Blog von RolfK

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Wartezeit …................

Alle Jahre wieder eine kirchlich organisierte Wartezeit: Dieses Jahr dauert sie genau 24 Tage vom 1. Advent bis Heiligabend. Dann ist Gott als gewaltiges Geschenk da – zumindest symbolisch als kleine Figur unter einer kerzenbestückten Tanne.

Dagegen verhält es sich mit unserer ganz persönlichen Wartezeit auf Gott so: Bei kleinen Dingen dauert sie manchmal nur Sekunden: Dann schlägt etwa eine gerade erbetene Idee schon wie ein Blitz in unser Gehirn ein. Und wir sind vielleicht überwältigt.

Doch manchmal warten wir auch Jahre und Jahrzehnte. Erst dann poltert ein tief ersehntes gewaltiges Gottesgeschenk uns endlich, endlich vor die Füße. Und damit ist nun groß Feiern, Jubeln und Tanzen angesagt!

Hier auf CsC ist auch Wartezeit. Überall wird hier gekramt, gewühlt, gehofft und gewartet auf ein möglichst beglückendes Geschenk von Gott - in Gestalt eines berauschenden Partners.

Aber wie es nun einmal ist: Nicht alle Wünsche, Sehnsüchte und Visionen gehen grandios in Erfüllung. Aber gerade weil so viele Enttäuschungen unseren Lebensweg säumen, sollten wir möglichst die winzigen Aufmunterungen nicht übersehen, die Gott uns immer wieder mal ganz verstohlen zusteckt …..

Und überhaupt: Auf jeden von uns wartet noch ein ultimatives herrliches Geschenk von Gott. Und niemand fällt dabei durchs Raster! Das ist dann irgendwann der sagenhafte Totalumzug in Gottes gewaltige himmlische Herrlichkeit.

Manche sind zwar bisher noch überhaupt nicht scharf darauf. Aber andere können es gar nicht mehr erwarten. Auf jeden Fall werden wir dann sein „wie die Träumenden“ (Ps 126,1).


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09.12.2019 16:48

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Lob der Armut

Es gibt das sogenannte Wohlstandsevangelium, das behauptet, Gott zeige einem Menschen durch seinen Wohlstand, dass er mit ihm ist.
Solch - ein - Scheiß!

Vielmehr gilt: Wen Gott reich machen will, den lässt er arm werden. Dementsprechend mutete Jesus dem reichen jungen Mann zu: Er soll alles verkaufen und den Armen geben, um sich einen Schatz im Himmel zuzulegen.

Einfachheit und minimaler Besitz ist heute bei manchen jungen Menschen in. Die haben etwas kapiert. Auf jeden Fall ist üppiges Konsumverhalten im Hinblick auf Gott und Schätze im Himmel ziemlich kontraproduktiv.

Aber es gibt noch andere Armut. Gott sagte Paulus: „Ich bin in den Schwachen mächtig“. Und das weist darauf hin: Es gibt auch noch Armut an Gesundheit oder an Freiheit. Oder an irdischer Macht. Und vor allem auch noch Armut an Ego – die ist keinesfalls zu vergessen!

Was hat man von solcher Armut? Sie ist offenbar ein besonders guter Boden für Reichtum an göttlicher Zuwendung – siehe Paulus. Und auch an himmlischer Macht und Ausstrahlung etwa in Form von Liebe.

Jede Art von Armut kann zwar ziemlich zwicken – bis auf die Armut an Ego. Aber dafür kann Gottes Zuwendung hin und wieder tiefer beglücken. Mal ganz abgesehen von den im Himmel gesammelten Vermögenswerten.

Vorausgesetzt natürlich immer: Die Armut bewirkt, den Blick gen Himmel zu lenken.


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Nur Glaube oder auch Erfahrung?

Als Sozialwissenschaftler habe ich in meinem Berufsleben viel mit Hypothesen gearbeitet. Hypothesen sind ein anfänglicher Glaube. Den überprüft man dann etwa mit geeigneten statistischen Verfahren darauf, ob dieser Glaube der Realität standhält. Ob er also Sinn macht oder haltlos ist.

Jesus warnte vor falschen Propheten mit den Worten: An ihren Früchten sind sie erkennen (Mat 7, 15-20). Er verwies da auf die Notwendigkeit einer Realitätsprüfung. Und auch Paulus etwa hatte sehr viel gegen blinden Glauben, als er meinte: Prüft alles, und das Gute behaltet (1Thes 5,21).

Ich schließe daraus: Gott hat absolut nichts gegen Realitätsprüfung. Wir müssen zum Beispiel nicht unbesehen alles glauben, was uns geistliche Lehrer erzählen. Und selbst wenn sie in vielem Recht haben, muss das nicht für alles gelten, was sie sagen.

Wir dürfen da durchaus unsere eigene Erfahrung mit Gott ins Spiel bringen. Oder die von Mitchristen. Und wir dürfen Gott selbst bitten, uns im Zweifelsfall auf geeignete Weise zu zeigen, was gerade für uns gut ist.

Manche habe heute Nacht amüsante Eiertänze um das Thema Sex vor der Ehe aufgeführt. Mein Erkenntnisstand ist, dass mit Gottes Liebe der Satz gut im Einklang ist: Erst wirkliche Liebe, dann Sex. Deutlich zurückgeblieben wirkt dagegen auf mich der Satz: Erst Ehe, dann Sex. Aber wünschenswert wären da zum Beispiel auch wissenschaftlich abgesicherte Vergleiche und Statistiken bei Christen …..


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06.12.2019 20:03

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Gottes Präsente

Gottes Präsente sind teils belastend, teils erhebend.
Belastend sind zunächst einmal Gottes spezielle Zumutungen für uns:

Wir sind in diese Welt gestellt, um Leid zu erfahren. Eigenes und fremdes Leid.

Wir sind in diese Welt gestellt, um Fehler zu begehen und schuldig zu werden.

Wir sind in diese Welt gestellt, um uns zwischen Böse und Gut zu entscheiden.

Wir sind in diese Welt gestellt, um zu wachsen. Körperlich, geistig, seelisch, spirituell.


Erhebend sind dagegen Gottes positive Geschenke für uns.
Und die sind in der Überzahl:

Gott schenkt uns die ganze Schöpfung rund um uns herum.

Gott schenkt uns als seinen Geschöpfen seine ganze Liebe.

Gott schenkt uns, dass wir selbst lieben können - ihn lieben, uns lieben, andere lieben.

Gott schenkt uns Freiheit und Entscheidungsfreiheit.

Gott schenkt uns Wachstum.

Gott schenkt uns Freude und Glück.

Und Gott schenkt uns seine Leitung, die uns zuteilt, was gerade für uns förderlich ist.

Und Gott schenkt uns am Ende auch noch ein ewiges Leben.


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