10 Lügen 

Blog von SeekingPearl
Christsein basiert auf der Bibel. Allein auf der Bibel. Die Bibel ist Gottes inspiriertes Wort und der einzige schriftliche Zugang zu ihm. Jedoch ist Christsein oft von Traditionen geprägt und von gesellschaftlichen Übereinkünften. Die haben ihren Grund und ihre Berechtigung, doch sie bergen auch viele Stolperfallen, die oft in Fehlinterpretationen, Falschannahmen, Engstirnigkeit und damit in Vorurteilen münden. Das ist ungesund! Hier sind die zehn „beliebtesten“ Lügen, die wir leider oft genug glauben:

Lüge 1: Mein Handeln ändert Gottes Sicht auf mich.
Gott ist ewig. Er sieht die Weltgeschichte als Ganzes. Er ist nicht an Raum und Zeit gebunden und kennt die Details der Anfänge der Welt, genauso wie er das Ende schon kennt. Er kennt auch mich in- und auswendig, mit allen Fehlern, Unzulänglichkeiten und wiederkehrenden „Lieblingssünden“. Und trotzdem liebt er mich! Und Sie übrigens auch!

Eben weil Gott mich so gut kennt und trotzdem liebt, überrascht ihn nicht, was ich falsch mache, welche Gemeinheit in meinen Gedanken schwirrt und wem ich die Pest an den Hals wünsche. Wenn mich aber die Selbsterkenntnis packt und ich voller Scham über mich selbst zu Gott gehe und um Vergebung bitte, weiß er auch das schon längst — und liebt mich immer noch genauso sehr wie vorher.

Er weiß auch heute schon, warum ich in Zukunft zu ihm komme und um Vergebung bitten werde. Er liebt mich, weil Gott mich durch Jesus Christus sieht. Jesus trug am Kreuz alle Sünden — von Adam und Eva bis zum Weltuntergang. Für uns Zukunftsmusik — für Gott ein abgeschlossenes Kapitel. Ich kann mir weder mehr Liebe durch gutes Verhalten verdienen, noch Gottes Liebe durch Sünde verlieren.

Lüge 2: Gott ist ein Erbsenzähler.
Die Wahrheit ist das einzig Wahre. Daran gibt es nichts zu rütteln. Glauben Sie das? Ja, ich auch. Aber Wahrheit ist manchmal auch eine Sache der Perspektive. Ihre Wahrheit muss nicht meine Wahrheit sein — und trotzdem ist beides wahr.

Ein Beispiel: Mein Bekannter Karl sagte vor Jahren: „Fußball ist für mich Sünde, weil mich der Sport von Gott ablenkt!“ Karl ist lieber zu einem Spiel gegangen statt in den Gottesdienst. Ist Fußball deshalb Sünde? Nein! Für mich jedenfalls nicht. Ich kann mit Fußball nichts anfangen. Ich gehe nicht ins Stadion und gucke auch kein Spiel im Fernsehen. Fußball hält mich nicht von Gott fern. Was ist also wahr?

Gott mäkelt nicht an allem herum, was wir machen. Er hat uns Grenzen gesetzt, innerhalb derer wir uns bewegen können. Selbst die 10 Gebote sind keine starren Regeln. Jesus selbst hat am Sabbat geheilt, was die Pharisäer als Sünde ansahen (Matthäus 12, 10-14), weil man doch den Sabbat heiligen soll! (2. Mose 20,8-10). Aber Gott lauert uns nicht auf, um uns schadenfroh zu überführen, wenn wir etwas falsch gemacht haben.

Im Gegenteil: Gott ist gütig und barmherzig. Paulus bringt das im „Hohen Lied der Liebe“ (1. Korinther 13) auf den Punkt, wenn er sagt: Alles zu wissen, alle Erkenntnis ist nichts wert, wenn ich keine Liebe habe. (Vgl. 1. Korinther 13, 1-3.13). Die Liebe ist der Schlüssel zur Wahrheit. Gottes Gebote sind Grenzen, die Gott uns aus Liebe setzt. Aber engstirnige Menschen haben daraus starre Regeln gemacht. Mein Bekannter Karl hatte das kapiert!

Lüge 3: Gute Menschen kommen in den Himmel.
Viele kennen den Spruch: „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!“ oder „Tue Recht und scheue niemand!“ Übersetzt heißt das: Bin ich okay, komme ich in den Himmel. Wer Böses tut, kommt in die Hölle. Filme vermitteln diese Sicht gern, wie etwa „Ghost — Nachricht von Sam“. Was halten Sie von der Idee, Adolf Hitler, Josef Stalin, Charles Manson oder Osama bin Laden im Himmel wiederzusehen? Was sagt die Bibel dazu, wer in den Himmel kommt?

