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Sich Christ zu nennen ohne den Weg Christi zu gehen: bedeutet das nicht, den Namen Gottes zu verraten und den Weg des Heils zu verlassen? Der Herr selber hat ja gelehrt und verkündet, dass der Mensch, der seine Gebote hält, das Leben erlangen wird (Mt 19,17); dass, wer seine Worte hört und danach handelt, klug ist; dass, wer sie lehrt und sein Tun danach ausrichtet, groß sein wird im Himmel. Alle guten und heilsamen Lehren, betont er, nützen dem Prediger nur dann, wenn das Wort aus seinem Mund in Taten zum Ausdruck kommt.

Gibt es nun ein Gebot, das der Herr seinen Jüngern häufiger ans Herz legte, als das Gebot, einander so zu lieben, wie er selber seine Jünger geliebt hat (Joh 13,34; 15,12)? Findet sich unter seinen Empfehlungen, deren Befolgung zum Heil führen, und unter seinen göttlichen Weisungen ein Gebot, dessen Bewahrung und Beachtung wichtiger wäre? Wie kann aber einer, den die Missgunst unfähig gemacht hat, als ein Mensch des Friedens und des Herzens zu handeln, im Frieden und in der Liebe des Herrn bleiben?

Deshalb hat auch der Apostel Paulus die Vorzüge der Friedfertigkeit und der Nächstenliebe hervorgehoben. Er hat nachdrücklich darauf hingewiesen, dass weder Glaube noch Almosen, ja nicht einmal das Ertragen von Leiden einem Bekenner oder Märtyrer etwas nützt, wenn er die Verpflichtungen der Liebe nicht beachtet (1 Kor 13,1-3).

Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Cyprian (um 200 - 258), Bischof von Karthago und Märtyrer
Eifersucht und Neid, 12-15; SCEL 3, 427-439

Die Vollendung des Gesetzes: tätige Liebe


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Meine elende Seele, Herr, ist nackt und starr vor Kälte. Sie sehnt sich nach deiner Liebe, die sie wärmt und lebendig macht… In der unendlich weiten Wüste meines Herzens lese ich nicht Holz auf wie die Witwe von Sarepta, sondern nur diese kärglichen Zweiglein hier. Ich will mir etwas zu essen machen mit der Handvoll Mehl und dem bisschen Öl im Krug, und dann heimgehen und sterben (1Kön 17,10f). Nein, Herr, ich werde nicht so schnell sterben, „ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des Herrn zu verkünden“ (Ps 117,17).

So halte ich mich still... und öffne meinen Mund zu dir hin, Herr, und harre auf eine Eingebung. Und manchmal, mein Herr, legst du mir etwas in den Mund meines Herzens; aber du willst nicht, dass ich weiß, was es ist. Ich weiß nur, dass es etwas sehr Köstliches, Süßes, Stärkendes ist, und ich suche weiter nichts. Aber wenn ich es empfange, erlaubst du mir nicht zu erkunden, was es ist... Wenn ich es empfange, möchte ich es festhalten, bei ihm verweilen, es genießen, aber da ist es schon wieder fort... Die Erfahrung lehrt mich verstehen, was du im Evangelium über den Geist sagst: „Man weiß nicht, woher er kommt und wohin er geht“ (Joh 3,8)… Und ich entdecke in mir, dass er weht, nicht wenn ich will, sondern wenn er es will ...

Zu dir soll ich meine Augen erheben (vgl. Ps 123,1), zu dir, der „Quelle des Lebens“, um nur „in deinem Licht das Licht zu sehen“ (vgl. Ps 35,10)... Zu dir, Herr, zu dir erhebe ich meine Augen… Wie lange wirst du warten? Wie lange noch wird meine Seele sich hinter dir einherschleppen, elend, bang und erschöpft? Verbirg mich bitte, Herr, im Schweigen deines Antlitzes, weit weg von den Machenschaften der Menschen; beschirme mich im Schutz deines Angesichts vor dem Toben der Menschen (vgl. Ps 30,21).

Wilhelm von Saint-Thierry (um 1085 - 1148), Benediktiner, dann Zisterzienser
Die Gottesschau, 12

„In Israel gab es viele Witwen“


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Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der Gottes Hilfe und Gnade so sehr bedarf wie ich. Manchmal fühle ich mich so hilflos, so schwach. Ich glaube, dass Gott sich deshalb meiner bedient. Da ich nicht auf meine eigenen Kräfte zählen kann, wende ich mich 24 Stunden am Tag an ihn. Und wenn der Tag noch länger wäre, benötigte ich seine Hilfe und Gnade in jeder weiteren Stunde. Wir alle müssen uns durch das Gebet an Gott festkrallen. Mein Geheimnis ist ganz einfach: ich bete. Durch das Gebet werde ich eins mit Christus in der Liebe. Ich habe erkannt, dass ich ihn liebe, wenn ich zu ihm bete.

Die Menschen haben Hunger nach dem Wort Gottes, das Frieden bringt, Einheit und Freude. Man kann aber nicht geben, was man nicht hat. Deshalb müssen wir unser Gebetsleben vertiefen. Sei in deinen Gebeten ehrlich. Ehrlichkeit ist Demut, und man erlangt Demut nur, wenn man Demütigungen akzeptiert. Alles, was über die Demut gesagt worden ist, wird nicht dazu ausreichen, dir Demut beizubringen. Alles, was du über die Demut gelesen hast, wird nicht dazu ausreichen, dir Demut beizubringen. Man lernt Demut nur, wenn man Demütigungen akzeptiert; und auf Demütigungen wird man sein Leben lang treffen. Die größte Demütigung besteht darin, zu wissen, dass man nichts ist. Das genau lernt man, wenn man sich im Gebet vor Gott befindet.

Oft ist ein tiefer, inbrünstiger Blick auf Christus das beste Gebet: wenn ich ihn anschaue und er mich anschaut. In diesem Aug‘ in Aug‘ mit Gott kann man nur erkennen, dass man nichts ist und nichts hat.

Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
No Greater Love, S. 3f
„Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“


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