Erlöse uns von dem Übel!

Blog von Wingsoffaith
Eine Andacht, von Carl-Olof Rosenius, zum 2.Dezember.
Bevor der Tag zu Ende ist...

Erlöse uns von dem Übel! - Luk. 11, 4

Wenn ein gottesfürchtiger Mensch, der gelernt hat, seinem eigenen hinterlistigen Herzen zu misstrauen, und der des Feindes große List und sein Bezauberungsvermögen erfahren hat, sich auch vor solchem Übel fürchtet, das er noch nicht klar sieht oder kennt, ja sich vor den „listigen Anläufen“ des Teufels und der mannigfachen Falschheit seines Herzens fürchtet, dann hat er hier den tröstlichen Ausweg, mit seinem Gebet zu dem allsehenden und getreuen Gott fliehen zu können, dass Er wachen und alles Böse abwenden möge. Ein solches Gebet drücken wir passend mit dem vielsagenden Wort „das Übel“ (oder „das Böse&ldquozwinkerndes Smiley aus. „Erlöse uns, Du treuer, mächtiger Gott, von allem Bösen, auch dem, das wir nicht verstehen. Du, der Du alle verborgenen Netze und Schlingen des Teufels, der Welt und unseres eigenen Fleisches siehst und uns befohlen hast, Dich in aller Not anzurufen, erlöse Du uns!“
Es ist eine der allgemeinsten Besorgnisse der Kinder Gottes, dass sie sagen: „Ich weiß zwar nicht, dass ich vorsätzlich falsch sein oder etwas Bösem huldigen will, aber ich befürchte, dass mein Herz mich betrügt. Ich bin mir bewusst, dass diese oder jene Kraft fehlt, ich weiß aber nicht, worin der Fehler besteht.“ Welch ein unaussprechlicher Trost ist es in einer solchen Finsternis, in einer solchen Furcht vor einem unerkannten Übel, die ganze Sorge auf den treuen Herrn werfen zu dürfen, der uns beten gelehrt hat: „Erlöse uns von dem Übel“, und zu Ihm sprechen zu dürfen: „Erlöse mich gerade von dem Bösen, das Du bei mir siehst und weißt, das mir aber verborgen ist! Entferne Du, was Dir missfällt, Du getreuer, allmächtiger Gott, und gib mir das, was mir fehlt.“
Hier ist es notwendig, tief zu bedenken, dass Gott der Alleinige ist, der die Schleichwege des hinterlistigen Herzens und auch die Tiefen des Satans erforschen und recht erkennen kann. Gott hat nie gesagt, dass wir das Herz sollten erforschen können, sondern Er sagte: „Es ist das Herz ein trotziges und verzagtes Ding, wer kann es ergründen? Ich, der Herr, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen.“ Damit bekundet Er ausdrücklich, dass kein Mensch, sondern Er allein dies kann. So sehen wir auch, dass David, der einen überaus reichen Geist hatte und in prophetischen Stunden eine Zukunft von tausend Jahren sehen durfte, doch sein eigenes Herz nicht durchschauen konnte, sondern sich deshalb an Gott wandte und flehte: „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich’s meine.“
Zweitens muss man wissen und bedenken, dass der Herr der Alleinige ist, der das Unrichtige bei uns heilen kann. Er hat nie gesagt: „Ihr sollt ein neues Herz in euch schaffen; ihr selber sollt eure harten Herzen weich machen“ usw., sondern Er sagt: „Ich — Ich will das steinerne Herz aus eurem Leibe wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.“ Auch in Bezug hierauf wandte David sich an den Herrn und flehte: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist!“ Da Gott selber gesagt hat, dass nicht wir, sondern Er der ist, der unsere Herzen erkennen und ihre Gebrechen heilen kann, und da Er uns hier lehrt, Ihn darum zu bitten, müssten wir uns in der genannten Finsternis mit aller Vertröstung an Ihn wenden. Und so wahr Er ein treuer Gott ist und nicht denjenigen täuschen wird, der sich fürchtet und sich selber richtet und alle Seine Worte, auch die dem Fleische am tödlichsten, beachten will, so gewiss sollen wir dann glauben und wissen, dass Er auch das tun wird, um welches wir gebeten haben. Er wird alle Sorge um unsere Errettung auf sich nehmen und allem abhelfen, was böse und was gefährlich ist, auch dem, was wir nicht verstehen. Er selber hat uns beten gelehrt: „Erlöse uns von dem Übel!“
Aber noch allgemeiner ist es, dass wir in den Versuchungszeiten zwar wissen, worin das Böse besteht, uns aber nicht davon losmachen können. Ich sehe, dass dies oder jenes Sünde ist und der Teufel daran arbeitet, mich in sie hineinzuführen, und ich kann mich trotzdem nicht davon losmachen. Es hat mich „gefangengenommen in der Sünde Gesetz, welches in meinen Gliedern ist“, es hält mich fest. Obwohl ich weiß, dass es Sünde ist, z. B. Zorn, Hass, unreine Lüste, Begehren nach dem Eigentum des Nächsten usw., und obwohl ich das Gefährliche darin sehe, kann ich doch nicht aufhören, im Herzen und in den Gedanken damit umzugehen. Ja, es kann mich schließlich so ganz und gar ermüden, dass ich nahe daran bin, ganz zu verzweifeln. Ich fühle mich ganz verloren, wenn Gott nicht Seine Barmherzigkeit an mir tut und mich errettet. Hier lerne ich, was es bedeutet: „Erlöse uns, Herr, von dem Übel.“
Falle dann gleich nieder und bete! Und bedenke, dass wir in solchen Zeiten unter einem Feinde sind, gegen den keine Macht im Himmel und auf Erden gefunden wird, außer der, die einzig und allein der Allmächtige ist, der darum auch so feierlich erklärt: „Ich, Ich bin der Herr, und ist außer Mir kein Heiland.“ Luther sagt: „Rühre dich nicht in der Meinung, selber die Sünde zu überwinden; denn dann wird sie sich so wider dich rühren, dass du ewig verloren bist.“ Hier gilt es, im Ernst zu dem treuen und allmächtigen Herrn hinzufliehen und zu bitten: „Erlöse uns von dem Übel!“ Dann wird es uns zum herrlichen Trost gereichen, wenn wir recht bedenken können, was darin liegt, dass der Herr selber uns gelehrt hat, so zu Ihm zu beten. Wir sollten doch glauben, dass Er mit den notleidenden Kindern nicht scherzen wollte, als Er sie diese Bitte lehrte, sondern dass Er wirklich im Sinn hat, uns zu erlösen. Er sagt ja ausdrücklich: „Rufe Mich an in der Not, so will Ich dich erretten, so sollst du Mich preisen.“

