Blog von RolfK

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Bibel nur situationsbezogen gültig?

Es gibt zwei Aussagen von Jesus, die sich rein formal widersprechen:
1. "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und wer mir nicht sammeln hilft, der zerstreut.“ (Mat 12,30)
2. „Wer nicht gegen uns ist, ist für uns!“ (Mk 9,40)

Im ersten Fall zieht Jesus den Kreis derer, die zu ihm gehören, sehr eng.
Im zweiten Fall zieht er den Kreis sehr weit. Da fragt man sich doch: Ja, was denn nun?

Aus dieser logischen Klemme kommt man nur heraus, wenn man davon ausgeht, dass Jesus diese Sätze in unterschiedliche Situationen hinein gesagt hat. Und dass sie dementsprechend nur situationsbezogen gültig sind.

Das könnte aber für die ganze Bibel heißen: Da ist nichts absolut in jeder Situation gültig.
Es kann immer erst einmal auf den Zusammenhang ankommen, in dem ein Wort in der Bibel steht. Und danach kommt es auch noch auf die persönliche Situation an, ob dieses Wort die Richtschnur für eigenes Verhalten sein kann.

Da ist dann also häufiger Denken und Prüfen gefragt. Und gut ist der Mensch dran, der sich darüber hinaus noch vom Heiligen Geist leiten lassen kann.


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Den persönlichen Raum einnehmen

Gott hat uns einen persönlichen Raum gegeben, den wir einnehmen sollen. Und diesen Raum können wir unter Gebet nach bestem Wissen und Gewissen auszufüllen versuchen.

Allerdings machen wir uns manchmal kleiner, als wir sind. Wir trauen uns selbst etwas nicht zu, das uns Gott seinerseits als Aufgabe zutraut. Oder wir ducken uns weg und machen es uns so vielleicht allzu bequem.

Oder wir wünschen uns ständig an einen anderen Platz, an dem wir uns besser ausbreiten könnten – wie wir meinen. Und deshalb sind wir nie ganz da an dem Platz, an dem wir gerade stehen.

Oder wir plustern uns auf. Wir machen uns größer, als uns von Gott her zusteht. Und wir nehmen anderen etwas von ihrem Raum weg. Wir drängen sie in die Ecke oder schieben sie beiseite.

Ganz schwierig kann die Warteposition sein. Wir sind dann noch nicht da, wo es uns hinzieht. Oder wir haben noch nicht den Platz und Raum, den uns Gott versprochen hat. Wir haben uns noch zu gedulden.

Oft sind wir dann noch nicht reif genug für den zukünftigen Ort. Wir müssen vielleicht noch Geduld lernen oder andere Fähigkeiten erwerben. Aber auch solche Wartezeit ist erst einmal auszufüllen.

Vor Jahrzehnten hat mal jemand zu mir gesagt: „Rolf, du nimmst deinen Raum nicht ein!“ Der Mensch hatte damals sehr recht. Inzwischen bin ich sicherlich im Einnehmen meines Raums besser geworden. Sagt mir Gott jedenfalls.


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02.07.2020 10:41

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Nur eine Phantomplage .....

Ich habe etwas recherchiert und fand einen Artikel im englischen „Indipendent“. In der Übersetzung lautet der Anfang:

"Eine Phantomplage": Amerikas Bibelgürtel hat die Pandemie heruntergespielt und sogar Geld verdient. Jetzt sind Dutzende von Pastoren tot.

Von Alex Woodward  New York  Freitag, 24. April 2020, 16:46 Uhr

Dutzende Pastoren auf der anderen Seite des Bibelgürtels sind dem Coronavirus erlegen, nachdem Kirchen und Televangelisten die Pandemie heruntergespielt und die Kirchgänger aktiv ermutigt hatten, gegen Richtlinien zur Distanzwahrung zu verstoßen.
Es wurde nun bestätigt, dass bis zu 30 Kirchenführer aus der größten Pfingstgemeinde der USA bei dem Ausbruch gestorben sind, da die Mitglieder sich den öffentlichen Warnungen widersetzten, große Versammlungen zu vermeiden und so die Übertragung des Virus zu verhindern.


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Erprobungsräume der Kirche in Mitteldeutschland

Der östliche Teil von Deutschland ist weithin entkirchlicht. Die meisten Menschen sind da ohne christliche Sozialisation aufgewachsen. Dass es eine Bibel gibt, das wissen sie noch. Aber was drinsteht – da herrscht oft null Ahnung.

Die Kirche im Osten empfindet unter diesen Umnständen einen starken missionarischen Auftrag. Aber ihr ist klar, dass mit altbackenen Methoden nicht weiterzukommen ist. Etwa nach dem Motto: Bibelsprüche unter das Volk streuen – und den Rest besorgt dann Gott.

Nein, die älteren Menschen dort haben genug hohle Phrasen und Parolen über sich ergehen lassen müssen. Und wenn auch alles im Namen des Volkes geschah, zumindest im Nachhinein ist vielen klar, dass ihre damalige Politikerkaste weithin im Eigeninteresse handelte.

Darauf reagiert nun die Kirche in Mitteldeutschland mit speziellen Erprobungsräumen: Sie will darin neue kreative Ideen entwickeln, um auf die Bedürfnisse ihrer entchristlichten Umwelt gezielt und wirklich hilfreich eingehen zu können.

Ein ganzes Team arbeitet daran. Inzwischen zieht die Kirche im Rheinland mit Erprobungsräumen nach. Wird ja vielleicht auch Zeit angesichts einer gewaltigen Zahl von Kirchenflüchter*innen …..


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