Unnütz oder uneigennützig?

Blog von monika49
Unnütz oder uneigennützig?

Letzte Woche im Bibelkreis haben wir uns über ein Wort von Jesus geärgert:

„Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“ (Lukasevangelium, Kapitel 17, Vers 10)

„Unnütze Knechte!“ So nannten einst Herren ihre Sklaven. Müssen denn Menschen, die nach den Geboten leben und Gutes tun, sich trotzdem immer klein, schlecht und sündig fühlen? Nein!
Jesus fällt kein Werturteil über Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich tätig sind. Er wertet auch nicht das Ergebnis ihrer Arbeit ab. Ein Sklave ist von Nutzen für seinen Herrn, ein Angestellter für seinen Chef. Wer sich freiwillig in den Dienst einer guten Sache stellt, leistet ebenso sinnvolle Arbeit für die Allgemeinheit.

Das Wort „un-nütz“ - ohne Nutzen - zielt in eine ganz andere Richtung.

Jesus meint:

Ich kann eine Aufgabe nur um ihrer selbst willen wirklich erfüllen und nicht wegen meines persönlichen Nutzens - „un-eigen-nützig“ eben. So gesehen, ist sein Wort sehr aktuell. Wir wünschen uns, dass über die Vergabe der Olympischen Spiele nicht Leute entscheiden sollten, die in die eigene Tasche wirtschaften. Wer ein politisches Amt anstrebt, zum Beispiel morgen bei der Hessenwahl, soll das Wohl des Landes im Auge haben, nicht persönliche Vorteile. Und wer anderen Menschen helfen will, muß sich darüber klar werden: Habe ich wirklich den Nutzen des anderen im Auge? Oder brauche ich das Gefühl, gebraucht zu werden?

Doch wer kann uneigennützig sein? Wer mit sich selbst im Reinen ist. Wer über Arbeitslohn oder Aufwandsentschädigung hinaus keine Ansprüche stellt. Wer sich freut über die Anerkennung seiner Arbeit, aber auch damit zurechtkommt, wenn er einmal Undank erntet. Jesus meinte, uneigennützig kann eigentlich nur ein Mensch sein, der viel Vertrauen hat. Das Vertrauen: Ich komme nicht zu kurz. Ich bin ein geliebter, wertvoller Mensch auf dieser Welt. Gott gibt mir, was ich brauche - mein Leben, mein Wissen, meine Fähigkeiten, Menschen, die mich liebhaben, und Hilfe, wenn sie nötig ist.

Helmut Schütz ist Pfarrer der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen
(Betrachtung für die Rubrik „Gedanken zum Sonntag“ im „Gießener Anzeiger“ am 6. Februar 1999)

Kommentare

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monika49 10.12.2010 um 21:50

Danke euch für eure Auseinandersetzung über den blog.

Aber Jacob, erklären solltest du doch, warum der Bibelstellentext und dessen Auslegung zu einer Irrlehre führen sollte?

Konnte leider nicht eher reagieren, da mich jetzt eine Grippe im Griff hat. Und habe heute erst wieder reinschauen können.

Liebe Grüße von Monika

PS: Sollte man nicht erst mal die Auslegung einer sehr schwierigen Bibelstelle mit Respekt betrachten und das sich der Autor auch sehr ausgiebig damit beschäftigt hat?
 

monika49 11.12.2010 um 17:50

Danke, Dir liege Anne!

Wird gemacht! Ist ja mehr innerlich!

Liebe Bettgrüße von Monika
 

monika49 11.12.2010 um 18:05

Jacob69

Es ging ja hier um die Klärung des Wortes "unnütz" und wie dies wohl gemeint sein könnte! Man muß immer auch den Ursprungszusammenhang mit betrachten, sonst kommt man auf eine falsche Auslegung.

Genauso, wie bei 1.Kor. 13 und die Auslegung, daß Frauen nicht lehren sollten, ohne den ursprüglichen Zusammenhang, daß die Frauen in dem damaligen >Korinth keine Rechte hatten, um die "Männer im GD nicht durch ihre Reize abzulenken, sollten sie Kopftuch tragen oder erst garnicht in die Gemeinde kommen.
Aber, wenn man das richtig durchdringt, hat Paulus den Frauen damit sogar das Recht eingeräumt vor der Gemeinde mit Kopftuch prophetisch zu reden oder sie sollten zu Hause ihre Männer fragen.
Ansonsten galt damals nur noch eine Alleinstehende was als Prostituierte für die Männer. Aber nur sie wurde beschuldigt! Ist schon komisch!

Heute können wir das gar nicht mehr gleichsetzen, die Zeiten haben sich verändert, denn auch Christus hat die Frauen aufgewertet und man kann auch nicht sagen, das Prediger-Frauen unbiblisch sind. Das sagen nur Männer, die sich in ihrer Ehre angekratzt fühlen oder nicht so gut predigen können, wie ihre weiblichen Gegenüber.

Liebe Grüße von Monika
 

monika49 12.12.2010 um 15:01

Danke euch für eure Mühe, den blog noch mal zurückzublättern und weiterzuschreiben.
 

monika49 13.12.2010 um 11:57

Ist wohl wahr!

Doch wer nicht verstehen will, der versteht es auch nicht! (wegen dem Geblättere)

Nun ja ist ja nur eine leichte Fingerübung - grins

Nehmt es leicht!
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