Kommentare

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Wingsoffaith 03.12.2019 um 16:24

 Cornelius: Vaterunser, Op.2 - Erlöse uns vom Übel. "Heil'ge Liebe, flammend Herz"

 Hermann Prey
 - Weihnachtslieder -  



Heil'ge Liebe, flammend Herz,
Wolle ganz die Welt durchdringen,

Daß die Seelen allerwärts

Liebeglühend sich umschlingen.



Vater, der den Sohn gesandt,

Daß ein Weg zum Heil uns bliebe,

Rett' uns aus des Bösen Hand

Durch die Liebe.



Heil'ger Glauben, Kreuzesbild,

Leit' uns fest durch Lebensstürme,

Ob auch drohend sich und wild,

Woge rings auf Woge türme.



Sohn, durch den wir Gott erkannt,

Laß uns diesen Hort nicht rauben,

Rett' uns aus des Bösen Hand

Durch den Glauben.



Heil'ge Hoffnung, Anker du,

Senke tief dich in die Herzen,

Gib im Kampf uns süße Ruh',

Und in Wonnen wandle Schmerzen.



Geist des Trostes, unverwandt,

Zeige uns den Himmel offen,

Rett' uns aus des Bösen Hand
Durch das Hoffen.



(Peter Cornelius 1824-1874)
 

garten17 03.12.2019 um 17:56

Whings, Danke!👍
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