenntnis ausgedrückt werden. Es gab immer schon Erkenntnismöglichkeiten. 

Wenn wir die Genesis-Situation von Adam und Eva betrachten, so sind sie mit der Schlange in intensivem Gespräch. Gleichzeitig ist die Kommunikation mit Gott auf Null. Adam und Eva wollen nichts Böses. Sie haben keinerlei böse Absichten. Sie sind lediglich neugierig. Die bekannte Aussage "ihr werdet sein wie Gott" deutet auf die Unabhängigkeit von Gott hin, die Menschen mittels Erkenntnisse erlangen können. 

Aus meiner Sicht steuern Adam und Eva auf die Frage zu: Könnten wir nicht auch ohne Gott, völlig unabhängig, jedoch als gleichberechtigte Partner leben - wenn wir eben "diese" Erkenntnis nutzen (=von diesem Baum essen) ?

So folgert Eugen Drewermann, dass die Genesis keine Darstellung des Ist-Zustandes des Menschen am Anfang seiner Geschichte ist, sondern in der Art eines Herstellungsberichtes aufzeichnet, was der Mensch in seinem Wesen ist und immer schon war, wie er von Anfang an gewesen ist. 
Wenn also in Genesis 2,7 beschrieben wird, dass der Mensch aus Staub gemacht wurde,
so will (lt. E. Drewermann) der Schreiber nicht ausdrücken, wie der Mensch entstanden ist, sondern entsprechend der dynamischen Denkweise ausdrücken, wie der Mensch von seiner Natur von Anfang her ist und immer schon war und was das Wesen des Menschen ist.

Wenn der Schreiber in Genesis 3 beschreibt, wie der Mensch gegen Gott sündigt, dann nicht um zu sagen, daß der Mensch damals gesündigt hat, sondern dass der Mensch von seinem Ursprung her ein Sünder ist, dass er in dieser Weise sündigt, daß es zu ihm gehört, sich Gott gegenüber so zu verhalten. 

Sprüche 1,7: ist in dem berühmten Wort nach die Gottesfurcht doch wohl nicht der Anfang der Weisheit – was sollte denn danach noch kommen? – sondern Gottesfurch ist der Inbegriff, das Hauptmerkmal, das Wesen der Weisheit.

Hat bisher (Genesis 2) Gott gehandelt, so wird jetzt der Mensch handeln. Und nach wenigen Zeilen menschlichen Handelns wird sich zeigen, daß die Ordnung, die Gott gewollt hat, Punkt für Punkt in ihr qualitatives Gegenteil übergehen wird. Die ganze Tragik liegt darin, daß nun durch das Tun des Menschen das, was als Segen gemeint war, zum Fluch wird.

Daß ihnen „die Augen aufgehen“ (3,5.7) bezeichnet den Vorgang, durch den die Menschen zu dieser Erkenntnis von Gut und Böse gelangen. Und dass sie zu dieser Erkenntnis gelangen bedeutet, daß sie sich als nackt erkennen, was sie in 2,25 schon waren, wessen sie sich jetzt aber schämen.

Daraus erfolgt die Deutung: Was Gott gemacht hat, ist gut, bzw. Gott schafft solange, bis es gut ist (2,18). Und so ist und bliebe es, wenn der Mensch in der Gemeinschaft mit Gott bleibt. Alles aber bekommt eine andere Qualität, wenn die Menschen sich von Gott abwenden. In der Trennung von Gott ist das, was vorher gut war – aus Lehm geschaffen zu sein, den Ackerboden bestellen zu müssen, auf Gemeinschaft hingeordnet zu sein, nackt zu
sein – schlecht bzw. böse.

Was der Mensch in der Gemeinschaft mit Gott nicht sehen konnte, die Kehrseite der Dinge, dafür gehen ihm jetzt „die Augen auf“. Der Ausdruck bezeichnet sehr treffend, daß nicht die Wirklichkeit sich verändert, sondern Aspekte an dieser Wirklichkeit bislang verhüllt waren, die jetzt wahrgenommen werden. Genau dies und nichts anderes ist das Erkennen von Gut und Böse.

