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Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?



Als er fragte: „Wo habt ihr ihn bestattet?“, hatte unser Herr Tränen in den Augen. Seine Tränen waren gleichsam der Regen, Lazarus gleichsam das Getreidekorn und das Grab gleichsam die Erde. Er rief mit einer Stimme wie Donner, der Tod erzitterte bei seiner Stimme, Lazarus stieg empor wie das Getreidekorn, kam heraus und betete den Herrn an, der ihn wieder zum Leben erweckt hatte.

Jesus gab Lazarus das Leben zurück und starb an seiner Stelle; denn als er ihn aus dem Grab geholt und an seinem Tisch Platz genommen hatte, wurde er selber auf symbolische Weise durch das Öl bestattet, das Maria über sein Haar goss (Mt 26,7). Die Macht des Todes, der vier Tage lang triumphiert hat, ist gebrochen… damit der Tod es zur Kenntnis nehme, dass es dem Herrn ein Leichtes sei, ihn am dritten Tag zu besiegen…; seine Verheißung hat sich erfüllt: Er hatte verheißen, dass er am dritten Tage auferstehen werde (Mt 16,21)… So gab der Herr Maria und Marta die Freude zurück; er bezwang die Hölle, um offenkundig zu machen, dass er selber nicht für immer vom Tod festgehalten würde… Sooft nun jemand sagt, es sei unmöglich, am dritten Tage aufzuerstehen, dann schaue er auf den, der am vierten Tag auferweckt wurde.

„Nehmt den Stein weg!“ Was nun? Hätte derselbe, der einen Toten auferweckt und ihm das Leben zurückgegeben hat, nicht das Grab öffnen und den Stein wegwälzen können? Er, der zu seinen Jüngern sagte: „Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort, und er wird wegrücken“ (Mt 17,20) – hätte er nicht durch ein Wort den Stein versetzen können, der den Eingang zum Grab verschloss? Sicher hätte er auch durch sein Wort den Stein versetzen können, er, dessen Stimme, als er am Kreuze hing, Steine spaltete und Gräber öffnete (Mt 27,51-52). Weil er aber der Freund von Lazarus war, sagte er: „Öffnet das Grab, damit euch der Gestank der Fäulnis entgegenschlägt, und nehmt ihm die Binden weg, in die ihr ihn wie in ein Leichentuch gewickelt habt, damit ihr seht, dass es derselbe ist, den ihr begraben habt.“


Ephräm (um 306 - 373), Diakon in Syrien und Kirchenlehrer


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„Gott stellte Abraham auf die Probe und sagte zu ihm: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, und bringe ihn auf einem Berg, den ich dir nenne, als Brandopfer dar“ (Gen 22,2). Dieser Sohn, auf dem große und wunderbare Verheißungen liegen…, ihn auf einem Berg dem Herrn als Brandopfer darzubringen, dazu erhält Abraham den Befehl.

Was empfindest du bei diesem Befehl, Abraham?... Der Apostel Paulus, dem der Geist Gottes wohl die Gedanken und Gefühle Abrahams offenbarte, sagt dazu: „Dank seines Glaubens zögerte Abraham nicht und bot seinen einzigen Sohn, auf dem die Verheißungen lagen, als Opfergabe an, denn er dachte, dass Gott sogar die Macht hat, Tote zu erwecken“ (Röm 4,20; Hebr 11,17.19)… Hier ist es also das erste Mal, dass der Glaube an die Offenbarung zu Tage tritt. Ja, Abraham hoffte, Isaak würde auferstehen; er glaubte, dass sich verwirklichen werde, was noch nie geschehen war… Abraham wusste, dass sich in ihm bereits die künftige Wirklichkeit vorabbildete. Er wusste, dass Christus aus seiner Nachkommenschaft hervorgehen würde, das wahre Opfer für die ganze Welt, das durch seine Auferstehung über den Tod triumphieren würde.