Sehen wir uns die Kreuzigung an: Jesus verreckt zwischen zwei Verbrechern. Der eine fordert Jesus noch heraus: „Bist Du der Christus, dann hilf Dir selbst und uns!“ Der andere weist ihn zurecht: „Nimmst du Gott immer noch nicht ernst? (&hellipzwinkerndes Smiley Wir beide leiden hier die Strafe, die wir verdient haben. Aber der da hat nichts Unrechtes getan!“ und sagt dann zu Jesus: „Denk an mich, Jesus, wenn du deine Herrschaft antrittst.“ Jesus antwortet ihm: „Ich versichere Dir, Du wirst noch heute mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23, 39-43).

Jesus lässt Gnade vor Recht ergehen. Dieses Prinzip der Gnade zieht sich durch das ganze Neue Testament! Kein Mensch kann allein ins Paradies kommen. Der einzige Weg ist Jesus selbst. Diesen Weg hat der Verbrecher am Kreuz in letzter Sekunde eingeschlagen. Es gibt keinen guten Menschen vor Gott. Pluspunkte reichen also nicht. Nur Gottes Gnade rettet, aber …

Lüge 4: Gott ist Liebe, er wird ein Auge zudrücken.
Dass das eine Lüge ist, wird in der Geschichte der Ehebrecherin aus Johannes 8 deutlich. In zehn Versen wird berichtet, dass die Meute eine Frau zu Jesus schleift, die beim unehelichen Sex ertappt wurde. (Der Mann konnte sich vermutlich wehren und entwischen). Steinigen wollten sie sie.

Zu Recht, denn in 2. Mose 20, 17 steht das Verbot des Ehebruchs: „(&hellipzwinkerndes Smiley Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“ Und Jesus sagt dazu: „Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ (Matthäus 5,28). Das jüdische Gesetz war also eindeutig. Ehebruch wurde mit dem Tod bestraft.

Für die Frau in der Geschichte war die Konsequenz die Steinigung. Aber warum fand diese nicht statt? Jesus sagt, dass der den ersten Stein werfen solle, der ohne Sünde ist. Er weist damit darauf hin, dass kein Mensch ohne Sünde ist. Schließlich lässt er Gnade vor Recht ergehen und sagt: „Dann verurteile ich Dich auch nicht!“, aber er ergänzt: „Geh‘ und tue diese Sünde nicht mehr!“

Auch wenn niemand sündlos leben kann, verlangt Jesus trotzdem, dass wir versuchen sollen, so zu leben. Er weiß, dass wir dabei stolpern, und vergibt uns bereitwillig. Wer aber mutwillig sündigt und meint, Gott wird ihm das schon vergeben, könnte entsetzt sein, dass Gott dieses Verhalten nicht toleriert und mutwillige Sünden eben nicht vergibt. Fordern Sie Gott nicht heraus.

Lüge 5: Gott will, dass ich glücklich bin. Darum wird er mich immer vor Schmerz und Leid bewahren.
Glück kann ich nicht beeinflussen. Glück im Spiel zum Beispiel. Glück umschreibt etwas trügerisch das zufriedene Gefühl, das man empfindet, wenn etwa die Faktoren Gesundheit, Auskommen, Sinn und soziale Kontakte zusammenkommen. Diese Dinge können einen Menschen zufrieden machen, tun es aber nicht immer. Es gibt viele Menschen, die trotzdem unglücklich sind. Gibt es überhaupt so etwas wie ein Grundrecht auf Glück? Nein.

Auch die Bibel verspricht das nicht. Die Bibel sagt zu, dass Gott uns beisteht, aber nicht, dass er unsere Umstände immer (sofort) ändert. Jesus sagt von sich, dass er leiden muss und wir mit ihm. (vgl. Matthäus 10, 16-24). Auch Heilung, die in so manchem Gottesdienst von Menschen vollmundig versprochen wird, hat Gott nie pauschal versprochen. Geschweige denn Wohlstand oder gar Reichtum. Irdisches Glück, Reichtum und Gesundheit werden zu einem trügerischen Götzen, wenn man meint, dass Gott uns diese Dinge auf dieser Welt garantiert. Glauben Sie das bitte nicht; so schwer es fallen mag.

