Eine Gute-Nacht-Geschichte: Was ist Zeit?

Blog von Bluehorse
Eine Gute-Nacht-Geschichte: Was ist Zeit?

„Komm, wir gehen nach Haus“ sagte die Mutter zu der kleinen Sarah. „Warum?“ fragte Sarah. „Weil es Zeit ist“ antwortete die Mutter. „Was ist Zeit?“ fragte Sarah. „Frag nicht so viel!“ antwortete die Mutter.

Abends schien der Mond durch das Fenster, direkt auf das Gesicht von Sarah. Sarah fragte: „warum scheinst Du mir ins Gesicht?“ Der Mond antwortete: Weil ich nur so alle Deine Fragen beantworten kann. „Gut“ meinte Sarah. „Dann sage Du mir: Was ist Zeit?“

Der Mond schickte ihr einen kleinen Stern, der ein kleines Glasfläschchen trug. Der kleine Stern sagte zu Sarah: „Hebe mit einem Fuß die Bettdecke an.“  Als Sarah so ihre Bettdecke
angehoben hatte, pustete der kleine Stern und das Bett schwebte auf dem Mondstrahl durch das geschlossene Fenster über die Stadt. 

Von oben sah die kleine Sarah, wie sich ein Mann und eine Frau stritten. Der kleine Stern fragte Sarah: „Was wünschst Du Dir?“ „Sie sollen aufhören und sich vertragen.“ Der kleine Stern öffnete das Glasfläschchen und eine hauchzarte Kugel schwebte aus dem Fläschchen. Der Mond schickte sein Mondlicht in diese hauchzarte Kugel und sie war voller kleiner bunter Perlen. Nun gab der kleine Stern der Sarah eine kleine Nadel und sagte zu ihr: „Du musst in die Kugel stechen.“ „Aber dann geht doch die Kugel kaputt und alle bunten Perlen fallen heraus.“ „Ja, ich weiß“ antwortete der kleine Stern.  „Nur wenn wir die bunten Perlen, die wir besitzen, verstreuen, können sich auch andere Menschen daran erfreuen. Und wer Freude erlebt, streitet nicht.“ Sarah tat wie ihr das der kleine Stern geraten hat. Die kleinen Perlen fielen auf die streitenden Menschen, die voller
Bewunderung für diese Perlen waren und sich so sehr daran erfreuten, dass sie den Grund ihres Streits vergaßen. Der Mond pustete und in ihrem Bettchen reiste Sarah weiter, bis ihr Bettchen über einem Haus zum stehen kam, in dem ein kleiner Junge weinte. „Warum weint der Junge?“ fragte Sarah. „Er weint, weil niemand da ist, der ihn in den Arm nimmt“ antwortete der kleine Stern. „Ich will nicht dass er weint“, meinte Sarah. „Jetzt öffne Du das Fläschchen“ sagte der kleine
Stern. Sarah öffnete das Fläschchen und wieder kam eine  hauchzarte Kugel heraus. Der Mond pustete und die kleine Kugel füllt sich mit den schönsten bunten Perlen, die Sarah jemals gesehen hatte. Nun gab der kleine Stern der Sarah eine kleine Nadel und sagte zu ihr: „Du musst in die Kugel stechen.“
„Aber dann geht doch die Kugel kaputt und alle bunten Perlen
fallen heraus.“ „Ja, ich weiß“ antwortete der kleine Stern.  „Nur wenn wir die bunten Perlen, die wir besitzen, verstreuen, können sich auch andere Menschen daran erfreuen und ihre Traurigkeit überwinden. Sarah tat wie ihr das der kleine Stern geraten hat. Die kleinen Perlen fielen auf den kleinen Jungen, der sich so sehr darüber freute, dass er seinen Kummer vergaß. Nun pustete der Mond und in ihrem Bettchen ging die Reise zurück, bis sie mit ihrem Bettchen über dem Haus ihrer Eltern angekommen war.
Sie hörte, wie die Mutter den Vater fragte: „Was ist Zeit?“ Und der Vater antwortete: „Woher soll ich das wissen. Du stellst Fragen wie ein kleines Kind!“ Sarah griff zum kleinen Fläschchen -aber der kleine Stern sagte: „da ist nichts mehr drin, was der Mond in kleine bunte Perlen verwandeln könnte.“ Und was machen wir jetzt?“ fragte Sarah. Der kleine Stern antwortete: „Jetzt ist es Zeit, dass Du Dein Herz öffnest.“ Sarah fragte: „Wie soll ich das machen?“ Der kleine Stern antwortete: „Nimm einen Finger und tippe auf Dein Herz.“ Als Sarah mit ihrem Finger auf ihr Herz getippt hatte, kam die hauchzarteste Kugel hervor, die Sarah jemals gesehen hatte. „Der Mond soll wieder pusten“ sagte Sarah. „Nein“ meinte der Stern. „Jetzt ist es Zeit, dass Du pustest.“ Sarah pustete und die Kugel füllte sich mit wunderschönen kleinen Perlen. „Gib mir die Nadel“ sagte nun Sarah zu dem kleinen Stern. „Nein“ meinte der kleine Stern. „Jetzt ist es Zeit, dass Du mit Deinem kleinen Finger in die Kugel stichst.“ Sarah tat es und die bunten Perlen schwebten herab – geradewegs auf ihre Eltern. Die Mutter schaute den Vater an und meinte: „Jetzt ist es aber Zeit, dass wir mal nach unserer Sarah schauen.“
Der Mond pustete und das Bettchen von Sarah schwebte mit ihr wieder zurück in ihr Zimmer. Schon öffnete sich die Türe und Vater und Mutter schauten herein. Sarah drückte fest die Augen zu und tat so, als ob sie schliefe. Vater und Mutter gaben ihr einen Kuss und der Vater meinte zur Mutter: „Jetzt kann ich Dir auch sagen, was Zeit ist.“ Zeit ist da, wenn wir unsere Freude über die kleinen bunten Perlen des Lebens mit jemandem teilen. Nur wenn wir nicht teilen wollen, verschwindet die Zeit und wir geraten in Hektik oder streiten oder sind traurig.“

