Blog von RolfK

Dieser Blog wird von RolfK moderiert.


14.07.2020 19:41

.
Kleines Abenderlebnis

Um die Kurve kommt mir auf der rechten Seite des Waldwegs eine Frau entgegen – auf einem Drahtesel. Ich gehe nach links, damit sie in ihrer Spur bleiben kann. Kurz danach dreht sie sich um und ruft nach hinten „Fußgänger!“ Aha, denke ich, mal sehen was da noch um die Kurve kommt.

Das Umdrehen hat die Frau etwas Vorwärtsbewegung gekostet, und sie tritt danach mühsam und ungelenk wieder an. Ah, denke ich: Wie reale Esel hat ihr alter Drahtesel auch kein Schaltgetriebe.

Dann kommt ein halbhohes Pferd um die Kurve, und darauf sitzt ein ebenfalls halbhohes, also noch recht junges weibliches Menschlein. Bei mir angekommen dreht mir das Tier den Kopf so nah zu, als wenn es wie ein Hund an mir schnüffeln wollte.

Das junge Menschlein reagiert darauf nun ungefähr so ungelenk, wie vorher das ältere weibliche Wesen bei seinem eigenen Esel. Doch der Zuruf dieses älteren Wesens klärt schnell die Situation. Das Esel-Pferd-Gespann kann damit seinen mutmaßlichen Lehrausritt weiter fortsetzen, und auch ich kann unbehelligt weiter meines Weges ziehen.


Kommentare (0)

13.07.2020 11:46

.
Kosten von Auseinandersetzung und Irreführung

Im Moment geht es hier auf CsC - wie so oft schon - um die gelegentlich miese Qulität der Auseinandersetzung.

Gerade habe ich einen Artikel über die volkswirtschaftlichen Kosten der Irreführung durch Verschwörungstheorien gelesen. Das Cyber-Sicherheitsunternehmen Cheq hat die globalen Kosten auf 78 Milliarden Euro pro Jahr berechnet. Das ist kein Pappenstil. 
(https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/f-a-z-serie-schneller-schlau-die-verbreitung-des-unsinns-16833860.html)

Das hat mich dazu gebracht zu fragen: Was sind eigentlich die seelischen und spirituellen Kosten, wenn hier unangemessen miteinander umgegangen wird?


Kommentare (10)

12.07.2020 09:37

.
Wir sind eigenartig

Jeder Mensch hat so seine Eigenarten. Das ist ein Geschenk von Gott.

Die Persönlichkeit ist weithin geprägt von den Genen. Dazu kommen die positiven und negativen Erfahrungen von Kindheit an. Und es gibt noch eine Fülle zusätzlich prägender Faktoren.

Das alles führt zu ganz eigenen Vorlieben, Neigungen, Sympathien oder Antipathien. Ebenso zu ganz unterschiedlichem Können und Potenzial. Und so unterscheidet sich Mensch von Mensch.

Wozu? Damit wir uns ergänzen können, damit letztlich keiner allein selig zu werden braucht, sondern damit wir im Dienst für andere aufgehen und in der Gemeinschaft Sinn finden können.

Allerdings sind wir von Haus aus unterschiedlich gemeinschaftsfähig. Und es gibt keinen Menschen, an dem Gott nicht noch herumrubbeln, -klopfen und -hämmern muss.

Das aber heißt: Gott muss jeden Menschen auch auf seine ganz eigene Weise ansprechen, wenn er ihn erreichen will. Doch zum Glück kann Gott darin genauso vielfältig sein, wie er seine Schöpfung gestaltet hat.

Ein allererster Punkt, den wir zu lernen haben, ist dabei: Respekt und Achtung vor dem anderen Menschen. Und Respekt und Achtung davor, wie Gott auf seine Weise mit ihm umgeht. Wir haben ihm da viel zu überlassen, statt kurzsichtig zu glauben, wir wüssten auf jeden Fall, was für den anderen Menschen gut und richtig ist.

Gerade auch in Glaubensdingen und in Konfession.


Kommentare (5)

10.07.2020 20:03

.
Angstausbeuter

Es tut mir weh, wenn ich sehe, wie mir durchaus sympathische Christen den Pfeilen des Bösen erliegen. Also wenn sie Menschen auf den Leim gehen, die mit Halbwahrheiten operieren oder sogar mit vollfalschen Daten. Und wenn sie diese Pfeile dann auch noch auf andere weiterschießen.

Was tun? Paulus meint, man solle das Vertrauen auf Gott als Schild vor sich halten: So könne man die Brandpfeile des Satans abfangen. Und darüber hinaus empfiehlt Paulus auch noch: Den Panzer der Gerechtigkeit, den Helm des Heils und das Schwert des Geistes.

Nur leider ist es doch so: Mit solch antikem Waffenarsenal können die wenigsten von uns etwas anfangen. Für Leute von Heute sollte man das in etwas Griffigeres übersetzen.

Analysieren wir dafür erst einmal, womit die Brandpfeile des Bösen arbeiten: Es ist vor allem die Verharmlosung von Gefahr. Oder aber die Übertreibung von Gefahr – in dem Sinne, dass in allen möglichen Ecken Gefahren zusammenfabuliert werden. Und das heißt jeweils: Es geht um Angst.

Und wenn also Angst das zentrale Thema ist, liegt Paulus ja schon richtig, wenn er als Schutz und Schild dagegen das Vertrauen zu Gott empfiehlt. Wir sollen uns in die Hände Gottes begeben und nicht in die Hände von Angst ausbeutenden Menschen.

Nur wie erkennen wir nicht vertrauenswürdige Angstausbeuter? Mir fallen drei Möglichkeiten ein. Zum Menschen in einem Video oder auf CsC (!) kann ich Jesus befragen. Und zwar etwa so:

Jesus, macht dieser Mensch gerade unnötig Angst?
Jesus, ist dieser Mensch gerade vertrauenswürdig?
Jesus, was würdest du gerade lieber: Diesen Menschen umarmen oder aber die Finger von ihm lassen?

Wer ernsthaft so fragt, dem kann Jesus ein Gefühl für die Qualität des Menschen geben: Also ob dieser Mensch gerade positiv ist oder aber ziemlich problematisch.


Kommentare (12)