Lüge 6: Wenn Gott etwas von mir will, dann läuft’s!
Adam und Eva lebten bis an ihr Lebensende glücklich im Paradies. Israels Könige haben immer alle Feinde zurückgedrängt und nie ist ihnen etwas passiert, weil sie Gottes auserwähltes Volk sind. Jesus war der Sohn Gottes. Er lebte in einem Palast, wie es ihm gebührte und nach der letzten Predigt stieg er zurück die Himmelsleiter hinauf. Merken Sie etwas?

Gott gibt Dinge vor, aber das ist nicht immer mit Leichtigkeit verbunden. Adam und Eva spürten das zuerst: Ihre Entscheidung, Gott nicht zu gehorchen, war fatal. Nix mit Paradies bis ans Lebensende. Rausgeschmissen wurden sie und mussten sich ab sofort für ihren Unterhalt abrackern.

Israel war oft bedrängt, zur Zeit von Jesaja auch im Exil, später wurde das Land von Römern besetzt. Jesus wusste manchmal morgens nicht, wo er abends schlafen würde oder was er essen würde. Alle Situationen haben eines gemein: Gott war da und half!

Ein Beispiel: Warum verspricht man dem Ehepartner „in guten, wie in schlechten Tagen“? Weil niemand versprochen hat, dass alles leicht werden würde. Das Leben ist kein Ponyhof (was für mich übrigens die Höchststrafe wäre). Ehe ist ein lebenslanger Lern- und Entscheidungsprozess. Liebe ist weder ein Gefühl noch ein Zustand, sondern eine Entscheidung — und da kann Manches schief gehen.

Ähnlich sieht es für die Beziehung zu Gott aus. Gott sagt zu, dass er da ist und hilft. Das dürfen wir aus Erfahrungen anderer lernen. Für mich am eindrücklichsten von David, der im Psalm 23 schreibt: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir“. (Psalm 23,4)

Lüge 7: Wenn ich mich Gott zuwende, werde ich ein anderer Mensch.
Haben Sie einen Fehler, den Sie einfach nicht wegbekommen? Manche Menschen sind jähzornig und flippen bei der kleinsten Kleinigkeit aus. Vielleicht glauben Sie auch, Sie wüssten oft einen besseren Weg, eine Aufgabe auf der Arbeit zu lösen, als der Kollege, der die Aufgabe übernommen hat? Welche Fehler und Schwächen Sie auch haben mögen, Gott weiß das!

Und es ist gut, dass er das weiß, denn er kennt meine Gedanken und meine Fehler — und liebt mich trotzdem! Denn es stimmt nur in meinem Empfinden, dass ich die bessere Lösung habe und natürlich auch, dass ich ein Recht habe, jedes Mal auszuflippen, wenn mir etwas aus der Hand fällt.

Ja, Gott hat mich verändert. Aber diese Veränderung bedeutet nicht, dass ich als Christ plötzlich keine Fehler mehr habe. In Römer 12, 2 steht: „Ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Dahinter steht das geheimnisvolle Wort „Heiligung“ — theologisch für Umwandlung.

Wenn ich von Gott verändert werde, bin ich noch immer der, der ich war. Aber ich bin einer neuen Aufgabe, einem neuen Sinn zugeführt. Gott heiligt mich, aber ich bekomme keinen Heiligenschein! Nein, ich bin geheiligt, weil ich zu Gott gehöre. Das macht mich vor ihm zu einer neuen Kreatur (2. Korinther 5,17). Ich bin nicht plötzlich besser — ich bin nur besser dran! Denn Gottes Gnade macht mich heilig, nicht weil ich plötzlich wirklich ein besserer Mensch bin. (Lesen Sie dazu auch den passenden Artikel aus unseren Glaubens-FAQs)

Lüge 8: Wenn mir etwas Schlimmes passiert, ist das meine Schuld.
Schlimme Dinge passieren und sind manchmal auf das Fehlverhalten anderer zurückzuführen. Gott straft Sie nicht, weil Sie böse waren. Erinnern Sie sich noch an die erste Lüge? Gott straft sie nicht, weil Sie etwas verkehrt gemacht haben.

Auch Jesus wurde danach gefragt, wegen eines blindgeborenen Menschen: „Rabbi, wer ist schuld, dass er blind geboren wurde? Wer hat hier gesündigt, er selbst oder seine Eltern?“ Jesus antwortete: „Weder er ist schuld noch seine Eltern“. (Johannes 9, 2-3).

