Weblog von CH2006

Dieser Blog wird von CH2006 moderiert.


Christus ist jetzt wirklich bei uns, auf welche Weise auch immer. Er sagt es selber: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20)… Ihr könntet euch das so erklären: „Christus ist wiedergekommen, aber im Geist; an seiner Stelle ist sein Geist gekommen. Und wenn man sagt, dass Christus bei uns ist, so bedeutet das lediglich, dass sein Geist bei uns ist.“ Es kann gewiss niemand leugnen… dass der Heilige Geist herabgekommen ist. Aber wozu ist er gekommen? Etwa um den abwesenden Christus zu ersetzen oder um dessen Anwesenheit zu vervollständigen? Mit Sicherheit: um ihn gegenwärtig zu setzten. Halten wir auch nicht einen Augenblick an der Vorstellung fest, Gott Heiliger Geist könnte in einer Weise kommen, dass Gott Sohn fern bleibt! Nein, der Heilige Geist ist nicht gekommen, damit Christus nicht kommt, vielmehr: damit Christus im Kommen des Geistes kommen kann. Durch den Heiligen Geist treten wir in Verbindung mit dem Vater und dem Sohn… Paulus schreibt: „In Christus werden wir in den Bau eingefügt, um im Geiste zu einer Wohnung Gottes erbaut zu werden“… und „er möge euch gewähren, dass ihr in eurem Inneren durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt, damit Christus durch den Glauben in euern Herzen wohne“ (Eph 2,22; 3,16f). Der Heilige Geist bewirkt, dass Christus im Herzen Wohnung nimmt, und der Glaube heißt den Gast willkommen. So nimmt der Heilige Geist nicht den Platz Christi in der Seele ein, sondern er sichert Christus diesen Platz…

Der Heilige Geist also kommt in seiner Güte zu uns, damit Christus zu uns kommen kann, nicht materiell oder sichtbar, vielmehr geht er in uns ein. Und auf diese Weise ist er zugleich gegenwärtig und abwesend: abwesend dadurch, dass er die Erde verlassen hat, gegenwärtig dadurch, dass er die gläubige Seele nicht verlassen hat. Er sagt ja selber: „Die Welt sieht mich nicht mehr, ihr aber seht mich“ (Joh 14,19).

John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer eines Oratorium in England
Predigt: „Die geistige Gegenwart Christi in der Kirche“, PPS, Bd. 6, Nr. 10
„Wenn ich fortgehe, werde ich den Paraklet, den Beistand zu euch senden“


Kommentare (0)

24.05.2014 05:49

Ich habe mich sehr mit euch in unserem Herrn Jesus Christus gefreut, als ihr diese Vorbilder der reinen Liebe empfangen habt [Ignatius von Antiochien und seine Gefährten]…, diese Menschen, die mit für Heilige würdigen Ketten gefesselt sind, Ketten, die zu Diademen werden für diejenigen, die wirklich auserwählt wurden von Gott und unserem Herrn. Und ich habe mich gefreut darüber, dass die kraftvolle Wurzel eures Glaubens, seit alters gerühmt, bis jetzt kräftig ist und in unserem Herrn Jesus Christus Früchte trägt – in ihm, der eingewilligt hat, für unsere Sünden dem Tod entgegenzutreten: „Gott hat ihn auferweckt, um den Schmerzen des Todes ein Ende zu setzen.“ (vgl. Apg 2,24)… „Ohne ihn schon sehen zu können, glaubt ihr an ihn, bebt vor unaussprechlicher und herrlicher Freude.“ (vgl. 1Petr 1,8)… „Der ihn von den Toten auferweckt hat, wird auch uns auferwecken“ (2Kor 4,14), wenn wir seine Gebote befolgen und lieben, was er geliebt hat...

Ahmen wir seine Geduld nach, und wenn wir für seinen Namen leiden, wollen wir ihn preisen. Das ist das Beispiel, das er selbst uns gegeben hat, und ihm haben wir geglaubt.
Ich ermahne euch alle, dem Wort der Gerechtigkeit zu gehorchen und in der Geduld auszuharren, die ihr mit euren Augen gesehen habt, nicht nur in Gestalt der seligen Ignatius, Zozimas und Rufus, sondern auch in anderen, die bei euch waren und in Paulus selbst, wie auch anderen Aposteln. Wir sind überzeugt davon, dass alle diese nicht vergeblich gelaufen sind (vgl. Gal 2,2), sondern im Glauben und in der Gerechtigkeit, und dass sie nun an dem Ort sind, der ihnen nahe beim Herrn zusteht, mit dem sie gelitten haben. Sie haben nicht „die gegenwärtige Welt“ geliebt (vgl. 2Tim 4,10), sondern Christus, der für uns gestorben ist und den Gott für uns auferweckt hat
.