Nackt zu sein heißt nicht, sich schämen zu müssen, solange die Einheit mit Gott besteht. Arbeiten und den Acker zu bearbeiten heißt nicht, Sklave sein zu müssen, solange die Gemeinschaft mit Gott besteht. In Gemeinschaft miteinander zu leben heißt nicht, etwas oder sich selbst verstecken zu müssen, solange die Gemeinschaft mit Gott besteht. Aus Lehm
geschaffen sein heißt nicht, sterben zu müssen, solange die Gemeinschaft mit Gott besteht. Aber es bedeutet all das, wenn die Gemeinschaft mit Gott zerbricht. Und dies zu erkennen, heißt Gut und Böse zu erkennen.

Die Sündenfallerzählung ist im Grund eine Geschichte der Angst, daß die Schlange
geradezu vermittels der Angst, die sie verbreitet, ihre eigentlich verderbliche
Macht über die Menschen gewinnt.



  
 

Lillima 14.08.2019 um 20:41

,,Die Sündenfallerzählung ist im Grund eine Geschichte der Angst, daß die Schlange geradezu vermittels der Angst, die sie verbreitet, ihre eigentlich verderbliche Macht über die Menschen gewinnt."
Diese Geschichte wird vervollständigt,.....wenn der Mensch hinzukommt, der sich dieser Macht (Schlange) ausgeliefert hat, und sich für sie, und gegen Gott entschieden hat.
 

Kreuzfahrer 14.08.2019 um 20:56

0 = (-1) + (+1)
 

gojo 15.08.2019 um 17:36

@Lillima 14.08.2019 um 18:09

Das Denken läßt sich einfach erklären, denn alles Denken bleibt im Kreis, was  den Menschen in seiner Eitelkeit gefangen hält.

Das denkst Du. Andere denken, dass der eitle Kreis durch Denken und Erkennen zu transzendieren ist.

Also wenn er seinen Horizont erweitern will, und die Enge verlasen will muss er Ausserhalb suchen gehen.... den Kreis durchbrechen, ,,und glauben".....den Sprung ins kalte Wasser, oder besser gesagt, das Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten, überwinden, ....um einem unbekannten Gott, zu glauben,....Ihn für wahr und real zu halten,....um Ihm zu begegnen... Glaube kommt ,,vor" Erkennen, sonst bleibe ich in meiner Welt, wie ich sie mir für mich und auch für andere geschaffen habe. Sie zu verlassen, und den Sprung ins Unbekannte zu wagen, das kostet Mut!

Das denkst Du. Ich bin Gott begegnet, weil ich - als Kind durch meine Mutter schwer traumatisiert - im Februar 2000 kein Vertrauen mehr in mich und mein Leben hatte und Gott nicht aus Mut, sondern aus tiefster Verzweiflung reinen Herzens und Glaubens anrief.
 

Lillima 15.08.2019 um 20:24

Erstmal zu deiner Verzweiflung, gibt es einen noch größeren tieferen mutigeren Sprung, als in den Stunden der Schwachheit, wo ein Mensch alles auf eine Karte setzt, in seiner tiefsten Verzweiflung, .... alles .... seiner ganze Not, an einen, für ihn unbekannten Gott wendet, und glaubt, ER ist der Einzige der helfen kann. Na wenn das kein Sprung ist!

Jetzt zum Denken...
Das Denken bleibt im Kreis, ...es kommt auf den Blickwinkel an,

So denkt der Eine : Denken um zu erkennen und zu vermehren, über Grenzen gehen, das ungedachte weiterdenken,... Horizonte zu erforschen, und sich selbst verlassen um dem Geist Raum zu geben, und ihn in die Freiheit führen ....und auch jetzt in der Auflösung des Transzendenten, in der Begegnung mit dem leeren Raum, von fremden Geist gefüllt, ...bleibt alles im Kreis der Eitelkeit.