Jesus gibt keine Antwort auf die Ursachen dieses Unglücks. Er reagiert und tut etwas. An dieser Stelle heilt er den blindgeborenen „zur Ehre Gottes“. (Johannes 9, 3b). Gott führt keinen Unfall herbei, damit Sie zur Raison kommen. Krankheiten sind keine Strafe Gottes für die Sünden Ihrer Familie. Kinder werden nicht behindert geboren, weil Eltern oder Großeltern gesündigt haben. Das ist soo Altes Testament! Jesus macht in dieser Geschichte deutlich, dass Krankheiten und Schicksalsschläge jeden treffen können und dass das nichts mit Schuld zu tun hat.

Lüge 9: Geistlich ist besser als weltlich.
Jeder brave Christ nickt jetzt deutlich und weiß auch gleich ein paar Beispiele zu nennen. Aber jeder, der das tut, sitzt einer Lüge auf, die sich schon in den ersten Jahrhunderten der Christenheit verbreitet hat. Die Gnostiker waren der Überzeugung, dass alles, was weltlich ist, nichts bedeutet, und das geistliche Gut höher zu achten sei. Aber Gott hat diese Welt erschaffen und uns Menschen auf die Erde gestellt, damit wir hier leben. Wie könnte das dann falsch sein?

Wir können Gott in unserer weltlichen Existenz dienen und ehren; wir sollen es sogar. Paulus rät sogar Sklaven zur Arbeit zu Gottes Ehre: „Ihr Sklaven und Sklavinnen, gehorcht euren irdischen Herren und Herrinnen! Ehrt und fürchtet sie. Dient ihnen so aufrichtig, als dientet ihr Christus. (&hellipzwinkerndes Smiley Tut eure Arbeit mit Lust und Liebe, als Leute, die nicht Menschen dienen, sondern dem Herrn. Denkt daran: Der Herr wird jeden für seine guten Taten belohnen, gleichgültig ob jemand Sklave ist oder frei.“ (Epheser 6, 5.7)

Die Bezeichnung „Beruf“ ist mit der „Berufung“ verwandt und Berufung ist das, wozu Gott uns vorgesehen hat, wozu er uns befähigt und letztlich geschaffen hat. Gott hat uns als Beziehungswesen geschaffen. Mit unserer Arbeit können wir einander dienen! Ein Prediger dient auf seine, ein Bäcker oder Fleischer auf ganz andere Weise. Aber ohne Bäcker oder Fleischer hätten wir bald ein ziemlich existenzielles Problem.

Gott selbst hat die Arbeit erfunden und zwar lange bevor Adam und Eva sündigten: Sie sollten Gartenarbeit verrichten und allen Dingen und Tieren Namen geben. Das ist körperliche und schmutzige Arbeit einerseits und intellektuelle, geistige Arbeit andererseits.

Lüge 10: Ich bin Christ – das ist genug.
Warum ist das eine Lüge? Nein, diese Aussage ist absolut wahr. Aber was manche Menschen daraus machen, macht diese Aussage zur Lüge. Manche Christen meinen, dass alles in Ordnung sei, wenn sie nur brav in den Gottesdienst gehen, Geld in den Klingelbeutel legen und Lobpreis-CDs hören statt Phil Collins oder Helene Fischer.

Daran ist erstmal nichts falsch. Aber es gilt nichts, wenn sie später im „privaten Leben“ anfangen, über andere zu wettern oder zu lästern, anderen ihre Verfehlungen nachtragen oder mit in den Tenor gegen die Flüchtlinge aus muslimischen Ländern einstimmen.

Die Bibel ist da eindeutig: „Wer zu seinem Bruder oder seiner Schwester sagt: ›Du Idiot‹, gehört vor das oberste Gericht. (&hellipzwinkerndes Smiley Wenn du zum Altar gehst, um Gott deine Gabe zu bringen, und dort fällt dir ein, dass dein Bruder oder deine Schwester etwas gegen dich hat, dann lass deine Gabe vor dem Altar liegen, geh zuerst hin und söhne dich aus. Danach komm und bring Gott dein Opfer.“ (Matthäus 5, 22-24) oder auch: „Unterdrückt nicht die Fremden, die bei euch im Land leben, sondern behandelt sie genau wie euresgleichen. Jeder von euch soll seinen fremden Mitbürger lieben wie sich selbst. Denkt daran, dass auch ihr in Ägypten Fremde gewesen seid. Ich bin der Herr, euer Gott!“ (3. Mose 19, 33-34)

Einfach nur Christ sein, aber nicht danach handeln, ist also nicht genug. Die Bibel warnt: „Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen zwar aus wie Schafe, die zur Herde gehören, in Wirklichkeit sind sie Wölfe, die auf Raub aus sind. An ihren Taten sind sie zu erkennen.“ (Matthäus 7, 15-16).


Martin Mandt  ERF-Beitrag

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