Kommentare (0)

Das Evangelium, in dem das Kreuz Christi „glorreich“ erstrahlt, lädt mit Nachdruck zur Freude ein. Nur einige Beispiele: »Chaire – freue dich« ist der Gruß des Engels an Maria (Lk 1,28). Der Besuch Marias bei Elisabet lässt Johannes im Mutterschoß vor Freude hüpfen (vgl. Lk 1,41). In ihrem Lobgesang bekundet Maria: »Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter« (Lk 1,47). Als Jesus sein öffentliches Wirken beginnt, ruft Johannes aus: »Nun ist diese meine Freude vollkommen« (Joh 3,29). Jesus selber »rief […] vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus…« (Lk 10,21). Seine Botschaft ist Quelle der Freude: »Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird« (Joh 15,11). Unsere christliche Freude entspringt der Quelle seines überfließenden Herzens. Er verheißt seinen Jüngern: »Ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln« (Joh16,20), und beharrt darauf: »Ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude« (Joh 16,22). Als sie ihn später als Auferstandenen sahen, »freuten« sie sich (Joh 20,20)... Warum wollen nicht auch wir in diesen Strom der Freude eintreten?...

Doch ich gebe zu, dass man die Freude nicht in allen Lebensabschnitten und -umständen, die manchmal sehr hart sind, in gleicher Weise erlebt. Sie passt sich an und verwandelt sich, und bleibt immer wenigstens wie ein Lichtstrahl, der aus der persönlichen Gewissheit hervorgeht, jenseits von allem grenzenlos geliebt zu sein. Ich verstehe die Menschen, die wegen der schweren Nöte, unter denen sie zu leiden haben, zur Traurigkeit neigen, doch nach und nach muss man zulassen, dass die Glaubensfreude zu erwachen beginnt, wie eine geheime, aber feste Zuversicht, auch mitten in den schlimmsten Ängsten: »Du hast mich aus dem Frieden hinausgestoßen; ich habe vergessen, was Glück ist […] Das will ich mir zu Herzen nehmen, darauf darf ich harren: Die Huld des Herrn ist nicht erschöpft, sein Erbarmen ist nicht zu Ende. Neu ist es an jedem Morgen; groß ist deine Treue […] Gut ist es, schweigend zu harren auf die Hilfe des Herrn« (Klgl 3,17.21-13.26).

Papst Franziskus
Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium/Die Freude des Evangeliums“, § 265-267 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird“


Kommentare (1)

Für alle, die sich zu Christus bekennen, ziemt es sich besonders, in die menschliche Gesellschaft Licht und Liebe zu tragen, wie Sauerteig in der Masse zu wirken. Dies wird um so mehr der Fall sein, je enger sich das Herz eines jeden an Gott bindet. Denn es wird gewiß kein Friede in der menschlichen Gesellschaft herrschen, wenn er nicht zuerst im Herzen jedes einzelnen Wohnung nimmt, wenn nicht jeder in sich die gottgewollte Ordnung... Es handelt sich hier um eine so hohe und so bedeutende Aufgabe, daß ein Mensch - sei er auch höchsten Lobes würdig und vom besten Willen beseelt - sie nie erfüllen könnte, wenn er sich nur auf seine eigene Kraft verließe. Daß die menschliche Gesellschaft soweit als möglich ein Abbild des Gottesreiches werde, dazu braucht es dringend der Hilfe des göttlichen Geistes...

In seinem bitteren Leiden und Sterben [hat Christus]... unsere Schuld, den Quell der Zwietracht, des Elends und der Ungerechtigkeiten, getilgt... „Er selbst ist ja unser Friede... und so kam er, euch, den Fernen wie auch den Nahen, den Frieden kundzutun" (Eph 2, 14-17). Auch in der heiligen Liturgie dieser Ostertage hören wir dieselbe Botschaft: „Nach seiner Auferstehung stand unser Herr Jesus inmitten seiner Jünger und sprach: ,Der Friede sei mit euch, alleluja': Da freuten sich die Jünger, weil sie den Herrn sahen" (Resp. ad Mat., Freitag in der Osterwoche). Christus selbst hat uns ja den Frieden geschenkt und zum Vermächtnis gegeben: "Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch" (Joh 14, 27).

Diesen Frieden, den der göttliche Erlöser uns gebracht hat, müssen wir von ihm in eindringlichem Gebet erbitten. Christus möge von den menschlichen Herzen entfernen, was immer den Frieden gefährden kann; er möge alle zu Zeugen der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der brüderlichen Liebe machen. Er möge auch den Geist der Regierenden erleuchten... Endlich möge Christus selbst den Willen aller Menschen entzünden, daß sie die Schranken zerbrechen, die die einen von den andern trennen; daß sie die Bande gegenseitiger Liebe festigen, einander besser verstehen; daß sie schließlich allen verzeihen, die ihnen Unrecht getan haben. So werden unter Gottes Führung und Schutz alle Völker sich brüderlich umarmen, und so wird stets in ihnen der ersehnte Friede herrschen.

„Meinen Frieden gebe ich euch“ alleluja !


Kommentare (0)