Blog von RolfK

Dieser Blog wird von RolfK moderiert.


08.07.2020 11:24

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Vormittagsfreuden

Dieses Mal ist der Rundweg durch die Bergwiesen dran. Gleich am Anfang weist der alte Bauer auf die Wiese weiter oben hin. Und tatsächlich: Auf einem kleinen frisch gemähten Stück Wiese suchen insgesamt zwölf Störche ihr Pickglück. Und es ist ihnen ziemlich oft hold.

Ein gutes Stück weiter vier Reiher auf einer Wiese, relativ dicht beieinander. Es sind Nichtstuer. Sie stehen einfach nur rum. Sind sie satt? Sind sie frustriert? Oder auf was warten sie?

Und wieder ein Stück weiter – nachdem diese Highlights aus dem Blick geraten sind – fallen mir erst die über hundert schwarzen Stellen auf, die sich über einen großen Raum verteilen. Es sind Krähen. Jede hat ein kleines Stück Wiese für sich gepachtet und hofft dort auf leckere kleine Funde.

Danach lese ich hier auf CsC von den Protesten gegen Grundrechteentzug wegen Corona. Da kommt mir Jesus in den Sinn: „Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte – aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als Vögel!“


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07.07.2020 08:56

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Meine kleine Morgenfreude

Huch, denke ich auf den ersten Blick: Was für ein merkwürdiges Gebilde schiebt sich denn da so zügig den Berg hoch?

Auf den zweiten Blick sehe ich: Das Gebilde hat drei Köpfe: Vorn ein aufragender Kopf und dahinter zwei etwas tiefer gelegte Köpfe.

Der dritte Blick enthüllt: Das ist eine Mutter mit ihren Kindern.

Und dann wird offensichtlich: Das erste Kind sitzt hinter der Mutter auf dem Fahrrad, und das zweite Kind folgt beiden auf einem Kinderfahrrad, das an das Mutterfahrrad angekoppelt ist. Und dieses zweite Kind strampelt auf seinem Gefährt eifrig mit.

Zugleich ist klar: Nur ein Elektroantrieb ermöglicht das Wunder, dass diese Miniraupe bergauf so leichtfüßig und in fast schon dramatischem Tempo Waldkindergartenfreuden entgegeneilen kann.


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Dieses fürchterliche „Du musst!“

Durch die Kindheit hat mich das „Du musst!“ meines despotischen Vaters begleitet. Dieses „Du musst!“ stand später immer sinnbildlich für alles, was in meiner Kindheit schief gelaufen ist.

Und dann ist mir später dieses „Du musst!“ wieder in christlichen Kreisen begegnet. Auch hier auf CsC haben es einige drauf. Sie pochen auf die Bibel und leiten aus ihr immer wieder ein „Du musst!“ ab. Sie bringen es so rüber: Gott verlangt dies oder jenes. Also müssen wir das tun.

Ich vermute dabei: Sie erleben es so, dass sie selbst unter einem harten göttlichen „Du musst!“ stehen. Dabei lauten aber schon die göttlichen Gebote „Du sollst …..“. Und das klingt doch erheblich weicher.

Gott selbst konnte ich lange Zeit nicht lieben – trotz des Gebotes, Gott zu lieben. Da fand bei mir eine Übertragung von meinem leiblichen Vater auf den göttlichen Vater statt. Ich sah Gott auch als streng und vielleicht sogar als despotisch an. Ich habe Jahrzehnte und viel direkte göttliche Zuwendung gebraucht, bis ich Gott innerlich wirklich lieben konnte.

In diesen Jahrzehnten hat Gott mir gegenüber nie das „Du musst!“ verwendet. Und an dessen Stelle ist ein großes „Du darfst!“ getreten. Das heißt: Gott hat mich immer wieder mit Freiheit verwöhnt. Und darunter ist die Liebe zu ihm gewachsen. Und sie ist immer mehr geworden.

Damit zugleich wuchs aber auch der ganz freiwillige Wille, seinen Willen zu meinem Willen zu machen. Auf diesem Weg haben sich seine Wünsche und Gebote immer tiefer in mein Herz eingegraben.

Heute finde ich es fürchterlich, wenn Christen einfach locker ein „Du musst!“ aus der Bibel für andere ableiten. Die Bibel weiß nicht, was ein Mensch gerade braucht. Nur Gott weiß es. Und nur ein von Gottes Liebe geleiteter Mensch findet das Bibelwort, das dem anderen Menschen in seiner Situation helfen kann.

Oder aber der von Gottes Liebe geleitete Mensch schweigt so, wie die Freunde von Hiob eine Zeitlang schwiegen. Oder er findet in freier Rede die Worte, die einem anderen Menschen gerade helfen können.

Übrigens höre ich inzwischen ein direktes „Du musst!“ auch schon mal von Gott. Aber dieses Muss tut dann gut. Weil es einen klaren Weg aufzeigt und zugleich etwas Liebevolles hat. Und damit weiß ich: Dieses Muss weist mir gerade einen guten Weg.

Dieses göttliche Muss hat mir heute morgen auch diesen Blog aufs Herz gelegt.


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Bibel nur situationsbezogen gültig?

Es gibt zwei Aussagen von Jesus, die sich rein formal widersprechen:
1. "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und wer mir nicht sammeln hilft, der zerstreut.“ (Mat 12,30)
2. „Wer nicht gegen uns ist, ist für uns!“ (Mk 9,40)

Im ersten Fall zieht Jesus den Kreis derer, die zu ihm gehören, sehr eng.
Im zweiten Fall zieht er den Kreis sehr weit. Da fragt man sich doch: Ja, was denn nun?

Aus dieser logischen Klemme kommt man nur heraus, wenn man davon ausgeht, dass Jesus diese Sätze in unterschiedliche Situationen hinein gesagt hat. Und dass sie dementsprechend nur situationsbezogen gültig sind.

Das könnte aber für die ganze Bibel heißen: Da ist nichts absolut in jeder Situation gültig.
Es kann immer erst einmal auf den Zusammenhang ankommen, in dem ein Wort in der Bibel steht. Und danach kommt es auch noch auf die persönliche Situation an, ob dieses Wort die Richtschnur für eigenes Verhalten sein kann.

Da ist dann also häufiger Denken und Prüfen gefragt. Und gut ist der Mensch dran, der sich darüber hinaus noch vom Heiligen Geist leiten lassen kann.


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