Kommentare

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Saliah 23.05.2020 um 00:00

Wunderbar. Danke. 

Wenn ich darf, werde ich den Kinder bei der Schlafzeit
dein wunderschönes Märchen erzählen.
 

IKorXIII 23.05.2020 um 00:46

Alles hat seine Zeit! Ein Spruch, dessen Bedeutung man bei längerem Leben immer mehr anerkennen lernt; diesem nach gibt es eine Zeit zu schweigen, eine andere zu sprechen.
Johann Wolfgang von Goethe

😉😅
 

Wounded 23.05.2020 um 00:53

Auch die Bibel spricht davon: 
Prediger 3:1-8 (Alles hat seine Zeit..)
 

Schneeball 23.05.2020 um 09:32

Was für eine wunderschöne Geschichte ! Und sooo wahr, soo wahr !
---
Gestern habe ich auf bibeltv eine Dokumentation innerhalb der Sendung
"Club700" gesehen.Der Pastor,der diese Dokumentationen danach mit
einigen erläuternden Sätzen begleitet,ist Andreas Waldmann.
Gestern ging es um drei Personen,denen Gott das Leben zurück schenkte.
Die erste Person war Amerikaner und Fallschirmspringer.Ein Flugzeugunglück riß ihn und seinen Piloten fast in den Tod.
Das halbe Gesicht und die Hälfte seines Körpers waren durch das  beim
Aufprall entstandene Feuer völlig zerstört.Er schrie zu Gott. Überlebte - Und kann heute sogar wieder laufen und sehen.
Seinen Namen muß ich nachher nochmal googeln.Auf jeden Fall hat er
ein Buch geschrieben,reist um die halbe Welt - und berichtet davon,was
er erlebt hat.
In der Zeit seines Komas durfte er einen Blick in die Welt tun,von der auch
Paulus in seinen Briefen schreibt.
Während meiner Zeit des Arbeitens durften wir auch viele kostbare Erfahrungen mit Gott,der aus seiner Welt heraus wirkt - wenn wir IHM
vertrauen - machen.
Warum schreibe ich dieses nun hier bei dieser Geschichte ?
Nun - Geschichten,die unter dem Einfluß des Heiligen Geistes entstehen,
verkünden Wahrheiten !
Und die Wahrheit dieser Geschichte ist eben wahr !
Sie enthält eine Botschaft.Es ist schön,daß außer mir 10 weitere Leser
von dieser Botschaft berührt wurden - und sie wohl tief in ihrem Inneren
verstanden haben !
--
Danke an den Verfasser !
 

Angelina71 23.05.2020 um 10:30

Die bunten Perlen...

für mich sind es die wertvollen Gaben des heiligen Geistes:
Freude, Friede, Liebe, Geduld, Barmherzigkeit, Hoffnung...

Solange unser Herz damit gefüllt ist, können wir ein Segen und eine Bereicherung für unsere Mitmenschen sein.

Und in Zeiten wo wir leer sind, vielleicht weil wir den "Strahl" nach oben zugeschüttet haben, mit vielen Dingen, die uns die Zeit rauben,
profitieren wir von den bunten Perlen der Menschen, die sie mit uns teilen
 

Bluehorse 23.05.2020 um 11:00

sehr schöne Interpretation.... Dankeschön 😊
 

angel08 23.05.2020 um 16:03

Wenn ich jetzt mal frage, "was ist Zeit?"
C. S. Lewis hat in einem Kapitel über "besondere Vorhersehungen" geschrieben: "Die Zeit ist vermutlich (wie unsere Perspektive) ein Modus unserer Wahrnehmung." (Man achte auf das Wort "vermutlich"zwinkerndes Smiley Der Gedanke hat mich beschäftigt.
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