Blog von RolfK

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25.07.2020 19:41

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Mein Abenderlebnis

Durchs Fenster sehe ich: Die Nachbarin zu meiner linken kommt von der Nachbarin zu meiner rechten. Sie hat etwas Braunes unter den Arm geklemmt. Und am anderen Arm hängt auch noch ein zugedeckter Katzenkorb. Nanu? denke ich.

Dann kommt mir ein Verdacht. Es ist nämlich so: Die Nachbarin zur rechten hat Hühner. Ein Huhn fing an, zu glucken und auf den Eiern sitzen zu bleiben. Das ist das Zeichen: Das Huhn beginnt zu brüten. Die Nachbarin zur rechten hat aber keinen Hahn, und so legen ihre Hühner auch keine befruchteten Eier. Also ging sie zur Nachbarin gegenüber, die Hühner samt Hahn hat. Und da bekam sie ein paar solcher Eier.

Nun konnte die Brüterei losgehen. Und das auch mit dem Erfolg von sechs kleinen Küken. Die werden allerdings samt Glucke überwiegend im Stall gehalten, damit weder Katzen noch Hund sich an dem jungen Leben bedienen können.

Aber ein Drahtgatter wurde geschaffen, das auch oben drüber verdrahtet ist. Erst machte mich sein Anblick ratlos. Einige Tage später traf ich aber das Gatter bei meiner Nachbarin zur linken wieder. Es stand im Schatten auf dem Rasen und hatte besonderen Inhalt: Nämlich die sechs Küken. Von außen beaufsichtigte Mutter Huhn ihre Brut. Und zusätzlich tat die Nachbarin zur linken das auch noch.

Mir wurde erklärt: Nur unter Aufsicht dürfe die Jugend mal raus und sich im Rasengrün tummeln. Mir war aber auch klar: Die Nachbarin zur linken, die sich beruflich mit menschlicher Brut befasst, hat dabei auch ihre helle Freude an gefiedertem Nachwuchs.

Ich habe dann vorhin mal kurz um die Ecke gelinst: Ja, das Braune unter dem Arm war tatsächlich Mutter Huhn. Und der Katzenkorb diente dem Kükentransport. Und alle Seiten hatten nun auf dem Rasen und rundherum ihre Freude.


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Auch auf Facebook: Streit, Streit

In seinem Redaktionsvolontariat bei Jesus.de hat Nathanael Ullmann viel Schönes erlebt. Eine Sache stürzt ihn allerdings regelmäßig in Glaubenskrisen: die Kommentare auf Facebook.

Von Nathanael Ullmann

Wäre die Jesus.de-Facebook-Community meine Familie, hätte meine Frau bis heute nicht ihre Schwiegereltern kennen gelernt. Denn mit welchem Hass dort mitunter gegen Mitchristen gewettert wird, das ist nur schwer auszuhalten. Zwar nicht an den meisten Tagen – oft ist es in der Kommentarspalte ruhig und friedlich. Aber wehe, wir berichten über ein Reizthema – Abtreibung etwa, Olaf Latzel – oder gar der Evergreen Homosexualität. Dann vergehen keine zehn Minuten und es wird anderen Christen das Christsein abgesprochen, es wird beleidigt und degradiert. Und das nagt ehrlich an meinem Glauben.

„Wenn das die Gemeinde Jesu ist, will ich dann wirklich Teil davon sein?“

Sollen in dieser Löwengrube wirklich die Erlösten sein? Sind das wirklich die Menschen, die aus Freude über ihre Errettung die Nächstenliebe als ihr höchstes Gut ansehen? Es kommt leider viel zu oft vor, dass ich daran zweifle. Dass Jesus mit den Sündern gegessen hat und der Gesunde keinen Arzt braucht, weiß ich. Aber dass die wütende Meute meine Brüder und Schwestern im Glauben sind, ist trotzdem nur schwer anzunehmen. Wenn das die Gemeinde Jesu ist, will ich dann wirklich Teil davon sein? Mir tut es um all die Nichtchristen leid, die durch Zufall auf unsere Seite stoßen. Die mehr über den Glauben erfahren wollen – und stattdessen diese Kommentare finden.

Streiten ja, aber richtig

Dabei ist es gar nicht so, dass ich Friede, Freude, Eierkuchen will. Dieser Vorwurf kommt ja oft genug, wenn jemand laut „Bitte mehr Liebe!“ schreit. Ich bin überzeugt, dass wir über unsere Ansichten diskutieren dürfen, sogar müssen. Davon leben der Glaube und unsere Webseiten. Aber bei Beleidigungen, Diffamierungen und dem Ausspruch, dieser oder jener könne ja kein echter Christ sein, da ist eine Grenze überschritten. Niemand kann dem anderen ins Herz schauen. Übrigens können sich Liberale wie Konservative diesen Schuh anziehen. Denn in den vergangenen zwei Jahren habe ich beiderlei Seiten zur Genüge ermahnen müssen.