„Frühmorgens stand Abraham auf…, und am dritten Tage kam er an den Ort, den Gott ihm genannt hatte“. Der dritte Tag ist immer noch mit dem Mysterium verbunden…; am dritten Tag fand vor allem die Auferstehung des Herrn statt… „Abraham hob die Augen und sah den Ort von weitem. Er sagte zu seinen Knechten: Bleibt mit dem Esel hier. Ich will mit dem Knaben hingehen und anbeten, dann kommen wir zu euch zurück“… Höre, Abraham: Sagst du deinen Knechten die Wahrheit, wenn du behauptest, du wollest anbeten gehen und dann mit dem Kind zurückzukommen? Oder willst du sie täuschen?... Abraham antwortet: „Ich sage die Wahrheit; ich bringe das Kind als Brandopfer dar, und deshalb nehme ich das Holz mit. Dann komme ich mit dem Kind zu euch zurück. Ich glaube wirklich aus ganzer Seele, dass Gott die Macht hat, ihn von den Toten aufzuerwecken.“

Origenes (um 185 - 253), Priester und Theologe
Homilie über das Buch Genesis, Nr. 8; SC7

„Abraham sah meinen Tag“


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08.04.2014 23:43


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wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.


In jener Zeit sagte Jesus zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen,
und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe,
dorthin könnt ihr nicht gelangen?


Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.
Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.
Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch?
Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit,
und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.
Sie verstanden nicht, daß er damit den Vater meinte.
Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen,
daß Ich es bin. Ihr werdet erkennen, daß ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage,
was mich der Vater gelehrt hat.
Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen,



weil ich immer das tue, was ihm gefällt.
Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

Nerses Schnorhali (1102 - 1173), armenischer Patriarch
Jesus, einziger Sohn des Vaters, §707-724; SC 203

„Ihr stammt von unten; ich stamme von oben“

Der Sünde wegen bist du, der Unschuldige,
Für den Verurteilten vor dem Tribunal gestanden;
Wenn du in der Glorie des Vaters wiederkommst,
Urteile nicht mit ihm über mich.

Du wurdest verhöhnt durch ruchlosen Speichel
Wegen der Schande des erstgeschaffenen Menschen;
Tilge die Schande der Sünden des Schamlosen,
Mit der ich mir das Gesicht bedeckt habe…

Du hast den Purpur genommen,
Den roten Mantel angelegt
Als Schande und Kränkung,
Wie die Soldaten des Pontius Pilatus glaubten (Mt 27,28).

Nimm von mir den Kelch der Sünde,
Den roten, blutfarbenen Purpur,
Und leg mir das Gewand der Freude an,
In das du den ersten Menschen gekleidet hast.

Sie beugten die Knie und spotteten,
Sie amüsierten sich und machten sich lustig;
Die himmlischen Scharen sahen es
Und beteten mit Bangen an.

All das hast du ertragen, um von unserer Adamsnatur zu nehmen
Die Schande, ein Freund der Sünde zu sein,
Und um aus meiner Seele voller Trauer,
Aus meinem Gewissen die Schande zu löschen.

Auf deinem ganzem Körper
Und allen deinen Gliedmaßen
Hast du schreckliche Schläge der Geißelung empfangen
Nach dem Urteil des Richters.

Mich, der ich vom Kopf bis zu den Füßen
Unerträgliche Schmerzen leide,
Mögest du von neuem, ein zweites Mal, heilen:
Wie durch die Gnade des Taufwassers.

Zum Austausch der Dornen der Sünde,
Die der Fluch uns wachsen ließ (Gen 3,18),
Wurde dir von den Winzern Jerusalems
Eine Dornenkrone aufs Haupt gedrückt (Mt 21,33f)

Reiß aus mir den Stachel der Sünde,


Nerses Schnorhali (1102 - 1173), armenischer Patriarch
Jesus, einziger Sohn des Vaters, §707-724; SC 203

„Ihr stammt von unten; ich stamme von oben“
Den mit der Feind gesetzt hat,
Und heile in mir die Bisswunde,
Damit das Stigma der Sünde schwindet.


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