So denkt der Andere: Es gibt keine Sicherheit in seinen Gedanken, denkt er nach innen, nach aussen, zur Mitte..... was wird er finden, sich selbst, die Gedanken der anderen, schon vorgedacht und nachgedacht, was soll er dazusetzen, es wurde alles schon einmal (mindestens) durchgedacht. Der Kreis muss verlassen werden, der Sprung führt in eine andere Welt, die  unvorstellbar beginnt, und  den Gedanken der Weisheit Gottes nachsinnt.

Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott  bereitet hat denen, die ihn lieben.
Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist, denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. 1.Kor 2.9,10
Bitte noch 11-16 weiterlesen.
 

Lillima 15.08.2019 um 20:32

Also, die Welt weiß nichts davon, ihre Gedanken können Gott nicht erforschen, sie bleiben immer bei sich selbst. Das ist der Kreis....
Bei Gott ist die Freiheit, und die Erlösung aus dem Vergänglichen,....um den Ewigen Gott zu erforschen und IHN zu lieben, ...nicht mehr gebunden am Nichtigen, unerlösten.
 

JesusComesBackSoon 15.08.2019 um 21:29

@Jesaia: "Diese Schlussfolgerung verstehe ich nicht und bitte um Erläuterung."

Mein Kommentar am 14.08.2019 um 18:19 ergibt sich aus meiner Überzeugung, das die Heilige Schrift nach meiner Überzeugung keine "Märchenlemente" enthält. 

So etwas zu glauben, führt in die Irre und sobald einmal der Anfang bezüglich einer Passage gemacht ist, wird das sehr schnell auch auf andere (persönlich nicht verständlich oder erklärbare ) Teile der Schrift Anwendung finden. Ich halte das für sehr gefährlich und was dann noch vom Wort Gottes übrig bleibt ist eben nicht mehr das, was Gott als SEIN Wort gab.
 

Lillima 16.08.2019 um 08:03

@gojo
Wer am Ende seines Lebens keine Hoffnung mehr hat..... und in seiner Verzweiflung von der Brücke springt,.... lehnt es ab, den Schritt zu wagen, sich dem Leben zu stellen, er selbst bestimmt über Leben und Tod, das ist tiefste Dunkelheit, und Feigheit vor der letzten Realität.

Wer aber in der letzten Stunde der Verzweiflung, das bis dahin Unglaubliche wagt, der riskiert alles.... Alles was er noch hat.... den letzten Mut...den letzten Funken Hoffnung... die letzte Liebe... und alles woran er nicht glaubte, ..... macht er zum Ziel.... sein Leben in die Hände eines Gottes zu legen.... um sich Seiner Führsorge hinzugeben,....er gibt damit die Verantwortung für sein Leben ab, gibt sie aber dem, der das Leben gegeben hat. Das ist die tiefe Gottes-Erkenntnis eines Menschen, der aus dem Verborgenen hervortritt, und Gottes Gegenwart bezeugt.
Da warst du aber ganz schön mutig lieber gojo..... 😲😊
 

gojo 16.08.2019 um 17:52

❤lichen Dank, Lillima. Den Mut wünsche ich jedem. So tief die Not war, so groß war die Barmherzigkeit. Mag auch manches schmerzen, das Herz schlägt gut. Ich hatte wie alle auf Mutterseite von Geburt an einen Herzfehler, habe bei Beschwerden mit Gottes Hilfe ein ernstes Wort mit meinem Herzen geredet und am nächsten Tag war der inkomplette Rechtsschenkelblock - dokumentiert - weg.
 

Lillima 16.08.2019 um 18:35

gojo

Praise the Lord
 

Jesaia 16.08.2019 um 19:13

@gojo
ich meinte, das Märchen als Stilelement, wie Jesaia als Stilelement das Liebeslied verwendet.
×

Werde auch du kostenlos Mitglied bei Christ sucht Christ und finde einen Partner!

Jetzt kostenlos registrieren