Blog von RolfK

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13.07.2020 11:46

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Kosten von Auseinandersetzung und Irreführung

Im Moment geht es hier auf CsC - wie so oft schon - um die gelegentlich miese Qulität der Auseinandersetzung.

Gerade habe ich einen Artikel über die volkswirtschaftlichen Kosten der Irreführung durch Verschwörungstheorien gelesen. Das Cyber-Sicherheitsunternehmen Cheq hat die globalen Kosten auf 78 Milliarden Euro pro Jahr berechnet. Das ist kein Pappenstil. 
(https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/f-a-z-serie-schneller-schlau-die-verbreitung-des-unsinns-16833860.html)

Das hat mich dazu gebracht zu fragen: Was sind eigentlich die seelischen und spirituellen Kosten, wenn hier unangemessen miteinander umgegangen wird?


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12.07.2020 09:37

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Wir sind eigenartig

Jeder Mensch hat so seine Eigenarten. Das ist ein Geschenk von Gott.

Die Persönlichkeit ist weithin geprägt von den Genen. Dazu kommen die positiven und negativen Erfahrungen von Kindheit an. Und es gibt noch eine Fülle zusätzlich prägender Faktoren.

Das alles führt zu ganz eigenen Vorlieben, Neigungen, Sympathien oder Antipathien. Ebenso zu ganz unterschiedlichem Können und Potenzial. Und so unterscheidet sich Mensch von Mensch.

Wozu? Damit wir uns ergänzen können, damit letztlich keiner allein selig zu werden braucht, sondern damit wir im Dienst für andere aufgehen und in der Gemeinschaft Sinn finden können.

Allerdings sind wir von Haus aus unterschiedlich gemeinschaftsfähig. Und es gibt keinen Menschen, an dem Gott nicht noch herumrubbeln, -klopfen und -hämmern muss.

Das aber heißt: Gott muss jeden Menschen auch auf seine ganz eigene Weise ansprechen, wenn er ihn erreichen will. Doch zum Glück kann Gott darin genauso vielfältig sein, wie er seine Schöpfung gestaltet hat.

Ein allererster Punkt, den wir zu lernen haben, ist dabei: Respekt und Achtung vor dem anderen Menschen. Und Respekt und Achtung davor, wie Gott auf seine Weise mit ihm umgeht. Wir haben ihm da viel zu überlassen, statt kurzsichtig zu glauben, wir wüssten auf jeden Fall, was für den anderen Menschen gut und richtig ist.

Gerade auch in Glaubensdingen und in Konfession.


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10.07.2020 20:03

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Angstausbeuter

Es tut mir weh, wenn ich sehe, wie mir durchaus sympathische Christen den Pfeilen des Bösen erliegen. Also wenn sie Menschen auf den Leim gehen, die mit Halbwahrheiten operieren oder sogar mit vollfalschen Daten. Und wenn sie diese Pfeile dann auch noch auf andere weiterschießen.

Was tun? Paulus meint, man solle das Vertrauen auf Gott als Schild vor sich halten: So könne man die Brandpfeile des Satans abfangen. Und darüber hinaus empfiehlt Paulus auch noch: Den Panzer der Gerechtigkeit, den Helm des Heils und das Schwert des Geistes.

Nur leider ist es doch so: Mit solch antikem Waffenarsenal können die wenigsten von uns etwas anfangen. Für Leute von Heute sollte man das in etwas Griffigeres übersetzen.

Analysieren wir dafür erst einmal, womit die Brandpfeile des Bösen arbeiten: Es ist vor allem die Verharmlosung von Gefahr. Oder aber die Übertreibung von Gefahr – in dem Sinne, dass in allen möglichen Ecken Gefahren zusammenfabuliert werden. Und das heißt jeweils: Es geht um Angst.

Und wenn also Angst das zentrale Thema ist, liegt Paulus ja schon richtig, wenn er als Schutz und Schild dagegen das Vertrauen zu Gott empfiehlt. Wir sollen uns in die Hände Gottes begeben und nicht in die Hände von Angst ausbeutenden Menschen.

Nur wie erkennen wir nicht vertrauenswürdige Angstausbeuter? Mir fallen drei Möglichkeiten ein. Zum Menschen in einem Video oder auf CsC (!) kann ich Jesus befragen. Und zwar etwa so:

Jesus, macht dieser Mensch gerade unnötig Angst?
Jesus, ist dieser Mensch gerade vertrauenswürdig?
Jesus, was würdest du gerade lieber: Diesen Menschen umarmen oder aber die Finger von ihm lassen?

Wer ernsthaft so fragt, dem kann Jesus ein Gefühl für die Qualität des Menschen geben: Also ob dieser Mensch gerade positiv ist oder aber ziemlich problematisch.


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10.07.2020 09:59

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Meine kleine Morgenfreude

Um 7 Uhr bei 20 Grad Außentemperatur (hier im Südwesten) auf meinen Hausberg gestiegen. Meine Lieblingsbank besetzt. Und dann in die Ferne geguckt, aber auch ein Auge für die Nähe gehabt.

In der Nähe eine grasende Kuh dicht am Zaun. Ob es mal wieder gelingt? Ich suche und rupfe langstieliges Gras, gehe zum Zaun und halte es der Kuh hin. Sie besinnt sich kurz, tritt einen Schritt vor, öffnet das Maul und dann kommt der Moment: Ihre lange Zunge streckt sich heraus, umschlingt das Grasbüschel - fast wie mit der Hand - und zieht es ins Maul. Danach senkt sie den Kopf und wendet sich wieder dem Gras vor ihren Füßen zu.

Ich mag diesen Moment des Vertrauens von Kreatur zu Kreatur. Andere erleben dieses Vertrauen bei ihrem Hund und oder ihrer Katze. Hier aber bin ich der ganz Fremde. Und doch frisst mir dieses so ganz andere Mitgeschöpf einfach aus der Hand.


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