„Regelmäßig musste ich Menschen zurechtweisen, deren Meinung ich im Grunde teile.“

Und oft sind es nicht einmal die Thesen selbst, die mich so erschüttern. Dass wir Christen unterschiedlichster Meinungen sind, war mir lange schon bewusst. Es sind die Worte. Aus denen lese ich immer wieder kein liebevolles Anstoßen, sondern lediglich Rechthaberei. Regelmäßig musste ich Menschen zurechtweisen, deren Meinung ich im Grunde teile. Sie haben nur jeglichen Anstand bei der Wortwahl überschritten. Die Reaktion war nicht selten, dass wir als Redaktion angegriffen wurden. Denn offenbar seien wir ja auch welche von „denen“. Dabei ging es uns lediglich um den Umgangston. Mitunter habe ich manch einen Diskutierenden sogar zu Unrecht gerügt – einfach aus der Angst heraus, dass die Diskussion eskalieren könnte.

Ein Gegenbeispiel

Ich habe mich schon manches Mal gefragt: Würden sich zwei Kommentatoren, die sich gerade besonders in den Haaren liegen, ebenso verhalten, wenn sie an einem Tisch zusammensäßen? Ich bezweifle das. Das Internet begünstigt es, Grenzen zu überschreiten. Aber muss das wirklich auch bei Christen so sein?

Ich bin froh, dass ich in meinem Volontariat diese Redaktion kennenlernen durfte. Weil hier Christen aus allen möglichen Gemeinden zusammenarbeiten: Landeskirchler, FeGler, Brüdergemeindler, Hausgemeindler und Baptisten. Der Bundes-Verlag ist bunt, voller gegensätzlicher Meinungen. Und trotzdem steht hier nicht das Trennende, sondern das Verbindende im Vordergrund. Auch wir diskutieren gerne, aber wir tun das nicht schreiend. Und dieses Fangnetz habe ich bitter nötig, wenn Facebook mich mal wieder am Leib Christi zweifeln lässt.


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14.07.2020 19:41

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Kleines Abenderlebnis

Um die Kurve kommt mir auf der rechten Seite des Waldwegs eine Frau entgegen – auf einem Drahtesel. Ich gehe nach links, damit sie in ihrer Spur bleiben kann. Kurz danach dreht sie sich um und ruft nach hinten „Fußgänger!“ Aha, denke ich, mal sehen was da noch um die Kurve kommt.

Das Umdrehen hat die Frau etwas Vorwärtsbewegung gekostet, und sie tritt danach mühsam und ungelenk wieder an. Ah, denke ich: Wie reale Esel hat ihr alter Drahtesel auch kein Schaltgetriebe.

Dann kommt ein halbhohes Pferd um die Kurve, und darauf sitzt ein ebenfalls halbhohes, also noch recht junges weibliches Menschlein. Bei mir angekommen dreht mir das Tier den Kopf so nah zu, als wenn es wie ein Hund an mir schnüffeln wollte.

Das junge Menschlein reagiert darauf nun ungefähr so ungelenk, wie vorher das ältere weibliche Wesen bei seinem eigenen Esel. Doch der Zuruf dieses älteren Wesens klärt schnell die Situation. Das Esel-Pferd-Gespann kann damit seinen mutmaßlichen Lehrausritt weiter fortsetzen, und auch ich kann unbehelligt weiter meines Weges ziehen.


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13.07.2020 11:46

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Kosten von Auseinandersetzung und Irreführung

Im Moment geht es hier auf CsC - wie so oft schon - um die gelegentlich miese Qulität der Auseinandersetzung.

Gerade habe ich einen Artikel über die volkswirtschaftlichen Kosten der Irreführung durch Verschwörungstheorien gelesen. Das Cyber-Sicherheitsunternehmen Cheq hat die globalen Kosten auf 78 Milliarden Euro pro Jahr berechnet. Das ist kein Pappenstil. 
(https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/f-a-z-serie-schneller-schlau-die-verbreitung-des-unsinns-16833860.html)

Das hat mich dazu gebracht zu fragen: Was sind eigentlich die seelischen und spirituellen Kosten, wenn hier unangemessen miteinander umgegangen wird?


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